aktuelle Reiseberichte

Challange gegen mich selbst ;-)

Ich bin weder sportlich aktiv, noch Outdoorfan. Das letzte Mal habe ich mit etwa 11 Jahren im Garten meiner Eltern in einem Zelt geschlafen. Nachts bin ich ins Haus geflüchtet, weil merkwürdige Tiergeräusche mich erschreckten. Bus oder Bahnfahren tu ich zwar viel, allerdings selten länger als 2 Stunden am Stück. Ideale Voraussetzungen also um etwa 16 Stunden mit dem Bus nach Schweden zu fahren, dort in ein Kajak zu steigen und 7 Nächte im Zelt zu leben. (Schwimmen kann ich, notfalls auch 2 oder 3 Stunden am Stück, Kajakfahren bisher nicht. Beim Ein- und Aussteigen hat sich auch bis zum Ende meiner Kajaktour nicht viel am Nichts können geändert, aber dazu mehr im Bericht ;-) )

Irgendwie begeisterte mich aber die Vorstellung, mich in meinem nächsten Urlaub selbst herauszufordern. Also habe ich die Kajaktour gebucht (ja tatsächlich ganz alleine) und mich an die Vorbereitungen gemacht. Da ich null Outdoorerfahrung und somit auch null Outdoorequipment habe, musste ich natürlich noch einiges kaufen und da ich mich ja kenne, habe ich nicht am falschen Ende gespart und erstmal eine Luxus-Isomatte (76cm breit) und einen extra breiten Schlafsack (110 cm) bestellt. Ansonsten habe ich mich (recht üppig) an der empfohlenen Packliste von Scandtrack gütlich getan.

Freitag 08.06.2018

Morgens schnell noch ein paar Kleinigkeiten erledigt und schon war es Zeit um mich auf den Weg zum Dortmunder Hbf. zu machen, an dem der Reisebus mich um 16 Uhr abholen sollte. Um kurz nach 16 Uhr folgte der Anruf von Scandtrack, dass der Bus leider etwa 2 Stunden Verspätung habe. Ein wenig Ernüchterung setzte ein, die Outdoorer fanden sich in Grüppchen zusammen um die Info weiterzugeben und wir errichteten unser erstes Camp am Dortmunder Bahnhof. Kurz vor 18 Uhr kam der Bus. Alles schnell verladen und es konnte losgehen. Mit einigen Zwischenstopps kamen wir etwa 2 Uhr nachts an der ersten Fähre an, auf der dann auch alle aussteigen mussten. Inzwischen war ich auch recht dankbar für die etwa 40-minütige Überfahrt, bei der ich endlich einmal längere Zeit aufrecht stehen konnte. Fast die ganze Zeit verbrachte ich auf und abgehend auf dem Außendeck, damit sich meine Rückenmuskulatur wenigstens wieder etwas lockern konnte sodass ich die restlichen etwa 7 Stunden Busfahrt überstehe. Als wir die 2. Fähre erreichten waren wir dank unserer schnellen Busfahrer übrigens wieder im Zeitplan, so sagte man uns.

Samstag 09.06.2018

Mit schmerzendem Rücken kamen wir gegen 10 Uhr in Bengtsfors an und waren überglücklich, nicht auch noch die knappe Stunde fahren zu müssen. Wir bekamen eine kurze Info im Bootshaus und durften dann runter zu unseren Booten. Wie wir später erfahren haben, waren an diesem Samstag ungewöhnlich viele Urlauber, die von Bengtsfors starteten (40, die Woche darauf waren es 18) und leider auch ein Mitarbeiter weniger als sonst, was die Informationsweitergabe und z.B. die Einstellung der Ruder leider etwas chaotisch Gestaltete. Letztlich waren wir aber alle auf dem Wasser und bereit für unser Abenteuer.
Da ich auf der Busfahrt kaum geschlafen hatte, steuerte ich (nach anfänglichen Steuerschwierigkeiten) gleich das erste Dano 56 zum Schlafen an. Nach ausgiebigem Mittagsschlaf und vorsichtiger Erkundung „meiner“ Insel ließ ich den Abend mit der ersten Outdoormahlzeit (in der Pfanne und etwas angebrannt) bei einem guten Buch ausklingen.

Sonntag 10.06.2018

Nach der Schwäche des ersten Tages packte mich heute der Ehrgeiz und ich wollte mal etwas Strecke machen. Bei ruhigem Wasser, leichtem Rückenwind und Sonne, machte ich mich auf in Richtung Gustavsfors, denn am nächsten Tag sollten ja die Schleusen öffnen. Zwischendurch konnte ich in der Ferne einige andere Paddler sehen, einmal fuhr ich auch an einem Camp vorbei, ansonsten war ich alleine, paddelte kurz vor mich hin und ließ mich danach treiben. So schaffte ich es tatsächlich am Nachmittag zwischen Dano 63 und Dano 64 anzukommen. Die üblichen Anfängerfehler inbegriffen. Bei leichtem Wellengang und voller Konzentration aufs Aussteigen stellte sich das Kajak irgendwann parallel zum Ufer, eine etwas stärkere Welle kam und ich hatte noch die unglaubliche Möglichkeit mich zu entscheiden, ob ich rechts oder links meines Kajaks baden gehe. Ich entschied mich im Reflex für die Uferseite und saß trotzdem bis zum Bauchnabel im Wasser. Während sich auch mein T-Shirt langsam mit Wasser vollsog schaute ich einfach mal einige Minuten etwas dümmlich durch die Gegend. Mein Kajak habe ich währenddessen aber festgehalten :D
Nachdem das Kajak sicher an Land war, ging ich mein neues Domizil erkunden. Dano 63, so hatte ich bereits im Vorbeifahren gesehen, war bereits von einer Gruppe Mädels besetzt. Dano 64 war zwar noch frei, besaß aber keine Schutzhütte, sodass ich mich dazu entschieden habe zwischen beiden Danos nah an meiner Anlegestelle zu campen. Mein Zelt musste ich ja eh aufbauen. Gesagt getan. Etwas schief und mit Steinen beschwert stand es dann auch nach einiger Zeit (auch ein Zelt hatte ich das letzte Mal vor etwa 10 Jahren aufgebaut). Zwischenzeitlich füllten sich auch andere Lagerplätze und das gegenüberliegende Ufer mit Paddlern, die am nächsten Tag die Schleuse nehmen wollten. Gegen Abend begann es leider etwas zu regnen, mein Essen bekam ich aber zum Glück vorher noch fertig Gekocht, sodass ich trocken in meinem Zelt, das dem Regen erstaunlicherweise auch standhielt, essen konnte. Mit nettem Blick auf den verregneten See begab ich mich dann zur Ruhe.

Montag 11.06.2018

Nach einem verregneten Abend erwachte ich am nächsten Morgen gegen 5 Uhr und beschloss meinen Abwasch vom Vortag zu machen. Nach abschütteln des Wassers von der Zeltplane, trockenlegen des Kajaks, einigen Fotos und Raupensammeln, beschloss ich noch einmal zu schlafen, da die Schleuse erst ab 9 Uhr geöffnet ist. Apropos Raupensammeln. Das entwickelte sich im Laufe meines Outdoorurlaubs noch zu einem richtigen Sport. Egal was man irgendwo hinstellte, innerhalb kürzester Zeit saßen kleine grüne Raupen drauf. Beim Zelt abbauen fand man im Schnitt 6-10 Raupen irgendwo in den Planen. Alles was auf dem Boden stand wurde in kürzester Zeit von mindestens einer Raupe entdeckt. Die Tiere, die ich in meinem Urlaub am häufigsten und zahlreichsten zu Gesicht bekam.

Nach einem weiteren Schläfchen erwachte ich gegen 10 Uhr. Ich begann Wasser für meine tägliche Dusche zu erwärmen (dauerte etwa 1 Stunde für angenehme Temperaturen) und merkte nebenbei, dass der Wind etwas auffrischte. Noch bevor ich mein Duschwasser auf die richtige Temperatur bringen konnte, begann es auch schon zu regnen und mein nun trockenes Zelt wurde erneut nass. Optimistisch duschte ich und machte mich bereit, aber leider regnete es sich ein und bis etwa 17/18 Uhr durch, sodass ich einen weiteren Tag zwischen Dano 63 und Dano 64 verbrachte.

Tagsüber lernte ich meinen neuen Freund, die leicht lebensmüde Kröte kennen. Wiederholt kletterte der kleine Geselle unter mein Zelt und von dort aus raschelte er sich in Richtung Isomatte. Leider habe ich mich 2 Mal beim Umdrehen auf ihn gelegt, was mit einem erstickten quaken kommentiert wurde. Letztlich hat die Kröte aber überlebt und wurde von mir unter einen großen Stein gescheucht. Dieser konnte dann scheinbar mit der Qualität meines Zeltes mithalten und wurde als neues Quartier akzeptiert.
Auch eine zweite Tiersichtung konnte ich an meinem faulen Zelt Tag vermerken. Nämlich eine Bibersichtung. (7 Stimmen dafür, keine dagegen!!!)
Ich blickte so in den verregneten Nachmittag hinaus, da schwamm auf einmal ein Tier, das keine Ente sein konnte zielstrebig von einem Ufer zum anderen. Etwas kleines braunes huschte aus dem Wasser, schüttelte sich kurz und war dann auch schon zwischen den Steinen verschwunden. Später wiederholte sich der Vorgang in umgekehrter Richtung und ich lief schnell zu meinen „Nachbarn“ um diese zu fragen, ob sie ein Fernglas haben. Hatten sie leider nicht, aber jegliche Zweifler werden nun von unserem unerschütterlichen Glauben überstimmt, dass wir einen Biber gesehen haben! Abends saßen wir noch zusammen in der Runde, ließen Marshmallows anbrennen und erlebten einen schönen Sonnenuntergang.

Dienstag 12.06.2018

An meinem theoretisch 4. Paddeltag war ich nicht ganz so früh wach wie am Vortag, sodass ich mein trockenes Zelt einpacken konnte und mich gegen 10 Uhr gemütlich in Richtung Schleuse auf den Weg machte. Auf dem Weg zur Schleuse sah ich eine Schlange im Wasser, welche mich im ersten Moment ziemlich erschreckte, da sie dicht neben meinem Kajak auftauchte. Sie sah mich dann aber auch, entschied, dass ich eindeutig größer und gefährlicher aussah und tauchte schnell wieder ab. In Gustavsfors erwartete mich erstmal aussteigen am Steg und Kajak irgendwie festmachen. Ich wollte mir die Schleuse doch vorher einmal ansehen bevor ich mich in die dunklen Tiefen begab und außerdem lockte eine Toilette mit Wasserspülung. Beim Anschauen der Schleuse machte ich mich erst einmal beim Schleusenwärter schlau, wie das denn alles von statten gehen sollte. Er erklärte mir ruhig aber grinsend, dass ich grade ja die einzige sei, die schleusen möchte und ja auch keiner warten würde, sodass er das Wasser für mich ganz langsam einlassen könne. Gesagt getan. Zurück zum Kajak, eingestiegen und……Moment nicht losgebunden. Also nochmal raus auf den wackeligen Steg, Kajak losgebunden, nicht mehr ganz so elegant und eindeutig wackeliger eingestiegen und auf zur Schleuse. Ging dann wirklich ganz einfach und der Schleusenwärter motivierte mich noch für den Rückweg, dass ich ja nun schon hoch geschleust wurde und ich morgen das runterschleusen sicherlich mit Bravour bestehen würde. Weiter ging es durch den Kanal in Richtung Västra Silen. Ich muss sagen, das paddeln durch den Kanal fand ich deutlich angenehmer als auf dem See. Man konnte in Ruhe links und rechts das Ufer betrachten, an dem ich zwar keine Tiere beobachten konnte, aber ich fühlte mich doch irgendwie „näher dran“. Die Mündung des Kanals in den See war für mich mit den vielen kleinen Inseln sehr verwirrend, letztlich fand ich aber doch meinen Weg zum Dano 74. Leider gab es hier keine schöne Anlegestelle mit Sand für mich sodass ich diesmal deutlich mehr Kraft brauchte um mein Kajak aus dem Wasser zu bekommen.
Naja und damit war dieser Tag für mich praktisch gelaufen. Beim ersten erkunden der Insel stellte ich nämlich fest, dass meine priorisierte Anlegestelle Dano 75 schon belegt war. Außerdem befand sich zwischen Dano 74 und Dano 75 eine riesige Kolonie Waldameisen. Das habe ich gemerkt als ich mitten drinstand und die ersten mir in die Beine bissen. Später habe ich festgestellt, dass die Masse an Ameisen ein eigenes Geräusch erzeugt. Es raschelt richtig, wenn die emsigen kleinen Arbeiter in so großer Zahl durch die Gegend wuseln. An Dano 74 konnte ich erneut in einer Schutzhütte schlafen und musste wenigstens mein Zelt nicht aufbauen. Dafür lag mein Kajak etwa 80 Meter von meinem Schlafplatz entfernt. Der Boden des Sees ist mit Steinen bedeckt, die natürlich alle mit Algen überzogen und somit sehr glitschig waren und auch der Boden der Insel war mit auffallend vielen Steinen bedeckt. Außerdem hatte ich einen Durchhänger, die biologischen Toiletten stanken erneut zum Himmel und überall um mich herum summte es (am Dano aber wenigstens nur in der Luft und nicht am Boden). Trotz angrenzendem größeren Vogelschutzgebiet verlief die Nacht aber ruhig und ich hörte nicht ständig hysterische Möwen kreischen.

Mittwoch 13.06.2018

Der Rückweg beginnt, meine Stimmung hebt sich wieder. Nach einer schönen warmen Dusche, dafür sind die größeren Steine übrigens optimal, habe zum ersten Mal auch meine Füße beim Duschen richtig sauber bekommen, packe ich schnell meine Sachen und mache mich auf den Rückweg durch den Kanal. Den Kanal finde ich, wie am Vortag, sehr entspannend. Nach der Schleuse in Gustavsfors lege ich am Steg. Ein kleiner Einkauf im Supermarkt muss natürlich sein und danach esse ich. Im Restaurant. Echtes Essen mit Fleisch und dazu kalte Cola mit Eiswürfeln. Ein Traum! Den kräftigen Regenschauer warte ich noch im trockenen ab, dann steige ich wieder in mein Kajak – und gehe baden…unfreiwillig natürlich. Mit Hilfe des Stegs habe ich es dann auch mal geschafft mein Kajak zur Hälfte mit Wasser zu befüllen. Leider bekomme ich keinen Applaus, weil niemand mein Einstiegsdebakel gesehen hat :D Eine Stunde später und mitleidigen Blicken anderer Paddler ist mein Boot dann soweit trocken, dass ich weiterziehen kann. Auch der 2. Einstiegsversuch ging fast schief, klappte aber letztlich zu meinem Glück doch noch. Nach dem 2. Kanalstück fahre ich in Richtung Dano 61 und auf diesem Weg fast jede kleine Bucht an – nur die richtige nicht, sodass ich letztlich zum Erstaunen meiner Urlaubsbekanntschaften den Lagerplatz aus der anderen Richtung ansteuere. Abends sitzen wir noch zu 3. beim Essen und quatschen ein wenig, Mein Versuch erneuter Tiersichtungen brachte leider keinen Erfolg. Nur eine Mücke hatte sich scheinbar mit in mein Zelt geschlichen und mich nachts unter dem Auge gestochen. Bisher blieb ich völlig verschont von Mückenstichen, im weiteren Verlauf der Reise muss ich leider feststellen, dass ich nun scheinbar als ausreichend lecker markiert wurde und finde Mückenstiche an allen möglichen und unmöglichen Körperteilen.

Donnerstag 14.06.2018

Beim morgentlichen Frühstück bespreche ich noch mit dem Pärchen, dass wir uns wahrscheinlich abends wieder im Dano 57 treffen, dann machen sich die zwei schon auf den Weg. Ich lasse mir noch etwas Zeit und fahre dann am späten Vormittag los. Nach kurzer Zeit muss ich allerdings feststellen, dass der Wellengang heute deutlich höher ist als in den letzten Tagen und ich zudem auch noch Gegenwind habe. Mein ruhiges entspanntes Paddeln, bei dem ich immer mal Schwung nehme und mich dann treiben lasse ist heute nicht möglich. Stattdessen muss ich immer stark mit dem Ruder arbeiten um mich irgendwie wenigstens halbwegs in die Wellen zu stellen und wenn der Wellengang kurzzeitig nicht ganz so stark ist wieder in die Nähe des Ufers zu kommen. Paddelpausen sind praktisch nicht möglich, weil sich das Kajak dann trotz Ruder sofort parallel zu den Wellen stellt. Trotz durchgängigen Paddelns und der Arbeit mit dem Ruder bekomme ich mehr als eine Welle ab, die mir ins Boot platscht. Dank des Spritzschutzes bekomme ich aber das meiste auch recht leicht wieder hinaus. Zum ersten Mal in meinem Urlaub mache ich eine Mittagspause um noch ein paar Müsliriegel zu essen und etwas zu trinken, weil ich einfach nicht mehr kann. Danach geht es noch ein bisschen weiter, aber bei Dano 58 streiche ich gegen 14 Uhr die Paddel und gehe für diesen Tag endgültig an Land. Ich bin völlig durchnässt und mit meinen Kräften am Ende aber dann gibt es doch noch einen Glücksmoment im Dano 58. Die biologische Toilette riecht hier nämlich tatsächlich nach Holz und nicht nach den gesammelten Hinterlassenschaften meiner Vorgänger. Zuerst wollte ich meiner Nase nicht trauen aber tatsächlich roch es sogar IM Klohäuschen nicht unangenehm. Gegen Abend beginnt es dann wieder zu regnen, aber ich liege trocken in meiner Schutzhütte und lese.

Freitag 15.06.2018

Ich werde früh um 4 wach und beschließe, das noch stille Wasser in der Frühe zu nutzen. Als ich um 7 Uhr losfahre bin ich vom ruhigen Wasser regelrecht begeistert. Gegen 7.30 Uhr frischt der Wind aber wieder merklich auf und das paddeln wird wieder schwerer. Mehr durch Zufall als durch gekonntes Kartenlesen komme ich gegen 8 Uhr am Dano 57 an. Da der gestrige Tag für mich wirklich ein einziger Kampf war und die Wellenverhältnisse sich so langsam den gestrigen angleichen beschließe ich, für heute hier zu bleiben. Die zwei Zelte auf der Insel sind noch fest verschlossen und alles scheint noch zu schlafen, sodass ich mich erst einmal in Ruhe in die Schutzhütte setze. Der Wind weht auf dieser Insel nämlich richtig kräftig. Nachdem die anderen abgefahren sind geh ich duschen und organisiere dann meine Klamotten. Alles was ich heute nicht mehr brauche verstaue ich schon im Kajak, damit ich morgen früh zeitig loskomme. Nachmittags treffen noch 2 Camperinnen auf der Insel ein. Wir teilen Krümeltee und die 2 retten später noch mit meinem Kajak ihr eigenes Zweierkajak, das sie vorher wohl nicht richtig Fest gemacht hatten, sodass es abgetrieben war. Danach bricht schon meine letzte Outdoornacht an, oder das, was man in Schweden im Juni so Nacht nennen kann.

Samstag 16.06.2018

Zum ersten Mal seit Tagen habe ich wieder einen Wecker gestellt und zwar auf 5 Uhr, da ich bis 6.30 Uhr im Boot sitzen will. Wir sollen ja ab 8 Uhr zurück am Bootshaus sein und etwa 4 km paddeln habe ich noch vor mir. Nach den Erfahrungen der letzten zwei Tage plane ich deshalb lieber etwas Pufferzeit ein. Dank guter Vorarbeit gestern schaffe ich es tatsächlich um 6.20 Uhr in mein Kajak. Allerdings fängt es pünktlich um 6.15 Uhr an zu regnen. Heute kommt das Wasser also mal nicht von unten bzw. der Seite reingeschwappt, sondern von oben. Ein bisschen Abwechselung muss ja auch sein. Ich bin schon kurz nach 7 Uhr am Bootshaus und damit nicht die Erste. Nach Bootsendreinigung und umpacken meiner Klamotten gehe ich um 10 Uhr duschen unter einer richtigen Dusche. Nennt mich verwöhnt, aber so super wie alle anderen fand ich es nicht. Der Wasserdruck war etwas besser als bei meiner Akku-Campingdusche, die Temperatur aber nicht unbedingt. Den einzigen wirklichen Vorteil den ich sehen konnte war, nach dem duschen nicht sofort im Wind zu stehen und somit gleich wieder zu frieren. Gegen 12 Uhr machen wir uns mit einer größeren Gruppe auf den Weg in die Bengtsforster Innenstadt und essen einen Burger. Leider machen samstags alle Geschäfte (Ausnahme die beiden Supermärkte, ein Café und einige andere Läden in denen man Essen kann) schon um 14 Uhr zu. Da ich keine Lust habe noch durch die Gegend zu wandern gehe ich lediglich ein bisschen am See entlang und setze mich später in ein Café, in dem ich mit anderen Campern die Fußball WM schaue und die Zeit totschlage. Nach einigen Toilettengängen (mit Wasserspülung!!!! Und einfach, weil es wieder möglich ist) erreiche ich gegen 18 Uhr wieder das Bootshaus. Der Bus sollte um etwa 20.20 Uhr ankommen. Das klappte auch bei 2 von 3 Bussen…meiner war der dritte. Scandtrack reagierte aber recht schnell. Wir gingen in Bengtsfors Pizza essen und konnten dann im Bootshaus in einem Nebenraum unsere Isomatten ausrollen und wenigstens noch ein wenig zu schlafen.

Sonntag 17.06.2018

Um 5 Uhr kam dann auch endlich unser Bus. Auf der Rückfahrt hatte ich Glück und schon kurz nach der ersten Fähre einen Doppelsitz für mich alleine. Die zweite Fähre haben wir dann ausgelassen und sind über eine Brücke gefahren, da der Bus nur provisorisch repariert war und nicht ausgeschaltet werden durfte. Busfahren mag ich zwar noch immer nicht und Tagsüber finde ich es noch anstrengender als nachts, aber 2 Plätze für mich alleine sind für meinen Rücken deutlich angenehmer. Am Dortmunder Hauptbahnhof kamen wir dann gegen 21.20 Uhr an.
geschrieben von Leonie W. am 15.10.2018
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