Reiseberichte
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Mein Reisebericht
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geschrieben October 2018, Christian S.207 mal gelesen

Ein Reisebericht in X Erkenntnissen
Am Anfang war der Wunsch Ruhe zu finden und abzuschalten, dieses neudeutsche "digital detox". Kaum stand dieser Gedanke im Raum bereiteten wir uns auf die Reise vor, planten unsere Packliste, liehen uns das Nötige von Freunden, nutzten den Globetrotter-Gutschein oder statteten uns auf anderem Wege weiter aus. Zwei kurze Kanutouren in leeren Kanus auf kleinen Seen überzeugten uns von unserem Plan: wir haben uns nicht gestritten und sind (fast) g ...› weiterlesen
Am Anfang war der Wunsch Ruhe zu finden und abzuschalten, dieses neudeutsche "digital detox". Kaum stand dieser Gedanke im Raum bereiteten wir uns auf die Reise vor, planten unsere Packliste, liehen uns das Nötige von Freunden, nutzten den Globetrotter-Gutschein oder statteten uns auf anderem Wege weiter aus. Zwei kurze Kanutouren in leeren Kanus auf kleinen Seen überzeugten uns von unserem Plan: wir haben uns nicht gestritten und sind (fast) geradeaus gefahren... der Urlaub wird super! Smile

Von Natur aus sehr planende Menschen die wir sind, waren wir auf alles vorbereitet, einiges war Gold wert, anderes war einfach überflüssig, wie sich spätestens während unserer schwedischen Woche herausstellte. Doch alles der Reihe nach...
Wir entschieden uns für die Anreise mit eigenem PKW und das aus zwei Gründen.
1: Wir sind im Anschluss an unsere Tour noch mit dem Wagen nach Oslo, Göteborg und Kopenhagen gefahren, bevor wir die Heimreise angetreten haben.
2: Das Auto ist geräumig und ein Dienstwagen, weshalb der Sprit kaum ins Gewicht fiel. Wink

So praktisch das alles war, es war dennoch eine sehr anstrengende Reise und man sollte das nicht unterschätzen. Wir sind, wie alle Anderen Freitags gestartet und am frühen Nachmittag aus NRW nach Dänemark gefahren. In Greena an der dänischen Ostküste sind wir gegen Mitternacht angekommen und haben dort die gebuchte Fähre nach Varberg in Schweden geentert. Die Nachtfahrt zwischen 01:00 und 06:15h war zeitlich ideal und sehr ruhig, aber das nächste Mal buchen wir wohl eine Kabine auf der Fähre um wirklich erholen zu können, denn auf den Ruhesitzen war kaum an Schlaf zu denken und auch wenn man sich am Steuer abwechselt: man ist ziemlich erschöpft. Völlig gerädert sind wir also morgens wieder ins Auto gestiegen und haben die letzten vier Stunden der Fahrt nach Lennartsfors zurückgelegt. Der Himmel war blau, wir haben die Fahrt durch Schweden richtig genossen... wenn nur diese Müdigkeit nicht gewesen wäre. Leider änderte sich das Wetter eine knappe Stunde vor unserem Ziel: es fing an zu regnen.
Was in den Wochen vor unserer Abfahrt noch unser sehnlichster Wunsch war, kam nun zur Unzeit. Einige Zeit vor unserem Urlaub wurden wir von Scandtrack informiert, dass durch die sehr lange sehr heiße und staubtrockene Zeit die Wälder zu Zunder geworden sind und daher Feuer streng verboten war. Regelmäßige Blicke auf die Wetterkarte zeigten uns ab etwa einer Woche vor unserem Urlaub Regen an... wir hofften auf ausreichend davon BEVOR wir nach Schweden kamen, dass wir bei unserem Wildnisurlaub auch das obligatorische Lagerfeuer entzünden könnten. Frohen Mutes und im gerade pünktlich abebbenden Regen erreichten wir das Camp und wurden nett empfangen, jedoch mit einem freundlichen Rat zur Eile angehalten: der Bus saß uns im Nacken und die große Meute sollte etwa eine Viertelstunde nach uns eintreffen. Jetzt hieß es Beine in die Hand nehmen und sehen, dass wir das Equipment zügig aufs Wasser bekommen.
Zelt aufgebaut und geprüft, restliche Ausrüstung in Augenschein genommen und zum Wasser getragen, Spiritus gekauft, da Lagerfeuer immer noch verboten waren und alles ab ins Boot und in die Nebenbucht gepaddelt um dort ganz in Ruhe alles umladen und packen zu können. Eine kleine Ewigkeit später war alles drin was mit sollte, der Wagen auf dem Parkplatz und wir zwei im Kanu... und nach ein paar Paddelschlägen kam eine ganz kuriose Einsicht: Wir sind jetzt mal weg!

Eigentlich eine ganz selbstverständliche Sache, die man nicht nur geplant und gewünscht hatte, sondern die Ziel und Inhalt dieses Urlaubs sein sollte; aber dann nach dem Arbeitstag am Freitag, der langen, stressigen Anreise und zügigem Packen tatsächlich auf dem Wasser zu sein und als einzige "Aufgabe" paddeln zu haben, stellt dann doch einen Bruch dar; schön aber dennoch irgendwie surreal.

Durch unsere Kanufahrten im Vorfeld waren wir der Meinung zu wissen, wie weit wir wohl in einer Stunde und daher auch, wie weit wir an einem Tag kommen... Pustekuchen. So ein voll beladenes Kanu mit viel Nützlichem sowie Notwendigem und einigem Unnützen bringt ganz schön was auf die Waage und bewegt sich deutlich weniger "leichtfüßig" als geplant; an so etwas banales wie "Gegenwind" wollten wir bei unserer Planung auch nicht denken. Smile Beides Erkenntnisse, die uns erst im Laufe des ersten Tages ereilen sollten. Jedoch fand die Planung noch ohne diese Erkenntnis statt - Tagesziel: möglichst weit nach Süden fahren, um den anderen Kanuten zu "entkommen" und tatsächlich die meiste Zeit der Woche alleine zu sein und Ruhe zu erleben. Dieser Plan erschien uns sinnvoll, denn die Dichte an DANOs nach Norden ist recht hoch, der erste Tag beim Ablegen schon halb rum und nach Süden kommt lange Zeit kein DANO, also zudem wahrscheinlich ein weniger häufig gewähltes Ziel für den ersten Tag als der Norden. Frisch, fromm, fröhlich, frei ans Werk und direkt durch die erste Schleuse mit zwei weiteren Kanus und raus auf den großen See Lelang - es sollten die einzigen sein, die wir an diesem Tag zu sehen bekamen...
- Die nächste Erkenntnis: es hat seinen Sinn, warum empfohlen wird in Ufernähe zu paddeln... da sind Wind und Wellen deutlich schwächer!
Nach einiger Zeit kamen wir auf unserer ersten winzigen Insel mitten im See an um kurz Pause zu machen und das erste Mal seit Stunden zu Essen und zu trinken; wir merkten, wie leer unsere Akkus waren und bekamen Respekt vor unserem ehrgeizigen Plan und der restlichen Strecke des Tages. Nichts desto trotz machten wir uns auf, unser einmal gestecktes Ziel zu erreichen.
Die zweite Hälfte der Strecke bewältigten wir dann entlang des östlichen Ufers mit auflandigem, starkem Wind... ein einziger Kampf. Erst kurz vor DANO 68 ließ er nach, ebenso wie das Tageslicht. Da das DANO allerdings recht voll war, entschieden wir uns noch ein wenig weiter zu fahren, bis in die Nähe von DANO 67. Gefühlt mit letzter Kraft und bei leichtem Nebel erreichten wir unser Ziel. Feuerstelle entdeckt, Kanu eingelenkt und an Land gegangen um so schnell als möglich alles auszuladen, aufzubauen und Essen zu machen.
- Vierte Erkenntnis: auch nach langer Trockenheit können Moosteppiche auf Ufersteinen verdammt rutschig sein! Ergebnis: nasse, schmutzige Kleidung, ein schmerzender Rücken und eine leichte Gehirnerschütterung mit Erbrechen. Dennoch haben wir den Rest an Land bekommen und unser Lager aufgeschlagen, bevor der Regen zurückkam.
- Erkenntnis fünf: Eine zusätzliche Plane und Seile/ Gurte sind Gold wert! Das nächste Mal kommen vielleicht sogar noch weitere mit. Durch zwei Planen konnten wir ein erstes trockenes Lager aufschlagen, welches sowohl ein Dach gegen den wieder einsetzenden Regen als auch eine Wand gegen den stetigen Westwind hatte.

Nach einer windumtosten, aber erholsamen Nacht haben wir uns am zweiten Tag eingehender mit unserer Ausrüstung vertraut gemacht, die Ordnung verbessert und das Lager erneuert/ umgebaut. Aufgrund meiner Gehirnerschütterung, Wind und Gewitter über den ganzen Tag haben wir beschlossen an Ort und Stelle zu bleiben und erst am Montag weiter zu paddeln. Erst am Abend haben wir einen kurzen Ausflug um die Insel gemacht und festgestellt, dass die Kräfte wiedergekommen sind und die Reise am nächsten Tag wieder starten konnte.

Der Wetterbericht (vor allem in Hinblick auf die anzunehmende Windentwicklung) ließ uns unseren Routenplan ändern, so führte uns der dritte Tag statt nach Osten weiter entlang der Westküste nach Süden, bis wir am späten Nachmittag DANO 60 erreichten. Ein sehr großes Lager erwartete uns, völlig menschenleer, mit Biberspuren an Bäumen, einem Dachs der mitten durchs Lager lief und einem deutlich verbesserten Lageraufbau.
- Erkenntnis 6: kleine, leichte Campingstühle sind sehr gut für den Rücken und ihr Gewicht allemal wert, Schaumstoffpolster für die Sitzbänke im Kanu (und auf Baumstämmen) ein leichter und angenehmer Luxus der unbedingt empfohlen wird.
- Erkenntnis 7: Übung macht den Meister. Mit jedem neuen Lageraufbau wird man schneller, geübter und lernt die Fehler der vergangenen Tage zu vermeiden oder zu verbessern. Hier zeigte sich, wie sinnvoll Säge, Beil und die zusätzlichen Seile für ein wetterfestes Lager sind.
Auf dem Weg ins Bett bekamen wir dann endlich die langersehnte Nachricht von Scandtrack: Feuer machen war wieder erlaubt!

Durch die unveränderte Windprognose entschieden wir uns, an diesem Dienstag wieder zurück zu fahren und unser Lager in DANO 68 aufzuschlagen. Der Tag blieb das erste Mal trocken, jedoch frischte der Wind auf (Dauerwind von fast 30km/h – mit Böen bis fast 70 km/h). Da er jedoch von Westen kam und damit für uns ablandig war, konnten wir uns fast die gesamte Strecke im Windschatten der Bäume halten und kamen, mit ein paar Ausnahmen wo es keine Deckung vor dem Wind gab, gut voran. Das letzte Stück mussten wir jedoch einmal quer über den See übersetzen.
- Achte Erkenntnis: Es steht zwar im Handbuch, aber manches muss man offenbar am eigenen Leib erfahren um es zu begreifen: Die Wellen wurden je weiter wir mit Rückenwind über den See fuhren beständig größer und nur guter Gleichgewichtssinn, vernünftige Kanu-Beladung und wohl auch eine gehörige Portion Glück verhinderten, dass wir bei dieser Lektion nass wurden.
Nach etwa der Hälfte der Strecke zur anderen Seite, die Wellen gingen mittlerweile schon teilweise längsschiffs über die Reling, wurde uns klar, dass wir auf die falsche Landzunge zuhielten. Die notwendige Kursänderung brachte uns seitliche Wellen ein die uns ordentlich durchschüttelten und ein Vorankommen sehr erschwerten; da ständige Kursänderungen aufgrund der hohen Wellen vonnöten waren um nicht zu kentern benötigten wir für eine Strecke von ein paar wenigen hundert Metern über eine Stunde.
Endlich angekommen trafen wir auf zwei weitere Abenteurer die durch den heftigen auflandigen Wind den ganzen Tag nicht weg kamen. Nach einer guten Stunde gemeinsamen Lagerumbaus gegen den Wind konnten wir auch endlich die tolle Sonne genießen, ein Bad im kalten See nehmen (hinter einer schützenden Landzunge) und am entzündeten Lagerfeuer kochen.
Stephan und Mareike, das Pärchen von DANO 68, sollten fortan mit uns eine Reisegruppe bilden... solche Erlebnisse schweißen zusammen. Wink

Unser Ziel für Mittwoch waren die beiden DANOs vor der Schleuse Lennartsfors (71 & 72), der Wind hatte endlich abgenommen, der Lagerabbau funktionierte auch immer besser und das Tagesziel erschien uns angenehm. Einziger Wermutstropfen: der Regen hatte wieder eingesetzt... und er sollte uns den halben Tag begleiten, bei doch ziemlich frischen Temperaturen. Wir kamen trotz allem gut voran und bei unserer Ankunft fanden wir beide DANOS (über)belegt vor. Nach kurzer Abstimmung entschieden wir uns, den Weg durch die Schleuse nach Norden zu nehmen (wo wir erfuhren, dass wir tagsüber nur 10 Grad hatten) und somit auf dem Foxen ein Lager anzusteuern. Auch hier waren mehrere Lagerplätze belegt, so dass wir an diesem Tag deutlich die weiteste Strecke zurückgelegt haben, bevor wir bei DANO 10 ankamen. Das Lager ist sehr schön gelegen und ein trockener, sonniger Abend versöhnte uns mit diesem Tag.
- Erkenntnis: schnell trocknende (Funktions-)Kleidung und Regenjacken waren eine gute Investition und haben aller Widrigkeiten zum Trotz für stets trockene Kleidung gesorgt.

Wer bei der bisherigen Lektüre den Eindruck hatte, es könnte nicht schlimmer kommen muss an dieser Stelle leider enttäuscht werden. Das Wetter hatte sich entschieden, diesen Donnerstag zum Schlimmsten unserer Woche zu machen.
Ziel war DANO 8 (norwegische Seite der Insel) und nur knappe 5 km entfernt; ein Katzensprung im Vergleich zu unseren bisherigen Tagestouren. Kaum hatten wir das Kanu beladen, begann ein Gewitter und wir waren gezwungen an Land auszuharren. Zum Glück zeigte uns der Regenradar, dass das Gewitter nur klein war und bald durchgezogen sein sollte. Unmittelbar danach brachen wir auf um möglichst viel vom Tag im neuen DANO verbringen zu können. Es hatte sich eingeregnet und trotz vernünftiger Kleidung waren wir an allen frei liegenden Körperstellen (Erkenntnis: eine Regenhose wäre ne gute Idee gewesen) innerhalb einiger Momente klatschnass. Die Temperatur war im Vergleich zum Vortag kaum gestiegen, der Regen stärker und etwa acht bis neun Kilometer südlich tobte ein ordentliches Gewitter, zum Glück weit entfernt... In dieser Stimmung setzten wir zur Insel über und übersahen die Landestelle des DANOs zuerst, weil dort kein Kanu lag und auch anders als an den anderen Lagern keine Schutzhütte vom Wasser aus zu sehen war. Unglücklicherweise hatte ich gerade an diesem Tag den Fehler gemacht die Karte in meiner anderen Hose vergessen zu haben, so dass wir an Land gehen, die Karte hervorholen, das Kanu neu beladen und erneut in See stechen mussten; 500 Meter zurück hieß die Parole. Kaum waren wir wieder auf dem Wasser fing es von jetzt auf gleich zu hageln an, das Wasser wurde schaumig weiß und erbsengroße Hagelkörner trommelten auf uns ein, begleitet vom Donnern des Gewitters in unserem Rücken auf unserem Weg zurück nach Norden. Unsere Zielbucht vor Augen zerriss auf einen Schlag ein Blitz den Himmel vor uns und zeigte uns mit seinem Donner, dass er weniger als einen Kilometer von uns entfernt eingeschlagen ist – das Gewitter hatte sich in unglaublich kurzer Zeit zu uns verlagert. Jetzt hieß es "Paddel frei!" und alle Kraft unserer panischen Arme ließ uns mit hohem Tempo auf die Bucht zujagen, die Kanus an Land ziehen und in das Wäldchen stürmen. Glücklicherweise ist auch einem weiteren Kanu, welches gerade mitten in der Überfahrt zur Insel begriffen war, nichts passiert!
Die Überfahrt war geschafft, das Lager noch aufzustellen.
Da es noch immer unentwegt regnete, ließen wir die Zelte noch verpackt und gaben uns daran das Lager notdürftig gegen Kälte, Nässe und Regen zu sichern, bevor wir uns trockene Sachen anziehen konnten.
- Erkenntnis 11: Eine Plane zu errichten die gleichzeitig gegen Regen von oben und Wind von zwei Seiten schützen soll, hat schnell zur Folge, dass sich der Qualm an Ort und Stelle sammelt und Atmen sowie Sehen erschwert, da das bereitliegende Holz völlig nass war. Eingepfercht in unserer "qualmenden Schwitzhütte" bekamen wir anfangs nicht mit, dass wir Besuch bekamen, bis der Kopf von jemandem bei uns im „Verschlag“ auftauchte und uns freundlich auf englisch darüber in Kenntnis setzte, dass weitere Menschen angekommen waren, wir uns aber nicht gestört fühlen sollten; die Schutzhütte und die Feuerstelle bliebe gerne für uns.
Das Ende vom Lied war eine "Invasion" von gut 40 Schülern mit Betreuern einer englischen Privatschule aus Cambridge die jeden freien Flecken in Sichtweite belegten.
Der Tag war geprägt von Nässe, Kälte und Qualm, die einzigen Momente des Urlaubs an denen wir uns fragten, was wir hier eigentlich machen.

Zum Glück hatte das Wetter am Folgetag endlich ein Einsehen und beruhigte sich nachhaltig. Die Rückfahrt am Freitag zum DANO 10 gestaltete sich angenehm und trocken, die Entfernung war entspannt und der Lagerplatz war noch frei, so dass wir das Lager schnell beziehen und errichten konnten. Dadurch war dies der erste Tag an dem am Nachmittag so etwas wie Freizeit aufkam, denn:
- Erkenntnis 12: Mit frühstücken, Lager abbauen, Kanu beladen, paddeln, Pause, paddeln, Kanu entladen, Lager aufbauen, Feuer entzünden und kochen ist man beinahe den ganzen Tag beschäftigt ohne dass Langeweile aufkommen konnte.
Diese ungewohnte freie Zeit nutzten wir, um wild wachsende Heidelbeeren zwischen Elchkötteln zu sammeln und unser Festmahl vorzubereiten, bei dem wir vier alle Vorräte sichteten die uns nach einer Woche noch geblieben waren um aus diesen Zutaten ein opulentes Mahl für vier Personen zu zaubern, mit einem Heidelbeerkuchen als krönendem Abschluss.

Mit der Rückfahrt zum Camp Höglund am Samstag Vormittag bei strahlendem Sonnenschein nahm eine sehr durchwachsene Woche ihren versöhnlichen Abschluss und erlaubte uns ein Ausladen und Umpacken im Trockenen, für das wir sehr dankbar waren.
Wenngleich wir fast immer starken Wind, Regen und/oder Kälte (im Juni während einer der schlimmsten Hitzeperioden der europäischen Wetteraufzeichnung) erlebt haben, möchten wir diese Erfahrung nicht missen und können trotz Allem sagen, dass dieser anstrengende Urlaub, so paradox es auch klingen mag, für uns sehr erholsam war.


Um Interessierten an dieser Art des Urlaubs etwas mitzugeben, was wir gerne im Vorfeld gewusst hätten und aus dem wir gelernt haben, haben wir uns entschieden, ein paar (vielleicht) hilfreiche Dinge zu notieren.

Was sind die wichtigsten Sachen, die wir wieder mitnehmen werden, wenn wir zurückkehren?
– Sitzpolster aus nicht saugfähigem Schaumstoff
– Spanngurte, zusätzliche Seile, Heringe und (mindestens) eine weitere Plane (wir hatten einen 7m langen Spanngurt mit Gegenstück und 4 Wäscheleinen mit Karabiner am Ende dabei und die haben wir alle jeden Tag benutzt)
– (Regen)Kleidung (am besten mehrlagig zum variieren)
– schnell trocknende Funktionskleidung/ Wechselkleidung
– gepolsterte (Fahrrad)Handschuhe
– Wasserschuhe fürs Kanu fahren und anlanden/ stabile, trockene Schuhe fürs Lager
– Wasserbeutel zum Aufhängen mit Hahn (quasi fließendes Wasser zum abspülen und Zähne putzen – sehr praktisch!)
– Solardusche (bringt nur etwas bei längerer direkter Sonneneinstrahlung - wir geben die Hoffnung nicht auf!) Smile
– ein vernünftiges Messer
– 18-1 Naturseife (Pfefferminz) (gekauft mit unserem Gutschein)
– DEET-Spray gegen (Zecken und) Mücken in den Abendstunden (gekauft mit unserem Gutschein)
– Zap-it gegen bereits erhaltene Mückenstiche (gekauft mit unserem Gutschein)
– auch wenn es vielleicht nichts bringt, würden wir wieder eine Mückenspirale einpacken (zum anzünden und qualmen lassen - eine Spirale hat locker einen Abend lang gehalten)
– Einen Grundstock an eigenem Essen (gerade die Tüten und Dosen sind kulinarisch meistens daneben – sie reichen für eine Verpflegung und niemand wird hungern, aber wir werden in Zukunft einiges davon im Lager lassen)
– unsere Becher mit Karabiner
– Gaffa-Tape zum Abdichten (und Verbinden) von Planen
– Hocker mit Lehne (auf geringes Packmaß und Gewicht achten!)
– Gummiband und Karabiner um Gepäck ans Kanu zu fixieren (falls man kentert treibt nichts ab)
– Kopfbedeckung und Sonnenbrille (auf dem Wasser spiegelt die Sonne besonders stark)
– Wassersäcke für die selbstaufblasenden Isomatten und Schlafsäcke, damit diese immer trocken bleiben
– Getränkeflaschen für Flüssigkeitsversorgung während der Fahrt
– aufblasbare Kissen und vernünftige Isomatten (der Boden ist teilweise von Steinen und Wurzeln durchzogen)

Was würden wir beim nächsten Mal zuhause lassen?
– Brot (mehr als ausreichende Menge im Paket– 2,5 kg Vollkornbrot reichen für 2 Personen locker!)
– Hängematte
– weniger Kleidung (bei Funktionskleidung kann man bedenkenlos jederzeit waschen, denn es trocknet schnell und die ganz harten Brocken haben wir an Bord auf unserer „Wäscheleine (TM)“ aufgehängt)
– sämtliche Beleuchtung außer einer kleinen Hängeleuchte fürs Zeltinnere (wenn man rund um Mittsommer unterwegs ist auch mitten in der Nacht überflüssig – im Zelt ist eine Lichtquelle allerdings sinnvoll)
– die zusätzliche eigene Axt. Die gestellte war für die notwendigen Arbeiten völlig ausreichend.

Damit Ihr unsere Route noch etwas genauer nachverfolgen könnt und ein Gefühl für die Entfernungen bekommt, findet ihr hier unsere Tour mit Entfernungsangaben:
Tag 1: Camp Höglund bis „Wildcampen bei DANO 67“: ~17 km
Tag 2: kurzer Ausflug: ~2 km
Tag 3: DANO 67 bis DANO 60: ~11 km
Tag 4: DANO 60 bis DANO 68: ~13 km
Tag 5: DANO 68 bis DANO 10: ~23 km
Tag 6: DANO 10 bis DANO 8: ~5 km
Tag 7: DANO 8 bis DANO 10: ~5 km
Tag 8: DANO 10 bis Camp Höglund: ~6 km
Gesamtleistung eine Woche paddeln: ~82 km

Zum besseren Verständnis unserer Route haben wir ein Foto von der zur Verfügung gestellten Karte angehängt und mit pink und grün die einzelnen Etappen eingezeichnet und mit Nummern versehen.
Zudem haben wir unseren Zettel „WWW – Wie Wo Was – Informationen Anreisetag“ von Scandtrack abfotografiert. Vielleicht hilft Euch das ja. Wink


Fazit:
Man verlässt ganz bewusst seine Komfortzone, erlebt unvergessliche Momente in der schwedischen Natur und kommt innerlich zur Ruhe ohne Langeweile aufkommen zu lassen. Schweden, Du hast uns begeistert und wir werden ganz sicher zurückkehren um diesen wunderbaren Urlaub zu wiederholen!
Helene und Arne
geschrieben October 2018, Arne H.409 mal gelesen
Wieder 9 Tage nach 9 Jahren
Schwedenreise mit Scandtrack vom 25.05.-03.06.2018
Dieses Mal entschieden wir uns spontan für eine Schwedenreise und wie 2009 wieder mit Scandtrack. Unsere Lastminute-Buchung klappte zum Glück problemlos. Die Unterlagen holten wir uns beim netten Team gerade zwei Tage vor Abreise in Borgsdorf ab. Unsere Anreise verlief ohne Verspätungen und auch die Fähren schafften wir wie eingeplant, so dass wir morgens um 10 Uhr in Lennartsfors im Hau ...› weiterlesen
Schwedenreise mit Scandtrack vom 25.05.-03.06.2018
Dieses Mal entschieden wir uns spontan für eine Schwedenreise und wie 2009 wieder mit Scandtrack. Unsere Lastminute-Buchung klappte zum Glück problemlos. Die Unterlagen holten wir uns beim netten Team gerade zwei Tage vor Abreise in Borgsdorf ab. Unsere Anreise verlief ohne Verspätungen und auch die Fähren schafften wir wie eingeplant, so dass wir morgens um 10 Uhr in Lennartsfors im Hauptcamp von Scandtrack ankamen. Nach einem kurzen Snack (Hotdogs und Kaffee) wanderten wir zur Ausrüstungsstation, um uns mit dem bereitgestellten Equipment einzudecken. Als erfahrene Paddler verzichteten wir auf die angebotene Einweisung und fuhren voller Freude auf die Natur und die kommenden Erlebnisse los. Wir lassen euch nun an unseren prägnantesten Erlebnissen unserer Reise teilhaben. Viel Spaß beim Lesen. Katrin & Steffen

Inselhopping und Sonne satt
Das Schöne am Seensystem in Nordmarken sind die vielen Inseln. Auf diesen wollten wir auch diesmal wieder campen. Unser Ziel für unser erstes Camp war klar: Unsere Lieblingsinsel vom letzten Mal.
Auf der kurzen Paddelstrecke von ca. 12 km fielen uns schon ein paar Veränderungen auf: Erstaunlich viel Pollenstaub aus den umliegenden Wäldern schwamm auf der Wasseroberfläche. Diesmal fuhren im Gegensatz zu 2009 einige Motorboote auf dem See und am Horizont nahmen wir erstmals Windräder wahr. Auch der Wasserstand war deutlich niedriger als damals, vermutlich durch die schon langanhaltende Hitze ohne Regen. Auf unserer Lieblingsinsel erkannten wir den niedrigen Wasserstand daran, dass die Einbuchtung im Fels, die uns 2009 als "Hafen" diente, nun aber durch fehlendes Wasser nicht als solcher genutzt werden konnte. Wir nutzen das super Sonnenwetter mit ca. 25-30 Grad fürs ausgiebige (Sonnen-) Baden und waren um ein Vielfaches mehr schwimmen als in unserem letzten verregneten Schwedenurlaub. Wir entspannten in der Hängematte oder bauten Steinmännchen auf unserer Trauminsel!

Natur und Ruhe pur
Diese unglaubliche Ruhe in dieser beinahe menschenleeren Idylle konnten wir in all unseren Urlauben nur in Schweden erleben. Kein Flugzeug-, Verkehrs- oder Großstadtlärm wie in Berlin. Eine Wohltat für die Ohren und die Seele. Die weitläufige Seenlandschaft hat eine interessante Eigenschaft: Der Schall wird sehr weit getragen. Wir konnten oft Rufe und Unterhaltungen von anderen Paddlern hören, die scheinbar kilometerweit von uns entfernt waren. In der Abenddämmerung und nachts hört man zu weilen fremdartige Rufe von Wasservögeln, die sich von dann von Insel zu Insel antworten. Dieser nahe Kontakt zur Natur und der Wildnis erdet einen ungemein. Das Leben in und mit der Natur verändert auch den sonst üblichen Tagesrhythmus. In Schweden ist es im Juni etwa 18 Stunden recht hell und so lange ist man oft auch aktiv. Die Aktivitäten sind vor allem körperlicher Natur: Paddeln, Zelt aufbauen, Essen kochen, Schwimmen, Spazieren gehen. Die kräftige Mittagssonne zwingt zur Ruhe- und Badepause, was bei langen Paddelstrecken zu berücksichtigen ist. 2009 zwang uns dagegen der kräftige Regen zu Paddelpausen.

Den Elchen auf der Spur
Bei einem Tagesausflug erkundeten wir eine größere Insel und entdeckten nicht nur eine süße kleine Minifelsinsel mit traumhaftem Sandstrand, sondern ebenso Spuren im Sand vom großen Nationaltier Schwedens sowie kleine Elchköttel. Wir überlegten zwar dort unser nächstes Camp aufzuschlagen, um diese scheuen Tiere live beobachten zu können. Letztlich taten wir es aber aus zwei Gründen nicht: etwas Respekt vor diesen wilden Tieren und wir hatten ja noch so viele weitere Ziele im Visier! Tatsächlich sahen wir auf woanders von weitem einmal etwas Rehartiges im Wald von uns wegspringen- aber ob das ein Elch war?!

„Wo ist eigentlich meine Schwimmweste?“
Am dritten Tag entschieden wir uns wie auch 2009 zur Landesgrenze Richtung Norwegen zu fahren. Und wie damals kam uns aus der Richtung eine Sturm- und Regenfront entgegen. Wir entschieden uns bevor der Platzregen losging, an einem Steilufer anzulegen, um unsere Sachen im Kanadier mit einer Plane regendicht abzudecken sowie uns regenfest einzukleiden. Wir hatten eins gelernt: Nass bis auf die Haut, macht paddeln nicht wirklich Spaß. Da der Regen vermutlich noch stundenlang anhalten würde und sich das Ausharren an unserem gewählten Ort ohne guten Festlandzugang und Campingmöglichkeit nicht lohnte, fuhren wir trotz einsetzenden Regens weiter, um uns einen der vielen DANO Campingplätze zu sichern.
Nach 4 km, fragte er mich: „Wo ist eigentlich meine Schwimmweste?“ Sie war weder an seinem Körper noch im Boot zu finden. Sein Vorschlag: Wir müssen zurückpaddeln und sie suchen. Mein Vorschlag sah aber anders aus: Wir sollten zunächst einen Rastplatz finden, um die Sachen zu trocknen, auszupacken und mit leerem Boot nach der Weste suchen. Gesagt getan: Aber weil wir keinen freien Rastplatz fanden, fuhren wir im strömenden Regen wieder 10 km zurück. Wir fanden die Scandtrack Schwimmweste an dem Festlandstück, wo wir gehalten hatten, um uns für das Unwetter zu rüsten. Einerseits happy, aber auch erschöpft machten wir uns nochmals in Richtung unseres eigentlichen Zieles auf den Weg. Um uns auf unserer längsten Paddelstrecke dieses Urlaubes zu motivieren, erklang meinerseits der Paddelakkord „Und eins und zwei und drei…“. Schließlich fanden wir auf der Insel Tröllon neben einem unbesetzten DANO Rastplatz, der wegen nistender Vögel jedoch gesperrt war, noch ein Plätzchen. Hier quasi direkt auf der Schwedisch-Norwegischen Grenze platzierten wir unser Zelt und benutzten einmalig in diesem Urlaub unser Tarp, unter dem wir wie damals unsere Sachen zum Trocknen aufhängten. Abends klärte sich der Himmel und der Vollmond leuchtete auf uns herab.

Not macht erfinderisch
Am nächsten Morgen wurden wir mit einem herrlichen Sonnenaufgang belohnt. Für diesen perfekten Morgen nach den gestrigen Strapazen, sollten unsere gekauften wasserdicht verpackten Brötchen aufgebacken werden. Allerdings galt weiterhin ein absolutes Feuerverbot und daran wollten wir uns halten. Meinem Tüftler gelang es jedoch, einen Ofen mithilfe eines Kochers, einer mitgebrachten Grillschale, etwas Draht und ein paar Steinen zu bauen. Ein paar goldbraune Brötchen mit Nutella waren das Ergebnis.

Biberattacke
Bei einem kleinen Zwischenstopp am vorletzten Tag auf der Festlandseite (südlich von Lilla Sundsbyn) haben wir wieder einen der selteneren Sandstrände mit einer schönen Badebucht gefunden. Nach einem ausgiebigen Bad, kochten wir uns hier gefüllte Paprikaschote mit Kartoffeln und Bohnen zum Mittag. Uns fiel auf, dass hier erstaunlich viele Birken umgefallen waren. Den Grund erkannten wir anhand der Bissspuren an den Baumstämmen: das war Biberwerk! Wenig später entdeckten wir in unserer Badebucht auf der anderen Seite eine große Biberburg. Neugierig wie wir sind fuhren wir hin, aber es waren keine Biber zu sehen.
Für unser letztes Nachtlager suchten wir alle Inseln rund um Skornsnäs ab, aber alle waren bereits besetzt. So schauten wir uns auch in den Festlandbuchten südlich von Bodavik nach möglichen Campingplätzen um. In einer entdeckten wir erneut eine Biberburg und sahen nun auch einen Biber im Wasser schwimmen! Die Neugier siegte wieder und wir fuhren näher heran. Am Ufer sahen wir noch einen weiteren, der sich jedoch bei unserem Anblick gleich ins Wasser zurückzog. Plötzlich machte es neben unserem Kanadier laut „Platsch“ als ob ein Kleinkind gerade ins Wasser gesprungen wäre. Aber es war die Schwanzflosse eines Bibers, der uns klar aus dem Revier verjagen wollte. Wir fuhren weiter und fanden schließlich eine schöne Stelle diesmal auf dem Festland, wo wir unseren letzten Sonnenuntergang genossen. Am nächsten Tag paddelten wir entspannt 8 km zurück zum Scandtrack Camp. Die Köttbullar ließen wir uns als Abschiedsessen richtig schmecken. Vielen Dank Scandys für eure tolle Organisation und eure Abschiedszeremonie!

Praktische Tipps
Bei Hitze sollte man sich einen kleinen Kühlschrank bauen, um die Lebensmittel länger frisch zu halten. Das waren bei uns tropfnasse Handtücher, welche wir über unsere „Lebensmitteltonnen“ gelegt hatten (ob im Boot oder am Land). Um viel Seewasser für Abwasch, Wäsche und zum Trinken bei uns zu haben, haben wir uns meist in der Seemitte unsere beiden mitgebrachten 10 Liter Solarduschen/ Wassersäcke gefüllt. Auch unser Solarpanel erwies sich für unsere elektronischen Geräte zur Aufladung in der Wildnis ohne Steckdosen als ein Segen.

Fazit: Der Sommer in Schweden kann noch heißer und erholsamer sein, als beispielsweise in Kreta oder auf den Kanaren. Wiedersehen macht Freude und es gibt immer wieder Neues zu entdecken und erleben!
geschrieben October 2018, Katrin W.163 mal gelesen
Abenteuer Schweden
Am 29.06.2018 war es soweit – unsere neuntägige „Kanutour auf eigene Faust“ in Schweden sollte so richtig beginnen. Aber eigentlich fing alles schon viel eher an. Unsere Reisevorbereitungen starteten schon im März – diese äußerste sich unterschiedlich bei den verschiedenen Teilnehmern - von Panik über Kaufrausch war alles dabei. Sieben Freunde sollten wir sein. Vom absoluten Outdoor-Profi zum Ultimaten-Stadtkind war alles vertreten. ...› weiterlesen
Am 29.06.2018 war es soweit – unsere neuntägige „Kanutour auf eigene Faust“ in Schweden sollte so richtig beginnen. Aber eigentlich fing alles schon viel eher an. Unsere Reisevorbereitungen starteten schon im März – diese äußerste sich unterschiedlich bei den verschiedenen Teilnehmern - von Panik über Kaufrausch war alles dabei. Sieben Freunde sollten wir sein. Vom absoluten Outdoor-Profi zum Ultimaten-Stadtkind war alles vertreten. Fleißig wurde sich schon im Vorfeld darüber ausgetauscht was man alles brauchen könnte und auch welche Gegenstände man sich teilen könnte, da wir schon vorher davon ausgingen, dass beispielsweise nicht jeder einen Wasserfilter, Arbeitshandschuhe oder eine Angel braucht. Vor allem in den letzten Tagen vor Reisebeginn war der jeweils lokale Outdoorladen unser Lieblingsort.

Ich weiß nun, dass das Packmaß der Ausrüstung ein wichtiger Indikator ist, ich bei Isomatten auf den R-Wert achten muss und ich bei Schlafsäcken idealerweise aufpasse, dass die Komfort- und Grenztemperatur den Temperaturen im Zielland entspricht. Kurz vor Reisebeginn glühten dann die Tasten so richtig, es wurde probegepackt, gewogen und hin und herüberlegt.

Und dann ging es auch schon los. Es kam der anstrengendste Part der Reise: die Bustour. Die Mehrheit von uns startete in Leipzig. Nackenkissen oder jegliche Gegenstände, die das Sitzen oder den Versuch zu Schlafen angenehmer machen sind wirklich wärmstens zu empfehlen. Ich schreibe es gern aus: es sind neunzehn Stunden Busfahrt! Ganz cool war dann zumindest die nächtliche Fahrt auf der Fähre – sich auf dem Deck den Fahrtwind um die Ohren zu blasen zu lassen hat trotz totaler Übermüdung allen von uns Spaß gemacht. Während der Ausblick aus dem Fenster in Deutschland noch nicht so spannend ist, fängt es später an interessant zu werden. Neben dem Sonnenaufgang lassen sich dann beindruckende Wälder und Seen beobachten. Die holprige Schotterpiste ins Camp bildet den krönenden Abschluss einer Fahrt, die ich ohne Reisetabletten und Schlafmaske nur ungern wiederholen wollen würde.

Im Camp ging dann alles Schlag auf Schlag. In Windeseile zerrten die Teilnehmer Ihre einzelnen Gepäckstücke zusammen, man erhielt und prüfte das Ausrüstungs- und Proviantpaket, packte seine persönlichen Gegenstände in den wasserdichten Packsack und dann konnte auch schon alles runter zum See getragen werden. Tee, Kaffe und eine kleine Stärkung gab es zwischendurch auch.

Mit sieben Teilnehmern in der Gruppe hatten wir die Wahl zwischen drei oder vier Kanus. Wir entschieden uns für zwei zweier Kanus und eine dreier Kombi. Dafür erhielten wir einen praktischen Extrasitz, den man einfach in ein Kanu einhäng. Danach konnten wir auch schon anfangen Tetris zu spielen – also unsere Kanu’s zu beladen. Wo belädt man ein Kanu? Im Wasser! Der freundliche Herr, der unsere Einweisung durchführte wiederholte diese Frage und die dazugehörige Antwort so lange und oft, dass ich es auch in ein paar Jahren wahrscheinlich noch wissen werde.

Nur ca. zwei Stunden nach Ankunft waren wir also auch schon im Wasser. Wohin? Das wussten wir noch gar nicht so richtig. Zuvor hatten wir bereits entschieden, dass wir die Reise nicht zu stark vorplanen wollen. Je nach Tagesform und Laune wollten wir entscheiden, wo wir als nächstes hin paddeln.

Auf der Reise gab es ein paar Highlights für mich. An allererster Stelle steht dabei natürlich die unberührte Natur in Schweden. Dieser Moment, wenn man tagsüber im Kanu oder abends auf den Felsen sitzt, die Natur auf sich einwirken lässt und es einfach nur mucksmäuschenstill ist – der ist einfach unbezahlbar.

An nächster Stelle kommen unsere gemeinsamen Aktivitäten in der Gruppe, sei es das abendliche Zubereiten einer warmen Mahlzeit, das mittägliche Vesper während einer Paddelpause, die ereignisreichen Wanderungen und Badestunden, gemeinsame Lockerungsübungen und Yoga auf den Felsen oder auch das Pflücken von Früchten aus denen am Ende mehrere köstliche Kuchen entstanden. Die Kanutour mutierte zum absoluten Elektro-Detox, mit eingängigen und tiefsinnigen Gesprächen und etlichen Abenden die nicht zuletzt wegen der atemberaubenden Kulisse und den schier endlosen Sonnenunter- und Aufgängen in Erinnerung bleiben werden.

An zweiter Stelle kommt der mobile „Späti“ von dem uns schon im Basislager bei Lennartsforts relativ mystisch erzählt worden ist. Es handelte sich um eine Gruppe von Norwegern, welche in der Abenddämmerung die einzelnen Camps abklappern und sich ziemlich als moderner mobiler Spätkauf entpuppten. Von Süßigkeit über Knabberzeug, Milch, O-Saft und alkoholischen Getränken gab es alles an Board. Wir worden zum vermutlich besten Abnehmer von Bier in der Woche – an fünf Abenden kauften wir bequem bei den Jungs ein. Einmal bestellten wir Sie sogar per Telefon zu uns…

Ein absolutes Must-See ist auch der Autofriedhof in der Nähe von Bastnas – während wir anfangs Bedenken hatten, ob wir diesen überhaupt finden würden, stellte es sich als kinderleicht heraus. Reisende pilgern schon fast zu diesem Ort, sodass man ihn eigentlich nicht übersehen konnte. Von DANO 16 fuhren wir hierzu einmal über den gesamten See zum Autofriedhof, welcher sich gegenüber von DANO 19 befindet. Die Fahrt über den offenen See ist hingegen weniger zu empfehlen – die Scandis empfehlen nicht ohne guten Grund sich bei der Fahrt eher in Ufernähe aufzuhalten.

Auch wenn wir zeitweise ans Ende unserer Kräfte kamen - unser Schwedenabenteuer war eine wundervolle Reise, die wohl keiner von uns so schnell vergessen wird.
geschrieben October 2018, Katharina R.183 mal gelesen
Reisebericht von Luisa und Jacob
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Schweden 2018 | RX100V | scandtrack Schweden 2018
geschrieben October 2018, Jacob S.166 mal gelesen

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