Reiseberichte
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Traumurlaub in Schweden - Reisebericht
Woran denkt man als erstes bei einem gelben Kreuz auf blauem Grund und dem Hauptgericht Köttbullar. Nein es ist nicht IKEA. Die heutige Reise soll uns in das Königreich Schweden entführen. Ein Land mit traumhaften Sonnenuntergängen, unendlich weite Seenlandschaften und permanent lächelnden Menschen.

Ich habe es bisher immer bereut, den skandinavischen Ländern noch nie einen Besuch abgestattet zu haben und auch dieses Mal sollte e ...› weiterlesen
Woran denkt man als erstes bei einem gelben Kreuz auf blauem Grund und dem Hauptgericht Köttbullar. Nein es ist nicht IKEA. Die heutige Reise soll uns in das Königreich Schweden entführen. Ein Land mit traumhaften Sonnenuntergängen, unendlich weite Seenlandschaften und permanent lächelnden Menschen.

Ich habe es bisher immer bereut, den skandinavischen Ländern noch nie einen Besuch abgestattet zu haben und auch dieses Mal sollte es eigentlich anders kommen. Aber alles zu seiner Zeit.

Vor einem halben Jahr ging die Suche nach einem neuen Abendteuer los. Meine Freundin, mein Mitbewohner und ich gehören mehr zu der Generation Roadtrip und Aktivurlaub: let´s go. Bei der Suche nach einer Route für den ursprünglichen Surfurlaub, landeten wir zufällig auf der Website von Scandtrack. Betitelt mit den Worten „Kanutrip auf eigene Faust ab 299€“ blieben wir auf der Homepage hängen.

„Kompletturlaub, so billig?“, „Da kommen bestimmt noch Kosten hinzu“, „Wo ist der Haken?“, wurde es heiß diskutiert. Um eines vorn weg zu nehmen, es gibt keinen Haken an der Sache und das Angebot hat unsere Vorstellungen übertroffen. Überwältigt von Reiseberichten und idyllischen Bildern aus Nordmarken, wurde der Trip spontan und voller Vorfreude gebucht. Die Zeit verging und schon konnte die Spätsommerreise losgehen.

Die Anreise verlief super unkompliziert. Los ging es ab dem Flughafen Halle/Leipzig mit dem Ziel Scandtrack-Basiscamp. Da die Fahrt über Nacht war, vergingen die fünfzehn Stunden wie im Flug. Die Busfahrer und auch die Leute vor Ort waren super nett, lustig und freundlich. Trotz der Vielzahl an Mitreisenden im Basiscamp hat man sich sofort willkommen gefühlt. Ein kleiner Snack, ein bisschen Wartezeit und schon konnten wir unsere Ausrüstung in Empfang nehmen und ab ging die Post. An dieser Stelle ist lobenswert zu erwähnen, wie gut organisiert und entspannt, das Scandtrack-Team die Sache bei der An- und Abreise durchführt. Die aufkommende Wartezeit kann man ganz entspannt mit ein paar Bier überbrücken, die man noch zu moderaten Preisen auf der Fähre kaufen kann.

Zugegeben stand ein kleines Fragezeichen über unseren Köpfen, als wir die Vielzahl an Leuten bei der Anreise vor uns sahen. Das war es wohl mit der Idylle und den einsamen Stränden. Falsch gedacht! Nach dem wir das Basislager verlassen hatten und unsere erste Nacht in der frischen schwedischen Nachtluft genießen durften, war weit und breit kein anderes Kanu mehr zu sehen.

Die ersten Sonnenstrahlen kitzelten durch die Zeltwand meine Nasenspitze und es dauerte einige Zeit, bis wir realisierten, dass man einfach liegen bleiben konnte. Keine Arbeit, keine Verpflichtungen und keine Medien denen man sich verschrieben hat. Zugegeben, das bedrückende Gefühl noch irgendetwas erledigen zu müssen, vergrub sich noch eine Weile im Hinterkopf. Doch auch das sollte sich noch geben.

Nachdem wir uns dann doch den letzten Schlafsand aus den Augen gerieben hatten und aus dem Zelt krabbelten, belohnte uns die Schwedische Natur mit einem unglaublichen Schauspiel. Morgentau auf den Gräsern, zwitschernde Vögel, fleißige Ameisen und Sonnenstrahlen welche die spiegelglatte Oberfläche des Sees, welche nur darauf wartete von einem Kopfsprung durchbrochen zu werden, goldfarben glänzen ließen. Die erfrischende Kälte des Wassers zeigte ihre Wirkung und damit war man nicht nur körperlich sondern auch geistig im Tag willkommen.

Nachdem wir uns durch die riesige Verpflegungsbox gekämpft hatten, stand dem Gutenmorgenkaffee und einem ausgiebigen Frühstück mit Obst, Müsli und belegten Broten nichts mehr im Weg. Gestärkt wurde das Kanu beladen, die Karte studiert und ein neues Ziel festgelegt: Ein noch schöneres Camp für die nächste Nacht finden. Wir waren uns einig, dass wir mehr Zeit am Land, als auf dem Wasser verbringen möchten. So fuhren wir täglich nicht mehr als zwei Stunden und hatten schon mittags ein neues Lager gefunden. Eine wunderschöne kleine Insel in einem kleinen Seitenarm des Lake Foxen welcher in der Wasserkarte als „Flötejorden“ betitelt wird. Dort sollte jeder von uns auf seine Kosten kommen.

Meine Freundin als professionelle Hängemattenchillerin, mein Mitbewohner als akribischer Hobbyfotograf und ich als begeisterter Angler. Noch ehe wir das Lager aufgebaut hatten, fand Lisa ihren Platz in der Hängematte, welcher später auch zu unserem romantischen Schlafplatz wurde. Benny erkundete die kleine Insel und probierte sich durch die verschiedenen Funktionen seiner neuen Kamera. Zu guter Letzt konnte ich meine Angelausrüstung ausbreiten und mein Hobby voll ausleben. Der Erfolg blieb jedoch aus. Schlechte Laune wegen ausbleibenden Bissen kam trotzdem nicht auf, ein Blick in die unendliche Weite des schwedischen Naturschauspiels genügt und der Gute-Laune-Pegel schoss in die Höhe. So verging der Tag und gegen Abend hin widmete man sich den täglichen Aufgaben: Feuerholz hacken, Essen vorbereiten und das Camp wetterfest machen, falls es doch regnen sollte.

An der Stelle ein paar kurze Worte zu dem Verpflegungspaket. Da wir zu dritt Unterwegs waren, hatten wir vorher eine vegetarische und eine normale Essensbox bestellt. Diese ließen keine Wünsche übrig. Von verschiedenen Sorten Brot und entsprechenden Belägen wie Nutella, Käse, Wurst, Pastete, Marmelade usw. bis hin zu Nudeln, Reis, Kartoffeln, Obst & Gemüse und diversen Beilagen war alles dabei. Wir hätten am Ende locker noch eine weitere Woche bleiben können, ohne zu verhungern. Und mal ganz ehrlich, solang man draußen an der frischen Luft kocht und speist, schmeckt doch eh alles gleich hundertmal besser.

So saß man abends am Feuer und schaute durch die lichten Baumkronen in einen Sternenhimmel, den ich in diesem Ausmaß nur aus dem Hochgebirge kannte. Unendlich viele kleine helle Punkte zeigten einem, wie winzig man als Mensch doch eigentlich ist. Es wird gewitzelt, rumgeblödelt und vor allem philosophiert. Gespräche über mögliche Lottogewinne, vergangene Jugendtage und die Frage warum man in die Vergangenheit blickt, wenn man die Sterne sieht, wurden solange ausgedehnt, bis die Augenlieder schwer wurden. Meine Freundin und ich haben es uns an dem Tag nicht nehmen lassen, am Waldrand in der Hängematte zu schlafen. Was will man schon mit einem 5-Sterne Hotel, wenn man über eine Million Sterne haben kann. Eine unvorstellbar angenehme Stille legte sich über den Nachthimmel und hüllte uns in die Schlafsäcke. Spätestens das war der Moment, wo man dieses beklemmende Gefühl „noch irgendetwas erledigen zu müssen“ endgültig verlor. Wir waren in Schweden angekommen.

Am nächsten Tag versteckte sich die Sonne hinter den Wolken und auch der Wind brauste drohend durch die Wälder und über den See. So entschlossen wir uns, nicht aufs Wasser zu gehen und noch einen Tag auf der Insel zu bleiben. Neu motiviert durch das Frühstück, verschrieb ich mich wieder meinem Hobby. Am Tag zuvor hatte ich schon einige meiner Köder erfolglos probiert und sagte meiner Freundin, sie solle mir jetzt endlich den richtigen Gummifisch geben. Bewaffnet mit einem roten Kunstköder stellte ich mich Wind und Wetter und versuchte mein Glück erneut. Schon beim ersten Wurf schepperte die Rutenspitze nach unten – Fisch on. Mein erster schwedischer Fisch war ein Hecht von immerhin 63cm, welcher am Abend auf dem Grill landete.

So zogen sich die Tage hin. Essen, Schlafen, Kanu fahren, Angeln, Lesen, einfach mal gar nichts tun und für die Befriedigung der Grundbedürfnisse sorgen. Ist man erst einmal in diesem Trott gefangen, wünscht man sich nie mehr etwas anderes tun zu müssen. Auch das Wetter spielte zum Großteil mit. Jeder Sonnenstrahl wurde begierig von uns aufgenommen und genossen. Es boten sich so einige weitere Highlights. Von unterschiedlichen Spots konnten wir traumhafte Sonnenuntergänge beobachten, welche den Horizont rotgolden erstrahlen ließen und das Wasser zum schimmern brachten. Ob aus dem Zelt oder von oben aus den Kronen der schwedischen Kiefer war egal, dieses Naturschauspiel war jeden Abend aufs Neue verzaubernd. Wenn man ein bisschen durch die Gegend spaziert, gab es auch allerhand zu entdecken. Viele essbare Pilze und Beeren aber auch Spuren von Elchen und Bibern rahmten das Bild von Flora und Fauna ab. Gelegentlich sah man ein altes Schiffskelett am Wasserrand vor sich hin modern oder fand Überreste eines Fisches. Für die Angler unter euch, möchte ich noch erwähnen, dass mir noch ein Kapitaler Barsch von 37cm gegönnt wurde. Mit ganz einfachen Zutaten wie Tomaten, Zwiebeln, Öl und ein paar Gewürze wurde dieser zum leckersten Gericht unserer Reise und ich trauere ein wenig den Fischbissen nach, die wir nicht landen konnten.

Leider verging die Zeit viel zu schnell, sodass wir unser Camp für die letzte Nacht suchen mussten. An der Stelle merkte man dann wieder, dass man doch nicht allein Unterwegs war. Die meisten Camps in der Nähe zum Basislager von Scandtrack waren schon belegt und wir mussten eine Weile paddeln, um ein idyllisches Plätzchen zu finden. Aber die Suche hatte sich gelohnt. Auf der Rückseite einer langen Landzunge, fanden wir einen kleinen Strand aus Sand und Steinchen, welcher einen wunderschönen Ausblick in den schwedischen Westen bot. Auch das letzte Mal fieberten wir dem Sonnenuntergang entgegen. Das prächtige Farbenspiel welches sich nahezu minütlich zu verändern schien, rahmte den letzten Tag gebührend ab und es kam ein wenig melancholische Stimmung auf. Aber das gehört wohl mit dazu.

Am nächsten Tag ging es zurück ins Basislager, um die Ausrüstung abzugeben und auf die Abfahrt zu warten. Ähnlich wie bei der Ankunft haben die Scandtrack Mitarbeiter den Ansturm der An- und Abreisenden super gelöst. Völlig stressfrei und ohne jegliches Hetzen konnten wir den letzten Tag in Schweden ausklingen lassen, um bei der Rückfahrt in Gedanken versunken, den Trip noch einmal innerlich vorbeifliegen zu lassen.

Meiner Meinung nach ist Schweden für jeden Natur- und Outdoorbegeisterten immer eine Reise wert. Den Weg dabei mit Scandtrack zu bestreiten, bietet sich vor allem für Leute mit wenig Outdoor Erfahrung an. Alles ist wirklich simpel gehalten und man kann für den wirklich günstigen Preis ein tolles Abendteuer erleben.

In diesem Sinne möchte ich mich verabschieden und hoffe, in einigen von euch die Reiselust geweckt zu haben. Zu dem Reisebericht findet ihr auch noch ein kleines Urlaubsvideo, welches ich für das Scandtrack-Gewinnspiel auf Youtube veröffentlicht habe:

https://www.youtube.com/watch?v=aJSvI-KfxdI
geschrieben September 2017, Florian W.40 mal gelesen
Traumurlaub in Schweden
Heyho ihr Lieben,

hier das Reisevideo zu unserem Urlaub. Wenn es Probleme beim abspielen gibt, hab ich die einzelnen Teile ebenfalls bei Youtube hochgeladen. Viel Spaß und Danke für den coolen Trip.

https://www.youtube.com/watch?v=opSkCeAld-o
https://www.youtube.com/watch?v=a9 ...› weiterlesen
Heyho ihr Lieben,

hier das Reisevideo zu unserem Urlaub. Wenn es Probleme beim abspielen gibt, hab ich die einzelnen Teile ebenfalls bei Youtube hochgeladen. Viel Spaß und Danke für den coolen Trip.

https://www.youtube.com/watch?v=opSkCeAld-o
https://www.youtube.com/watch?v=a9rOZqTNdx0
https://www.youtube.com/watch?v=ZYd5wd9mhhI
geschrieben September 2017, Florian W.11 mal gelesen

Unser Kajaktrip am Straken
Gespannt und voller Vorfreude begannen wir unsere Kajaktour am „Kyrkekvarn Kanocenter“. Wir erhielten dort von den sympathischen Mitarbeitern die Wasserkarte, die Kajaks, sowie das Equipment (z.B. Spritzschutz, Säge und Beil), das wir noch für unsere Reise benötigten. Dadurch hatte sich zusammen mit den Nahrungsmitteln ein ganz schöner Gepäckhaufen angesammelt. Wir fragten uns, wie dies alles in unsere 4 Kajaks passen sollte. Mit etwas ...› weiterlesen
Gespannt und voller Vorfreude begannen wir unsere Kajaktour am „Kyrkekvarn Kanocenter“. Wir erhielten dort von den sympathischen Mitarbeitern die Wasserkarte, die Kajaks, sowie das Equipment (z.B. Spritzschutz, Säge und Beil), das wir noch für unsere Reise benötigten. Dadurch hatte sich zusammen mit den Nahrungsmitteln ein ganz schöner Gepäckhaufen angesammelt. Wir fragten uns, wie dies alles in unsere 4 Kajaks passen sollte. Mit etwas Packgeschick und Umpacken haben wir es dann doch geschafft. Endlich konnten wir lospaddeln! Unsere erste Fahrt führte uns gemütlich entlang des Sees, vorbei an blühenden Seerosen und malerischen roten, typisch-schwedischen Häuschen. Trotz nur vager Kajak-Kenntnisse gewöhnten wir uns alle recht schnell an den Umgang mit dem Kajak und fühlten uns bald auf dem Wasser puddelwohl. Zur Mittagszeit gönnten wir uns dann erstmal eine gemütliche Pause mitten auf dem See. Weiter ging unsere Reise im Gänsemarsch. Wir hatten wirklich sehr viel Glück mit dem Wetter und genossen die traumhaften Ausblicke während der Fahrt auf die grüne vorbeiziehende Landschaft. Dank der Wasserkarte fanden wir unseren Rastplatz für die Nacht sehr schnell. Wir entluden die Kajaks und richteten uns gemütlich ein, d.h. Zelte aufbauen, Essen auspacken und natürlich Feuerholz machen. Natürlich macht so ein Tag auf dem Wasser auch richtig hungrig. Dank des Outdoorkochhandbuchs hatten wir ganz viele Ideen, was wir für leckere Mahlzeiten zubereiten konnten. Unser Hauptnahrungsmittel bestand aus Stockbrotteig! Es ist wirklich unglaublich, was man daraus alles Leckeres zubereiten kann: natürlich Stockbrot in verschiedenen Varianten (süß mit Zucker überstreut oder herzhaft mit Zwiebelstückchen), dann Brötchenteig, Pfannkuchen für das Frühstück (besonders mit Blaubeeren sehr lecker) und auch „Elchköttel“ (Teig-Bällchen mit Nutella). Unsere Abende beschlossen wir entspannt und glücklich am knisternden Lagerfeuer bei dem besagten Stockbrot und Kartenspielen. Früh ging es ins Zelt, damit wir für die kommenden Tage fit sein würden. Begleitet von den Geräuschen der Natur fielen wir in einen tiefen Schlaf. Aufwachen inmitten der idyllischen Natur ist einfach einzigartig: das Vogelgezwitscher am frühen Morgen oder das Klopfen eines Spechts direkt neben dem Zelt, der sich lichtende Morgennebel, die Sonnenstrahlen, die langsam die Umgebung erwärmen. Was gibt es schöneres als so in den Tag zu starten?! Das lässt einen sogar den Muskelkater vom Paddeln vergessen. Die nächsten vier Tage paddelten wir durch einsame Sumpf- und Schilfgebiete und mussten auch mal große Hindernisse, wie zum Beispiel umgefallene Bäume, umfahren. Durch das gute Wetter war das Paddeln sehr angenehm und vor allem für uns als Einsteiger sehr gut machbar. Nur als an einem Tag stärkerer Wind aufkam, wurde es etwas anstrengend, da wir gegen den Wind und die dadurch entstandene Strömung anpaddeln mussten. Unsere Mittagspausen legten wir meist an den vorgezeichneten Campingplätzen ein. Wobei wir zufällig immer wieder tierreiche Unterhaltung hatten, zum Beispiel von einer vorbeischwimmenden Wasserschlange und einem verspielten „Wolfsrudel“ (ein Hundepärchen, das großes Interesse an unserer Tube Tomatenmark hatte). Besonders schön waren auch die Sonnenuntergänge, die nicht nur ein faszinierend leuchtendes Zusammenspiel von Farben an den Himmel zauberten, sondern durch die Spiegelung auch auf dem Wasser großartig aussahen. Wir ließen es uns natürlich nicht nehmen, nochmal eine Runde bei so einem schönen Farbenspiel auf dem ruhigen und klaren See zu drehen. Vor allem auch mit dem praktischen Hintergrund, dass wir noch Wasser aus der Mitte des Sees benötigten, um es als Trinkwasser abkochen zu können. Leider vergingen die 5 Tage viel zu schnell! Wir erreichten das Ende des Sees und unsere Kajaktour wie geplant am letzten Tag. Dort wurden wir abgeholt und wieder zurück zum Kanucenter gefahren. Einen Elch haben wir auf unserer Tour leider nicht gesehen – eventuell mal gehört, wobei es auch eine Kuh hätte sein können. Dennoch war es eine wirklich unvergessliche Abenteuerreise in einer traumhaften Natur!

Herzlichen Dank für diese schöne Reise!


Patrica, Markus, Stefan und Christina
geschrieben September 2017, Christina S.47 mal gelesen
Kanutour auf eigene Faust in Dalsland Nordmarken
Kanutour auf eigene Faust in Dalsland Nordmarken (Video) ...› weiterlesen
Kanutour auf eigene Faust in Dalsland Nordmarken (Video)
geschrieben September 2017, Felix B.35 mal gelesen

- 7 Tage unterwegs auf und um den See Foxen -
7 Tage unterwegs auf und um den See Foxen - Eine unvergessliche Reise

Im August 2017 machten wir uns bereit zu unserer ersten Kanutour in Schweden. Unsere Erfahrung mit der Fortbewegung auf Wasser bestand bis dahin aus kleineren Paddeltouren auf den Gewässern rund um Berlin. Warum also nichtmal etwas „größeres“ wagen? Unsere Outdoor Erfahrung tendierte allerdings gegen Null. Entsprechend aufgeregt waren wir in Anbetracht des bev ...› weiterlesen
7 Tage unterwegs auf und um den See Foxen - Eine unvergessliche Reise

Im August 2017 machten wir uns bereit zu unserer ersten Kanutour in Schweden. Unsere Erfahrung mit der Fortbewegung auf Wasser bestand bis dahin aus kleineren Paddeltouren auf den Gewässern rund um Berlin. Warum also nichtmal etwas „größeres“ wagen? Unsere Outdoor Erfahrung tendierte allerdings gegen Null. Entsprechend aufgeregt waren wir in Anbetracht des bevorstehenden „Abenteuers“.
Frei nach dem Motto: „No Risk, no Fun“ ging es am Freitag den 25. August mit dem Scandtrack Express Richtung Norden. Nach einer anstrengenden, weil langen Busfahrt, kamen wir am späten Samstag Vormittag in Lennartsfort an. Vor Ort erwartete uns eine entspannte Atmosphäre bei gutem Wetter mit Sonnenschein und leichten Schäfchenwolken.

Frohen Mutes ging es dann per Fuß zum Camp Höglund, wo wir in den nächsten 1,5 Stunden unsere Ausrüstung entgegen nahmen, umpackten und unser Boot beluden. Gegen 14 Uhr war es dann soweit: Boot im Wasser, los gehts!
Die Fortbewegung mit dem Kanu und Stechpaddel stellte sich als einfacher heraus als befürchtet. Trotz mangelnder Erfahrung hatten wir nach wenigen Minuten unsere Abläufe koordiniert und aus unserem anfänglichen Zick-Zack Kurs wurde eine einigermaßen geradlinige und recht gemütliche Paddeltour.
Wir hatten im Vorfeld keine spezielle Route geplant, sondern wollten uns möglichst spontan von den Gegebenheiten vor Ort leiten lassen. Die erste Stunde waren erwartungsgemäß viele Boote auf dem Wasser, die sich ausgehend vom Basislager erst nach und nach verteilten. Dementsprechend waren auch die ersten Anlegeplätze bereits belegt. Wir wollten jedoch schon den ersten Tag etwas abgeschiedener zubringen, also paddelten wir, berauscht von der Weite, einfach drauf los.

Als die Kräfte langsam schwanden (schließlich waren wir mit Anfahrt schon gut 18h unterwegs), überquerten wir noch eine letzte, recht offene und wellenreiche Bucht - und fanden unseren ersten Rastplatz ca. 7,5km von Lennartsfort auf einer kleinen Landzunge am Ostufer des Foxen. Das Zelt war schnell aufgebaut - und ein letztes mal an diesem Tag hieß es Gepäck und Equipment entladen und zum Zelt tragen.
Jetzt erst realisierten wir, dass wir es wirklich „getan“ haben. Ein atemberaubender Ausblick und die sich langsam neigende Spätnachmittagssonne taten ihr übriges zu unserem ersten „whow“ Effekt. Wahrlich ergriffen saßen wir etliche Minuten fast regungslos auf einem Felsvorsprung am Wasser und saugten die Weite und die unglaublich friedliche Stille in uns auf.

Beim auspacken des Kochers stellten wir leider fest, dass er nicht richtig verschlossen war und Beutel nebst Kochgeschirr vor Spiritus trieften, weshalb wir das Ganze sicherheitshalber erstmal direkt am Wasser aufbauten. Dort bereiteten wir die extrem leckere Terence Hill Pfanne nach Rezept aus dem Outdoor Kochbuch. Und überhaupt: Die Zusammenstellung des Proviants war großartig. Wir wussten gar nicht wann wir das jemals alles essen sollten, haben uns aber alle Mühe gegeben uns in den nächsten Tagen die Bäuche voll zu schlagen um möglichst schnell das Gewicht des Proviantgepäcks zu reduzieren Smile
Im Zelt liegend hatten wir dann einen dermaßen wunderbaren Ausblick auf den Sonnenuntergang und den Abendhimmel, dass wir das Zelt die erste Nacht gar nicht verschlossen - und so schliefen wir erschöpft aber glücklich, mit Blick auf die Berge Norwegens am anderen Seeufer, ein.

Der Sonntag stellte sich als sehr warmer, sonniger und nahezu wolkenloser Tag vor, so daß wir uns entschieden auf eine umfangreichere Weiterreise zu verzichten und stattdessen nur die unmittelbar nähere Umgebung zu erkunden. Wir blieben also in der Gegend und nutzen den Tag im späteren Verlauf zum Wandern, Sonnen,- und erstmals auch zum Wasserbaden. Die Wassertemperatur war „frisch“ aber auch nicht kälter als bei so manchem Ostseeurlaub.
Sichwort Wasser: Noch wenige Tage vorher konnte ich mir nicht vorstellen, einfach so das Wasser aus einem See zu trinken. Bereits am zweiten Tag wusste ich nicht mehr, was eigentlich dagegen sprechen sollte. Das Wasser war glasklar und bereits einige Meter vom Ufer entfernt konnte man es problemlos ohne sichtbare Schwebeteilchen abfüllen. Obwohl ein abkochen für empfindliche Mägen empfohlen wurde, haben wir die ganze Woche darauf verzichtet und problemlos das Wasser ohne abkochen zum Trinken verwendet.
Ehrlicherweise muss man aber hinzufügen: Bei einem täglichen abkochen des Trinkwassers hätte der vorhandene Spiritus nur schwerlich die kompletten 7 Tage gereicht. Der morgendliche (in ausreichenden Mengen zubereitete) Kaffee, sowie Wasser zum Kochen von Nudeln und Kartoffeln ließen den Spiritusvorrat schnell schwinden, weshalb wir uns in den nächsten Tagen nach Rastplätzen mit Feuerstelle umschauten um unsere Mahlzeiten auf dem Grillrost zuzubereiten und Spiritus zu sparen.

Am Abend des zweiten Tages war es dann das beeindruckende Röhren eines Elches, welches aus weiter Entfernung etliche Sekunden über der Bucht und den See hallte, welches einen beeindruckenden Abschluss passend zur Kulisse bildete.
Allein, das wir dies hören konnten, hielten wir für ein großes Glück. Wir ahnten noch nicht, daß wir einem solchen Tier noch viel näher kommen sollten:
Es begab sich auf einem unserer kleineren Ausflüge, bei denen wir Pilze sammelnd die näher gelegenen Ufer und Buchten erkundeten, als wir nur ca. 50 Meter entfernt im Geäst sich etwas bewegen sahen. Der erste Gedanke „ahh ein anderer Pilzsucher“ hielt etliche Sekunden an, dann durchfuhr es uns: Ähem … MOMENT! Wir sind hier allein! Kein Haus, kein Boot weit und breit - woher sollte ein weiterer Pilzsucher kommen? Ein zweiter, genauerer Blick offenbarte dann die Sicht auf das gemütlich durchs Unterholz schreitende Hinterteil eines leibhaftigen ELCHES! Wir konnten unser Glück kaum fassen und erstarrten. Teils aus Überraschung, teils aus Respekt vor diesem doch nicht gerade kleinen Tier. Langsam pirschten wir noch etwas in die Richtung, wo soeben das Hinterteil im Wald verschwand, konnten aber keinen weiteren Blick erhaschen. In den nächsten Minuten vernahmen wir lediglich - quasi rund um uns herum, mal von hier, mal von dort, ein Schnaufen, ein leises „brummen“ und die festen, kraftvollen Tritte eines großen Tieres auf dem moosigen Untergrund. Unfassbar! Wir haben tatsächlich einen Elch gesehen Smile

Das Angelglück hingegen war uns nur am zweiten Tag hold, als uns nach nur wenigen Minuten zwar noch ein etwas größerer Brocken vom Haken glitt, später dann aber zumindest ein ausgewachsener Flußbarsch an Land gezogen werden konnte, welcher in Salz eingelegt und mit Alufolie umwickelt am Abend auf dem Grillrost landete.
Die restlichen Tage und Standorte blieben leider ohne auch nur das geringste Anzeichen eines Fisches. Das Angeln hatte damit eher die Funktion von Entspannung, denn der Nahrungsbeschaffung. Letzteres war aber auch nicht unbedingt nötig, denn die Natur bescherte uns Abend für Abend Pilzpfanne um Pilzpfanne. Ich habe noch nie so viele Steinpilze auf einem Haufen gesehen. Von „suchen“ kann man gar nicht reden - es war mehr ein „einsammeln“. 5 bis 10 Quadratmeter in 5 bis 10 Minuten und der Beutel war voll, so dass wir den Rest einfach stehen lassen mussten Smile

Der dritte und vierte Tag zeigte sich dann wettertechnisch etwas bedeckter, wobei es den Mittwoch nahezu den ganzen Tag regnete, was eine Art leichter „Dauerniesel“ war. Aber selbst die trübe Witterung tat dem Erlebnis kein Abbruch. Die Luft und die Temperaturen waren nach wie vor sehr mild und die Landschaft nicht minder beeindruckend. Wir nutzten die etwas weniger sonnigen Tage für ein weiteres Highlight:
Beim Erkunden der näheren Umgebung eines neuen Anlegeplatzes, versanken wir an einem Strandabschnitt knöcheltief im purem Lehm. Zudem barg dieser Uferabschnitt viele flache, fast Terassenfliesen artige Steinplatten. Was also tun, wenn man Zeit hat? Richtig! Ein Lehmofen sollte es werden. Ich habe allerdings, zugegeben, etwas den Bedarf an Lehm unterschätzt, der für ein solches Vorhaben notwendig war Smile
Also schleppten wir die nächsten 1-2 Stunden Stein um Stein - und vor allem Eimer um Eimer aus der gut 50 Meter entfernten Lehmquelle über das felsige Gelände zu unserem Rastplatz. Am Ende waren es 5-6 volle 10 Liter Eimer. Mit der Freude eines Kleinkindes verkleideten und verschmierten wir die Steine der mittlerweile aufgeschichteten Brennkammer. Wir legten die erste Steinplatte drauf und begannen dann darauf die Backkammer aus Steinen aufzustellen, gerade groß genug, damit die Pfanne aus dem Kochgeschirr reinpasst - und diese ebenfalls mit Lehm abzudichten und jede Fuge zu verschmieren. Eine große Steinplatte oben drauf - und sogar zwei Passende Steine zum verschließen der Öffnungen wurden gefunden. Der restliche Lehm wurde mit weiteren Steinen sogar noch zu einer zweiten Wand rund um die Brennkammer verarbeitet. Quasi ein Doppelwandiger Backofen, der seine ganze Wärme in die Backkammer abgab.

Keiner von uns hat jemals zuvor so etwas gebaut - aber was soll ich sagen: Es funktionierte! Wir heizten in der unteren Kammer ordentlich ein. Nachdem das Holzes verbrannt und zu einem großen glühenden Haufen geworden war, legten wir den passenden Stein als Ofenluke davor - und schoben den mittlerweile in der Pfanne angerichteten und lecker mit passierte Tomaten, Pilzen, Salami und Käse belegten Pizzateig in die über dem Glutfach liegende Kammer - welche wir ebenfalls mit dem passenden Stein verschlossen. Nach 30 bis 40 Minuten war es dann soweit. Wir genossen unsere erste in einem selbstgebauten Ofen gebackene Pizza - und schoben glatt noch eine zweite hinterher. Wir platzten vor Stolz über unser Bauwerk und hoffen sehr, dass der Ofen im nächsten Jahr noch da steht. Schließlich wollen wir dann mal einen Kuchen backen. :)

So vergingen die Tage wie im Fluge. Wir erkundeten noch einige Seitenarme und traumhafte Buchten am südöstlichen Ufer des Foxens und sollten am letzten Tag nochmal mit sonnig-heißen Badewetter belohnt werden. Um am Samstag vormittag nicht noch von einer beschwerlichen Tour auf einem möglicherweise rauhen und windigem See überrascht zu werden, machten wir uns am Freitag vormittag bereits auf in Richtung Lennartsfort, um den letzten Tag bereits etwas näher am Camp zu rasten. Die Idee hatten offenbar auch andere und so trafen wir an diesem Tag öfter auf belegte Rastplätze. Direkt an der Verengung des Sees zum Basiscamp, ca 2,5km von diesem entfernt, wurden wir schließlich fündig und schlugen unser Lager auf einer wieder einmal traumhaften Landzunge auf, die sogar über eine kleine Badebucht mit Sandstrand verfügte. Wir genossen noch einmal die herrliche Aussicht, die Ruhe und gingen bis zum frühen Abend immer mal wieder Baden. Ein letztes Abendmal läutete die dann erstmals etwas kühlere Nacht ein. So kühl das am Morgen zumindest das Nutella in der Tonne hart war Smile

Am frühen Samstag Vormittag fuhren die ersten Boote an unserem Lagerplatz vorbei Richtung Camp - und so wurde es auch für uns Zeit ein letztes mal unser Zelt abzubauen und das Boot zu beladen. Knapp eine halbe Stunde später tauchte der Strand vom Camp Höglund vor uns auf, an welchem wir mit viel Wehmut anlegten.

Ein großer Dank an dieser Stelle nochmal an das Scandtrack Team vor Ort, das jederzeit ansprechbar war und es selbst im größten Trubel bei allen Anstrengungen verstanden hat die gute Laune zu bewahren und an die Teilnehmer weiterzugeben.
Sieben wunderschöne, Ereignis,- und Impressionsreiche Tage lagen hinter uns. Dieser Urlaub zählt zweifellos zu dem unvergesslichsten den wir je verbracht haben - und bereits bei unserer Ankunft im Basiscamp war klar: Scandtrack - nächstes Jahr sehen wir uns wieder!



+ + + + Anmerkungen + + + +

Youtube erlaubt das eingebettete Abspielen in einigen Handy Apps nicht. So kann das Video zwar problemlos am Desktop und auch im mobilen Browser, nicht aber aus der Twitter und auch Facebook App aufgerufen werden.
Daher nochmal ein extra Link zu VIMEO:
https://vimeo.com/233055462
geschrieben September 2017, Kai W.44 mal gelesen

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