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scandtrack Kanutour Schweden 2023
Was soll ich sagen… eine solche Entschleunigung haben wir glaube ich beide noch nie erlebt. Schweden hat uns irgendwie gezeigt, was das „wahre Leben“ bedeutet. Was wir zur Priorität setzen sollten. Wie schön das Leben sein kann und wie unnötig so einige Dinge, von denen wir es gar nicht denken, sein können. 7 Tage Kanu, 7 verschieden Schlafplätze. Zelt Auf- und Abbau, regen- und windfest machen. Schlafsack und Isomatte rollen - 4 Mal a ...› weiterlesen
Was soll ich sagen… eine solche Entschleunigung haben wir glaube ich beide noch nie erlebt. Schweden hat uns irgendwie gezeigt, was das „wahre Leben“ bedeutet. Was wir zur Priorität setzen sollten. Wie schön das Leben sein kann und wie unnötig so einige Dinge, von denen wir es gar nicht denken, sein können. 7 Tage Kanu, 7 verschieden Schlafplätze. Zelt Auf- und Abbau, regen- und windfest machen. Schlafsack und Isomatte rollen - 4 Mal am Tag. Kochen, Essen, Abwaschen. Angel bauen, angeln, Fisch fangen. Kanu be- und entladen, hin und her rennen, Dinge schleppen. Elch-grölen, Elchverfolgung, Enttäuschung. Zähneputzen, Baden im See und Bioseife. Wäschewaschen. Entschleunigung, Spaß und deep talk.
geschrieben November 2023, Michel B.231 mal gelesen

Kanutour auf eigene Faust - Schweden/Glaskogen 202
Kanutour auf eigene Faust
Schweden / Glaskogen 2023

Mein Freund und ich haben uns im August endlich unseren Wunsch einer Kanutour auf eigene Faust erfüllt. Sieben Tage langging es für uns zwei, ohne viel Gepäck und mit den einfachsten Gegenständen in die freie Wildnis nach Schweden, ins Naturreservat Glaskogen.
Doch fangen wir erstmal ganz von vorne an...
Ende 2021 hat mein Freund mich mit der YouTube Serie „7 ...› weiterlesen
Kanutour auf eigene Faust
Schweden / Glaskogen 2023

Mein Freund und ich haben uns im August endlich unseren Wunsch einer Kanutour auf eigene Faust erfüllt. Sieben Tage langging es für uns zwei, ohne viel Gepäck und mit den einfachsten Gegenständen in die freie Wildnis nach Schweden, ins Naturreservat Glaskogen.
Doch fangen wir erstmal ganz von vorne an...
Ende 2021 hat mein Freund mich mit der YouTube Serie „7 vs. Wild“ von Fritz Meinecke angesteckt und wir haben in kürze, gemeinsam auf die neuen Folgen hin gefiebert. Wir beide sind schon seit Jahren begeisterte Camper und waren schon auf vielen Campingplätzen in Deutschland oder Dänemark auch gemeinsam unterwegs. Von daher war uns nach der Serie beiden ziemlich schnell ziemlich klar, wir wollen auch nach Schweden. In der freien Natur Wildcampen, überm Feuer kochen, die Sonnenunter- und -aufgänge bewundern, angeln, ... . Wir haben uns zu den nächsten Anlässen auch direkt einiges an Ausrüstung gewünscht. Nachdem es mehrere Urlaube zeitlich nie gepasst hat, haben wir uns Anfang Juli 2023 kurzerhand entschieden einfach zu Buchen und schon ging unser Abenteuer los.
Am Freitagabend, den 11. August 2023, haben wir uns auf den Weg zum ZOB nach Hamburg gemacht. Wir waren mit die ersten vor Ort und hätten nicht gedacht, dass es noch so um die 30 Leute werden würden, die mit uns von Hamburg aus nach Schweden fahren. Pünktlich, um kurz vor halb 11, sind wir mit dem Bus gestartet. Es war alles super organisiert. Jeder Fahrgast wurde namentlich aufgerufen und hat seine Sitzplatznummer bekommen, es gab also kein Gedrängel oder Streit um die Sitzplatzwahl. Unser erster Stop war die Fähre auf Fehmarn (in Puttgarden). Von dort hatten wir eine 45-minütige Überfahrt nach Dänemark (Rødby), wo wir den Bus auch verlassen mussten und uns somit die Füße ein wenig vertreten konnten. Anschließend sind wir ein paar Kilometer durch Dänemark bis nach Helsingör gefahren, um dort die Fähre nach Helsingborg (Schweden) zu nehmen. Die letzte Stecke bis zu unserem Ziel in Lennartsfors beinhaltete noch eine kurze Pause bei Göteburg, sowie einen ersten Stop kurz vor Lennartsfors, wo einige andere Abenteurer gestartet sind. Dann waren wir im Hauptcamp von Scandtrack, im Outdoorcamp Höglund, wo nun alle vier Reisebusse angekommen waren. Während mindestens 90% der Mitreisenden ihren Aufenthalt vor Ort am Foxensee gestartet haben, hat sich eine kleine Reisegruppe von 15 Leuten, mit uns auf den Weg ins Naturreservat Glaskogen gemacht. Die Busfahrt hat ca. 1h gedauert und ging über Schotter- und Waldwege.
Vor Ort wurden wir herzlich von Arne, einem Mitglied des Scandtrackteams, begrüßt und haben eine kurze Einweisung in die Benutzung der Kanus und der Materialien sowie in die Verhaltensregeln im Naturreservat bekommen. Danach ging es auch schon los und jeder hat sein Kanu mit Schwimmwesten und Paddeln, einer Essenstonne, zwei 100l große Packsäcke, eine Kiste mit nützlichen Utensilien für die Woche, ein Tarp (Baumarktplane) sowie ein Zelt bekommen. Da wir selbst ein Zelt dabeihatten, dass sich binnen einer Minute komplett fertig aufbauen lässt, haben wir darauf verzichtet das gestellte Zelt auch noch mitzunehmen. Nun konnten wir unsere Rücksäcke in die Wasserdichten Packsäcke umpacken und unsere erste Kanutour auf schwedischen Gewässern starten.

Tag 1:
Unser erster Tag startete windig und nicht ganz so sonnig. Da wir eine der letzten Gruppen waren, die ihre Ausrüstung bekommen hatte, waren wir auch eine der letzten Gruppen, die gestartet sind. Somit haben wir geschaut, wo werden wir wahrscheinlich nicht sofort auf Andere treffen und wohin ist es für Ungeübte nicht ganz so weit zu fahren. Daher hatten wir uns überlegt zur 14 zu fahren. Jedoch sind wir dort unerwarteter weise auf eine Gruppe von Jungs getroffen, weshalb wir weiter gefahren sind und uns für einen Spot entschieden haben ohne festes Shelter. Als erstes haben wir unser Wasserfestes Nachtlager aufgeschlagen, mit Plane und Zelt. Zu Abend gab es nur noch schnell ein Brot mit Salami und Aufstrich. In der Nacht hat es ab und an geregnet und trotzdem haben wir super geschlafen. Frisch ausgeschlafen gab es zum Frühstück erstmals Müsli mit Milch aus Milchpulver. Anschließend ging das große Packen wieder los. Kanu ins Wasser, die beiden Packsäcke, die große Essenstonne, das Zelt sowie die Kiste mit den restlichen Utensilien ins Bot und ab zum nächsten Spot.

Tag 2:
An unserem zweiten Tag sind wir extra früh gestartet, und haben uns auf dem Weg zu Spot 13 gemacht. Wir hatten kaum bis keinen Wind und die Sonne hat richtig schön geschienen, es war der perfekte Tag zum Kanu fahren. Auf dem Weg haben wir zwei andere Abendteurer gesehen, die genüsslich ihren Kaffee an der Spitze ihrer kleinen Insel getrunken haben. Ein Weiterer hat sich gegenüber auf einer Insel am Angeln versucht. Angekommen an dem wunderschönen Spot mit Sandstrand und mind. 10 m flachem Gewässer, mussten wir feststellen, dass sich dort schon eine Gruppe niedergelassen hatte. Wir haben uns kurzerhand entschieden weiter zum nächsten Spot zu fahren. Dieser lag auf einer kleinen Anhöhe, wo wir all unser Gepäck einzeln hochtragen mussten. Allerdings hatten wir eine offizielle Feuerstelle und konnten daher erstmals über dem Feuer kochen. Doch nicht nur das, dies sollte die Erste Nacht werden, die wir in einem der festen Holzshelter schlafen würden, weil der Boden nicht dafür geeignet war um ein Zelt aufzuschlagen. Wir haben uns eine Terence Hill Pfanne zu essen gemacht, anschließend abgewaschen und den Abend am Feuer genossen. Zwischendurch haben wir eine Gruppe von Wanderern zu besuch gehabt, die mit 15 Leuten an unserem Spot übernachten wollten, sie haben sich aber schnell entschieden weiter zu gehen. Zur Nacht hin haben wir das Shelter mit der Plane zu gemacht. Es war kalt, windig. Am nächsten Morgen haben wir uns einen Tee gemacht und unser Müsli gegessen. Das Wetter war leicht regnerisch und wir hatten nicht so Lust so weit zu fahren, haben uns aber erstmal auf den Weg gemacht und siehe da, der Himmel ist noch aufgerissen und die Sonne hat wieder wunderschön geschienen.


Tag 3:
Wir haben nur eine Strecke von ca. Zwei Kilometern zurückgelegt und sind dann sofort fündig geworden an dem Spot 10b. Da eine andere Gruppe gerade abreisen wollte konnten wir als erstes schnell das Zelt aufbauen und anschließend Feuerholz besorgen. Als nächstes haben wir zusammen gekocht und lecker Bratkartoffeln gegessen. Mein Freund war später noch angeln und ich konnte endlich mein Buch anfangen zu lesen. Wenn auch nur kurz, denn nach kurzer Zeit kam er zurück mit einem Barsch, den wir uns auch direkt noch überm Feuer zubereitet haben. Dazu gab es noch etwas Stockbrot. Am Abend waren wir noch eine Runde schwimmen und haben uns anschließend gemütlich ins Zelt gekuschelt. Am nächsten Morgen wurde nur schnell gefrühstückt, abgewaschen und zusammengepackt. Danach haben wir uns auf die Suche nach dem nächsten Spot gemacht.


Tag 4:
Das Wetter war super und der See Spiegel glatt. Wir haben uns ein/zwei Spots angeschaut einfach so am Ufer, ohne Feuerstelle, ohne festes Shelter. Irgendwann sind wir in eine kleine Bucht rein gefahren wo wir dann einen Shelter vom Spot 9 gefunden haben. Auch hier haben wir kurz die Lage gecheckt und wie inzwischen gewohnt das Lager aufgebaut. Trotz des zwischenzeitlichen Regenschauers konnten wir den restlichen Tag genießen, mit angeln, lesen, die Umgebung erkunden, kochen und sogar Feuer machen. Die Nacht wiederum verlief sehr ruhig und ohne Regen. Besonders an diesem Spot haben wir nochmal gemerkt, wie ruhig es doch eigentlich ist und dass es eine völlig andere Stille als in Deutschland ist. Man hört einfach NICHTS!

Tag 5:
An diesem Tag war es tatsächlich gut, dass wir ausreichend gefrühstückt hatten, denn auch wenn es alles andere als geplant war, sind wir ziemlich weit gefahren, im Vergleich zu den letzten Tagen. Eigentlich wollten wir nur auf die andere Seite unserer Landzunge und schauen, dass wir dort einen der drei anderen Spots von Nummer 9 anfahren. Allerdings lagen uns die Shelter zu nah aneinander und es waren bereits einige Gruppen vor Ort. Wir sind also weiter gefahren zur Nummer 8. Es hat angefangen doll zu stürmen und auch leicht zu regnen, wodurch wir erstmals unsere Regenjacken wirklich brauchten. Durch den Regen am Vortag, waren die beiden Spots allerdings so matschig und nicht schön zum Zelten, weshalb wir weiter gefahren sind. Wie in einem Märchen ist plötzlich der Himmel aufgerissen und die Sonne hat sich gezeigt. Beim herumfahren auf der Suche nach einem geeigneten Spot konnten wir die Natur einfach auf uns wirken lassen. An diesem Tag war es tatsächlich gut, dass wir ausreichend gefrühstückt hatten, denn auch wenn es alles andere als geplant war, sind wir ziemlich weit gefahren, im Vergleich zu den letzten Tagen. Eigentlich wollten wir nur auf die andere Seite unserer Landzunge und schauen, dass wir dort einen der drei anderen Spots von Nummer 9 anfahren, allerdings lagen uns die Shelter zu nah aneinander und es waren bereits einige Gruppen vor Ort. Wir sind also weiter gefahren zur Nummer 8. Es hat angefangen ganz schön zu stürmen und auch leicht zu regnen, wodurch wir erstmals unsere Regenjacken wirklich brauchten. Angekommen waren wir alleine. Durch den Regen am Vortag, waren die beiden Spots allerdings so matschig und nicht schön zum Zelten, weshalb wir weiter gefahren sind. Wie in einem Märchen ist plötzlich der Himmel aufgerissen und die Sonne hat sich gezeigt. Beim herum fahren auf der Suche nach einem geeigneten Spot konnten wir die Natur einfach auf uns wirken lassen. Schlussendlich haben wir am Abend den schönsten Spot unserer ganzen Reise gefunden. An Nummer 7 haben wir uns niedergelassen. Wir mussten leider ganz schön nach Feuerholz suchen, weil kaum mehr welches da war. Zum Essen kochen und Mücken vertreiben hat es allerdings gereicht.

Tag 6:
Meiner Meinung nach war dieser Tag der schönste Tag in unserem ganzen Urlaub. Die Sonne hat so wunderschön geschienen und es war den ganzen Tag richtig heiß. Wir wollten den Tag einfach nur genießen. Lesen, angeln, sonnen, baden! Zwischendurch haben wir lecker gegessen. Den ganzen Tag lang, ist keine Gruppe vorbeigekommen, die Interesse an unserem Spot gezeigt hat, weshalb wir uns entschieden haben, noch eine Nacht zu bleiben. Diese Entscheidung war Gold richtig, denn wir haben den schönsten und leider auch einzigen Sonnenuntergang im ganzen Urlaub sehen dürfen. Der ganze Himmel war in ein warmes orange getaucht. Es war eine unglaubliche Stille, der See war Spiegel glatt, nur ab und an hat man einen Fisch springen sehen. Wir haben Schweden von seiner schönsten Seite sehen dürfen.

Tag 7:
Unser letzter Tag bevor es nach Hause ging! Wir haben uns nach dem Frühstück zeitig auf den Weg gemacht, damit wir einen guten Platz im Camp für unser Zelt bekommen. Es war an diesem Tag ganz schön wellig und garnicht so einfach mit dem Kanu zu fahren. Vor Ort angekommen haben wir gesehen, dass wir nicht die Ersten waren und haben daher schnell ausgepackt. Eine Gruppe von Jugendlichen hatte sich auf der unteren Wiese mit ihrem riesigen Zelt und den vielen Hängematten leider so breit gemacht, dass wir nach oben auf die Wiese mussten. Was garnicht so schlecht war, weil wir somit schon alle Sachen für den nächsten Tag oben hatten. Auch hier haben wir wieder zuerst unser Zelt aufgebaut. Anschließend haben wir schonmal die Packsäcke ausgeleert und teilweise die Rucksäcke gepackt. Außerdem haben wir uns die Essenstonne vorgenommen, sie sortiert und aussortiert. Danach haben wir uns auf den Weg gemacht zum nahen gelegenen Café. Wir haben uns beide erstmal einen leckeren Burger und eine Waffel gegönnt und haben die Gelegenheit genutzt, wieder auf eine richtige Toilette zu gehen. Danach waren wir noch ein wenig spazieren und haben uns anschließend zu einer Gruppe mit ans Feuer gesetzt. Es war super schön und interessant, was die Anderen so von ihrem Abenteuer der letzten Woche zu berichten hatten.

Tag 8:
Der Tag der Abreise startete recht früh, da wir alle um 8 Uhr unsere Sachen abgeben mussten. Jede Gruppe musste sich einer strengen Kontrolle unterziehen, damit auch keine beschädigten Materialien an die nächsten Gruppen übergeben werden. Anschließend hatten wir noch bis 12:30 Uhr Zeit, bis unser Bus kam, der uns wieder zurück ins Hauptcamp gebracht hatte. Vor Ort hatten wir dann noch bis 18 Uhr zeit. Uns wurde ein Laden empfohlen, wo man Elch Burger essen konnte. Diese köstliche Gelegenheit haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Pünktlich sind dann die vier Reisebusse zurück nach Deutschland gestartet. Leider mussten wir feststellen, dass die Sitzplätze auf dem Rückweg nicht wieder reserviert waren. Wir haben trotzdem einen guten Platz gefunden, an dem wir nebeneinander sitzen konnten. Zwei Stunden früher als vorab angeben sind wir wieder in Hamburg angekommen. Diese Reise hat uns beiden wirklich unglaublich gut gefallen. Diese Ruhe, die Auszeit von den Sozialen Medien und dem Entkommen aus dem Alltagsstress, einfach mal abschalten können!
Wir können Scandtrack nur jedem weiterempfehlen! Es war alles super organisiert. Vielen Dank, dass ihr solche Erfahrungen möglich macht!
Bis hoffentlich ganz bald!
Alicia & Lennard
geschrieben October 2023, Alicia S.404 mal gelesen
Saarlands Berliner und Saarlands Sizilianer
Die Reise beginnt fahrplangemäß um 9:10Uhr am Bahnhof Merzig, meiner Heimatstadt im beschaulichen Saarland und führt mich über Völklingen, wo sich mein Kumpel Andy, ebenfalls mit Seesack, Rucksack und Angel bepackt, zu meinem zuvor energisch verteidigten Vierer-Platz gesellt.

Das Deutschlandticket scheint sehr gut angenommen zu sein an diesem Tag. Der Zug füllt sich ab Saarbrücken kontinuierlich weiter und platzt bereits hier a ...› weiterlesen
Die Reise beginnt fahrplangemäß um 9:10Uhr am Bahnhof Merzig, meiner Heimatstadt im beschaulichen Saarland und führt mich über Völklingen, wo sich mein Kumpel Andy, ebenfalls mit Seesack, Rucksack und Angel bepackt, zu meinem zuvor energisch verteidigten Vierer-Platz gesellt.

Das Deutschlandticket scheint sehr gut angenommen zu sein an diesem Tag. Der Zug füllt sich ab Saarbrücken kontinuierlich weiter und platzt bereits hier aus allen Nähten. Die Platzverhältnisse ähneln denen in einer Sardinenbüchse.

Etwa in Höhe Homburg fallen mir im Gespräch mit Andy einige Meter weiter zwei vollkommen überladene Mädels auf, die mich irgendwie an Erstklässler mit vollkommen überdimensionierten Schulranzen erinnern. Mein Mutterinstinkt setzt spätestens bei der Beschleunigung des Zuges ein, als ich sehe, dass die Mädels sich gerade so mit Ach und Krach noch aufrecht halten können.

Ich spreche die Mädels mit dem Verweis an, dass zwar wenig Platz zur Verfügung stünde, wir aber dennoch alles in unserer Macht stehende tun werden, damit sie sich zu uns  setzen können.

Erst lehnen beide unser Angebot höflich ab. Doch die eine der beiden wird beim Blick auf unseren Tisch auf die Scantrack Navigationskarte "Dalsland-Nordmarken" aufmerksam. Auf dieser hatte ich einige Minuten zuvor mit Andy ein Konzept unserer Route abgesteckt.

Gemeinsamkeiten schaffen eben Vertrautheit, sie setzen sich zu uns, wir kommen ins Gespräch und sie eröffnen uns, dass Sie ebenfalls auf dem Weg zur selben Kanutour seien.

Während ich mich weiter mit Andy unterhalte und die Mädels sich ebenfalls untereinander unterhalten erlaubt mir meine sizilianische Fähigkeit des Mehrspur-Hörens, sehr wahrscheinlich eine Folge des von  Kindesbeinen unzähligen Parallelgesprächen Ausgesetztseins, im  Gespräch mit Andy Informationen über die beiden Mädels herauszuhören, um so hier und da Momente zum Einklinken in ihr Gespräch zu erzeugen.

Die Fahrt nach Frankfurt verläuft gut. Ich finde heraus dass es sich bei den beiden entweder um Lehrerinnen oder Pädagoginnen handeln muss. Ich schnappe die Fächer Mathematik und Sport beiläufig auf.

Dies bleibt von Andy nicht unbemerkt. Er rechnet bereits mit dem Schlimmsten und geht vorsichtshalber schon mal in den Fremdschämemodus. Schließlich hat der Arme ja bereits unzählige Male zuvor miterleben müssen, wie gerne ich Mathematik -und Physikstudenten mathematisch filetiere und auf Herz und Nieren prüfe.

Aber soweit kommt es nicht, denn schließlich sind die beiden mir auf Anhieb sympathisch.

Ich verwerfe also die Gesprächsoptionen Hessematrix, Nabla-Operator und Differentialgleichungen höherer Ordnung und versuche lediglich über den dezenten Verweis der Polarkoordinaten in Erfahrung zu bringen, ob Nautik und Navigation denn zum Mathematikstudium dazugehörten, wenngleich mir von vorne herein klar ist, dass sie es nicht tun. Ich möchte lediglich mehr über die sympathische Person neben mir in Erfahrung bringen.

In Frankfurt angekommen sprechen wir uns bereits sicher mit unseren Vornamen an. Wir begeben uns zum Hauptausgang, sammeln uns kurz, schauen auf unsere Unterlagen auf denen das "Flixbusterminal Südseite Hauptbahnhof" als Start für den Scantrack- Express vermerkt ist.

Typisch Klugscheißer, schaue in den Himmel und sage sinngemäß:
"Dem Stand der Sonne nach zu urteilen, befindet sich das Flixbusterminal in diese Richtung, mir nach! "

Steffi, die eine der beiden, entgegnet nach einem kurzen Blick auf ihre Smartwatch: " Es ist in etwa Mittag, die Sonne ist genau auf der anderen Seite, also da lang! "

Dabei versucht sie sich ihr hämisches Grinsen höflich zu verkneifen.

Mir klappt erst mal ordentlich die Kinnlade runter! Soviel kann ich euch sagen! ...und denk mir so insgeheim: Mensch, kannste nicht einmal die Fresse halten, du Idiot! 

Mir wird in diesem Moment klar: Steffi hat sich ganz im Gegensatz zu mir auf die Kanutour vorbereitet und wird diesen Trip mit hoher Wahrscheinlichkeit überleben. Bei mir bin ich da jetzt nicht mehr ganz so sicher!...

In diesem Moment entgegnet Andy, ganz Berliner Schnauze: "Carlo 0, Steffi 1, würd' ik sagen", grinst und fügt hinzu: "wir folgen ihr jetze, dann finden wa dit Ding ooch!"

Etwa 10 Minuten später erreichten wir tatsächlich über Steffis navigatorisches Geschick das Flixbusterminal unbeschadet und rechtzeitig, ohne auch nur einmal auf irgendwelche Straßennamen geachtet zu haben. Chapeau!

Während wir auf die Ankunft des Scantrack- Express warten macht sich Andy mit Steffi auf dem Weg zum Rewe. Ich begebe mich unterdessen an den Mülleimer einige 100m weiter und versuche dort mein hartgekochtes Ei von seiner Schale zu befreien.

Nathalie, die andere der beiden, passt indess auf unser Gepäck auf. Während mir einige Eierschalen auf den Boden fallen, fällt mir  schlagartig auf, dass Frankfurt an den Stellen an denen die Eierschale auf den Boden gefallen ist sauberer erscheint als vorher. So verfehlt die Hälfte der Eierschalen zielgerichtet den Mülleimer.

Man hilft wo man kann, keine Ursache Frankfurt, immer wieder gerne!

Nach dieser Erkenntnis geselle ich mich zurück zu Nathalie ans Gepäck. Ich esse einen Apfel, die beiden anderen kommen zurück.

"Mist Andy, verdammte Scheiße, ich habe doch tatsächlich mein Bargeld zu Hause liegen lassen, ich muss zur Sparkasse!"

Ich verlasse die drei mit dem Verweis darauf, schnell eine Sparkasse aufzusuchen und gleich wieder da zu sein.

Auf dem Weg zur Sparkasse wird mir mulmig, ich fühle mich wie ein Europäer der gerade ohne Geleitschutz durch Somalia, Niger oder  Burkina Faso spazieren geht. Ich greife mir unbewusst ständig an meine Hosentasche. Zweifel kommen auf:  "Ob wohl das Handy oder Portemonnaie noch da sind?"
Trotz der in diesem Fall begründeten Vorurteile, passiert nichts und komm ich noch einmal mit dem Schrecken davon.

Ein Block vom Terminal entfernt kreuzt dann wie der Zufall es so will, ein Dönerladen meinen Weg. Der Magen knurrt.
Warum also nicht ein Henkers-Döner vor dem Überlebenstrip meines Lebens, denke ich mir. Als ich den Laden betrete, fällt mir gleich auf: der Dönermann trägt tatsächlich Reebok Classics, Azad- Shirt und ne Trainingshose. Ich begrüße ihn mit den Worten: In meinem Block haben wir unsere eigene Mode... er grinst, und erwidert textsicher: Reebok Classics, Azad-Shirt und ne Trainingshose, Bruder.!..

Der Dönermann, ein entfernter Cousin von Azad wie sich im Gespräch mit Ihm herausstellt, erzählt mir seine komprimierte Lebensgeschichte, wünscht mir ein "na dann mal ne guude Appo, Bruder" und streut kurz vor der Übergabe frisch gehackte Minze über den Döner.

Vom Minzflavour geflasht denk Ich mir so, Junge, falls Du den Schwedentrip überlebst, dann bringste den Andy bei der Heimfahrt mal hier vorbei...

Der Dönermann wünscht mir einen schönen Aufenthalt in Schweden. Ich bedanke mich und zieh weiter Richtung Terminal.

Ein weiterer spontaner Besuch des türkischen Tante-Emre-Ladens gleich um die Ecke, provided mich mit überteuerten Headsetkopfhörern unterirdischster Klangqualität.

Als ich das Terminal schließlich wieder erreiche, finde ich niemanden mehr vor. Auch das Gepäck scheint wie vom Erdboden verschluckt. "Was'n jetzt kaputt! Wo um alles in der Welt sind die denn jetzt hin, Mensch"? ...denke ich mir so, als mir auch schon Andy von etwas weiter weg zubrüllt: "Mensch wo bleibste denn, wir haben schon allet jeladen, de Mädels und Ikk. Du weeßt schon, dass du den Mädels und mir een Bier schuldig bist?... komm mach hinne, meld uns mal da vorne beim Fahrer an, jetze!"

Die Hinfahrt mit dem Scantrack-Express lässt sich wie folgt beschreiben:

Eine einzige Qual, zumindest aus meiner Perspektive. Viel gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen. Preiswert wars, mehr aber auch nicht.

Dennoch möchte ich unter der Vorwegnahme, dass die Rückfahrt deutlich angenehmer ausfallen wird, die Hinfahrt stichpunktartig zusammenfassen:

- zu kurze Zwischenstopps (8 bis 13 Minuten maximal) das geht gar nicht!!!

- die dauernd laufende Klimaanlage zieht mir in den Nacken, wie sehr ich auch versuche über die Regler ein angenehmeres Klima zu erzeugen.

- der Fahrer kuppelt ständig ein und aus und spielt mit dem Gaspedal. Ich versuche das Pattern rauszuhören, es gibt keins, er will uns einfach nur auf den Sack gehen, jedenfalls denke ich mir das so.

- das Boardklo ist eine Zumutung!

Mir gelingt es vor der Abfahrt das Boardklo zu betreten, schließlich schmerzt mir die Blase schon seit geraumer Zeit, da sie offensichtlich bis zum Anschlag gefüllt ist. Nach einer akrobatischen Höchstleistung fühle ich mich doch rasch besser, gleichwohl es mir spätestens jetzt dämmert: "dieser Weg, wird kein leichter sein, dieser Weg ist besteinig und schwer."

Oben auf meinem Sitzplatz angekommen fragt mich Andy "wo um allet in der Welt" ich denn "jewesen" sei. Ich entgegne: "auf dem Klo."

"War't anjenehm? Ist et sauber?"

...Und plötzlich macht es klick, ich scheine ein Publikum zu haben und entgegne extra laut: "das Klo ist dreckig, da kleben mehr Schamhaare auf der Klobrille als du jemals in einem Vintage-Por** zu sehen bekommst."

Es wird still im Bus, das Hintergrundeauschen den Universums wird kurz hörbar, mir wird klar, der ganze Bus hat mitgehört. Gott sei dank fangen einige an zu lachen. Die Lage entspannt sich.

Abgesehen davon war die Busanreise von normalen Strapazen, wie mangelnder Beinfreiheit und einer Geruchskulisse charakterisiert, die sich am ehesten als Liaison aus Käsefuß mit Pumakäfig beschreiben lässt.

Im Großen und Ganzen also so, wie Busreisen bei anderen Veranstaltern auch.

Nach 18 Stunden erreichen wir dann alle unbeschadet Lennartsfors und werden sehr freundlich empfangen. Bei Kaffee, Tee und Prinzenrolle sammeln wir uns kurz, suchen die Toiletten auf und treten voll beladen unseren kleineren Fußmarsch durch ein verwunschenes Waldstück Richtung Höglund an. Nach nervenraubenden zwei Stunden Anstehen in einer nie enden wollenden Schlange am Ausrüstungszelt, erhalten wir dann doch freundlich, bestimmt und rasch unsere Ausrüstung.


Nach dem Umpacken des Gepäcks in wasserfeste Seesäcke geht mit dem Gepäck an die Anlegestelle. Eine Schubkarre oder Vergleichbares hätte mir und den anderen Teilnehmern ein Haufen Stress und Strapazen ersparen können! 

Na gut, es ging dann doch irgendwie.

Positiv ist, dass das Personal stets sehr freundlich ist, dennoch scheint mir das Konzept die An -und Abreise von Gruppen auf den selben Tag zu verlegen nur unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten sinnvoll, nicht aber unbedingt sehr kundenorientiert, sprich du fühlst dich massenabgefertigt.

Zugute zu halten ist natürlich, dass Du dir dank Scantrack die Ausrüstung nicht kostspielig aus Deutschland anschleppen musst und mit einer preiswerten Busanreise mal eben recht günstig zu einem tollen Abenteuerurlaub kommst.

Nach einer kurzen, fachmännischen Einweisung durch einen sogenannten Scouty, geht's dann sogleich zur Übergabe des Kanus und damit aufs Wasser, was letzten Endes alle Strapazen der langen Reise wettmacht, wenngleich nach einigen Kilometern aus Erschöpfung der erste Rastplatz ausfindig gemacht werden muss, um sich zu erholen.

An dieser Stelle sei noch mal angemerkt, dass hier nicht von Kilometern Luftlinie die Rede ist, sondern von Kilometern Zickzackkurs, den wir belächtelt von den meisten anderen Kanuten auf dem Wasser zunächst aufs Parkett legen.

Andy und ich finden an diesem Tag keinen Danorastplatz mehr, finden allerdings ein schönes Fleckchen Erde direkt am Wasser, dass uns den Aufbau unseres Zeltes und der Hängematte erlaubt, eine wunderschöne Aussicht auf den See in all seinen Farben bietet und nebenbei auch noch kurze Gelegenheit zum Angeln gibt. Leider fällt mir beim Auspacken meiner selbstaufblasenden Luftmatratze auf, dass es sich in Wahrheit nur um ein Kopfkissen handelt. Offensichtlich hatte ich im Decathlon daneben gegriffen, war wohl zu strack meine Ausrüstung im Vorfeld zu kontrollieren, da ich Bedenken hatte wieder alles ordentlich verstaut zu bekommen. Ein großer Fehler!

Wie auf Knopfdruck fangen die Stechmücken uns mit Beginn der Dämmerung an zu attackieren, wir essen schnell noch was, Andy begibt sich in seine Hängematte, ich mich ins Zelt, es macht krätsch und Andy liegt auf dem Boden.

Dumm gelaufen. Notgedrungen machen wir es uns nach ein paar berliner Flüchen beide im Zelt gemütlich. Die Nacht ist hart aber wir überleben, ...beide.

Tipp: nehmt auf jeden Fall das geräumige Scantrack Zelt mit und lasst es nicht im Camp zurück. Es bietet ausreichend Platz für zwei und kann euch im Notfall echt den Arsch retten, beispielsweise, wenn euch eure eigene Ausrüstung, wie in unserem Fall mal im Stich lassen sollte.

Tag 2:

Der Sonntag beginnt erst einmal mit einem ordentlichen Frühstück. Müsli mit Milchpulver vermengt, dazu Erdbeermarmelade, gewöhnungsbedürftig, aber lecker. Dazu ein zünftiges Butterbrot mit Salami.

Ich bereue bereits beim ersten Schluck der Instantkaffee-Plörre meine kleine Mokka-Express von Bialetti aufgrund der Gewichtsvorgabe von 20 kg nicht mitgenommen zu haben.

Tipp 2: Nehmt als Kaffeetrinker für die Moral eure kleine Mokka Express oder Vergleichbares mit!

Die Sonne lässt sich blicken es bleibt hier und da wechselhaft. Gemäß Tagesplan steht als Etappenziel die Einfahrt in den nordöstlichen Teil des Stora Le, des Flöte Fjorden bevor, wo wir die Mädels anzutreffen hoffen. Wir erkunden die schönen Insellandschaften und halten Kurs auf Dano 41, nachdem uns nach anfänglichen Schwierigkeiten der Einstieg in den sich verjüngenden Nordabschnitt über ein kleines Nadelöhr gelingt.

Etwas weiter nördlich streben wir einen Positionswechsel an und steuern auf eine einladende Sandbucht einer etwas größeren Insel zu. Wie sich später rausstellt, handelt es sich dabei um die Insel Bockön, auf der sich gleich zwei Danoplätze befinden. Dano 37 auf der Westseite und das deutlich besser ausgebaute Dano 38 auf der malerischen Ostflanke.

Kurz nach uns treffen zwei bekannte Gesichter aus dem Camp Höglund bei uns in der Sandbucht ein. Wir kommen mit den Franken ins Gespräch über das Angeln. Ob wir denn schon etwas gefangen hätten, fragen Sie uns. Wir verneinen. Auf unsere Gegenfrage verneinen sie ebenfalls. Stolz präsentieren sie aber ihren heutigen Fund: einen stark in Mitleidenschaft gezogenenen, größeren Wobbler (einen Köder) mit dem sie heute sicherlich noch erfolgreich sein werden, so der größere von beiden.

Wie sich später am Abend noch herausstellen wird, wird dieser in Mitleidenschaft gezogene Köder für einen kapitalen Hechtbiss sorgen.

Lediglich das Versagen des völlig unterdimensionierten Karabiners sorgt dafür, dass der kapitale Fisch samt Köder im Maul wieder in den Weiten des Stora Le verschwindet.

Wir erkunden Dano 38, machen einen kurzen Pinkelstopp und fragen die zwei anderen ob sie heute hier campieren möchten. Sie bejahen und fragen uns, ob wir das auch vorhätten. Wir verneinen dies und verweisen darauf, dass es noch weitere Danos nördlich von hier gäbe, wir ohnehin vor hatten nur kurz den Positionswechsel vorzunehmen, uns die Beine zu vertreten und weiter Richtung Norden zu ziehen.

Wir verabschieden uns gerade von ihnen, als auch schon die nächsten beiden, Stefan und Christian, mit einem Hecht im Eimer provisorisch an einem Felsvorsprung der Insel anlanden. Wir wünschen guten Appetit und verabschieden uns von den vier.

Auf dem Weg Richtung Nordosten gelangen wir zunächst über das einen Katzensprung entfernte, überfüllte Dano 36. Wir kommen kurz mit den Leuten dort ins Gespräch, ziehen aber rasch weiter. Das heute noch realistisch erreichbare Dano 35 vor Augen, ziehen wir weiter von den Farbeindrücken überwältigt über den Flöte Fjorden. Mittlerweile können wir auch tatsächlich schon problemlos das Kanu geradeaus halten.

Volle Fahrt voraus erreichen wir entkräftet das von Pfadfindern völlig eingenommene Dano 35. Wir halten für eine kurze Rast, beschließen jedoch aus Platzgründen irgendwo in der Umgebung einen Platz zum Übernachten zu suchen, ...vergeblich!

Das Ufer oberhalb von Dano 36 ist viel zu steil zum Aufschlagen eines Camps. Die wenigen Stellen, die sich eignen könnten, sind auf Privatgrund und bedürfen zum campieren einer vorherigen Genehmigung durch den Eigentümer, was uns angesichts unseres überschaubaren Schwedischwortschatzes (Blåbärssoppa, Ikea und Köttbullar) nicht in den Sinn kommt.

Eine Lösung muss her.
"Andy warum nicht zurück zu Dano 38, das wird zwar eine große Kraftanstrengung sein und wir werden dort spät eintreffen, aber wenigstens kennen wir die Leute dort und finden auch sicherlich noch ein Platz für unser Zelt." Gesagt, getan.

Angekommen berichten wir Stefan, Christian und den beiden Franken von unseren Eindrücken im Norden und raten Ihnen angesichts der spärlich gesäten Rastmöglichkeiten dort am nächsten Morgen früh aufzubrechen, um Danoplatz 35 von den Pfadfindern zu übernehmen bevor es irgendwer anders tut. Wir entladen das Kanu und überlegen was wir uns heute zu essen machen können.

"Ich bereite heute Bratkartoffeln mit Speck zu, Andy! Du kannst ja schonmal das Zelt aufbauen, okay?"

"klar, dit machen wa so", entgegnet Andy.

Ich begebe mich noch schnell mit dem Kanu aufs Wasser um etwas außerhalb den Kanister mit Seewasser zu füllen, als mir ein Kanu mit zwei Jugendlichen auffällt.

Sie legen an einer ungünstigen Stelle der Insel an. Ich verweise auf eine Bucht, die etwas weiter abgelegen ist, sich aber viel besser zum Anlegen eignet. An jener hätten wir anderen auf der Insel ja schließlich auch alle angelegt und es sei noch massig Platz dort.

Sie lehnen dankend ab und machen Ihr Kanu an Ihrer Landungsstelle fest. Ihr Camp schlagen sie etwas oberhalb auf einer Lichtung entlang einer von Ameisen stark frequentierten Hauptverkehrsader auf. Dieser Teil der Insel, wurde von uns sechs zuvor unabhängig voneinander in Augenschein genommen und aufgrund dieses Umstandes sofort als mögliches Camp verworfen. Nun zunächst einmal juckt das die beiden Luxemburger Neuankömmlinge recht wenig, wie sich doch im Verlaufe des Abends herausstellen wird, später, um ein Vielfaches mehr!

Bei den beiden handelt es sich um Nico und Ben, zwei Luxemburger Jungs, die sich trotz ihrer noch recht unschuldig wirkenden Milchbubi-Gesichter, im Verlaufe des Abends als echte Granaten entpuppen werden.

Aus dem Plan Bratkartoffeln mit Speck zuzubereiten, wird aufgrund der spärlichen Leistungsreserven des Ethanolkochers leider nichts. Gekochte Kartoffeln erscheinen mir allerdings realisierbar. Den Speck brate ich auf dem Butangaskocher in der Pfanne mit Zwiebeln in etwas Olivenöl scharf an.

Das Ergebnis ist sehr schmackhaft und sättigt uns, dank der beigemischen Dose grüner Bohnen im Nu.

Tipp 3 : Nemt euch auf jeden Fall einen Butangaskocher mit, meidet Propan,
Outdoor = Butan, da seid ihr safe mit einer Kartusche die ganze Woche am durchkochen.


Parallel bereiten die anderen vier Stefans und Christians Hecht zu. Dazu gibt es für Sie an diesem Abend leckeres Stockbrot samt Pilzpfanne als Beilage. Dank der beiden luxemburgischen Granaten Ben und Nico wird der Abend am Lagerfeuer lustig.

Da Andy und ich an diesem Tag den kompletten Nordteil des Stora Le erkundet haben, klinken wir uns gegen 10 Uhr abends aus der lustigen Runde aus.

Wir bekommen noch mit, dass die beiden Luxemburger sich gegen 23Uhr noch 1kg Nudeln kochen und lautstark pochen, dass sie diese ratzeputz in fünf Minuten unter  Beimengung zweier Dosen Thunfisch und zweier Gläser Tomatensauce Ricotta-Pecorino vertilgen würden!

Sie schaffen es trotz Stopfen nicht...

Die beiden Franken, insbesondere der sanfte Riese freut sich über die extra Portion Kalorien...

Selbst in unserem Zelt aus 25m Entfernung muss ich andauernd lachen, als Ben und Nico im Wechsel einen Klopper nach dem anderen raushauen. Mega! Ich bin zwar müde, so wie Andy sicherlich auch, doch dies interessiert uns trotz unserer vor Lachanfällen krampfenden Zwerchfelle nicht die Bohne!

Tag 3:

Der Montag auf Dano 38 beginnt bei mir mit der Erkenntnis, dass es wohl besser wäre, heute einen Ruhetag einzulegen. Stefan und Christian sowie die beiden Franken beschließen weiterzuziehen. Ich packe die Gelegenheit beim Schopfe, als ich bemerke dass alle vier die Pilzpfanne vom Vorabend überlebt haben und bitte Stefan vor dem Ablegen noch einmal um eine kurze Pilzkunde. Er willigt ein und zeigt mir sicher und bestimmt Steinpilz, Sandröhrling und Pfifferlinge. Er rät mir dazu, nur das zu probieren was ich 100% anhand der Merkmale bestimmen kann, alles andere, insbesondere Pilze, die beim Aufbrechen weiß bluten, zu meiden.
Er gibt mir mit seinem bayrischen Akzent untermalt zu verstehen:

"Siehst du weißes Blut, dann ist's a Milchling, schmeckts der denne scharf oder gar bitter, dann bedeutet des in der Regel: giftig. Also im Zweifel die "Kiriffel" weg, hörsts!"

Ich bedanke mich für die kurze Pilzkunde und wünsche einen schönen Restaufenthalt und Petri heil.

Als die beiden Luxemburger von unserer Absicht hören, einen Ruhetag einzulegen, beschließen sie kurzerhand es uns gleich zu tun. Wir bauen unsere Zelte ab und an den zuvor von den anderen beiden Gruppen besetzten Flächen wieder auf, da diese sich einfach besser eignen. Ben tut es uns gleich, wohingegen der faulere Nico jedoch, sei es nun aus Bequemlichkeit, oder aus purem Wahnsinn, beschließt weiter auf dem Ameisenhighway zu campieren. Jedem das Seine!

Nico berichtet uns beim Angeln auf dem Felsvorsprung, dass er noch ein Haufen Mehl dabei habe und furchtbar Lust auf Stockbrot habe. So beschließen wir kurzerhand später an der Feuerstelle aus seinem Mehlvorrat den Grundteig herzustellen. Im Gegenzug steuern wir Salami, Zwiebeln und etwas Speck bei.

Dumm nur, das Nico statt Weizenmehl, Roggenmehl benutzt, was ich nach etwa zwei Stunden erst bemerke. Ich kläre Ihn darüber auf, dass Roggenmehl ohne die Präsenz eines Sauerteigs unbekömmlich sei und sich aufgrund der schwammingen, glutenfreien Konsistenz, nicht für Stockbrot eignet.

Da wir unser Weizenmehl zur Herstellung einer Pizza an einem anderen Tag aufbewahren möchten, entscheide ich mich kurzerhand in gewohnter MacGyver-Manier das Stockbrot noch irgendwie zu retten.

Schließlich haben wir ja bereits Salami, Zwiebeln und Speckstücke beigemengt. Ich beschließe mich also 100 g Weizenmehl zu opfern, Hefe, Backpulver, Milchpulver, etwas Zucker und eine zerkleinerte Kartoffel beizumängen, um wenigstens etwas an Bindung zu erzeugen. Der Plan geht auf. Das Stockbrot gelingt zum Erstaunen aller ausgesprochen gut und wird geschmacklich eine Sensation.

Dazu gibt es Kartoffelpuffer gewürzt mit Zwiebeln an etwas Speck. Abgerundet wird mit Chardonnay aus dem Assi-Karton, den Nico grinsend hinter seinem Rücken hervorzaubert. Der Chardonnay wird an diesem Abend noch reichlich fließen...

Andy, der eine Woche Bierabstinenz angekündigt hat, wird zu einem Glas Chardonnay überredet.

"Wein ist ja schließlich kein Bier, Andy", entgegnet Nico und ehe sich Andy versieht, ist sein Glas auch schon bis oben hin mit Chardonnay gefüllt.

Der Abend wird richtig lustig und endet wie auch immer beim Thema: Two Girls one Cup.

Wir sind erstaunt, dass nach über 20 Jahren dieses uralte Video noch immer unter den Jugendlichen kursiert und halten die Welt nicht mehr aus." Krasser Scheiß " entgegnet Andy!
"Im wahrsten Sinne des Wortes! ", erwidere ich.

"So, komm Andy, wir ziehen jetzt mal die Reißleine, ehe die beiden Granaten uns noch Dinge zeigen, die wir wirklich nicht sehen möchten!"

Wir wünschen uns gegenseitig eine gute Nacht und begeben uns chardonnaybedingt nicht mehr ganz so schnur gerade in Richtung Zelt.

Tag 4

Der Dienstag beginnt ebenfalls mit einem ausgiebigen Frühstück. Am Abend zuvor sind wir mit den beiden Luxemburgern verblieben, gemeinsam Richtung Foxen weiterzuziehen, den nördlichen Stora Le bzw. Flöte Fjorden also zu verlassen und im Bereich der Insel Bärön ein Camp zu suchen.

Da Andy und ich bereits früh wach sind und uns bei zeiten um das Abbauen unserer Zelte kümmern, unterrichten wir die beiden noch schlummernden Luxemburger,  dass wir wie abgesprochen Bärön ansteuern und sie dort erwarten würden. Im Zweifelfall würden wir uns die Standortdaten per WhatsApp mitteilen, sollte sich aufgrund eines Wetterumschlags etwas an der Zielsetzung ändern.

Der Tag beginnt sonnig. Darum nutzen wir die Gelegenheit eines kühlen, wenn auch sehr wohltuenden Bades in der Bucht. Gleich darauf verlassen wir die Insel Bockön in leichtem Nieselregen in Richtung Foxen mit Kurs auf Bärön.

Unterwegs werden wir, zu unserer Überraschung tatsächlich unerwartet früh von den beiden Jungspunten eingeholt, als wir kurzer Hand aufgrund der glühenden Sonnenhitze beschließen am Felsen einer Privatinsel die Jacke auszuziehen und uns mit Sonnencreme einzureiben.

Tipp 4: Hochsommertage in Schweden sind fast immer wechselhaft. Es ist schlicht nicht vorhersagbar, wie sich das Wetter über den Tag verteilt entwickeln wird. Es kann alles mit dabei sein: Hitze, Kälte, Wind, Windstille, Regen, Gewitter und Sonne. Manchmal hier so und einen Kilometer weiter wieder ganz anders. Nicht selten kommt dabei gerne auch alles zusammen. Klingt strange, aber es ist wirklich so...

Ben fischt schleppend, während Nico den Kurs hält. Berliner winkt den beiden zu und erwiedert:  "Schau mal Carlo, die beiden da, die werden doch nie im Leben werden die mit diesem Schrottequipment etwas aus'm Wasser ziehn!"

Diese Einschätzung wird sich im Verlaufe des Tages noch als falsche Prophezeiung entpuppen...

Ben und Nico rasten wenige Minuten später bereits auf einem Felsvorsprung, um ihr verpasstes Frühstück nachzuholen. Wir ziehen grüßend an ihnen vorbei und verbleiben bei Bärön als Zielvorgabe. Im Nadelöhr zwischen Flöte Fjorden und Foxen ziehen dann schlagartig mächtige Gewitterwolken auf. Es frischt auf, die Wellen brechen sich schäumend: kein gutes Omen!

Wir beschließen das als Alternativziel festgelegte Dano 12 anzusteuern, dass nicht allzu weit entfernt ist. Die Insel Bärön anzusteuern würde uns vermutlich das Leben kosten, da sind Andy und ich sich einig...

Wenige Minuten später treffen auch Ben und Nico beim Alternativzielort ein. Dabei hält uns Ben aus der Ferne noch im Kanu sitzend stolz einen prächtigen Barsch entgegen.

Da Dano 12 lediglich aus einer kleinen Schutzhütte besteht, in der bereits ein finnisches Pärchen Zuflucht gefunden hat, beschließen wir kurzer Hand auf der Rückseite der Insel, an einem uns geeignet erscheinenden Platz, das Camp aufzuschlagen. Es regnet zwar in Strömen, dennoch überstehen wir das Gewitter schadlos und können unsere Kanister über den Ablauf unserer geschickt gespannten Plane mit frischem Regenwasser auffüllen. Wir sind durchnässt und frieren. Lediglich Nico, der im Gewitter beschließt im See zu baden, scheint seinen Frieden mit der Welt gemacht zu haben. Nico und Ben nehmen daraufhin ihren Tagesfang, einen prächtigen Barsch aus.

Diesen haben sie tatsächlich trotz bescheidensten Equipments gefangen. Wir spießen ihn auf einen Stock, den ich während des Gewitters aus einem noch biegsamen Birkenast geschnitzt habe.

Trotz der widrigen Umstände und des knallharten Zuschlagens des Karmas, gelingt es mir gerade so viel Hitze zu erzeugen, dass der Fisch und unsere Linsensuppe garen können. Karma deshalb, weil wir auf Camp 38 nicht ein einziges trockenes Stück Holz zurückgelassen haben. Zur Strafe wollte selbst unser trockenes Holz aus dem Holzsack bei dieser Witterung ums Verrecken nicht zünden.

Um den Holz-Karma-Gott oder vielmehr unser schlechtes Gewissen zu besänftigen, haben wir den Rest unserer Reise von nun an in jedem Camp stets mehr trockenes Holz zurückgelassen, als wir dort selbst vorfanden.

Mit Erfolg, denn alle Feuer zündeten wieder!!!

Der Barsch war einfach nur köstlich. Danke Ben, danke Nico für diesen unerwarteten Protein-Booster.


Tag 5:

Der Mittwoch bricht an und beginnt wie jeder Tag erst mal mit einem ausgiebigen Frühstück.

Die sprachtalentierten Luxemburger Ben und Nico, die, so wie man munkelt auch fließend Finnisch sprechen können, hatten tags zuvor mit den Finnen vereinbart das Dano 12 von Ihnen zu übernehmen.

Diese würden laut Ben gegen 6:30 Uhr weiter Richtung Norden aufbrechen. So kommt es auch. Spätestens jetzt wird uns klar, dass ich hier unsere Wege trennen würden. Vor unserer Abreise jedoch kommen wir Bens Wunsch nach einer Packung Brot nach und tauschen mit ihm Proviant aus. Brot gegen Kartoffeln, Buchstabensuppe und Sülze gegen Tomatensoße Ricotta-Pecorino.

Ein kluger Tausch wie sich zwei Tage später, beim Biss in unsere knusprige Pizza hersausstellen wird. Auf unseren Weg nördlich Richtung Töcksfors ziehen wir östlich an der Insel Bärön vorbei und stoßen entlang des Küstenabschnitts Långe Fjällen auf einen malerischen Strandabschnitt mit exklusiver Sonnenlage, Zeltplatz und Bäumen für die Hängematte. Ein Pizzaofen ist ebenfalls vorhanden.

Uns ist schlagartig klar, dies kann kein Zufall sein, bald würde es Pizza geben.

Nach dem Aufbau unseres Nachtquartiers entdecke ich etwas weiter abschüssig eine Frischwasserquelle. Ich folge ihr bergauf. Ein malerisch, mystisch, verwunschener Flecken aus satt vollgesogener Reentierflechte und Moos mit Infinity-Blick auf den See eröffnet sich mir. Auerhühner starten auffällig tapsig aufgeschreckt aus den ihnen Tarnung gebenden Heidelbeerbeersträuchern auf in die Lüfte.

Einer meiner Magic Moments.

Ich bin überwältigt von den zehntausend Farbnuancen die in diesem Moment auf meinem Netzhaut einprasseln. Nachdem ich zwei Stunden lang dort oben noch Preisel -und Blaubeeren sammle, kehre ich tiefenenspannt und zufrieden wieder an den Strand zurück. "Was jetzt noch fehlt, wäre lediglich ein kühles Bier, Andy" entgegne ich.

Und wie das Schicksal es so will, trifft auch schon keine 5 Minuten später die Biertruppe aus dem Bus zu uns an den Stand.

Wir kommen ins Gespräch. Sie kämen in Frieden, sagen sie. Ob wir Ihnen denn gestatten würden, einen kurzen Pinkelstopp einzulegen, sie wären auch gleich wieder weg...

"Sicher doch", entgegne ich.
By the way frage ich Sie, wie viele von den 21 Paletten Bier sie auf der Fähre haben zurücklassen müssen. "17 Paletten" erwidern sie, "aber in Lennartsfors angekommen haben wir gleich das nächste Taxi genommen und uns einfach ein paar Kilometer weiter 17 neue Paletten besorgt."

"Na dann", erwidere ich, "wisst ihr ja in welcher Währung ihr euren Pinkelstopp bezahlen könnt."

Sie grinsen, drücken Andy und mir ein Bier in die Hand, bohren mit dem Messer ein kleines Loch in die Dose und halten sich bereit fürs durchladen. Ich tue es ihnen gleich. Nach einem kurzen Initiationsritual der Gruppe, jagen wir uns den Doseninhalt innerhalb von 700 Millisekunden in den Kopf. Gleich darauf rülpsen alle lautstark und verabschieden sich.

Auf dem Weg zum Kanu haken sie noch kurz nach, warum um alles in der Welt Andy sein Bier nicht getrunken hat. Er erzählt ihnen von seiner Absicht, diese Woche konsequent auf Bier verzichten zu wollen.

Daraufhin entgegnen sie: "ach Carlo, dann trinkst du halt Andy seine Ration nachher in Ruhe noch! Ciao allerseits, wir sind dann mal weg."

Sie ziehen lautstark weiter und so schnell wie sie gekommen sind, verschwindem sie auch im Nu am Horizont. Super Truppe, geiles Bier, was für ein Tag!

Ich inspiziere den Steinofen, erweitere ihn mit Andy um ein paar Features und setze den Pizzateig für den Folgetag im Hordentopf an. An diesem Abend kochen Andy und ich die Preiselbeer-Blaubeer-Mischung unter Zugabe einer Packung Sandzucker über dem Ethanolkocher ein. Sie geliert dank des hohen Pektingehalts der Preiselbeere einwandfrei und wird uns am nächsten Morgen das Frühstück bereichern; allerdings verfärbte Hände und Zähne mit einbegriffen.

Tag 6:

Der Donnerstagmorgen beginnt sehr sonnig.  Das Wetter spielt mit: Die Gelegenheit unsere Solarpowerbank aufzufüllen und einen kleinen Ausflug zu machen. Wir beschließen der Quelle hoch auf die Anhöhe zu folgen und von dort aus eine Wanderung ins Unbekannte zu starten. Begeistert von den Eindrücken während der Wanderung bemerken wir bei der Ankunft im Camp eine hell leuchtendes Gebäude am anderen Ufer: Die Kirche von Västra-Fågelvik. Andy meint: "komm wir setzen rüber zur Kirche, vielleicht gibt es da ja in der Nähe irgendwo ein Souvenirshop oder einen Tante-Emma-Laden. Es ist ja lediglich ein Katzensprung von hier entfernt." Gesagt,  getan.

Ausgepowert und entkräftet erreichen wir 75 Minuten später unsere auf maximal 15 Minuten geschätzt entfernte Destination. Dort treffen wir an der Kirche auf einen Deutschen mit Handverband und Iron Maiden T-Shirt.

Da er für mich wie ein typischer Schwedenrocker aussieht, spreche ihn auf Englisch an, worauf er mir schnell zu verstehen gibt, dass ich Deutsch mit ihm reden kann.

Verdutzt frage ich ihn ob mein Englisch denn so schlecht sei.

Er grinst und erwidert: "Nein", aber die Berliner Schnautze da neben Dir, die konnte man eben beim Blick auf den See, als Ihr noch ein kleiner Punkt am Horizont wart schon nicht überhören." Wir lachen.

Er berichtet uns, er habe einen weiteren Weg vom See Vänern auf sich genommen, um mit seiner Familie diese malerische Bucht mit der beeindruckenden Kirche zu sehen. Er führt fort: "Der Vänern, da guckst du raus und fühlst dich wie auf dem Meer, da müsst Ihr auch unbedingt mal hin!"

Er erkundigt sich über unseren Urlaub und ob es denn für uns auch die erste Schwedenreise sei.

"Ja" entgegnen wir, "wir machen eine Kanutour auf eigene Faust entlang dieses Sees." Er beglückwünscht uns zu unserer Wahl und verzieht kurz darauf schmerzerfüllt sein Gesicht.

Neugierig erkunde ich mich bei der Gelegenheit über seinen blutigen Verband an der Hand. Ich frage Ihn, ob wir ihm mit etwas Desinfektionsmittel aushelfen können. Er lehnt ab und eröffnet uns, dass er beim Gerangel seiner beiden Hunde eingegriffen habe und vom kleineren der beiden Kläffer in die Hand gebissen worden sei. Er sei aber bereits durch die lokale Ärztin erstversorgt worden.

Nachdem er sich bedankt hat frage ich Ihn noch welches denn sein Lieblingslied von Maiden sei. Er erwidert: "Klares Ding, 'Fear of the Dark' natürlich". Ich entgegne ihm: "gute Wahl!" und füge hinzu: "Na dann wünsche ich Dir, falls wir uns nicht mehr sehen sollten, ein schönes Restleben!", worauf er erwidert: "sieh' an, so spricht nur ein Philosoph! Recht hast Du, es ist sehr wahrscheinlich, dass wir uns nie mehr wieder sehen werden. Auch Dir und Ikke wünsche ich ebenfalls ein schönes und erfülltes Restleben."

Er dreht sich mit erhobener Hand um und geht zu seiner Familie, die etwas oberhalb der Kirche ein paar Fotos schießt."

"Na, was machen wa denn jetze" fragt Andy.

Ich erwidere:

"Na wir passieren die enge Schlucht, die von der blauen Brücke dort überspannt ist, schauen was uns dahinter erwartet, ziehen an der Ostflanke der Insel Uprannson an Dano 20 vorbei und fahren dann an den nördlichsten Punkt unserer Reise. Danach paddeln wir zurück und schauen ob wir hier und dort noch etwas Holz für unseren Pizzaofen auftreiben können."
Gesagt, getan...

Der Abschnitt nach der Brücke, der die Dörfer Uppran und Sundbyn miteinander verbindet ist geprägt von sehr dunklen, tiefen Gewässerabschnitten. Die Landschaft ähnelt der Seenlandschaft in der Krombacher-Werbung. Unmittelbar unter der Brücke nimmt Andy den Geruch von Fischfutter wahr. Wenige hundert Meter nördlich gelangen wir dann schließlich auf den Verursacher, eine Fischzuchtanlage zu unserer Rechten. Gleich danach schließt sich die Insel Uprannson mit Camp 20 auf ihrer Ostflanke an.

Wir beschließen bei Dano 20 anzulegen, gehen von Board, vertreten uns die Beine und laden den etwa 3 m langen Stamm einer trockenen Fichte ein. Anschließend umrunden wir die Insel gegen den Uhrzeigersinn, ziehen an Ihrer Westflanke an Camp 21 vorbei, durchqueren wiedermals die Enge Schlucht, die von der blauen Brücke überspannt wird, um wieder zu unserem Camp mit dem Pizzaofen zu gelangen. Mission erfüllt.

Der Fichtenstamm aus Dano 20 dient uns als kontinuierliche Dauerbefeuerung des Ofens, sodass ein Nachlegen von Holzscheiten komplett entfällt.

Zwischendurch entfacht Andy mittels seiner Luftmatratzenpumpe das Feuer, um die obere Deckplatte des Ofens anzuheizen.
Dies erlaubt uns den Luxus einer perfekten Oberhitze für den Belag. Göttlich! Die Pizza zieht tatsächlich Fäden! und das mitten in der Wildnis!!!

Tipp 5: Luftmatratzenpumpen können nicht nur Luftmatratzen füllen, sie können auch Pizzaöfen zwischen den einzelnen Pizzen turboaufheizen und bei nasser Witterung die einzige Möglickeit darstellen, wie ihr feuchtes Holz doch noch zum Zünden bekommt!

Wir teilen Ben und Nico unsere Standortdaten via WhatsApp mit, können diese aber trotz des auf sie verführerrisch wartenden Pizzastücks nicht motivieren die neun Kilometer See aufwärts von Dano 12 zu uns hoch zu paddeln.

Ein Fehler, denn es war nicht nur einfach eine Pizza, es wäre für sie die Pizza ihres Lebens gewesen!

Nico informiert mich, dass sie sich unterdessen von Dano 12 in Richtung Leningrad aufmachen würden, wie er von Anbeginn Lennartfors liebevoll zu umschreiben pflegt.

Diese Granate beschert uns aus 9 km Entfernung doch tatsächlich wieder einen Lachkrampf. Das gerade erst weniger schmerzende Zwerchfell fängt schlagartig wieder zu krampfen an...

Später am Abend schickt mir Nico noch Bilder von seiner Preiselbeer-Blaubeermarmelade, die er laut eigener Aussage vom meinem Whatsappstatus (Marmeladenvideo) inspiriert mit eingetauschtem Ahornsirup eingekocht hat.

Er fügt hinzu, sie stünden jetzt unmittelbar vor Leningrad und würden dort ihr Camp aufschlagen. Er wünscht uns eine gute Nacht.

Bei einer sternenklaren Nacht, die aufgrund der sehr geringen Lichtverschmutzung in der Region, tiefere Einblicke in die Milchstraße zulässt als in unseren heimischen Gefilden, gehen Andy und ich ein paar Sternenbilder durch, sehen die Venus, ein paar Satelliten und Sternschnuppen der ausklingenden Perseiden.


Tag 7:

An Freitag brechen wir früh die Zelte ab. Schließlich ist unser Tagesziel die von der Staatsgrenze zwischen Norwegen und Schweden geteilte Insel, das Kondominium Trollön.

Bei der Durchquerung des Foxen, zieht aber von Norwegen her aus dem südlichen Teil des Stora Le eine Regenfront auf. Es frischt auf. Der starke Gegenwind zwingt uns auf der Insel Getöarner (Preiselbeerisland) anzulegen und unseren Plan, noch kurz einen Abstecher nach Norwegen zu machen, zu verwerfen. Das dort befindliche Danocamp 17 platzt erwartungsgemäß, aufgrund der Nähe zu Lennartsfors, am letzten Tag vor der Abreise natürlich bereits vollkommen aus allen Nähten.

Ich inspeziere die Insel und entdecke auf der Rückseite eine kleine Schutzhütte aus der gefühlt jederzeit ein Hillbilly mit Gewehr rauskommen könnte. Bilder aus SAW 1 kommen hoch.

Sie ist mit zwei Betten, einem Hochschrank gefüllt mit Gläsern, einer Bank und einem Tisch ausgestattet. Das darauf befindliche Gästebuch enthält abendfüllende Berichte, Geschichten und Ratschläge der unzähligen Vorgänger für euch bereit. Lesenswert!

Die Feuerstelle, eine überdachte Terrasse und reiche Holzvorkommen sind zwar verführerisch, dennoch schreckt das creepy Erscheinungsbild der Hütte etwas ab.

Wir entscheiden uns in etwa 25m Entfernung weiter oberhalb das letzte Camp aufzubauen.

Die eintreffende vierköpfige Gruppe aus Wittenberg scheint unterdessen offensichtlich keine Hemmungen zu haben und nimmt die Schutzhütte kurzerhand in Beschlag.

Man kommt ins Gespräch. Wir vereinbaren gemeinsamdie Feuerstelle zu nutzen. Sie willigen freundlich ein.

Da ich bei meiner Blaubeersuche unweit unseres Zeltes einen leichten, dennoch stabilen Baumstamm finde, der mir geeignet erscheint in unmittelbarer Umgebung unseres Zeltes eine Sitzbank anzulegen, bitte ich Andy darum, mir doch kurz mal eben zu helfen.

Die Sitzbank entsteht dann nach kurzer Absprache innerhalb weniger Sekunden dadurch, dass wir den Stamm zwischen zwei kleinere Felsen legen, die knapp 2 Meter voneinander entfert sind. Sie wird uns am Abend noch nützlich werden, da aus Norwegen immer schlechteres Wetter heranzieht.

Da das Wetter gegen Abend weiter unbeständig bleibt, gesellen wir uns dann also doch nicht mehr ans Feuer der Wittenberger Gruppe und essen auf unserer Bank zu Abend.

Heute gibt es für mich Fusilli mit gefüllten Paprika an Tomatenjus, für Andy, der Paprika hasst, Fusilli alla arrabiata.

Tag 8:

Nach einem letzten Bad im See und einer ausgiebigen, warmen Dusche aus meiner improvisierten Solardusche, die ich aus Andys ausgedienter Luftmatratze baue, verlassen wir am Samstag die Insel Getöarna mit Cast Away Vibes und folgen den vielen Kanus zurück nach Höglund. Dort angekommen treffen wir auf die beiden Mädels aus der Hinfahrt, Stefanie und Nathalie.

Wir freuen uns sichtlich uns nach einer Woche wiederzusehen und erkundigen uns gegenseitig ob die Reise gut verlaufen sei und unseren Vorstellungen entsprach.

Nach der reibungslosen Übergabe am Steg und am Ausrüstungszelt geht es sogleich nach dem Umpacken des Gepäcks in unsere Reisetasche, zurück von Höglund zum Basiscamp, wo wir in bekannter Weise schon bei Kaffee, Tee, frischer Milch und Prinzenrolle erwartet werden.

Hier ergibt sich noch eine letzte Gelegenheit zum Austausch von Erfahrungen mit unseren Gleichgesinnten, denn schließlich trennen sich die Wege der meisten hier, weil die vier Busse verschiedene Regionen Deutschlands ansteuern.

Hier treffen wir auch wieder auf die Gruppe aus Franken. Pilzexperte Stefan und Christian begrüßen uns ebenfalls herzlich und berichten stolz, sie hätten weitere sechs Fische gefangen.

Das Pärchen, das bei der Hinreise noch eine Reihe vor uns gesessen hatte, berichtet von einem qualvollen Tag des Unwohlseins nach dem Genuss einer Pilzpfanne aus selbst geernteten Pilzen. Ich entgegne: "Glück gehabt, aber dann sind das wohl die Pilze gewesen, die Ihr dann lieber doch hättet rauchen sollen". Die beiden lachen.

Die Rückreise gestaltet sich besser als die Hinreise. Es bleibt natürlich immer eine anstrengende Busreise. Aber Kompliment an die beiden Fahrer, denn sie hielten den Motor konstant auf Touren. Und das ganz ohne Ein -und Auskuppelgeräusche.

Dank günstiger Verkehrslage und fahrerischen Geschicks erreichen wir das Busterminal am Hauptbahnhof Frankfurt bereits 2 Stunden vor der planmäßigen Ankunft.

Eine insgesamt gelungene Reise geht dann auf der Fahrt mit dem RE Richtung Heimat zu Ende.


An dieser Stelle nochmals liebe Grüße an die beiden Abenteurerinnen Stefanie und Nathalie.


Ein schönes und erfülltes Restleben euch allen!


Andy "Berliner" Fink, a.k.a. saarlandsberliner

und

Carlo, a.k.a. saarlands_sizilianer
geschrieben October 2023, Calogero G.282 mal gelesen
We did it! - Ein Urlaub der uns wachsen ließ
Bevor wir von unserem Abenteuer berichten, gibt es so manches zu uns zu wissen. So haben wir uns aus einer sehr spontanen Laune heraus und ohne zu wissen was auf uns zukommen kann, entschieden, diese Reise zu beginnen. Noch bevor wir uns überhaupt annähernd dem Anreistag genähert haben, mussten wir uns mit verschiedenen Herausforderungen und Sorgen auseinander setzen. Dazu ist zu sagen, dass wir zwei junge Frauen (Patricia und Chiara) mitte zw ...› weiterlesen
Bevor wir von unserem Abenteuer berichten, gibt es so manches zu uns zu wissen. So haben wir uns aus einer sehr spontanen Laune heraus und ohne zu wissen was auf uns zukommen kann, entschieden, diese Reise zu beginnen. Noch bevor wir uns überhaupt annähernd dem Anreistag genähert haben, mussten wir uns mit verschiedenen Herausforderungen und Sorgen auseinander setzen. Dazu ist zu sagen, dass wir zwei junge Frauen (Patricia und Chiara) mitte zwanzig ohne großartige Erfahrungen, sind und uns von vielen Seiten (aus Bekannten-, Freunden- und Familienkreisen) Zweifel und Sorgen entgegengebracht wurden. Uns wurde vorausgesagt, wir würden die Reise abbrechen, wir müssten uns "starke Männer" suchen um überhaupt zu "überleben" und wir würden uns zudem auch hemmungslos verirren.

Teil 1
Als dann der (trotz verschiedener sorgengeschürten Gedanken) lang ersehnte Tag der Anreise aus Hannover kam, waren wir froh unserem Arbeitsalltag und dem Stress des alltäglichen Lebens zu entkommen. Wir hatten eine nicht einfache Zeit hinter uns, geprägt von Stress und so manchen Schicksalsschlägen.
Die Busfahrt war sehr angenehm, was zum einen an der Vorfreude und zum anderen an unserem Busfahrer Mannfred lag, welcher uns ein Gefühl von Sicherheit vermittelte. Allein das erste mal mit der Fähre zu fahren war schön aufregend.

In Höglund angekommen, waren wir zunächst ein wenig orientierunslos. Aber wir hatten bock! Motiviert holten wir unsere Sachen zusammen und kamen das erste Mal in den Genuss des vielen Schleppens. Das war das erste Mal, dass wir dachten, auf was haben wir uns da nur eingelassen?!
Die Mitarbeitenden von Scandtrack waren allerdings so freundlich und gaben uns ein gutes Gefühl, dass wir dann doch recht zügig mit unserem bepackten Kanu auf dem Wasser waren.
Unseren ersten Stop machten wir bei einer kleinen Insel, nicht weit vom Basiscamp. Dort konnten wir die erste Aufregung verdauen und waren sofort schockverliebt. Um uns flogen Schmetterlinge, das Wasser war glasklar und eine Feuerstelle befand sich auch dort. Dennoch verließen wir die Insel, da wir gepackt vom Abenteuerfieber waren. Wir mussten uns erstmal mit der Technik und dem Fortbewegen auf dem Wasser vertraut machen, schafften dann aber doch die ersten Kilometer. Als es langsam anfing dunkel zu werden, haben wir grade noch rechtzeitig unseren ersten Spot gefunden, welcher uns den perfekten Blick auf den See preisgab. Als unser Camp aufgebaut war und wir gegessen haben, erkundeten wir die Insel und saßen am Wasser, wo uns ein großer Flusskrebs gesellschaft leistete. Unsere Sachen hingen wir zum ersten Trocknen auf wobei es in der Nacht regnete und diese am nächsten Morgen noch nasser waren, was uns jedoch eher zum Lachen brachte. Während Patricia Wasser fürs Frühstück holte, machte Chiara schonmal Feuer, wobei sie sich ausversehen anzündete (keine Sorge nur der Arm und mehr als dass er müffelte ist nichts passiert :D ). Wir begegneten auf der Insel noch einem älteren Mann, den wir liebevoll Outdoorbären nannten, welcher uns zeigte wie wir Steinpilze erkennen können. Als wir unser Camp zusammenpackten, kam Patricia aufgebracht zurück und meinte, es sei ein Frosch in unserem Zelt (man sollte dazu wissen, dass sie Amphibien weder mochte, nein sogar eine kleine Angst hatte und der Frosch schon bisschen größer war). Also war es an Chiara ihn einzufangen und rauszulassen.

Teil 2
Auf der Karte konnten wir erkennen, dass wir nicht weit von der norwegischen Grenze entfernt waren und entschlossen uns, diese anzupeilen. Kurz vor der Grenze, schlug jedoch das Wetter um und die Wolken begannen sich zusammenzuziehen. Wir wurden immer nervöser, da der Wind zunahm und die Wellen uns immer höher entgegen schlugen. Jedoch hatten wir einfach keinen Platz finden können, an dem wir anlegen konnten. An der einen Stelle rief uns ein Pärchen viel Glück zu und dass wir schnellstens einen Platz finden sollten. Jedoch haben wir keine geeignete Anlegestelle finden können. Als das Wetter immer gefährlicher schien konnten wir endlich einen Platz finden und er war wirklich geprägt von Hindernissen. Wir trugen die nötigsten Dinge die wir brauchten steile und rutschige 3-4 Meter nach oben, wo sich uns ein unheimlich schöner Spot bot. Nach einiger Zeit nahm der starke Wind ab und das Wetter schien sich zu beruhigen. Wir waren völlig erledigt von unserer sportlichen Leistung und da entdeckten wir tatsächlich unseren ersten Steinpilz! Wie Kinder haben wir uns gefreut und ihn mit Kartoffeln zubereitet. Es war so gut und wir so glücklich!

Teil 3
Am nächsten Tag fuhren wir aufgrund des starken Windes und des Wetters wieder in die andere Richtung und fanden eine Insel die den perfekten Platz bot. Dort hatten wir Gesellschaft von dem dort lebenden Specht, der ununterbrochen seiner Arbeit nachging. Wir hatten auch hier wieder viel Strecke hinter uns gelassen und machten uns erschöpft etwas zu essen. An diesem Tag etablierte sich unser Ritual des Essens-Steins, denn die Aussicht war wie immer atemberaubend und wir wollten nicht eine Sekunde davon verschweden.

Teil 4
Wir machten uns nachdem wir ausgeschlafen hatten entspannt auf den Weg zum nächsten Abenteuer und bemerkten, dass das Wetter mittlerweile richtig warm wurde. Das nutzten wir und gingen das erste mal richtig baden. Wir fanden einen super schönen Sandstrand und fühlten uns wie neugeboren. Wir peilten den weiter entfernten Autofriedhof in Bastnäs an, von dem wir durch Zufall über Bekannte erfuhren. Jedoch wandelte sich der Sonnenschein innerhalb kurzer Zeit in starke Regenschauer um. Endlich an der Anlegestelle angekommen waren wir bis auf die Unterhose durchnässt und durchgefroren und konnten nicht anders als uns wie kleine Kinder über die SItuation zu freuen und zu lachen. Wir stiefelten also zum Autofriedhof los (fanden auf dem Weg die besten Himbeeren unseres Lebens) und waren überwältigt von dem absurden Bild der gestapelten Autos und des Schrotts inmitten des schönsten Waldes und der intensivsten Natur welche wir bis dato gesehen hatten. Es fühlte sich verrückt an.
Mittlerweile war es echt spät und wir waren wie jeden Abend völlig erledigt (man muss dazu jedoch sagen, dass wir uns wenig bis keine Pausen ließen und von morgens bis spät das Paddeln genossen und dadurch immer erst kurz vor Sonnenuntergang unsere Plätze suchten und fanden). Die Insel die wir fanden hatte eine Feuerstelle und wir waren so verdammt froh über diesen Umstand. Wir hackten unser Holz und begannen alles für Stockbrot und Tee vorzubereiten. In das Stockbrot stopften wir übrigens unseren Käse und das war grandios!

Teil 5
Der kommende Tag war sehr ereignislos, so dachten wir. Wir fuhren los, fanden eine Insel, mittlerweile war man eingespielt. Abends kochten wir und waren zufrieden und glücklich. Wir saßen lange auf dem Felsen zum Wasser hin und sprachen über die bisherigen Erlebnisse und Abenteuer. Wir sprachen darüber, dass wir neue Erfahrungen machen durften und dass diese kaum zu beschreiben seien (selbst in einem solchen Reisebericht nicht). Wir sprachen auch darüber, dass wir gewachsen sind, jeden Tag und mit jedem kleinen Ereignis mehr (ob starke Strömungen, Wellen und Wind oder selbst an "Grusel- Fröschen"). Der Abend verging und es wurde immmer dunkler. Immer mehr Sterne waren zu sehen und nach und nach ließen sich die ersten Sternenbilder erkennen. Wir lagen auf den kalten, nackten Steinen und sahen plötzlich Sternenschnuppen. Immer wieder welche. Plötzlich, völlig aus dem nichts, tauchte eine riesige Sternenschnuppe auf, welche sich vor unseren Augen entzündete und wie ein Feuerwerkskörper am Himmel vorbeiflog. Wir waren fassungslos und konnten nicht glauben, was wir grade gesehen hatten. Später recherchierten wir und fanden heraus, dass es sich dabei um sogenannte Boliden (größere Partikel die in die Erdumlaufbahn eintauchen) handelte. Es war besonders und fühlte sich an, als wäre sie für uns gewesen.

Teil 6
An unserem vorletzten Tag nahmen wir uns vor, doch nochmal Norwegen anzupacken und machten uns auf. Wir hatten mittlerweile Übung darin, gegen die Strömung anzuarbeiten und haben unheimlich viel Strecke hinter uns gelassen. Wir wollten unbedingt das Ziel Norwegen (und zwar wirklich über die Grenze, die Telefonanbieter schicken nämlich schon vorher Nachrichten raus man sei in Norwegen) zu erreichen und zum Sonnenuntergang, vorbei an traumhaften Orten und einer riesigen britischen Reisegruppe haben wir schlussendlich (wieder mal in den letzten Sonnenstunden) den mit Abstand schönsten Platz für unser Camp gefunden. Er war genau an einem Felsvorsprung und es waren tausende von Ameisen dort, welche nicht begeistert über uns waren und uns dies brennend spüren ließen. Der Sonnenuntergang war unbeschreiblich, auf der einen Seite war der Himmel blau- rosa, auf der anderen war er eingetaucht von strahlendem orange. Es war unheimlich kalt und wir waren müde, allerdings ließen wir es uns nicht nehmen, alles an diesem Platz auszukosten. Also zogen wir uns aus und gingen um kurz vor 21Uhr im Sonnenuntergang in Norwegen baden. Und es war das mit Beste Erlebnis überhaupt! Auch diesen Abend war der Himmel wieder voller Sternenschnuppen.

Teil 7
An unserem letzten vollen Tag legten wir zufälligerweise wieder an der Insel des ersten Tages an und trafen dort sehr nette Menschen mit denen wir uns austauschten (um ehrlich zu sein, haben wir die meisten Kontakte zu anderen Menschen auf unseren Touren gemieden) und am Feuer den Regen genossen. Der Regen spielte einfach keine Rolle.

Am Tag der Abreise spielte das Wetter wieder sehr verrückt und der Wind und die Wellen waren teilweise unberechenbar und schwappten in unser Kanu . Wir drohten mehrfach zu kentern und begegneten auch Menschen, die tatsächlich gekentert waren.
Patricia beschrieb es ganz schön mit den Worten, dass sei nun unsere Abschlussprüfung.
Wir schafften es heile und trocken zurück ins Basiscamp und wurden wieder freundlich und herzlich von dem Team dort empfangen.

Alles in Allem war es, um es nochmal zusammenzufassen, eine großartige und einzigartige Erfahrung die sich, egal wie man es versucht, nicht erklären lässt. Wir haben viele neue und auch unheimliche Situationen gemeistert. Seis, dass Chiara sich ausversehen angezündet hat, dass unsere Zeltstange kaputt ging und wir mit den begrenzten Möglichkeiten improvisieren mussten, wir unser Klopapier nicht in Tüten taten (Leute, packt euer Klopapier in Tüten!!!) und es permanent feucht war (und Patricia auch noch draufgelatscht ist), wir umzingelt von Aggro- Ameisen waren, Chiara fast an Schokolade erstickte, weil sie in die Sterne geschaut hat und ihre Socken mitten im Wald verlor (und wieder fand!), wir unsere Seife mehrfach fast verloren haben (wichtige Dinge sollte man nicht in offene Jackentaschen tun), wir mehrfach ab- und ausrutschten, in Löcher fielen oder Patricia sich im Basiscamp so sehr in den Finger schnitt, dass sie alles voll blutete, es hatte sich gelohnt!

Allen die ebenfalls unerfahren und vielleicht etwas unsicher sind können wir die Reise nur an‘s Herz legen. Es braucht keine besonderen Kenntnisse oder ein bestimmtes Fitnesslevel um die einzigartige Natur Schwedens entdecken und genießen zu können! Allenfalls braucht es gute Laune und Lust auf neue Erfahrungen sowie etwas Spontanität für einen unvergesslichen Urlaub.
Rückblickend was es der abwechslungsreichste Urlaub und dafür gibt es nur ein Wort, ein Gefühl, dass uns täglich begleitete: Dankbarkeit!
geschrieben October 2023, Patricia R.300 mal gelesen

Saarlands Berliner und Saarlands Sizilianer
Die Reise beginnt fahrplangemäß um 9:10Uhr am Bahnhof Merzig, meiner Heimatstadt im beschaulichen Saarland und führt mich über Völklingen, wo sich mein Kumpel Andy, ebenfalls mit Seesack, Rucksack und Angel bepackt, zu meinem zuvor energisch verteidigten Vierer-Platz gesellt.

Das Deutschlandticket scheint sehr gut angenommen zu sein an diesem Tag. Der Zug füllt sich ab Saarbrücken kontinuierlich weiter und platzt bereits hier a ...› weiterlesen
Die Reise beginnt fahrplangemäß um 9:10Uhr am Bahnhof Merzig, meiner Heimatstadt im beschaulichen Saarland und führt mich über Völklingen, wo sich mein Kumpel Andy, ebenfalls mit Seesack, Rucksack und Angel bepackt, zu meinem zuvor energisch verteidigten Vierer-Platz gesellt.

Das Deutschlandticket scheint sehr gut angenommen zu sein an diesem Tag. Der Zug füllt sich ab Saarbrücken kontinuierlich weiter und platzt bereits hier aus allen Nähten. Die Platzverhältnisse ähneln denen in einer Sardinenbüchse.

Etwa in Höhe Homburg fallen mir im Gespräch mit Andy einige Meter weiter zwei vollkommen überladene Mädels auf, die mich irgendwie an Erstklässler mit vollkommen überdimensionierten Schulranzen erinnern. Mein Mutterinstinkt setzt spätestens bei der Beschleunigung des Zuges ein, als ich sehe, dass die Mädels sich gerade so mit Ach und Krach noch aufrecht halten können.

Ich spreche die Mädels mit dem Verweis an, dass zwar wenig Platz zur Verfügung stünde, wir aber dennoch alles in unserer Macht stehende tun werden, damit sie sich zu uns  setzen können.

Erst lehnen beide unser Angebot höflich ab. Doch die eine der beiden wird beim Blick auf unseren Tisch auf die Scantrack Navigationskarte "Dalsland-Nordmarken" aufmerksam. Auf dieser hatte ich einige Minuten zuvor mit Andy ein Konzept unserer Route abgesteckt.

Gemeinsamkeiten schaffen eben Vertrautheit, sie setzen sich zu uns, wir kommen ins Gespräch und sie eröffnen uns, dass Sie ebenfalls auf dem Weg zur selben Kanutour seien.

Während ich mich weiter mit Andy unterhalte und die Mädels sich ebenfalls untereinander unterhalten erlaubt mir meine sizilianische Fähigkeit des Mehrspur-Hörens, sehr wahrscheinlich eine Folge des von  Kindesbeinen unzähligen Parallelgesprächen Ausgesetztseins, im  Gespräch mit Andy Informationen über die beiden Mädels herauszuhören, um so hier und da Momente zum Einklinken in ihr Gespräch zu erzeugen.

Die Fahrt nach Frankfurt verläuft gut. Ich finde heraus dass es sich bei den beiden entweder um Lehrerinnen oder Pädagoginnen handeln muss. Ich schnappe die Fächer Mathematik und Sport beiläufig auf.

Dies bleibt von Andy nicht unbemerkt. Er rechnet bereits mit dem Schlimmsten und geht vorsichtshalber schon mal in den Fremdschämemodus. Schließlich hat der Arme ja bereits unzählige Male zuvor miterleben müssen, wie gerne ich Mathematik -und Physikstudenten mathematisch filetiere und auf Herz und Nieren prüfe.

Aber soweit kommt es nicht, denn schließlich sind die beiden mir auf Anhieb sympathisch.

Ich verwerfe also die Gesprächsoptionen Hessematrix, Nabla-Operator und Differentialgleichungen höherer Ordnung und versuche lediglich über den dezenten Verweis der Polarkoordinaten in Erfahrung zu bringen, ob Nautik und Navigation denn zum Mathematikstudium dazugehörten, wenngleich mir von vorne herein klar ist, dass sie es nicht tun. Ich möchte lediglich mehr über die sympathische Person neben mir in Erfahrung bringen.

In Frankfurt angekommen sprechen wir uns bereits sicher mit unseren Vornamen an. Wir begeben uns zum Hauptausgang, sammeln uns kurz, schauen auf unsere Unterlagen auf denen das "Flixbusterminal Südseite Hauptbahnhof" als Start für den Scantrack- Express vermerkt ist.

Typisch Klugscheißer, schaue in den Himmel und sage sinngemäß:
"Dem Stand der Sonne nach zu urteilen, befindet sich das Flixbusterminal in diese Richtung, mir nach! "

Steffi, die eine der beiden, entgegnet nach einem kurzen Blick auf ihre Smartwatch: " Es ist in etwa Mittag, die Sonne ist genau auf der anderen Seite, also da lang! "

Dabei versucht sie sich ihr hämisches Grinsen höflich zu verkneifen.

Mir klappt erst mal ordentlich die Kinnlade runter! Soviel kann ich euch sagen! ...und denk mir so insgeheim: Mensch, kannste nicht einmal die Fresse halten, du Idiot! 

Mir wird in diesem Moment klar: Steffi hat sich ganz im Gegensatz zu mir auf die Kanutour vorbereitet und wird diesen Trip mit hoher Wahrscheinlichkeit überleben. Bei mir bin ich da jetzt nicht mehr ganz so sicher!...

In diesem Moment entgegnet Andy, ganz Berliner Schnauze: "Carlo 0, Steffi 1, würd' ik sagen", grinst und fügt hinzu: "wir folgen ihr jetze, dann finden wa dit Ding ooch!"

Etwa 10 Minuten später erreichten wir tatsächlich über Steffis navigatorisches Geschick das Flixbusterminal unbeschadet und rechtzeitig, ohne auch nur einmal auf irgendwelche Straßennamen geachtet zu haben. Chapeau!

Während wir auf die Ankunft des Scantrack- Express warten macht sich Andy mit Steffi auf dem Weg zum Rewe. Ich begebe mich unterdessen an den Mülleimer einige 100m weiter und versuche dort mein hartgekochtes Ei von seiner Schale zu befreien.

Nathalie, die andere der beiden, passt indess auf unser Gepäck auf. Während mir einige Eierschalen auf den Boden fallen, fällt mir  schlagartig auf, dass Frankfurt an den Stellen an denen die Eierschale auf den Boden gefallen ist sauberer erscheint als vorher. So verfehlt die Hälfte der Eierschalen zielgerichtet den Mülleimer.

Man hilft wo man kann, keine Ursache Frankfurt, immer wieder gerne!

Nach dieser Erkenntnis geselle ich mich zurück zu Nathalie ans Gepäck. Ich esse einen Apfel, die beiden anderen kommen zurück.

"Mist Andy, verdammte Scheiße, ich habe doch tatsächlich mein Bargeld zu Hause liegen lassen, ich muss zur Sparkasse!"

Ich verlasse die drei mit dem Verweis darauf, schnell eine Sparkasse aufzusuchen und gleich wieder da zu sein.

Auf dem Weg zur Sparkasse wird mir mulmig, ich fühle mich wie ein Europäer der gerade ohne Geleitschutz durch Somalia, Niger oder  Burkina Faso spazieren geht. Ich greife mir unbewusst ständig an meine Hosentasche. Zweifel kommen auf:  "Ob wohl das Handy oder Portemonnaie noch da sind?"
Trotz der in diesem Fall begründeten Vorurteile, passiert nichts und komm ich noch einmal mit dem Schrecken davon.

Ein Block vom Terminal entfernt kreuzt dann wie der Zufall es so will, ein Dönerladen meinen Weg. Der Magen knurrt.
Warum also nicht ein Henkers-Döner vor dem Überlebenstrip meines Lebens, denke ich mir. Als ich den Laden betrete, fällt mir gleich auf: der Dönermann trägt tatsächlich Reebok Classics, Azad- Shirt und ne Trainingshose. Ich begrüße ihn mit den Worten: In meinem Block haben wir unsere eigene Mode... er grinst, und erwidert textsicher: Reebok Classics, Azad-Shirt und ne Trainingshose, Bruder.!..

Der Dönermann, ein entfernter Cousin von Azad wie sich im Gespräch mit Ihm herausstellt, erzählt mir seine komprimierte Lebensgeschichte, wünscht mir ein "na dann mal ne guude Appo, Bruder" und streut kurz vor der Übergabe frisch gehackte Minze über den Döner.

Vom Minzflavour geflasht denk Ich mir so, Junge, falls Du den Schwedentrip überlebst, dann bringste den Andy bei der Heimfahrt mal hier vorbei...

Der Dönermann wünscht mir einen schönen Aufenthalt in Schweden. Ich bedanke mich und zieh weiter Richtung Terminal.

Ein weiterer spontaner Besuch des türkischen Tante-Emre-Ladens gleich um die Ecke, provided mich mit überteuerten Headsetkopfhörern unterirdischster Klangqualität.

Als ich das Terminal schließlich wieder erreiche, finde ich niemanden mehr vor. Auch das Gepäck scheint wie vom Erdboden verschluckt. "Was'n jetzt kaputt! Wo um alles in der Welt sind die denn jetzt hin, Mensch"? ...denke ich mir so, als mir auch schon Andy von etwas weiter weg zubrüllt: "Mensch wo bleibste denn, wir haben schon allet jeladen, de Mädels und Ikk. Du weeßt schon, dass du den Mädels und mir een Bier schuldig bist?... komm mach hinne, meld uns mal da vorne beim Fahrer an, jetze!"

Die Hinfahrt mit dem Scantrack-Express lässt sich wie folgt beschreiben:

Eine einzige Qual, zumindest aus meiner Perspektive. Viel gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen. Preiswert wars, mehr aber auch nicht.

Dennoch möchte ich unter der Vorwegnahme, dass die Rückfahrt deutlich angenehmer ausfallen wird, die Hinfahrt stichpunktartig zusammenfassen:

- zu kurze Zwischenstopps (8 bis 13 Minuten maximal) das geht gar nicht!!!

- die dauernd laufende Klimaanlage zieht mir in den Nacken, wie sehr ich auch versuche über die Regler ein angenehmeres Klima zu erzeugen.

- der Fahrer kuppelt ständig ein und aus und spielt mit dem Gaspedal. Ich versuche das Pattern rauszuhören, es gibt keins, er will uns einfach nur auf den Sack gehen, jedenfalls denke ich mir das so.

- das Boardklo ist eine Zumutung!

Mir gelingt es vor der Abfahrt das Boardklo zu betreten, schließlich schmerzt mir die Blase schon seit geraumer Zeit, da sie offensichtlich bis zum Anschlag gefüllt ist. Nach einer akrobatischen Höchstleistung fühle ich mich doch rasch besser, gleichwohl es mir spätestens jetzt dämmert: "dieser Weg, wird kein leichter sein, dieser Weg ist besteinig und schwer."

Oben auf meinem Sitzplatz angekommen fragt mich Andy "wo um allet in der Welt" ich denn "jewesen" sei. Ich entgegne: "auf dem Klo."

"War't anjenehm? Ist et sauber?"

...Und plötzlich macht es klick, ich scheine ein Publikum zu haben und entgegne extra laut: "das Klo ist dreckig, da kleben mehr Schamhaare auf der Klobrille als du jemals in einem Vintage-Por** zu sehen bekommst."

Es wird still im Bus, das Hintergrundeauschen den Universums wird kurz hörbar, mir wird klar, der ganze Bus hat mitgehört. Gott sei dank fangen einige an zu lachen. Die Lage entspannt sich.

Abgesehen davon war die Busanreise von normalen Strapazen, wie mangelnder Beinfreiheit und einer Geruchskulisse charakterisiert, die sich am ehesten als Liaison aus Käsefuß mit Pumakäfig beschreiben lässt.

Im Großen und Ganzen also so, wie Busreisen bei anderen Veranstaltern auch.

Nach 18 Stunden erreichen wir dann alle unbeschadet Lennartsfors und werden sehr freundlich empfangen. Bei Kaffee, Tee und Prinzenrolle sammeln wir uns kurz, suchen die Toiletten auf und treten voll beladen unseren kleineren Fußmarsch durch ein verwunschenes Waldstück Richtung Höglund an. Nach nervenraubenden zwei Stunden Anstehen in einer nie enden wollenden Schlange am Ausrüstungszelt, erhalten wir dann doch freundlich, bestimmt und rasch unsere Ausrüstung.


Nach dem Umpacken des Gepäcks in wasserfeste Seesäcke geht mit dem Gepäck an die Anlegestelle. Eine Schubkarre oder Vergleichbares hätte mir und den anderen Teilnehmern ein Haufen Stress und Strapazen ersparen können! 

Na gut, es ging dann doch irgendwie.

Positiv ist, dass das Personal stets sehr freundlich ist, dennoch scheint mir das Konzept die An -und Abreise von Gruppen auf den selben Tag zu verlegen nur unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten sinnvoll, nicht aber unbedingt sehr kundenorientiert, sprich du fühlst dich massenabgefertigt.

Zugute zu halten ist natürlich, dass Du dir dank Scantrack die Ausrüstung nicht kostspielig aus Deutschland anschleppen musst und mit einer preiswerten Busanreise mal eben recht günstig zu einem tollen Abenteuerurlaub kommst.

Nach einer kurzen, fachmännischen Einweisung durch einen sogenannten Scouty, geht's dann sogleich zur Übergabe des Kanus und damit aufs Wasser, was letzten Endes alle Strapazen der langen Reise wettmacht, wenngleich nach einigen Kilometern aus Erschöpfung der erste Rastplatz ausfindig gemacht werden muss, um sich zu erholen.

An dieser Stelle sei noch mal angemerkt, dass hier nicht von Kilometern Luftlinie die Rede ist, sondern von Kilometern Zickzackkurs, den wir belächtelt von den meisten anderen Kanuten auf dem Wasser zunächst aufs Parkett legen.

Andy und ich finden an diesem Tag keinen Danorastplatz mehr, finden allerdings ein schönes Fleckchen Erde direkt am Wasser, dass uns den Aufbau unseres Zeltes und der Hängematte erlaubt, eine wunderschöne Aussicht auf den See in all seinen Farben bietet und nebenbei auch noch kurze Gelegenheit zum Angeln gibt. Leider fällt mir beim Auspacken meiner selbstaufblasenden Luftmatratze auf, dass es sich in Wahrheit nur um ein Kopfkissen handelt. Offensichtlich hatte ich im Decathlon daneben gegriffen, war wohl zu strack meine Ausrüstung im Vorfeld zu kontrollieren, da ich Bedenken hatte wieder alles ordentlich verstaut zu bekommen. Ein großer Fehler!

Wie auf Knopfdruck fangen die Stechmücken uns mit Beginn der Dämmerung an zu attackieren, wir essen schnell noch was, Andy begibt sich in seine Hängematte, ich mich ins Zelt, es macht krätsch und Andy liegt auf dem Boden.

Dumm gelaufen. Notgedrungen machen wir es uns nach ein paar berliner Flüchen beide im Zelt gemütlich. Die Nacht ist hart aber wir überleben, ...beide.

Tipp: nehmt auf jeden Fall das geräumige Scantrack Zelt mit und lasst es nicht im Camp zurück. Es bietet ausreichend Platz für zwei und kann euch im Notfall echt den Arsch retten, beispielsweise, wenn euch eure eigene Ausrüstung, wie in unserem Fall mal im Stich lassen sollte.

Tag 2:

Der Sonntag beginnt erst einmal mit einem ordentlichen Frühstück. Müsli mit Milchpulver vermengt, dazu Erdbeermarmelade, gewöhnungsbedürftig, aber lecker. Dazu ein zünftiges Butterbrot mit Salami.

Ich bereue bereits beim ersten Schluck der Instantkaffee-Plörre meine kleine Mokka-Express von Bialetti aufgrund der Gewichtsvorgabe von 20 kg nicht mitgenommen zu haben.

Tipp 2: Nehmt als Kaffeetrinker für die Moral eure kleine Mokka Express oder Vergleichbares mit!

Die Sonne lässt sich blicken es bleibt hier und da wechselhaft. Gemäß Tagesplan steht als Etappenziel die Einfahrt in den nordöstlichen Teil des Stora Le, des Flöte Fjorden bevor, wo wir die Mädels anzutreffen hoffen. Wir erkunden die schönen Insellandschaften und halten Kurs auf Dano 41, nachdem uns nach anfänglichen Schwierigkeiten der Einstieg in den sich verjüngenden Nordabschnitt über ein kleines Nadelöhr gelingt.

Etwas weiter nördlich streben wir einen Positionswechsel an und steuern auf eine einladende Sandbucht einer etwas größeren Insel zu. Wie sich später rausstellt, handelt es sich dabei um die Insel Bockön, auf der sich gleich zwei Danoplätze befinden. Dano 37 auf der Westseite und das deutlich besser ausgebaute Dano 38 auf der malerischen Ostflanke.

Kurz nach uns treffen zwei bekannte Gesichter aus dem Camp Höglund bei uns in der Sandbucht ein. Wir kommen mit den Franken ins Gespräch über das Angeln. Ob wir denn schon etwas gefangen hätten, fragen Sie uns. Wir verneinen. Auf unsere Gegenfrage verneinen sie ebenfalls. Stolz präsentieren sie aber ihren heutigen Fund: einen stark in Mitleidenschaft gezogenenen, größeren Wobbler (einen Köder) mit dem sie heute sicherlich noch erfolgreich sein werden, so der größere von beiden.

Wie sich später am Abend noch herausstellen wird, wird dieser in Mitleidenschaft gezogene Köder für einen kapitalen Hechtbiss sorgen.

Lediglich das Versagen des völlig unterdimensionierten Karabiners sorgt dafür, dass der kapitale Fisch samt Köder im Maul wieder in den Weiten des Stora Le verschwindet.

Wir erkunden Dano 38, machen einen kurzen Pinkelstopp und fragen die zwei anderen ob sie heute hier campieren möchten. Sie bejahen und fragen uns, ob wir das auch vorhätten. Wir verneinen dies und verweisen darauf, dass es noch weitere Danos nördlich von hier gäbe, wir ohnehin vor hatten nur kurz den Positionswechsel vorzunehmen, uns die Beine zu vertreten und weiter Richtung Norden zu ziehen.

Wir verabschieden uns gerade von ihnen, als auch schon die nächsten beiden, Stefan und Christian, mit einem Hecht im Eimer provisorisch an einem Felsvorsprung der Insel anlanden. Wir wünschen guten Appetit und verabschieden uns von den vier.

Auf dem Weg Richtung Nordosten gelangen wir zunächst über das einen Katzensprung entfernte, überfüllte Dano 36. Wir kommen kurz mit den Leuten dort ins Gespräch, ziehen aber rasch weiter. Das heute noch realistisch erreichbare Dano 35 vor Augen, ziehen wir weiter von den Farbeindrücken überwältigt über den Flöte Fjorden. Mittlerweile können wir auch tatsächlich schon problemlos das Kanu geradeaus halten.

Volle Fahrt voraus erreichen wir entkräftet das von Pfadfindern völlig eingenommene Dano 35. Wir halten für eine kurze Rast, beschließen jedoch aus Platzgründen irgendwo in der Umgebung einen Platz zum Übernachten zu suchen, ...vergeblich!

Das Ufer oberhalb von Dano 36 ist viel zu steil zum Aufschlagen eines Camps. Die wenigen Stellen, die sich eignen könnten, sind auf Privatgrund und bedürfen zum campieren einer vorherigen Genehmigung durch den Eigentümer, was uns angesichts unseres überschaubaren Schwedischwortschatzes (Blåbärssoppa, Ikea und Köttbullar) nicht in den Sinn kommt.

Eine Lösung muss her.
"Andy warum nicht zurück zu Dano 38, das wird zwar eine große Kraftanstrengung sein und wir werden dort spät eintreffen, aber wenigstens kennen wir die Leute dort und finden auch sicherlich noch ein Platz für unser Zelt." Gesagt, getan.

Angekommen berichten wir Stefan, Christian und den beiden Franken von unseren Eindrücken im Norden und raten Ihnen angesichts der spärlich gesäten Rastmöglichkeiten dort am nächsten Morgen früh aufzubrechen, um Danoplatz 35 von den Pfadfindern zu übernehmen bevor es irgendwer anders tut. Wir entladen das Kanu und überlegen was wir uns heute zu essen machen können.

"Ich bereite heute Bratkartoffeln mit Speck zu, Andy! Du kannst ja schonmal das Zelt aufbauen, okay?"

"klar, dit machen wa so", entgegnet Andy.

Ich begebe mich noch schnell mit dem Kanu aufs Wasser um etwas außerhalb den Kanister mit Seewasser zu füllen, als mir ein Kanu mit zwei Jugendlichen auffällt.

Sie legen an einer ungünstigen Stelle der Insel an. Ich verweise auf eine Bucht, die etwas weiter abgelegen ist, sich aber viel besser zum Anlegen eignet. An jener hätten wir anderen auf der Insel ja schließlich auch alle angelegt und es sei noch massig Platz dort.

Sie lehnen dankend ab und machen Ihr Kanu an Ihrer Landungsstelle fest. Ihr Camp schlagen sie etwas oberhalb auf einer Lichtung entlang einer von Ameisen stark frequentierten Hauptverkehrsader auf. Dieser Teil der Insel, wurde von uns sechs zuvor unabhängig voneinander in Augenschein genommen und aufgrund dieses Umstandes sofort als mögliches Camp verworfen. Nun zunächst einmal juckt das die beiden Luxemburger Neuankömmlinge recht wenig, wie sich doch im Verlaufe des Abends herausstellen wird, später, um ein Vielfaches mehr!

Bei den beiden handelt es sich um Nico und Ben, zwei Luxemburger Jungs, die sich trotz ihrer noch recht unschuldig wirkenden Milchbubi-Gesichter, im Verlaufe des Abends als echte Granaten entpuppen werden.

Aus dem Plan Bratkartoffeln mit Speck zuzubereiten, wird aufgrund der spärlichen Leistungsreserven des Ethanolkochers leider nichts. Gekochte Kartoffeln erscheinen mir allerdings realisierbar. Den Speck brate ich auf dem Butangaskocher in der Pfanne mit Zwiebeln in etwas Olivenöl scharf an.

Das Ergebnis ist sehr schmackhaft und sättigt uns, dank der beigemischen Dose grüner Bohnen im Nu.

Tipp 3 : Nemt euch auf jeden Fall einen Butangaskocher mit, meidet Propan,
Outdoor = Butan, da seid ihr safe mit einer Kartusche die ganze Woche am durchkochen.


Parallel bereiten die anderen vier Stefans und Christians Hecht zu. Dazu gibt es für Sie an diesem Abend leckeres Stockbrot samt Pilzpfanne als Beilage. Dank der beiden luxemburgischen Granaten Ben und Nico wird der Abend am Lagerfeuer lustig.

Da Andy und ich an diesem Tag den kompletten Nordteil des Stora Le erkundet haben, klinken wir uns gegen 10 Uhr abends aus der lustigen Runde aus.

Wir bekommen noch mit, dass die beiden Luxemburger sich gegen 23Uhr noch 1kg Nudeln kochen und lautstark pochen, dass sie diese ratzeputz in fünf Minuten unter  Beimengung zweier Dosen Thunfisch und zweier Gläser Tomatensauce Ricotta-Pecorino vertilgen würden!

Sie schaffen es trotz Stopfen nicht...

Die beiden Franken, insbesondere der sanfte Riese freut sich über die extra Portion Kalorien...

Selbst in unserem Zelt aus 25m Entfernung muss ich andauernd lachen, als Ben und Nico im Wechsel einen Klopper nach dem anderen raushauen. Mega! Ich bin zwar müde, so wie Andy sicherlich auch, doch dies interessiert uns trotz unserer vor Lachanfällen krampfenden Zwerchfelle nicht die Bohne!

Tag 3:

Der Montag auf Dano 38 beginnt bei mir mit der Erkenntnis, dass es wohl besser wäre, heute einen Ruhetag einzulegen. Stefan und Christian sowie die beiden Franken beschließen weiterzuziehen. Ich packe die Gelegenheit beim Schopfe, als ich bemerke dass alle vier die Pilzpfanne vom Vorabend überlebt haben und bitte Stefan vor dem Ablegen noch einmal um eine kurze Pilzkunde. Er willigt ein und zeigt mir sicher und bestimmt Steinpilz, Sandröhrling und Pfifferlinge. Er rät mir dazu, nur das zu probieren was ich 100% anhand der Merkmale bestimmen kann, alles andere, insbesondere Pilze, die beim Aufbrechen weiß bluten, zu meiden.
Er gibt mir mit seinem bayrischen Akzent untermalt zu verstehen:

"Siehst du weißes Blut, dann ist's a Milchling, schmeckts der denne scharf oder gar bitter, dann bedeutet des in der Regel: giftig. Also im Zweifel die "Kiriffel" weg, hörsts!"

Ich bedanke mich für die kurze Pilzkunde und wünsche einen schönen Restaufenthalt und Petri heil.

Als die beiden Luxemburger von unserer Absicht hören, einen Ruhetag einzulegen, beschließen sie kurzerhand es uns gleich zu tun. Wir bauen unsere Zelte ab und an den zuvor von den anderen beiden Gruppen besetzten Flächen wieder auf, da diese sich einfach besser eignen. Ben tut es uns gleich, wohingegen der faulere Nico jedoch, sei es nun aus Bequemlichkeit, oder aus purem Wahnsinn, beschließt weiter auf dem Ameisenhighway zu campieren. Jedem das Seine!

Nico berichtet uns beim Angeln auf dem Felsvorsprung, dass er noch ein Haufen Mehl dabei habe und furchtbar Lust auf Stockbrot habe. So beschließen wir kurzerhand später an der Feuerstelle aus seinem Mehlvorrat den Grundteig herzustellen. Im Gegenzug steuern wir Salami, Zwiebeln und etwas Speck bei.

Dumm nur, das Nico statt Weizenmehl, Roggenmehl benutzt, was ich nach etwa zwei Stunden erst bemerke. Ich kläre Ihn darüber auf, dass Roggenmehl ohne die Präsenz eines Sauerteigs unbekömmlich sei und sich aufgrund der schwammingen, glutenfreien Konsistenz, nicht für Stockbrot eignet.

Da wir unser Weizenmehl zur Herstellung einer Pizza an einem anderen Tag aufbewahren möchten, entscheide ich mich kurzerhand in gewohnter MacGyver-Manier das Stockbrot noch irgendwie zu retten.

Schließlich haben wir ja bereits Salami, Zwiebeln und Speckstücke beigemengt. Ich beschließe mich also 100 g Weizenmehl zu opfern, Hefe, Backpulver, Milchpulver, etwas Zucker und eine zerkleinerte Kartoffel beizumängen, um wenigstens etwas an Bindung zu erzeugen. Der Plan geht auf. Das Stockbrot gelingt zum Erstaunen aller ausgesprochen gut und wird geschmacklich eine Sensation.

Dazu gibt es Kartoffelpuffer gewürzt mit Zwiebeln an etwas Speck. Abgerundet wird mit Chardonnay aus dem Assi-Karton, den Nico grinsend hinter seinem Rücken hervorzaubert. Der Chardonnay wird an diesem Abend noch reichlich fließen...

Andy, der eine Woche Bierabstinenz angekündigt hat, wird zu einem Glas Chardonnay überredet.

"Wein ist ja schließlich kein Bier, Andy", entgegnet Nico und ehe sich Andy versieht, ist sein Glas auch schon bis oben hin mit Chardonnay gefüllt.

Der Abend wird richtig lustig und endet wie auch immer beim Thema: Two Girls one Cup.

Wir sind erstaunt, dass nach über 20 Jahren dieses uralte Video noch immer unter den Jugendlichen kursiert und halten die Welt nicht mehr aus." Krasser Scheiß " entgegnet Andy!
"Im wahrsten Sinne des Wortes! ", erwidere ich.

"So, komm Andy, wir ziehen jetzt mal die Reißleine, ehe die beiden Granaten uns noch Dinge zeigen, die wir wirklich nicht sehen möchten!"

Wir wünschen uns gegenseitig eine gute Nacht und begeben uns chardonnaybedingt nicht mehr ganz so schnur gerade in Richtung Zelt.

Tag 4

Der Dienstag beginnt ebenfalls mit einem ausgiebigen Frühstück. Am Abend zuvor sind wir mit den beiden Luxemburgern verblieben, gemeinsam Richtung Foxen weiterzuziehen, den nördlichen Stora Le bzw. Flöte Fjorden also zu verlassen und im Bereich der Insel Bärön ein Camp zu suchen.

Da Andy und ich bereits früh wach sind und uns bei zeiten um das Abbauen unserer Zelte kümmern, unterrichten wir die beiden noch schlummernden Luxemburger,  dass wir wie abgesprochen Bärön ansteuern und sie dort erwarten würden. Im Zweifelfall würden wir uns die Standortdaten per WhatsApp mitteilen, sollte sich aufgrund eines Wetterumschlags etwas an der Zielsetzung ändern.

Der Tag beginnt sonnig. Darum nutzen wir die Gelegenheit eines kühlen, wenn auch sehr wohltuenden Bades in der Bucht. Gleich darauf verlassen wir die Insel Bockön in leichtem Nieselregen in Richtung Foxen mit Kurs auf Bärön.

Unterwegs werden wir, zu unserer Überraschung tatsächlich unerwartet früh von den beiden Jungspunten eingeholt, als wir kurzer Hand aufgrund der glühenden Sonnenhitze beschließen am Felsen einer Privatinsel die Jacke auszuziehen und uns mit Sonnencreme einzureiben.

Tipp 4: Hochsommertage in Schweden sind fast immer wechselhaft. Es ist schlicht nicht vorhersagbar, wie sich das Wetter über den Tag verteilt entwickeln wird. Es kann alles mit dabei sein: Hitze, Kälte, Wind, Windstille, Regen, Gewitter und Sonne. Manchmal hier so und einen Kilometer weiter wieder ganz anders. Nicht selten kommt dabei gerne auch alles zusammen. Klingt strange, aber es ist wirklich so...

Ben fischt schleppend, während Nico den Kurs hält. Berliner winkt den beiden zu und erwiedert:  "Schau mal Carlo, die beiden da, die werden doch nie im Leben werden die mit diesem Schrottequipment etwas aus'm Wasser ziehn!"

Diese Einschätzung wird sich im Verlaufe des Tages noch als falsche Prophezeiung entpuppen...

Ben und Nico rasten wenige Minuten später bereits auf einem Felsvorsprung, um ihr verpasstes Frühstück nachzuholen. Wir ziehen grüßend an ihnen vorbei und verbleiben bei Bärön als Zielvorgabe. Im Nadelöhr zwischen Flöte Fjorden und Foxen ziehen dann schlagartig mächtige Gewitterwolken auf. Es frischt auf, die Wellen brechen sich schäumend: kein gutes Omen!

Wir beschließen das als Alternativziel festgelegte Dano 12 anzusteuern, dass nicht allzu weit entfernt ist. Die Insel Bärön anzusteuern würde uns vermutlich das Leben kosten, da sind Andy und ich sich einig...

Wenige Minuten später treffen auch Ben und Nico beim Alternativzielort ein. Dabei hält uns Ben aus der Ferne noch im Kanu sitzend stolz einen prächtigen Barsch entgegen.

Da Dano 12 lediglich aus einer kleinen Schutzhütte besteht, in der bereits ein finnisches Pärchen Zuflucht gefunden hat, beschließen wir kurzer Hand auf der Rückseite der Insel, an einem uns geeignet erscheinenden Platz, das Camp aufzuschlagen. Es regnet zwar in Strömen, dennoch überstehen wir das Gewitter schadlos und können unsere Kanister über den Ablauf unserer geschickt gespannten Plane mit frischem Regenwasser auffüllen. Wir sind durchnässt und frieren. Lediglich Nico, der im Gewitter beschließt im See zu baden, scheint seinen Frieden mit der Welt gemacht zu haben. Nico und Ben nehmen daraufhin ihren Tagesfang, einen prächtigen Barsch aus.

Diesen haben sie tatsächlich trotz bescheidensten Equipments gefangen. Wir spießen ihn auf einen Stock, den ich während des Gewitters aus einem noch biegsamen Birkenast geschnitzt habe.

Trotz der widrigen Umstände und des knallharten Zuschlagens des Karmas, gelingt es mir gerade so viel Hitze zu erzeugen, dass der Fisch und unsere Linsensuppe garen können. Karma deshalb, weil wir auf Camp 38 nicht ein einziges trockenes Stück Holz zurückgelassen haben. Zur Strafe wollte selbst unser trockenes Holz aus dem Holzsack bei dieser Witterung ums Verrecken nicht zünden.

Um den Holz-Karma-Gott oder vielmehr unser schlechtes Gewissen zu besänftigen, haben wir den Rest unserer Reise von nun an in jedem Camp stets mehr trockenes Holz zurückgelassen, als wir dort selbst vorfanden.

Mit Erfolg, denn alle Feuer zündeten wieder!!!

Der Barsch war einfach nur köstlich. Danke Ben, danke Nico für diesen unerwarteten Protein-Booster.


Tag 5:

Der Mittwoch bricht an und beginnt wie jeder Tag erst mal mit einem ausgiebigen Frühstück.

Die sprachtalentierten Luxemburger Ben und Nico, die, so wie man munkelt auch fließend Finnisch sprechen können, hatten tags zuvor mit den Finnen vereinbart das Dano 12 von Ihnen zu übernehmen.

Diese würden laut Ben gegen 6:30 Uhr weiter Richtung Norden aufbrechen. So kommt es auch. Spätestens jetzt wird uns klar, dass ich hier unsere Wege trennen würden. Vor unserer Abreise jedoch kommen wir Bens Wunsch nach einer Packung Brot nach und tauschen mit ihm Proviant aus. Brot gegen Kartoffeln, Buchstabensuppe und Sülze gegen Tomatensoße Ricotta-Pecorino.

Ein kluger Tausch wie sich zwei Tage später, beim Biss in unsere knusprige Pizza hersausstellen wird. Auf unseren Weg nördlich Richtung Töcksfors ziehen wir östlich an der Insel Bärön vorbei und stoßen entlang des Küstenabschnitts Långe Fjällen auf einen malerischen Strandabschnitt mit exklusiver Sonnenlage, Zeltplatz und Bäumen für die Hängematte. Ein Pizzaofen ist ebenfalls vorhanden.

Uns ist schlagartig klar, dies kann kein Zufall sein, bald würde es Pizza geben.

Nach dem Aufbau unseres Nachtquartiers entdecke ich etwas weiter abschüssig eine Frischwasserquelle. Ich folge ihr bergauf. Ein malerisch, mystisch, verwunschener Flecken aus satt vollgesogener Reentierflechte und Moos mit Infinity-Blick auf den See eröffnet sich mir. Auerhühner starten auffällig tapsig aufgeschreckt aus den ihnen Tarnung gebenden Heidelbeerbeersträuchern auf in die Lüfte.

Einer meiner Magic Moments.

Ich bin überwältigt von den zehntausend Farbnuancen die in diesem Moment auf meinem Netzhaut einprasseln. Nachdem ich zwei Stunden lang dort oben noch Preisel -und Blaubeeren sammle, kehre ich tiefenenspannt und zufrieden wieder an den Strand zurück. "Was jetzt noch fehlt, wäre lediglich ein kühles Bier, Andy" entgegne ich.

Und wie das Schicksal es so will, trifft auch schon keine 5 Minuten später die Biertruppe aus dem Bus zu uns an den Stand.

Wir kommen ins Gespräch. Sie kämen in Frieden, sagen sie. Ob wir Ihnen denn gestatten würden, einen kurzen Pinkelstopp einzulegen, sie wären auch gleich wieder weg...

"Sicher doch", entgegne ich.
By the way frage ich Sie, wie viele von den 21 Paletten Bier sie auf der Fähre haben zurücklassen müssen. "17 Paletten" erwidern sie, "aber in Lennartsfors angekommen haben wir gleich das nächste Taxi genommen und uns einfach ein paar Kilometer weiter 17 neue Paletten besorgt."

"Na dann", erwidere ich, "wisst ihr ja in welcher Währung ihr euren Pinkelstopp bezahlen könnt."

Sie grinsen, drücken Andy und mir ein Bier in die Hand, bohren mit dem Messer ein kleines Loch in die Dose und halten sich bereit fürs durchladen. Ich tue es ihnen gleich. Nach einem kurzen Initiationsritual der Gruppe, jagen wir uns den Doseninhalt innerhalb von 700 Millisekunden in den Kopf. Gleich darauf rülpsen alle lautstark und verabschieden sich.

Auf dem Weg zum Kanu haken sie noch kurz nach, warum um alles in der Welt Andy sein Bier nicht getrunken hat. Er erzählt ihnen von seiner Absicht, diese Woche konsequent auf Bier verzichten zu wollen.

Daraufhin entgegnen sie: "ach Carlo, dann trinkst du halt Andy seine Ration nachher in Ruhe noch! Ciao allerseits, wir sind dann mal weg."

Sie ziehen lautstark weiter und so schnell wie sie gekommen sind, verschwindem sie auch im Nu am Horizont. Super Truppe, geiles Bier, was für ein Tag!

Ich inspiziere den Steinofen, erweitere ihn mit Andy um ein paar Features und setze den Pizzateig für den Folgetag im Hordentopf an. An diesem Abend kochen Andy und ich die Preiselbeer-Blaubeer-Mischung unter Zugabe einer Packung Sandzucker über dem Ethanolkocher ein. Sie geliert dank des hohen Pektingehalts der Preiselbeere einwandfrei und wird uns am nächsten Morgen das Frühstück bereichern; allerdings verfärbte Hände und Zähne mit einbegriffen.

Tag 6:

Der Donnerstagmorgen beginnt sehr sonnig.  Das Wetter spielt mit: Die Gelegenheit unsere Solarpowerbank aufzufüllen und einen kleinen Ausflug zu machen. Wir beschließen der Quelle hoch auf die Anhöhe zu folgen und von dort aus eine Wanderung ins Unbekannte zu starten. Begeistert von den Eindrücken während der Wanderung bemerken wir bei der Ankunft im Camp eine hell leuchtendes Gebäude am anderen Ufer: Die Kirche von Västra-Fågelvik. Andy meint: "komm wir setzen rüber zur Kirche, vielleicht gibt es da ja in der Nähe irgendwo ein Souvenirshop oder einen Tante-Emma-Laden. Es ist ja lediglich ein Katzensprung von hier entfernt." Gesagt,  getan.

Ausgepowert und entkräftet erreichen wir 75 Minuten später unsere auf maximal 15 Minuten geschätzt entfernte Destination. Dort treffen wir an der Kirche auf einen Deutschen mit Handverband und Iron Maiden T-Shirt.

Da er für mich wie ein typischer Schwedenrocker aussieht, spreche ihn auf Englisch an, worauf er mir schnell zu verstehen gibt, dass ich Deutsch mit ihm reden kann.

Verdutzt frage ich ihn ob mein Englisch denn so schlecht sei.

Er grinst und erwidert: "Nein", aber die Berliner Schnautze da neben Dir, die konnte man eben beim Blick auf den See, als Ihr noch ein kleiner Punkt am Horizont wart schon nicht überhören." Wir lachen.

Er berichtet uns, er habe einen weiteren Weg vom See Vänern auf sich genommen, um mit seiner Familie diese malerische Bucht mit der beeindruckenden Kirche zu sehen. Er führt fort: "Der Vänern, da guckst du raus und fühlst dich wie auf dem Meer, da müsst Ihr auch unbedingt mal hin!"

Er erkundigt sich über unseren Urlaub und ob es denn für uns auch die erste Schwedenreise sei.

"Ja" entgegnen wir, "wir machen eine Kanutour auf eigene Faust entlang dieses Sees." Er beglückwünscht uns zu unserer Wahl und verzieht kurz darauf schmerzerfüllt sein Gesicht.

Neugierig erkunde ich mich bei der Gelegenheit über seinen blutigen Verband an der Hand. Ich frage Ihn, ob wir ihm mit etwas Desinfektionsmittel aushelfen können. Er lehnt ab und eröffnet uns, dass er beim Gerangel seiner beiden Hunde eingegriffen habe und vom kleineren der beiden Kläffer in die Hand gebissen worden sei. Er sei aber bereits durch die lokale Ärztin erstversorgt worden.

Nachdem er sich bedankt hat frage ich Ihn noch welches denn sein Lieblingslied von Maiden sei. Er erwidert: "Klares Ding, 'Fear of the Dark' natürlich". Ich entgegne ihm: "gute Wahl!" und füge hinzu: "Na dann wünsche ich Dir, falls wir uns nicht mehr sehen sollten, ein schönes Restleben!", worauf er erwidert: "sieh' an, so spricht nur ein Philosoph! Recht hast Du, es ist sehr wahrscheinlich, dass wir uns nie mehr wieder sehen werden. Auch Dir und Ikke wünsche ich ebenfalls ein schönes und erfülltes Restleben."

Er dreht sich mit erhobener Hand um und geht zu seiner Familie, die etwas oberhalb der Kirche ein paar Fotos schießt."

"Na, was machen wa denn jetze" fragt Andy.

Ich erwidere:

"Na wir passieren die enge Schlucht, die von der blauen Brücke dort überspannt ist, schauen was uns dahinter erwartet, ziehen an der Ostflanke der Insel Uprannson an Dano 20 vorbei und fahren dann an den nördlichsten Punkt unserer Reise. Danach paddeln wir zurück und schauen ob wir hier und dort noch etwas Holz für unseren Pizzaofen auftreiben können."
Gesagt, getan...

Der Abschnitt nach der Brücke, der die Dörfer Uppran und Sundbyn miteinander verbindet ist geprägt von sehr dunklen, tiefen Gewässerabschnitten. Die Landschaft ähnelt der Seenlandschaft in der Krombacher-Werbung. Unmittelbar unter der Brücke nimmt Andy den Geruch von Fischfutter wahr. Wenige hundert Meter nördlich gelangen wir dann schließlich auf den Verursacher, eine Fischzuchtanlage zu unserer Rechten. Gleich danach schließt sich die Insel Uprannson mit Camp 20 auf ihrer Ostflanke an.

Wir beschließen bei Dano 20 anzulegen, gehen von Board, vertreten uns die Beine und laden den etwa 3 m langen Stamm einer trockenen Fichte ein. Anschließend umrunden wir die Insel gegen den Uhrzeigersinn, ziehen an Ihrer Westflanke an Camp 21 vorbei, durchqueren wiedermals die Enge Schlucht, die von der blauen Brücke überspannt wird, um wieder zu unserem Camp mit dem Pizzaofen zu gelangen. Mission erfüllt.

Der Fichtenstamm aus Dano 20 dient uns als kontinuierliche Dauerbefeuerung des Ofens, sodass ein Nachlegen von Holzscheiten komplett entfällt.

Zwischendurch entfacht Andy mittels seiner Luftmatratzenpumpe das Feuer, um die obere Deckplatte des Ofens anzuheizen.
Dies erlaubt uns den Luxus einer perfekten Oberhitze für den Belag. Göttlich! Die Pizza zieht tatsächlich Fäden! und das mitten in der Wildnis!!!

Tipp 5: Luftmatratzenpumpen können nicht nur Luftmatratzen füllen, sie können auch Pizzaöfen zwischen den einzelnen Pizzen turboaufheizen und bei nasser Witterung die einzige Möglickeit darstellen, wie ihr feuchtes Holz doch noch zum Zünden bekommt!

Wir teilen Ben und Nico unsere Standortdaten via WhatsApp mit, können diese aber trotz des auf sie verführerrisch wartenden Pizzastücks nicht motivieren die neun Kilometer See aufwärts von Dano 12 zu uns hoch zu paddeln.

Ein Fehler, denn es war nicht nur einfach eine Pizza, es wäre für sie die Pizza ihres Lebens gewesen!

Nico informiert mich, dass sie sich unterdessen von Dano 12 in Richtung Leningrad aufmachen würden, wie er von Anbeginn Lennartfors liebevoll zu umschreiben pflegt.

Diese Granate beschert uns aus 9 km Entfernung doch tatsächlich wieder einen Lachkrampf. Das gerade erst weniger schmerzende Zwerchfell fängt schlagartig wieder zu krampfen an...

Später am Abend schickt mir Nico noch Bilder von seiner Preiselbeer-Blaubeermarmelade, die er laut eigener Aussage vom meinem Whatsappstatus (Marmeladenvideo) inspiriert mit eingetauschtem Ahornsirup eingekocht hat.

Er fügt hinzu, sie stünden jetzt unmittelbar vor Leningrad und würden dort ihr Camp aufschlagen. Er wünscht uns eine gute Nacht.

Bei einer sternenklaren Nacht, die aufgrund der sehr geringen Lichtverschmutzung in der Region, tiefere Einblicke in die Milchstraße zulässt als in unseren heimischen Gefilden, gehen Andy und ich ein paar Sternenbilder durch, sehen die Venus, ein paar Satelliten und Sternschnuppen der ausklingenden Perseiden.


Tag 7:

An Freitag brechen wir früh die Zelte ab. Schließlich ist unser Tagesziel die von der Staatsgrenze zwischen Norwegen und Schweden geteilte Insel, das Kondominium Trollön.

Bei der Durchquerung des Foxen, zieht aber von Norwegen her aus dem südlichen Teil des Stora Le eine Regenfront auf. Es frischt auf. Der starke Gegenwind zwingt uns auf der Insel Getöarner (Preiselbeerisland) anzulegen und unseren Plan, noch kurz einen Abstecher nach Norwegen zu machen, zu verwerfen. Das dort befindliche Danocamp 17 platzt erwartungsgemäß, aufgrund der Nähe zu Lennartsfors, am letzten Tag vor der Abreise natürlich bereits vollkommen aus allen Nähten.

Ich inspeziere die Insel und entdecke auf der Rückseite eine kleine Schutzhütte aus der gefühlt jederzeit ein Hillbilly mit Gewehr rauskommen könnte. Bilder aus SAW 1 kommen hoch.

Sie ist mit zwei Betten, einem Hochschrank gefüllt mit Gläsern, einer Bank und einem Tisch ausgestattet. Das darauf befindliche Gästebuch enthält abendfüllende Berichte, Geschichten und Ratschläge der unzähligen Vorgänger für euch bereit. Lesenswert!

Die Feuerstelle, eine überdachte Terrasse und reiche Holzvorkommen sind zwar verführerisch, dennoch schreckt das creepy Erscheinungsbild der Hütte etwas ab.

Wir entscheiden uns in etwa 25m Entfernung weiter oberhalb das letzte Camp aufzubauen.

Die eintreffende vierköpfige Gruppe aus Wittenberg scheint unterdessen offensichtlich keine Hemmungen zu haben und nimmt die Schutzhütte kurzerhand in Beschlag.

Man kommt ins Gespräch. Wir vereinbaren gemeinsamdie Feuerstelle zu nutzen. Sie willigen freundlich ein.

Da ich bei meiner Blaubeersuche unweit unseres Zeltes einen leichten, dennoch stabilen Baumstamm finde, der mir geeignet erscheint in unmittelbarer Umgebung unseres Zeltes eine Sitzbank anzulegen, bitte ich Andy darum, mir doch kurz mal eben zu helfen.

Die Sitzbank entsteht dann nach kurzer Absprache innerhalb weniger Sekunden dadurch, dass wir den Stamm zwischen zwei kleinere Felsen legen, die knapp 2 Meter voneinander entfert sind. Sie wird uns am Abend noch nützlich werden, da aus Norwegen immer schlechteres Wetter heranzieht.

Da das Wetter gegen Abend weiter unbeständig bleibt, gesellen wir uns dann also doch nicht mehr ans Feuer der Wittenberger Gruppe und essen auf unserer Bank zu Abend.

Heute gibt es für mich Fusilli mit gefüllten Paprika an Tomatenjus, für Andy, der Paprika hasst, Fusilli alla arrabiata.

Tag 8:

Nach einem letzten Bad im See und einer ausgiebigen, warmen Dusche aus meiner improvisierten Solardusche, die ich aus Andys ausgedienter Luftmatratze baue, verlassen wir am Samstag die Insel Getöarna mit Cast Away Vibes und folgen den vielen Kanus zurück nach Höglund. Dort angekommen treffen wir auf die beiden Mädels aus der Hinfahrt, Stefanie und Nathalie.

Wir freuen uns sichtlich uns nach einer Woche wiederzusehen und erkundigen uns gegenseitig ob die Reise gut verlaufen sei und unseren Vorstellungen entsprach.

Nach der reibungslosen Übergabe am Steg und am Ausrüstungszelt geht es sogleich nach dem Umpacken des Gepäcks in unsere Reisetasche, zurück von Höglund zum Basiscamp, wo wir in bekannter Weise schon bei Kaffee, Tee, frischer Milch und Prinzenrolle erwartet werden.

Hier ergibt sich noch eine letzte Gelegenheit zum Austausch von Erfahrungen mit unseren Gleichgesinnten, denn schließlich trennen sich die Wege der meisten hier, weil die vier Busse verschiedene Regionen Deutschlands ansteuern.

Hier treffen wir auch wieder auf die Gruppe aus Franken. Pilzexperte Stefan und Christian begrüßen uns ebenfalls herzlich und berichten stolz, sie hätten weitere sechs Fische gefangen.

Das Pärchen, das bei der Hinreise noch eine Reihe vor uns gesessen hatte, berichtet von einem qualvollen Tag des Unwohlseins nach dem Genuss einer Pilzpfanne aus selbst geernteten Pilzen. Ich entgegne: "Glück gehabt, aber dann sind das wohl die Pilze gewesen, die Ihr dann lieber doch hättet rauchen sollen". Die beiden lachen.

Die Rückreise gestaltet sich besser als die Hinreise. Es bleibt natürlich immer eine anstrengende Busreise. Aber Kompliment an die beiden Fahrer, denn sie hielten den Motor konstant auf Touren. Und das ganz ohne Ein -und Auskuppelgeräusche.

Dank günstiger Verkehrslage und fahrerischen Geschicks erreichen wir das Busterminal am Hauptbahnhof Frankfurt bereits 2 Stunden vor der planmäßigen Ankunft.

Eine insgesamt gelungene Reise geht dann auf der Fahrt mit dem RE Richtung Heimat zu Ende.


An dieser Stelle nochmals liebe Grüße an die beiden Abenteurerinnen Stefanie und Nathalie.


Ein schönes und erfülltes Restleben euch allen!


Andy "Berliner" Fink, a.k.a. saarlandsberliner

und

Carlo, a.k.a. saarlands_sizilianer
geschrieben October 2023, Calogero G.171 mal gelesen

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