Reiseberichte
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Fünf Schwaben im hohen Norden
Ursprünglich wollten wir mit dem Scandtrack Bus von Frankfurt aus unsere Reise beginnen, aber es gibt ja heute schon relativ günstige Flüge, so dass wir uns dann doch dazu entschlossen haben von Stuttgart nach Hamburg zu fliegen und dort dann Abends um 22.00 Uhr am ZOB unsere weitere Reise mit dem Scandtrack Bus fortzuführen. Da wir morgens um 9.30 Uhr schon in Hamburg waren, hatten wir den ganzen Tag Zeit, die wundervolle Hansestadt zu begut ...› weiterlesen
Ursprünglich wollten wir mit dem Scandtrack Bus von Frankfurt aus unsere Reise beginnen, aber es gibt ja heute schon relativ günstige Flüge, so dass wir uns dann doch dazu entschlossen haben von Stuttgart nach Hamburg zu fliegen und dort dann Abends um 22.00 Uhr am ZOB unsere weitere Reise mit dem Scandtrack Bus fortzuführen. Da wir morgens um 9.30 Uhr schon in Hamburg waren, hatten wir den ganzen Tag Zeit, die wundervolle Hansestadt zu begutachten und viele Sehenswürdigkeiten nördlich des Saitenwurst Äquators zu sehen. Das Reisegepäck gaben wir am Hauptbahnhof an der Gepäckaufbewahrung ab, so dass wir den Tag über frei vom lästigen aber notwendigen Ballast waren. Hamburg bietet viele Sehenswürdigkeiten ( Dungeon, Miniaturmuseum, Gewürzmuseum usw.) was alles in der Speicherstadt nahe beieinander liegt. Ein besonderer Tipp ist die hervorragende Kaffeerösterei neben dem Miniaturmuseum, wo wir uns mit Kaffee für die Insel in Schweden eindeckten, da wir uns extra für den Trip eine Feuerfeste Kaffeekanne besorgt hatten.
Nach dem sehr schönen und Erlebnisreichen Tag gingen wir zum ZOB und warteten auf unseren Bus in den hohen Norden. Die Busreise startete dann mit ein wenig Verspätung. Gut gelaunt saßen wir fünf Jungs ( zwei Erwachsene und drei Kinder (11-15) Jahre alt im Bus und konnten es kaum glauben, das es endlich soweit war und wir unserem lang ersehntem Abenteuer entgegen fuhren. Die Busfahrt war für unsere Kinder schon ein Abenteuer, alleine wegen den zwei Fährfahrten von Deutschland nach Dänemark und von Dänemark nach Schweden. Die meiste Zeit schliefen wir, weshalb sich die Busfahrt relativ angenehm gestaltete. Es gab genug Pausen um sich zu recken und strecken und die Pausen Zeiten waren auch lange genug um die frische Schwedische naturelle Luft zu Inhalieren. Wenn man in Schweden aus dem Busfenster schaut, kann es sein, daß man mit einem Elch am Straßenrand oder am Waldrand belohnt wird.Wir kamen dann ca. um 9.30 Uhr im Basiscamp an, wo wir dann sehr freundlich empfangen wurden. Da gab es erstmal eine Stärkung in Form von Hot Dog, Kaffee, Wasser und Frucht Ice Tea was unsere Mägen sehr freute. Vor der Weiterfahrt lösten wir noch unsere Fischerei Lizenz im Camp. Nach einer Pause von ca. 45 min. wurden wir dann zum See Stora Bör gefahren. Die Fahrt setzten wir in einem klein Bus fort, welche ca. 45 min. dauerte.
Die Übergabe der Kanus und der Verpflegung und Ausrüstung erfolgte auf dem Campingplatz Grinsby wo alles schon parat zur Verfügung stand. Nach Übernahme der Ausrüstung, Verpflegung und einer kleinen Kanueinweisung ging das Abenteuer endlich los. Unsere Insel war ca. 3-4 Km entfernt. Auf dem Weg zur Insel warfen wir unsere Angeln mit Wobbler raus, wofür wir gleich belohnt wurden. Nach ca. 10 min. hatten wir den ersten Biss mit einem 80 cm Hecht an der Rute. Auf der Insel angekommen luden wir die Kanus aus, verarbeiteten den Fisch und machten erstmal Feuer. Im Anschluß schlugen unsere Zelte im geschützten Wald auf. Da unser Abendessen gesichert war, erkundeten wir die Insel, was der absolute Hammer war. Eine solche Naturschönheit hatten wir bisher selten gesehen. Die ganze Insel ist mit Blaubeerbüschen und Preiselbeerbüschen überzogen, welche aber leider noch nicht reif waren, da wir Anfang Juni dort waren und somit mussten wir auf die leckere von Mutter Natur gespendete Süßspeisse verzichten. Bei der Betrachtung der Lebensmittel, die wir von Scandtrack bekommen hatten, machten wir uns Sorgen, wer das üppige, reichhaltige und gut abgestimmte Verpflegungspacket alles Essen soll.Den Abend verbrachten wir am Lagerfeuer bei lecker gegrilltem Hecht mit Kartoffeln. Da es um diese Jahreszeit nicht richtig Dunkel wird, waren wir etwas überrascht als es 23.30 Uhr war und es noch relativ hell war. Am nächsten Morgen nahmen wir erstmal ein Bad im Stora Bör, welcher sehr erfrischend auf unsere schwäbischen Körper wirkte. Den Tag verbrachten wir mit Kanufahren, Angeln und Kochen und ab und zu faul in unserer mitgebrachten Reisehängematte liegend. Für Naturfreunde ist dieser Trip ein echter Hochgenuss, fernab vom Lärm und Stress, es wird einem nie langweilig, dam man genug zu entdecken hat. Das Kochen über dem offenen Lagerfeuer war für unsere Kinder eine wahre Freude. Wir brachten ihnen das Kochen im traditionellen Bundeswehr Essgeschirr bei, sowie das Fisch räuchern in unserem selber gebauten Räucherofen und das Pizza backen im Steinofen.
Abends kamen dann die Finnenmesser beim schnitzen eines Löffels zum Einsatz, welches den Jungs sehr viel Freude bereitete. Die weiteren Tage verbrachten wir mit Kanu fahren, Fischen, Feuerholz suchen, Faulenzen und einfach mal die Seele baumeln lassen, was Erholung pur war. Ab der Halbzeit hatten wir dann leider 10- 12 Grad Celsius, teilweise Böhen bis 50 Km/h und Regen, wobei uns das nichts ausmachte, es gibt ja kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung. Das Kleidungsproblem hatten wir nicht, daher ging der Urlaub ohne Probleme weiter. Mit den bereitgestellten Tarps, bauten wir uns einen Wetterschutz um die Feuerstelle, was das ganze zu einem Couchfeeling mutieren lies. Leider ging dieser Urlaub dann zu Ende und mit viel Wehmut paddelten wir von der Insel zurück an den Campingplatz, wo wir dann die Sanitäranlagen und die warme Dusche ausgiebig und mit vollem Elan bei Rockmusik aus dem Schwedischen Radiosender nutzten. Die Duschen kann man mit 10 schwedischen Kronen füttern und bekommt ca. 5 min. herrliches heißes Wasser.
Um 11.00 Uhr wurden wir dann von Anna abgeholt, welche unsere Ausrüstung auf Vollzähligkeit und Funktion überprüfte. Danach wurden wir ins Basiscamp nach Lennardfors zurück gefahren, wo wir den Tag bis zur Abfahrt um 20.00 Uhr verbrachten. Gegen 18.00 Uhr gab es dann noch ein leckeres Abendessen ( Kotbullar, Salzkartoffeln und Preiselbeeren). Im Anschluß an das Abendessen konnte man sich noch ein Lunchpacket für die Busfahrt zusammenstellen. Um 20.00 Uhr stiegen wir dann in den Bus, wobei die Kinder eine eiskalte Fanta und wir zwei Männer ein kühles blondes gönnten. Die Heimfahrt gestaltete sich wie die Hinfahrt recht angenehm und kurzweilig (Zielbahnhof Hamburg, dann Heimflug nach Stuttgart).
Alles in allem war es ein sehr schöner Erlebnisreicher, spannender und sehr erholsamer Urlaub, den wir jederzeit wiederholen würden und auch bestimmt nochmal buchen. Die Organisation von Scandtrack war sehr gut, Essen war mehr als genug und die Ausrüstung war genau auf den Urlaub abgestimmt.
In diesem Sinne vielen Dank für die geile Zeit und die tollen Erinnerungen.
geschrieben July 2017, Helmut S.287 mal gelesen
Der Indianer und sein Cowboy - Kanugeschichten
Wenn ich an ein Kanu denke, dann kommt mir als erstes die Kanuszene aus dem Film Winnetou in den Sinn, in der Winnetou und sein Blutsbruder Old Shatterhand „im Tal der Toten“ gemeinsam über den See gleiten. Das war es dann aber auch mit meiner bisherigen „Kanu Erfahrung“.

Anders als der Drehort im Winnetou Film ist die Kanuregion Dalsland Nordmarken bekannt dafür, dass Sie ideal für Einsteiger sein soll - zum Glück, denn b ...› weiterlesen
Wenn ich an ein Kanu denke, dann kommt mir als erstes die Kanuszene aus dem Film Winnetou in den Sinn, in der Winnetou und sein Blutsbruder Old Shatterhand „im Tal der Toten“ gemeinsam über den See gleiten. Das war es dann aber auch mit meiner bisherigen „Kanu Erfahrung“.

Anders als der Drehort im Winnetou Film ist die Kanuregion Dalsland Nordmarken bekannt dafür, dass Sie ideal für Einsteiger sein soll - zum Glück, denn bis auf ein eingestaubtes Seepferdchen bringe ich keinerlei nennenswerte Erfahrung auf oder im Wasser mit.
Als mein guter Freund Flo mich im März diesen Jahres anrief und mich recht spontan fragte, ob ich Lust auf eine mehrtägige Kanutour in Schweden hätte, musste ich trotz meiner Wasserphobie nicht lange überlegen. Noch am Telefon buchten wir die Tour, die er bereits vor einigen Jahren, damals allerdings im Rahmen der ebenfalls angebotenen Gruppenreise gemacht hatte. Diesmal, so sagt er, möchte er es gerne gemeinsam mit mir auf eigene Faust probieren - Campingtechnisch sind wir nach einigen Monaten in der kanadischen Wildnis recht abgehärtet. Das wir diesmal auf die Bären verzichten dürfen und unseren geangelten Fisch ohne Angst vor den flauschigen Vierbeinern gemütlich verzehrt können, nahm uns dann auch die letzten Zweifel und wir blickten voller Vorfreude auf die Reise.

Wie das vor einem Outdoor Urlaub bei uns üblich ist, wird bereits Wochen vor Reisebegin das Wetter bis ins kleinste Detail analysiert und wir hofften, dass wir als Saisonstarter (Ende Mai) auf trockenes und bestenfalls sonniges Wetter hoffen dürfen. Flos Hinweis, dass es nur falsche Kleidung und kein falsches Wetter gibt, ignorierte ich dezent, denn keiner mag schlechtes Wetter.

Die Anreise

Freitags war es endlich soweit, ich machte mich auf den Weg nach Frankfurt, wo mich der Fernbus weiter nach Hamburg brachte. Dort traf ich Flo, der aus Leipzig angereist kam und nach kurzer Wartezeit fanden wir uns gemeinsam mit den anderen Scandtrack Abenteurern im Bus auf dem Weg nach Schweden wieder. Wir kehrten Hamburg bei strömendem Regen den Rücken und es dauert keine zehn Minuten bis wir mit einer ausgesprochen netten Bustruppe auf das gemeinsame Ziel anstoßen. Hach, es lebe das Bier!
Zwei Fährfahrten, einige Fahrstunden und das ein oder andere Kaltgetränk später hieß uns Schweden mit einem sonnigen Wetter willkommen. Die schmackhaften Wiener Würstchen, die wir von einem sympathischen Scandtrack Team direkt nach unserer Ankunft im Outdoorcamp angeboten bekamen, versüßte uns den tollen Start in den Tag nur noch mehr. Nach einem kurzen Fußmarsch an den See und anschließender Einweisung erhielten wir unsere Outdoor-Ausrüstung sowie das Proviantpaket, dass uns die nächste Woche versorgen sollte. Unsere Rucksäcke hatten wir in zwei wasserdichte Packsäcke gepackt und ich bekam das erste Mal ein klein wenig Panik. Wozu ein wasserdichter Packsack? Ist es etwa möglich, dass wir mit unserem Kanu kentern? Und wenn dem so wäre, würden unsere Sachen dann wirklich trocken bleiben?

Mit einem kräftigen „Hauruck“ holte mich Flo wieder in die Realität zurück, denn das Kanu musste ins Wasser geschoben werden - unser Abenteuer konnte beginnen!

Aller Anfang ist schwer…

Obwohl ich als alter Winnetou Fan eigentlich bestens mit den Filmen vertraut bin, ist mir dennoch die Rollenverteilung während der besagten Kanuszene entgangen. Auf mein Drängen hin, dass ich lieber hinten sitzen möchte erklärte mir Flo geduldig, dass ich dann auch das Steuer übernehmen müsse. Das klang dann doch recht kompliziert und ich war froh, dass ich mich auf´s geradeaus Paddeln konzentrieren konnte, denn insbesondere die ersten paar Minuten auf dem Wasser stellten sich als größere Herausforderung dar. Erst nach und nach lernte ich einzuschätzen, wie sehr das Kanu „wipp-technisch“ belastet werden kann und sehr schnell fühlte ich mich so sicher, dass ich aufhörte, bei jeder kleinen Welle zusammenzuzucken. Ein Indianer kennt schließlich keinen Schmerz. Und ich war ja sozusagen Winnetou, denn der saß im Kanu ja auch vorne.

Die Wette

Da Old „Flo“ Shatterhand mit dem uns ausgegebenen Kartenmaterial bereits durch seine letzte Reise vor einigen Jahren mehr oder weniger vertraut war, hängten wir sehr schnell die anderen ab und machten uns auf den Weg zu unserem ersten Rastplatz, denn wir waren doch etwas geschafft von der langen Reise und wollten an unserem ersten Abend gerne einen Fisch übers Feuer hängen. Ein Lachs sollte es sein, denn ich hatte gelesen dass es, wenn auch sehr selten, zu Lachsfängen in der Region gekommen war. „Niemals“, sagte Flo und ich wettete mit ihm um 30 Euro, dass ich in den nächsten sechs Tagen definitiv einen Lachs fangen würde. Spoileralert: Ich sollte die gesamte Reise keinen einzigen Lachs fangen, aber die zwei Hechte schmeckten auch vorzüglich.

Robinson Crusoe

Als wir an unserem ersten Kanurastplatz, einer kleinen Insel, ankamen war ich total aufgeregt, denn ich hatte überhaupt keine Vorstellung davon, was uns erwarten würde. Weit und breit war keine Menschenseele zu sehen und als wir unser Kanu schließlich an Land zogen fühlten wir uns ein bisschen wie Robinson Crusoe, der auf der einsamen Insel gestrandet war. Campingaffin wie wir sind, machte ich mich nach kurzer Erkundung der Insel auf die Suche nach kleinerem Feuerholz und Flo began routiniert die großen Holzscheite zu zerhacken. Mensch, was ein Dreamteam!
Da es noch früh am Mittag war, nahmen wir unsere Angeln und suchen uns ein vielversprechendes Fleckchen aus. Die Mägen knurrten inzwischen bereits und wir rechnetet mit einem schnellen Erfolg, denn ich hatte gehört, dass die Seen voller Fische sein sollen...

Fünf Stunden später gab es Nudeln mit Soße - Danke scandtrack für dieses Proviantpaket und das dazugehörige Outdoor Rezeptbuch, ohne das wir wahrscheinlich verhungert wären.

Die erste Nacht verbrachte ich in meiner mitgebrachten Hängematte aus Fallschirmmaterial, die zum Glück mit einem integrierten Mückennetz ausgestattet war. Flo breitete sich in der Windschutzhütte aus und wir fielen beide in einen tiefen Schlaf, auch wenn uns der nächtliche Wind doch ab und an wach küsste.
Die folgenden Tage sollten immer nach dem gleichen Schema ablaufen: Nach dem Aufstehen machten wir das Feuer an, um uns einen Kaffee oder Tee zu kochen. Da wir beide keine Armbanduhren tragen und unsere Handyakkus schonen wollten, hatten wir keine Vorstellung davon, wie spät es eigentlich war. Da wir uns recht nördlich befanden, dämmert es erst gegen 23 Uhr, die Sonne ging allerdings bereits gegen 04.30 Uhr wieder auf. Nachdem wir unsere Schlafsäcke an die Wäscheleine zum Lüften hängten, besprachen wir bei Müsli und Nutellabrot (ja, es gibt Nutella ;)), die jeweilige Tagesroute. Nach kurzer Katzenwäsche und Toilettengang packten wir unser gesamtes Hab und Gut zusammen und machten uns auf den Weg zum nächsten Ziel. Meist versuchten wir einen Kanuschlafplatz zu finden, an dem wir alleine waren und mussten dafür auch ab und zu einen Umweg in Kauf nehmen. Unsere Arme und Schultern spürten diese Extrakilometer immer als erstes und so wechselten sich die Langstrecken - und Faulenztage fair miteinander ab. Bei jeder Gelegenheit hielten wir die Angeln ins Wasser und wurden schließlich an unserem dritten Tag endlich belohnt - Flo zog nämlich direkt beim ersten Wurf einen zwei Kilo Hecht aus dem Wasser, der anschließend abends von uns (diesmal ohne Hilfe des Kochbuchs) köstlich zubereitet wurde. Damit es keinen Streit gibt, schickte mir die Unterwasserwelt bereits am nächsten Tag ebenfalls einen Hecht vorbei. Man munkelt zwar, dass er nicht ganz zwei Kilo gehabt haben soll aber was soll´s :). Petri Heil!

Es wird heiß

Auch wenn wir nicht das erste Mal in einer Hängematte, in einer Schutzhütte oder in einem Zelt geschlafen haben, merkten wir doch recht schnell, dass einem bei falscher „Lagerung“ die Muskeln und Knochen ganz schön weh tun können. Nach einigen Tagen fingen wir an, über eine heiße Dusche oder gar Sauna zu philosophieren, Camping in allen Ehren aber das bisschen Luxus vermisst man doch schon. Etwas bedröppelt verabschiedete ich mich mit meinem Buch in die Hängematte und staunte nicht schlecht als mich Flo einige Stunden später mit den Worten „Kathi, es ist Sauna Zeit“ überraschte.
Was war passiert?
Während ich mich meinem spannenden Kriminalroman widmete, machte sich mein Begleiter auf die Suche nach diversen „Abfällen“, die der Wald so hergab (Tannenzapfen, Getrocknetes Moos, irgendwelche gut-riechenden Blätter) und hatte diese in einem Einer mit Wasser vermengt. Zeitgleich legte er vier große Steine aus Ufernähe ins Feuer und hitze diese über einige Stunden darin auf. Eine Art Tipi aus drei großen Holzstäben war schnell gebaut und das mit in der Ausrüstung integrierte Tarp diente als Zelt. Wir mussten uns nun also nur noch gemeinsam mit dem „Aufguss“ und den heißen Steinen in das Zelt setzten und fertig war sie, die Natursauna. Tja, sowas hatte Winnetou sicherlich nicht!

Von Musik und Haaren

Weil es aber noch viele Dinge außer Angeln und Schwitzhütten bauen gibt, begnügte ich Flo mit meinem neuesten Talent - man hatte mir eine Mundharmonika geschenkt und ich wollte die Lagerfeuerromantik nutzen, um das ein oder andere Lied zu lernen. In der Tat stellte sich das Instrument als recht kompliziert heraus und da mein Interesse nach kürzester Zeit nachließ, unterhielt Flo die Natur und mich mit seinen erstaunlich guten Mundharmonika Qualitäten. Ich war zugegebenermaßen ziemlich beeindruckt! Dass das Mundharmonika-Naturtalent aber nicht nur musikalische Qualitäten haben sollte, stellte sich an Tag fünf heraus:

Da ich zu Begin der Reise wusste, dass es keinen Sinn machen würde, viel Gepäck mitzunehmen habe ich auf so gut wie alles verzichtet. Eventuell eine nicht ganz so sinnvolle Entscheidung. Ein für langhaarige Frauen wie mich nicht unrelevanter Gegenstand in die sogenannte Haarbürste. Nach fünf Tagen Camping bildeten meine Haare bereits eigenständig Dreadlocks und ich freundete mich mit dem Gedanken an, dass mich in Zukunft eine Kurzhaarfrisur schmücken würde. Als ich mit einer Mischung aus Trauer und Melancholie mein Spiegelbild im See betrachte, tippt mir Flo auf einmal von hinten auf die Schulter und überreicht mir, es ist kaum zu glauben, einen selbstgeschnitzten Kamm. „Nichts großes“, sagte er, „vielleicht hilft es ja“. Einige verlorene Kammzacken und Haare später sehe ich wieder halbwegs menschlich aus und bewundere einmal mehr Flos Outdoor Fähigkeiten.

Der frühe Vogel.…

Nun zu meinen Talenten. Was ich gut kann ist vorausschauen. Nach ca. der Hälfte unserer Reise machten wir uns auf unsere bisher längste Strecke, die uns knapp 20 km über den Foxen See Richtung Norden bringen sollte. Der Tag war sehr windig und das Wasser erstmals unruhig und so steuerten wir das Kanu behutsam, damit die Wellen uns nicht umschubsten. Wir hatten glücklicherweise die gesamte Route über Rückenwind und waren doch recht kaputt, als wir schließlich unsere Nachtlager errichteten. Beim Abendessen wurde uns plötzlich bewusst, dass wir die selbe Route am darauffolgenden Tag wieder zurückfahren müssen, denn wir wollten vermeiden, das Kanu über den Landweg zu transportieren. 20 km paddeln bei Gegenwind und wildem Wasser - völlig unmöglich! Nachdem ich mich jammernd und motzend ins Bett verabschiedete, kam mir Nachts die zündende Idee: Direkt nach Sonnenaufgang gegen 04:00 Uhr weckte ich Flo, der nicht wusste wie ihm geschah und informierte ihn über meinen grandiosen Plan uns das stille, morgendliche Wasser zum Vorteil zu machen, bevor später die Sonne aufging und der Wind das Ruder übernahm. Schnell packten wir unsere Sachen zusammen und erreichten nach entspannten vier Stunden und einem malerischen Sonnenaufgang unser Wunschcamp im Süden. Schon erstaunlich, was man so alles vor der ersten Tasse Kaffee leisten kann!

Finger weg!

Noch erstaunlicher ist, wie bescheuert man sein kann. Am selben Morgen, bei der Zubereitung der besagten Tasse Kaffee fiel ich ins Feuer und verbrannte mir meine linke Hand großflächig am Feuerring. Völlig aufgelöst ließ sich der Schmerz nur unter Tränen aushalten und ich kühlte meine Hand so gut es ging. Wasser war schließlich genug vorhanden. Auch wenn es für mich mit dem Paddeln erstmal vorbei war, schafften wir es trotzdem auf eine belegte Nachbarinsel da wir hofften, dort Verbandsmaterial zu bekommen. Glück gehabt, die Jungs vom Bund waren bestens ausgestattet und so wurde ich vorbildlich und professionell verarztet. Das Erste-Hilfeset sah noch unbenutzt aus - Ich vermute, dass die Freude auf Gegenseitigkeit beruhte, denn endlich kam der Koffer auch mal zum Einsatz.
Zum Glück passierte das Unglück bereits zwei Tage vor unserer Abreise und so genossen wir die verbliebene Zeit mit Lesen und Angeln. Als wir uns Samstagsfrüh auf die Rückreise zum Outdoorcamp machten, ging es meiner Hand bereits deutlich besser und ich war traurig, dass unser Abendteuer bereits vorbei war. In der Mitte des Sees belohnte uns Schweden zum Abschied mit einem besonderen Spektakel, denn ein junges Rehkitz überquerte einige paar Meter von unserem Kanu entfernt den See. Was ein toller Abschluss!

Abschied

Im Lager angekommen reinigten wir unsere Ausrüstung und genossen schließlich noch die sommerlichen Temperaturen im Camp. Auch wenn das Verpflegungspaket wirklich ausgesprochen gut gewesen ist, freuten wir uns alle sehr über das Abendessen: Es gab das schwedische Nationalgericht Köttbuller mit Kartoffeln. Nach einer wohlverdienten Dusche ließen wir die letzten Tage Revue passieren und tauschten mit den anderen Reisenden unsere Erfahrungen aus. Es war wirklich eine wunderschöne Zeit - Winnetou wäre sicherlich stolz auf uns gewesen!
geschrieben July 2017, Katharina G.310 mal gelesen
Total entspannt in tollem Ferienhaus
Wir haben ein paar Tage in diesem frisch renovierten Haus verbracht und haben den Aufenthalt sehr genossen. Dieses Haus bietet alles, was man für einen erholsamen Urlaub braucht. Es ist hell und freundlich eingerichtet, bietet Platz für 2Erwachsene und 2 Kinder. Die Küche ist sehr gut ausgestattet. Im Wohnzimmer steht ein kleiner Ofen, Brennholz ist vorhanden.
Den See Lelang erreicht man fußläufig nach 200-300m. Der Weg führt durch ei ...› weiterlesen
Wir haben ein paar Tage in diesem frisch renovierten Haus verbracht und haben den Aufenthalt sehr genossen. Dieses Haus bietet alles, was man für einen erholsamen Urlaub braucht. Es ist hell und freundlich eingerichtet, bietet Platz für 2Erwachsene und 2 Kinder. Die Küche ist sehr gut ausgestattet. Im Wohnzimmer steht ein kleiner Ofen, Brennholz ist vorhanden.
Den See Lelang erreicht man fußläufig nach 200-300m. Der Weg führt durch ein kleines Waldstück, dass zum Teil zum Grundstück gehört. Dort ist eine Badestelle, an der man auch sein Kanu zu Wasser lassen und schöne Kanutouren unternehmen kann.
Zum Haus gehört auch eine riesige Terrasse, die natürlich mit ansprechenden Gartenmöbeln ausgestattet ist.
Obwohl das Haus an einer Straße liegt, ist es absolut ruhig, da die Straße nur wenig befahren ist.
geschrieben June 2017, Kerstin F.111 mal gelesen
Ein Abenteuer in Schweden
Eine kleine Geschichte über die Schönheit der Natur, Abenteuer und neue Freundschaften

Alles begann in einer Bar in Berlin. Schon ein wenig mitgenommen vom langen Tag hingen wir in unseren Sesseln und schauten über die Dächer der Stadt. Irgendwann seufzte M. und meinte: „Ich will dieses Jahr unbedingt in Schweden Kanu fahren“. Und ich antwortete spontan nur: „Geil, ich bin dabei!“. Und schneller als gedacht wurde das, was i ...› weiterlesen
Eine kleine Geschichte über die Schönheit der Natur, Abenteuer und neue Freundschaften

Alles begann in einer Bar in Berlin. Schon ein wenig mitgenommen vom langen Tag hingen wir in unseren Sesseln und schauten über die Dächer der Stadt. Irgendwann seufzte M. und meinte: „Ich will dieses Jahr unbedingt in Schweden Kanu fahren“. Und ich antwortete spontan nur: „Geil, ich bin dabei!“. Und schneller als gedacht wurde das, was ich als melancholisches Geschwafel abgetan hatte, Wirklichkeit. Zwei Wochen später stand fest: In der ersten Septemberwoche geht es für uns beide mit ‚Scandtrack‘ zum Kanu fahren nach Schweden.
Am 2. September war es dann endlich so weit. Um 18.30 Uhr sollte unser Bus uns am ZOB in Berlin abholen und nach Schweden bringen. Hoch motiviert und voll bepackt warteten wir auf unseren Bus. Und wir warteten und warteten. Nach eineinhalb Stunden Verspätung und der ersten Befürchtung, dass unser Traum vom Urlaub doch noch platzen könnte, ging es aber doch noch los für uns. Wir machten es uns im Bus bequem, wobei bequem hier womöglich ein wenig übertrieben ist.
16 Stunden, zwei Fährüberfahrten und eine Elchfarm später kamen wir dann am Morgen in Schweden an. Aber ein richtiges Gefühl der Freude konnte sich bei uns beiden noch nicht einstellen. Zu unausgeschlafen und aufgeregt waren wir. Auch unsere ersten Minuten im Camp waren noch ein wenig zurückhaltend und verklemmt. Doch nach einem Hotdog morgens um halb elf, war dann auch der letzte von uns aufgetaut, was sich unter anderem durch das Gewusel im Camp bemerkbar machte. Es dauerte auch gar nicht lange bis wir den Abenteuerpfad bis zum zweiten Camp nehmen durften. Eine erste Herausforderung für uns, da wir unser doch relativ schweres Gepäck durch den Wald schleppen durften. Ein guter Einstieg für das, was uns in den nächsten sieben Tagen erwarten sollte. Das ein-, aus- und umpacken beanspruchte dann für die nächsten drei Stunden unsere volle Aufmerksamkeit. Als wir endlich damit fertig waren unser ganzes Hab und Gut zum Steg zu schleppen, war jegliche Unsicherheit, Müdigkeit oder Aufregung verschwunden. Was blieb war Vorfreude, Abenteuerlust und eine große Portion Glücksgefühl.
Damit ausgerüstet starteten wir unsere Abenteuerreise. Die ersten Paddelschläge verliefen noch etwas holprig und nach dem Ablegen wurden wir von viele Kanu fahren kritisch beäugt, da M. und ich unsere Paddel beide auf der gleichen Seite hatten. Aber aus irgendeinem uns unerklärlichen Grund, sind wir auf diese Weise besser vorangekommen. Nachdem wir vier Stunden lang gepaddelt waren, so ziemlich jede Bucht mitgenommen hatten, die auf dem Weg lag, weil das Steuern doch noch nicht ganz so gut klappte und hunderte Fotos gemacht hatten, hielten wir langsam Ausschau nach unserem Lagerplatz. Wir legten an der ersten Landzunge an, mussten feststellen, dass wir falsch waren und fuhren zur nächsten. Auch die war uns nicht genehm und so entschieden wir uns für die dritte Lagerstelle. Allerdings hatten dort schon zwei Jungs vor uns angelegt. Nach kurzem Beratschlagen, ob wir eventuell doch noch zu Lagerplatz Nr. 4 weiterpaddeln sollten, entschieden wir uns im Endeffekt dazu, den Jungs für die erste Nacht Gesellschaft zu leisten. Wie sich schnell herausstellen sollte, waren wir alle ungefähr ein Alter und, wie der Zufall es so will, auch alle Studenten. Für Gesprächsstoff war also gesorgt.
Der nächste Tag hielt viel Sonne für uns bereit. Das gute Wetter nutzte ich gleich einmal um in dem spiegelglatten, aber auch vor Kälte dampfenden Wasser schwimmen zu gehen. Es sah malerisch aus, war aber saukalt. Trotzdem war es einer der schönsten Momente unserer Reise. Nach unserem Frühstück fuhren wir weiter. Die Jungs hatten schon vor uns abgelegt, doch bis zum Umtragen hatten wir sie wieder eingeholt. Unser Vorsprung hielt jedoch nicht lange an. Denn wir mussten schnell merken, dass sich Umtragen leichter anhört, als es eigentlich ist. Natürlich waren wir viel zu faul, um das ganze Kanu leer zu räumen. Daher versuchten wir den Wagen im Wasser unter dem Kanu festzuschnallen. Allerdings wollte auch niemand von uns dabei so richtig nass werden, weshalb das in ein ziemlich umständliches Unterfangen ausartete. Bald hatten aber auch die Jungs wieder aufgeholt und zu viert schafften wir es die zwei Kanus sicher an Land zu bringen. Die Überfahrt zum nächsten See entpuppte sich allerdings auch als echtes Abenteuer. Hügelige und kurvenreiche Feldwege waren nur ein Hindernis, eine sehr schmale Landstraße ein weiteres. Und auch das Boot zu Wasser zu lassen hatten wir uns einfacher vorgestellt. Aber trotz allem, das Gefühl sein Kanu mit Sack und Pack durch die schwedische Pampa zu ziehen, hatte irgendwie etwas Zufriedenstellendes.
Und unser nächster Lagerplatz entschädigte uns für jegliche Strapazen. Wir fühlten uns dort wie auf unserer eigenen kleinen Insel. Allerdings blieben wir nicht lange zu viert. Eine andere Vierergruppe, die ihre Kanus zu einer Art Katamaran zusammengebunden hatte legte ebenfalls an „unserem Inselchen“ an. Nach ein paar Sekunden anfänglicher Skepsis legte sich auch hier jegliche Scheu und bei einem großen Lagerfeuer lernten wir uns alle besser kennen.
Am nächsten Morgen wurden wir wieder alle mit wunderschönem Wetter belohnt. Wir hatten nur eine kleine Strecke vor uns, die uns an ziemlich großen Felswänden vorbeiführte und, wie sollte es anders sein, uns wieder zum Umtragen zwang. Aber diesmal waren wie schon etwas routinierter und so meisterten wir die wirklich knifflige Strecke mit Bravour. Unser nächster Schlafplatz befand sich diesmal auf einer richtigen Insel, die wir auch sehr schnell zu unserem Eigen machten. Die Jungs tobten sich einmal richtig aus beim Holz hacken und auch für das Kochen nahmen wir uns das erste Mal richtig Zeit. Es wurde kein langer Abend, da wir alle einstimmig entschieden hatten, am nächsten Tag die größte Etappe unserer Route schaffen zu wollen. Keiner von uns dachte auch nur im Geringsten daran, dass das Wetter schlechter werden könnte.
Und so überraschte uns der starke Wind am nächsten Morgen. Wir starteten dennoch optimistisch in den Tag. Doch schon bald mussten wir feststellen, dass Kanu fahren bei starken Windböen und verhältnismäßig hohen Wellen gar nicht so leicht ist. Dementsprechend angespannt war auch die Stimmung im Boot. Insbesondere, als wir dann auch noch in der falschen Bucht landeten. Aber da aufgeben auf dem Wasser keine Option ist, schafften wir es doch noch zur nächsten Umtragestelle. Total erleichtert zogen wir unser Kanu durch die Orte und freuten uns schon, das Schlimmste hinter uns gebracht zu haben, als wir die Bucht, bzw. den kleinen Hafen erreichten, von dem aus wir starten sollten. Hier fing der Spaß nämlich erst so richtig an.
Der Seegang war in dieser Bucht noch viel stärker, als in dem See zuvor. Und der Wind kam uns direkt entgegen. Wir warteten also auf die Anderen, um eine gemeinsame Krisensitzung abzuhalten. Die beiden Jungs wollten daraufhin die Lage für uns „checken“, räumten ihr Kanu leer, um später keine Sachen aus der Bucht fischen zu müssen und wagten sich ins Wasser. Es dauerte keine zehn Sekunden, da waren sie schon gekentert. Mit gemischten Gefühlen betrachteten wir das Spektakel vom Steg aus. Da in diesem vermeintlichen Hafen das campen strengstens untersagt war und wir auch keine Lust hatten, unsere Kanus die zwei Kilometer zurück zum vorherigen See zu ziehen, entschieden wir uns für die Flucht nach vorn. Wir beschlossen, auch die anderen beiden Kanus zu einem unkenterbaren Katamaran umzubauen und holten uns bereits gefällte Bäume aus dem Wald. Und schon nach kurzer Zeit hatten wir auch den zweiten perfekten Katamaran gebastelt. Wir tauschten noch die Personen aus, sodass jeder Katamaran mit zwei Frauen und zwei Männern besetzt war und stachen in See.
Auch hier hatten wir uns unser Vorhaben leichter vorgestellt. Wir kamen kaum voran und unsere Kanus füllten sich von Minute zu Minute immer stärker mit Wasser. Nach einer guten dreiviertel Stunde hatten wir es gerade einmal aus der Bucht geschafft und schafften es gerade noch um die Spitze der Landzunge, bevor wir an der nächsten, annähernd nach Bucht aussehenden, Stelle anlegten. Wir waren klatschnass. Dennoch voller Tatendrang und im absoluten Abenteuermodus, schleppten wir unsere Sachen auf einen Felsen und bauten unser Lager auf. Um uns vor dem Wind zu schützen, spannten wir alle Planen auf, die wir hatten. Und aus der Not heraus, nahmen wir auch den Ameisenhaufen in Kauf, neben welchem wir in dieser Nacht würden schlafen müssen. Dank kluger Arbeitsteilung hatten wir uns schnell ein gemütliches Lager hergerichtet, doch leider war das Glück an diesem Tag nicht auf unserer Seite, denn es fing auch noch an zu regnen. Also gingen wir alle früh schlafen.
Dank des frühen zu Bett Gehens, wachte ich am nächsten Morgen zwei Stunden vor den anderen auf. Es war zwar immer noch sehr stürmisch, aber irgendwie hatte der Wind auch etwas Befreiendes. Ich kletterte die Felsen am Wasser entlang und spazierte einfach zwei Stunden lang auf den kleinen Trampelpfaden. Ich habe selten etwas Erholsameres erlebt. Den Kräften der Natur zuzuschauen und dabei seinen Gedanken freien Lauf lassen, ermöglicht eine ganz andere, viel entspanntere Sicht auf die Dinge. Ausgeglichen kehrte ich ins Camp zurück.
Die nächste Etappe legten wir aufgrund des starken Windes noch als Katamaran zurück. Wir machten kurz Halt auf einer Insel und tankten Kraft in der Sonne, bevor wir uns zu der Umtragestelle in Lennartsfors begaben. Die zu finden war auch kein einfaches Unterfangen. Und ein bisschen bedauerten wir auch, dass die Schleuse bereits seit einer Woche geschlossen war.
Dafür kam nach dem Umtragen nur noch ein entspannter Teil zu paddeln. Wir machten noch einmal kurz Halt im Scandtrack-Camp und deckten uns mit reichlich Keksen ein, bevor wir das erste Mal den Sonnenuntergang vom Wasser aus genießen konnten. Die nächste Insel hatten wir dann wieder für uns vier alleine, was wir auf dem Weg nach Norwegen nicht erwartet hatten. Glücklich, wieder ein Feuer machen zu können, erlebten wir einen weiteren entspannten Abend.
Am nächsten Morgen war der Himmel grau und es war kühl. Fast schon im Nebel machten wir uns auf in Richtung Norwegen. Aber glücklicherweise hatte sich der Seegang etwas beruhigt, weshalb wir, ganz entspannt und ohne Aufregung, die Stille genießen konnten. Unser Ziel, die Insel durch welche die schwedisch-norwegische Grenze verläuft, war wie erwartet gut besucht. Wir entschieden uns für die Lagerstelle auf der schwedischen Hälfte der Insel und trafen dort zwei Leute aus unserem Bus wieder. Es wurde ein sehr entspannter Nachmittag. Wir bauten einen Steinmenschen und tauften ihn auf den Namen Cornelius, kochten noch einmal richtig und machten am Abend beim Lagerfeuer leckeres Stockbrot. Wir wurden immer kreativer und füllten es mit Nutella, Marmelade oder kandierten es über dem Feuer. Es war mal wieder ein gelungener Abend und wir blickten dem Ende unserer Reise mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen.
An unserem letzten vollen Tag begaben wir uns schon einmal in Richtung Scandtrack-Camp und legten erneut an einer Insel an. Auch hier waren wir nicht alleine, sondern trafen acht weitere Studenten, die auch gemeinsam auf Tour waren. Sie erzählten uns von einem Autofriedhof vor der norwegischen Grenze und so beschlossen wir, diesen am nächsten Morgen, vor der Abreise, noch anzusteuern. Wir feierten einen lustigen letzten Abend mit vielen Lagerfeuerspielen und am nächsten Morgen genoss ich noch ein letztes Mal die bedingungslose Ruhe, bevor alle anderen wach wurden. Wir beeilten uns ausnahmsweise einmal mit dem Zusammenpacken und machten uns auf den Weg zum Autofriedhof. Bereits auf der kurzen Überfahrt von der Insel ans Festland merkten wir, dass wieder ein wenig Wind aufgekommen war. Aber inzwischen waren wir ja geübte Kanufahrer. Wir legten also an, wanderten ein Stück einen Feldweg entlang und kamen irgendwann am Autofriedhof an. Es war wie in eine andere Welt einzutauchen. Selbst für mich als Mädchen war es einfach nur faszinierend. Diese verrosteten Autos, wie sie im Laufe der Zeit mit der Natur verwachsen sind, das war wie in einem Mystery-Film. Bestärkt wurde dieser Effekt noch durch den Wald und die verlassenen Häuser. Wir waren alle sehr glücklich, dass wir uns noch für diesen Ausflug entschieden hatten, mussten dann aber leider viel zu früh wieder den Rückweg antreten.
Und als wollte Schweden uns loswerden, frischte pünktlich zu unserem Ablegen der Wind auf und es begann zu regnen. Einen leichteren Abschied hätte man uns wirklich nicht bescheren können. Dennoch war es lustig zu sehen, wie plötzlich, aus allen Richtungen, Kanus mit roten Schwimmwesten zusammenkamen. Erschöpft, aber glücklich erreichten wir mit gefühlt 150 anderen fleißigen Paddlern das Scandtrack-Camp. Nun mussten wir nur noch das Kanu putzen, alles wieder umpacken und ganz wichtig: richtig duschen!
Die Verabschiedung von den beiden Jungs viel uns dann doch schwerer als gedacht. Die eine Woche Kanu fahren hatte uns vier richtig zusammengeschweißt. Mit einem gemeinsamen Abschiedsfoto endete jedoch unser Abenteuer.
Wenn ich heute an diesen Urlaub zurück denke, dann kommen mir drei Dinge in den Sinn. Diese unglaubliche Stille, in die ich mich in stressigen Momenten gedanklich zurückziehe. Die kleinen Abenteuer, die wir erlebt haben und durch die ich einen viel entspannteren Blick auf vermeintliche Probleme entwickelt habe. Und an die Freundschaft. Denn aus zwei macht vier und aus vier macht irgendwie auch acht. Acht Fremde, die durch gemeinsame Erinnerungen und Erlebnisse auf ganz unerklärliche Art und Weise für immer verbunden sein werden. Das alles bedeutet für mich Kanu fahren in Schweden…
geschrieben October 2016, Annika Z.1775 mal gelesen
Im Haus der Maus
Oder

Eine Woche Holztipi für Blauäugige.

„Katrin!!!! Hast du mein Taschenmesser gesehen?!“ „Solln wir jetzt noch`n Pilzbuch mitnehmen???“ – „Nö zu schwer!“ (sagte er im Vertrauen seiner nicht vorhandenen Pilzkenntnisse…).
Nach chaotischem Packen in letzter Minute schafften es die beiden Outdooramateure noch rechtzeitig zum Hamburger Busbahnhof. Hier zunächst gestrandet, wurden sie von den entspann ...› weiterlesen
Oder

Eine Woche Holztipi für Blauäugige.

„Katrin!!!! Hast du mein Taschenmesser gesehen?!“ „Solln wir jetzt noch`n Pilzbuch mitnehmen???“ – „Nö zu schwer!“ (sagte er im Vertrauen seiner nicht vorhandenen Pilzkenntnisse…).
Nach chaotischem Packen in letzter Minute schafften es die beiden Outdooramateure noch rechtzeitig zum Hamburger Busbahnhof. Hier zunächst gestrandet, wurden sie von den entspannten Busfahrern aufgelesen. Versorgt mit einem Betthupferl (Bier), wurde die lange (lange, lange, lange…) Reise durch die dunkle Nacht, von Fähre zu Fähre bis in das neblige Hinterland von Südschweden, überstanden. Der Höhepunkt ihrer Anreise waren dabei drei Elche am Straßenrand, welche verdutzt die Neuankömmlinge musterten. Nach kurzem Imbiss im Camp Grinsby, wurden sie das letzte Stück zum See Stora Bör gebracht. Dort wurde die umfangreiche Ausrüstung verteilt, gecheckt und es folgten die ersten wackligen Paddelversuche zum eigenen Holztipi. Endlich Angekommen!
„Also im Tipi ist viel Platz, da bekommst sogar du deinen Angelkram locker mit rein!“ „Bla bla bla…Gott sei Dank muss ich mit dir nicht kuscheln, dafür sind die Holzbänke etwas zu schmal!“ „Schade, dabei ist es doch so gemütlich…“. Von nun an auf sich selbst gestellt, erkundeten die beiden frisch gebackenen Tipibewohner das Terrain und sprangen zugleich in den eiskalten See.
Die Lage des Tipis auf der Landzunge erwies sich perfekt als Ausgangspunkt für Tagesausflüge zu Land und Wasser. Nach einem solch wunderschönen Ausflug in die weitläufigen Buchten des Sees kamen die beiden Paddler erschöpft jedoch zufrieden im neuen Zuhause an. „Ich hab solch einen Kohldampf, lass gleich mal was kochen!“. Die Auswahl des üppigen Vorrats fiel auf Kartoffelsuppe mit Speck. Jedoch bemerkten die naiven Tipianer schnell, dass irgendetwas nicht stimmte. „Ähm Chris…ich glaube wir sind Opfer eines Vorratsverbrechens geworden!“ – „Hmm…Wieso?“ – „Wir hätten die Lebensmittel nicht außerhalb der Essenstonne lagern dürfen, wir haben jetzt eine Mäusefamilie im Tipi!!!“. Und so zerplatzte der Traum von Abendessen im Sonnenuntergang und wich einem nächtlichen Putzkommando.
Die nächsten Tage verbrachten die beiden Schwedenfans mit Kanutouren, Faulenzen im Tipi, leider erfolglosen Angeltrips, Wandertouren um Pilze und Beeren zu sammeln (Pfifferlinge, Blau- und Preiselbeeren ohne Ende!) und einem Tagestrip nach Karlstad.
„Lass uns zum Abschluss nochmal auf einer kleinen Insel übernachten!“. So startete die Odyssee am nächsten Tag mit Regen und leichten Wind zu einer Inselgruppe mitten im See. Dort angekommen, wurde das Lager aufgeschlagen, Tee gekocht und sich aufgewärmt. Als die Sonne am nächsten Tag den Nebel vertrieb, wurden die umliegenden Inseln von den Beiden unsicher gemacht.
„Katrin, lass uns umkehren, da vorne kommt ein Gewitter!“. Rechtzeitig konnten sie auf ihre Insel flüchten, jedoch schlug das Wetter um und die Wellen türmten sich immer mehr auf. „Wir könnten bis zum späten Nachmittag warten, vielleicht legt sich der Wind dann wieder und wir können zurück…“. Aus dem Tagestrip wurde jedoch ein Zwei-Tages-Unterfangen, da sich die Wellen bei einem unvernünftigen Versuch gen Heimat zu paddeln von den beiden Hobbykanuten nicht bezwingen ließen. „Gott sei Dank, hab ich mehr Essen eingepackt!“ – „Wir könnten mal zu unseren Nachbarn fahren…vielleicht wissen die, ob es morgen besser wird.“ Da das Wetter jedoch auch am zweiten Tag, dem eigentlichen Abreisetag, keine Besserung versprach, wurden die beiden von dem gut gelaunten schwedischen Campingplatzbesitzer mit einem Motorboot zum windgeschützten Ufer geschleppt und kamen doch noch rechtzeitig am Tipi an.
Das Abenteuer Schweden endete mit einem sonnigen Nachmittag im Camp Grinsby, wo die Beerenvorräte noch einmal aufgefüllt wurden, um Zuhause Marmelade zu kochen. „Sag mal, was hat dir eigentlich am besten gefallen?“ – „Naja unser Inselabenteuer war schon sehr spannend und ich hab das Wandern mit dem Sammeln der Pilze und Beeren sehr genossen! Aber ich würde nicht mehr nach Karlstad fahren…da ist ein Tagesausflug auf dem See viel besser!“ – „Ja, nach Karlstad würde ich auch nicht noch einmal fahren…und das Tipi war zwar sehr nett, jedoch schlafe ich im Zelt besser!“ – „Stimmt, aber die Nähe zum Campingplatz hatte auch seine Vorteile. Die warme Dusche, Kochfelder und der Kiosk waren schon irgendwie praktisch…“ – „Jup, aber beim nächsten Mal würde ich doch lieber nur mit dem Kanu unterwegs sein!“.

P.S.: „Wer erfolgreich angeln am Stora Bör will, sollte unbedingt Schleppfischen mit großen Kunstködern! Unsere Tipi-Nachbarn haben Hechte mit 1,12 m an der Grundkante (Köder auf ca. 4-6m) im See gefangen. Ich hab jedoch kein Glück in den Buchten gehabt.“
geschrieben October 2016, Christopher D.1231 mal gelesen
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