Reiseberichte
12 3 ... 54
Ein Abenteuer in Schweden
Eine kleine Geschichte über die Schönheit der Natur, Abenteuer und neue Freundschaften

Alles begann in einer Bar in Berlin. Schon ein wenig mitgenommen vom langen Tag hingen wir in unseren Sesseln und schauten über die Dächer der Stadt. Irgendwann seufzte M. und meinte: „Ich will dieses Jahr unbedingt in Schweden Kanu fahren“. Und ich antwortete spontan nur: „Geil, ich bin dabei!“. Und schneller als gedacht wurde das, was i ...› weiterlesen
Eine kleine Geschichte über die Schönheit der Natur, Abenteuer und neue Freundschaften

Alles begann in einer Bar in Berlin. Schon ein wenig mitgenommen vom langen Tag hingen wir in unseren Sesseln und schauten über die Dächer der Stadt. Irgendwann seufzte M. und meinte: „Ich will dieses Jahr unbedingt in Schweden Kanu fahren“. Und ich antwortete spontan nur: „Geil, ich bin dabei!“. Und schneller als gedacht wurde das, was ich als melancholisches Geschwafel abgetan hatte, Wirklichkeit. Zwei Wochen später stand fest: In der ersten Septemberwoche geht es für uns beide mit ‚Scandtrack‘ zum Kanu fahren nach Schweden.
Am 2. September war es dann endlich so weit. Um 18.30 Uhr sollte unser Bus uns am ZOB in Berlin abholen und nach Schweden bringen. Hoch motiviert und voll bepackt warteten wir auf unseren Bus. Und wir warteten und warteten. Nach eineinhalb Stunden Verspätung und der ersten Befürchtung, dass unser Traum vom Urlaub doch noch platzen könnte, ging es aber doch noch los für uns. Wir machten es uns im Bus bequem, wobei bequem hier womöglich ein wenig übertrieben ist.
16 Stunden, zwei Fährüberfahrten und eine Elchfarm später kamen wir dann am Morgen in Schweden an. Aber ein richtiges Gefühl der Freude konnte sich bei uns beiden noch nicht einstellen. Zu unausgeschlafen und aufgeregt waren wir. Auch unsere ersten Minuten im Camp waren noch ein wenig zurückhaltend und verklemmt. Doch nach einem Hotdog morgens um halb elf, war dann auch der letzte von uns aufgetaut, was sich unter anderem durch das Gewusel im Camp bemerkbar machte. Es dauerte auch gar nicht lange bis wir den Abenteuerpfad bis zum zweiten Camp nehmen durften. Eine erste Herausforderung für uns, da wir unser doch relativ schweres Gepäck durch den Wald schleppen durften. Ein guter Einstieg für das, was uns in den nächsten sieben Tagen erwarten sollte. Das ein-, aus- und umpacken beanspruchte dann für die nächsten drei Stunden unsere volle Aufmerksamkeit. Als wir endlich damit fertig waren unser ganzes Hab und Gut zum Steg zu schleppen, war jegliche Unsicherheit, Müdigkeit oder Aufregung verschwunden. Was blieb war Vorfreude, Abenteuerlust und eine große Portion Glücksgefühl.
Damit ausgerüstet starteten wir unsere Abenteuerreise. Die ersten Paddelschläge verliefen noch etwas holprig und nach dem Ablegen wurden wir von viele Kanu fahren kritisch beäugt, da M. und ich unsere Paddel beide auf der gleichen Seite hatten. Aber aus irgendeinem uns unerklärlichen Grund, sind wir auf diese Weise besser vorangekommen. Nachdem wir vier Stunden lang gepaddelt waren, so ziemlich jede Bucht mitgenommen hatten, die auf dem Weg lag, weil das Steuern doch noch nicht ganz so gut klappte und hunderte Fotos gemacht hatten, hielten wir langsam Ausschau nach unserem Lagerplatz. Wir legten an der ersten Landzunge an, mussten feststellen, dass wir falsch waren und fuhren zur nächsten. Auch die war uns nicht genehm und so entschieden wir uns für die dritte Lagerstelle. Allerdings hatten dort schon zwei Jungs vor uns angelegt. Nach kurzem Beratschlagen, ob wir eventuell doch noch zu Lagerplatz Nr. 4 weiterpaddeln sollten, entschieden wir uns im Endeffekt dazu, den Jungs für die erste Nacht Gesellschaft zu leisten. Wie sich schnell herausstellen sollte, waren wir alle ungefähr ein Alter und, wie der Zufall es so will, auch alle Studenten. Für Gesprächsstoff war also gesorgt.
Der nächste Tag hielt viel Sonne für uns bereit. Das gute Wetter nutzte ich gleich einmal um in dem spiegelglatten, aber auch vor Kälte dampfenden Wasser schwimmen zu gehen. Es sah malerisch aus, war aber saukalt. Trotzdem war es einer der schönsten Momente unserer Reise. Nach unserem Frühstück fuhren wir weiter. Die Jungs hatten schon vor uns abgelegt, doch bis zum Umtragen hatten wir sie wieder eingeholt. Unser Vorsprung hielt jedoch nicht lange an. Denn wir mussten schnell merken, dass sich Umtragen leichter anhört, als es eigentlich ist. Natürlich waren wir viel zu faul, um das ganze Kanu leer zu räumen. Daher versuchten wir den Wagen im Wasser unter dem Kanu festzuschnallen. Allerdings wollte auch niemand von uns dabei so richtig nass werden, weshalb das in ein ziemlich umständliches Unterfangen ausartete. Bald hatten aber auch die Jungs wieder aufgeholt und zu viert schafften wir es die zwei Kanus sicher an Land zu bringen. Die Überfahrt zum nächsten See entpuppte sich allerdings auch als echtes Abenteuer. Hügelige und kurvenreiche Feldwege waren nur ein Hindernis, eine sehr schmale Landstraße ein weiteres. Und auch das Boot zu Wasser zu lassen hatten wir uns einfacher vorgestellt. Aber trotz allem, das Gefühl sein Kanu mit Sack und Pack durch die schwedische Pampa zu ziehen, hatte irgendwie etwas Zufriedenstellendes.
Und unser nächster Lagerplatz entschädigte uns für jegliche Strapazen. Wir fühlten uns dort wie auf unserer eigenen kleinen Insel. Allerdings blieben wir nicht lange zu viert. Eine andere Vierergruppe, die ihre Kanus zu einer Art Katamaran zusammengebunden hatte legte ebenfalls an „unserem Inselchen“ an. Nach ein paar Sekunden anfänglicher Skepsis legte sich auch hier jegliche Scheu und bei einem großen Lagerfeuer lernten wir uns alle besser kennen.
Am nächsten Morgen wurden wir wieder alle mit wunderschönem Wetter belohnt. Wir hatten nur eine kleine Strecke vor uns, die uns an ziemlich großen Felswänden vorbeiführte und, wie sollte es anders sein, uns wieder zum Umtragen zwang. Aber diesmal waren wie schon etwas routinierter und so meisterten wir die wirklich knifflige Strecke mit Bravour. Unser nächster Schlafplatz befand sich diesmal auf einer richtigen Insel, die wir auch sehr schnell zu unserem Eigen machten. Die Jungs tobten sich einmal richtig aus beim Holz hacken und auch für das Kochen nahmen wir uns das erste Mal richtig Zeit. Es wurde kein langer Abend, da wir alle einstimmig entschieden hatten, am nächsten Tag die größte Etappe unserer Route schaffen zu wollen. Keiner von uns dachte auch nur im Geringsten daran, dass das Wetter schlechter werden könnte.
Und so überraschte uns der starke Wind am nächsten Morgen. Wir starteten dennoch optimistisch in den Tag. Doch schon bald mussten wir feststellen, dass Kanu fahren bei starken Windböen und verhältnismäßig hohen Wellen gar nicht so leicht ist. Dementsprechend angespannt war auch die Stimmung im Boot. Insbesondere, als wir dann auch noch in der falschen Bucht landeten. Aber da aufgeben auf dem Wasser keine Option ist, schafften wir es doch noch zur nächsten Umtragestelle. Total erleichtert zogen wir unser Kanu durch die Orte und freuten uns schon, das Schlimmste hinter uns gebracht zu haben, als wir die Bucht, bzw. den kleinen Hafen erreichten, von dem aus wir starten sollten. Hier fing der Spaß nämlich erst so richtig an.
Der Seegang war in dieser Bucht noch viel stärker, als in dem See zuvor. Und der Wind kam uns direkt entgegen. Wir warteten also auf die Anderen, um eine gemeinsame Krisensitzung abzuhalten. Die beiden Jungs wollten daraufhin die Lage für uns „checken“, räumten ihr Kanu leer, um später keine Sachen aus der Bucht fischen zu müssen und wagten sich ins Wasser. Es dauerte keine zehn Sekunden, da waren sie schon gekentert. Mit gemischten Gefühlen betrachteten wir das Spektakel vom Steg aus. Da in diesem vermeintlichen Hafen das campen strengstens untersagt war und wir auch keine Lust hatten, unsere Kanus die zwei Kilometer zurück zum vorherigen See zu ziehen, entschieden wir uns für die Flucht nach vorn. Wir beschlossen, auch die anderen beiden Kanus zu einem unkenterbaren Katamaran umzubauen und holten uns bereits gefällte Bäume aus dem Wald. Und schon nach kurzer Zeit hatten wir auch den zweiten perfekten Katamaran gebastelt. Wir tauschten noch die Personen aus, sodass jeder Katamaran mit zwei Frauen und zwei Männern besetzt war und stachen in See.
Auch hier hatten wir uns unser Vorhaben leichter vorgestellt. Wir kamen kaum voran und unsere Kanus füllten sich von Minute zu Minute immer stärker mit Wasser. Nach einer guten dreiviertel Stunde hatten wir es gerade einmal aus der Bucht geschafft und schafften es gerade noch um die Spitze der Landzunge, bevor wir an der nächsten, annähernd nach Bucht aussehenden, Stelle anlegten. Wir waren klatschnass. Dennoch voller Tatendrang und im absoluten Abenteuermodus, schleppten wir unsere Sachen auf einen Felsen und bauten unser Lager auf. Um uns vor dem Wind zu schützen, spannten wir alle Planen auf, die wir hatten. Und aus der Not heraus, nahmen wir auch den Ameisenhaufen in Kauf, neben welchem wir in dieser Nacht würden schlafen müssen. Dank kluger Arbeitsteilung hatten wir uns schnell ein gemütliches Lager hergerichtet, doch leider war das Glück an diesem Tag nicht auf unserer Seite, denn es fing auch noch an zu regnen. Also gingen wir alle früh schlafen.
Dank des frühen zu Bett Gehens, wachte ich am nächsten Morgen zwei Stunden vor den anderen auf. Es war zwar immer noch sehr stürmisch, aber irgendwie hatte der Wind auch etwas Befreiendes. Ich kletterte die Felsen am Wasser entlang und spazierte einfach zwei Stunden lang auf den kleinen Trampelpfaden. Ich habe selten etwas Erholsameres erlebt. Den Kräften der Natur zuzuschauen und dabei seinen Gedanken freien Lauf lassen, ermöglicht eine ganz andere, viel entspanntere Sicht auf die Dinge. Ausgeglichen kehrte ich ins Camp zurück.
Die nächste Etappe legten wir aufgrund des starken Windes noch als Katamaran zurück. Wir machten kurz Halt auf einer Insel und tankten Kraft in der Sonne, bevor wir uns zu der Umtragestelle in Lennartsfors begaben. Die zu finden war auch kein einfaches Unterfangen. Und ein bisschen bedauerten wir auch, dass die Schleuse bereits seit einer Woche geschlossen war.
Dafür kam nach dem Umtragen nur noch ein entspannter Teil zu paddeln. Wir machten noch einmal kurz Halt im Scandtrack-Camp und deckten uns mit reichlich Keksen ein, bevor wir das erste Mal den Sonnenuntergang vom Wasser aus genießen konnten. Die nächste Insel hatten wir dann wieder für uns vier alleine, was wir auf dem Weg nach Norwegen nicht erwartet hatten. Glücklich, wieder ein Feuer machen zu können, erlebten wir einen weiteren entspannten Abend.
Am nächsten Morgen war der Himmel grau und es war kühl. Fast schon im Nebel machten wir uns auf in Richtung Norwegen. Aber glücklicherweise hatte sich der Seegang etwas beruhigt, weshalb wir, ganz entspannt und ohne Aufregung, die Stille genießen konnten. Unser Ziel, die Insel durch welche die schwedisch-norwegische Grenze verläuft, war wie erwartet gut besucht. Wir entschieden uns für die Lagerstelle auf der schwedischen Hälfte der Insel und trafen dort zwei Leute aus unserem Bus wieder. Es wurde ein sehr entspannter Nachmittag. Wir bauten einen Steinmenschen und tauften ihn auf den Namen Cornelius, kochten noch einmal richtig und machten am Abend beim Lagerfeuer leckeres Stockbrot. Wir wurden immer kreativer und füllten es mit Nutella, Marmelade oder kandierten es über dem Feuer. Es war mal wieder ein gelungener Abend und wir blickten dem Ende unserer Reise mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen.
An unserem letzten vollen Tag begaben wir uns schon einmal in Richtung Scandtrack-Camp und legten erneut an einer Insel an. Auch hier waren wir nicht alleine, sondern trafen acht weitere Studenten, die auch gemeinsam auf Tour waren. Sie erzählten uns von einem Autofriedhof vor der norwegischen Grenze und so beschlossen wir, diesen am nächsten Morgen, vor der Abreise, noch anzusteuern. Wir feierten einen lustigen letzten Abend mit vielen Lagerfeuerspielen und am nächsten Morgen genoss ich noch ein letztes Mal die bedingungslose Ruhe, bevor alle anderen wach wurden. Wir beeilten uns ausnahmsweise einmal mit dem Zusammenpacken und machten uns auf den Weg zum Autofriedhof. Bereits auf der kurzen Überfahrt von der Insel ans Festland merkten wir, dass wieder ein wenig Wind aufgekommen war. Aber inzwischen waren wir ja geübte Kanufahrer. Wir legten also an, wanderten ein Stück einen Feldweg entlang und kamen irgendwann am Autofriedhof an. Es war wie in eine andere Welt einzutauchen. Selbst für mich als Mädchen war es einfach nur faszinierend. Diese verrosteten Autos, wie sie im Laufe der Zeit mit der Natur verwachsen sind, das war wie in einem Mystery-Film. Bestärkt wurde dieser Effekt noch durch den Wald und die verlassenen Häuser. Wir waren alle sehr glücklich, dass wir uns noch für diesen Ausflug entschieden hatten, mussten dann aber leider viel zu früh wieder den Rückweg antreten.
Und als wollte Schweden uns loswerden, frischte pünktlich zu unserem Ablegen der Wind auf und es begann zu regnen. Einen leichteren Abschied hätte man uns wirklich nicht bescheren können. Dennoch war es lustig zu sehen, wie plötzlich, aus allen Richtungen, Kanus mit roten Schwimmwesten zusammenkamen. Erschöpft, aber glücklich erreichten wir mit gefühlt 150 anderen fleißigen Paddlern das Scandtrack-Camp. Nun mussten wir nur noch das Kanu putzen, alles wieder umpacken und ganz wichtig: richtig duschen!
Die Verabschiedung von den beiden Jungs viel uns dann doch schwerer als gedacht. Die eine Woche Kanu fahren hatte uns vier richtig zusammengeschweißt. Mit einem gemeinsamen Abschiedsfoto endete jedoch unser Abenteuer.
Wenn ich heute an diesen Urlaub zurück denke, dann kommen mir drei Dinge in den Sinn. Diese unglaubliche Stille, in die ich mich in stressigen Momenten gedanklich zurückziehe. Die kleinen Abenteuer, die wir erlebt haben und durch die ich einen viel entspannteren Blick auf vermeintliche Probleme entwickelt habe. Und an die Freundschaft. Denn aus zwei macht vier und aus vier macht irgendwie auch acht. Acht Fremde, die durch gemeinsame Erinnerungen und Erlebnisse auf ganz unerklärliche Art und Weise für immer verbunden sein werden. Das alles bedeutet für mich Kanu fahren in Schweden…
geschrieben October 2016, Annika Z.1069 mal gelesen
Im Haus der Maus
Oder

Eine Woche Holztipi für Blauäugige.

„Katrin!!!! Hast du mein Taschenmesser gesehen?!“ „Solln wir jetzt noch`n Pilzbuch mitnehmen???“ – „Nö zu schwer!“ (sagte er im Vertrauen seiner nicht vorhandenen Pilzkenntnisse…).
Nach chaotischem Packen in letzter Minute schafften es die beiden Outdooramateure noch rechtzeitig zum Hamburger Busbahnhof. Hier zunächst gestrandet, wurden sie von den entspann ...› weiterlesen
Oder

Eine Woche Holztipi für Blauäugige.

„Katrin!!!! Hast du mein Taschenmesser gesehen?!“ „Solln wir jetzt noch`n Pilzbuch mitnehmen???“ – „Nö zu schwer!“ (sagte er im Vertrauen seiner nicht vorhandenen Pilzkenntnisse…).
Nach chaotischem Packen in letzter Minute schafften es die beiden Outdooramateure noch rechtzeitig zum Hamburger Busbahnhof. Hier zunächst gestrandet, wurden sie von den entspannten Busfahrern aufgelesen. Versorgt mit einem Betthupferl (Bier), wurde die lange (lange, lange, lange…) Reise durch die dunkle Nacht, von Fähre zu Fähre bis in das neblige Hinterland von Südschweden, überstanden. Der Höhepunkt ihrer Anreise waren dabei drei Elche am Straßenrand, welche verdutzt die Neuankömmlinge musterten. Nach kurzem Imbiss im Camp Grinsby, wurden sie das letzte Stück zum See Stora Bör gebracht. Dort wurde die umfangreiche Ausrüstung verteilt, gecheckt und es folgten die ersten wackligen Paddelversuche zum eigenen Holztipi. Endlich Angekommen!
„Also im Tipi ist viel Platz, da bekommst sogar du deinen Angelkram locker mit rein!“ „Bla bla bla…Gott sei Dank muss ich mit dir nicht kuscheln, dafür sind die Holzbänke etwas zu schmal!“ „Schade, dabei ist es doch so gemütlich…“. Von nun an auf sich selbst gestellt, erkundeten die beiden frisch gebackenen Tipibewohner das Terrain und sprangen zugleich in den eiskalten See.
Die Lage des Tipis auf der Landzunge erwies sich perfekt als Ausgangspunkt für Tagesausflüge zu Land und Wasser. Nach einem solch wunderschönen Ausflug in die weitläufigen Buchten des Sees kamen die beiden Paddler erschöpft jedoch zufrieden im neuen Zuhause an. „Ich hab solch einen Kohldampf, lass gleich mal was kochen!“. Die Auswahl des üppigen Vorrats fiel auf Kartoffelsuppe mit Speck. Jedoch bemerkten die naiven Tipianer schnell, dass irgendetwas nicht stimmte. „Ähm Chris…ich glaube wir sind Opfer eines Vorratsverbrechens geworden!“ – „Hmm…Wieso?“ – „Wir hätten die Lebensmittel nicht außerhalb der Essenstonne lagern dürfen, wir haben jetzt eine Mäusefamilie im Tipi!!!“. Und so zerplatzte der Traum von Abendessen im Sonnenuntergang und wich einem nächtlichen Putzkommando.
Die nächsten Tage verbrachten die beiden Schwedenfans mit Kanutouren, Faulenzen im Tipi, leider erfolglosen Angeltrips, Wandertouren um Pilze und Beeren zu sammeln (Pfifferlinge, Blau- und Preiselbeeren ohne Ende!) und einem Tagestrip nach Karlstad.
„Lass uns zum Abschluss nochmal auf einer kleinen Insel übernachten!“. So startete die Odyssee am nächsten Tag mit Regen und leichten Wind zu einer Inselgruppe mitten im See. Dort angekommen, wurde das Lager aufgeschlagen, Tee gekocht und sich aufgewärmt. Als die Sonne am nächsten Tag den Nebel vertrieb, wurden die umliegenden Inseln von den Beiden unsicher gemacht.
„Katrin, lass uns umkehren, da vorne kommt ein Gewitter!“. Rechtzeitig konnten sie auf ihre Insel flüchten, jedoch schlug das Wetter um und die Wellen türmten sich immer mehr auf. „Wir könnten bis zum späten Nachmittag warten, vielleicht legt sich der Wind dann wieder und wir können zurück…“. Aus dem Tagestrip wurde jedoch ein Zwei-Tages-Unterfangen, da sich die Wellen bei einem unvernünftigen Versuch gen Heimat zu paddeln von den beiden Hobbykanuten nicht bezwingen ließen. „Gott sei Dank, hab ich mehr Essen eingepackt!“ – „Wir könnten mal zu unseren Nachbarn fahren…vielleicht wissen die, ob es morgen besser wird.“ Da das Wetter jedoch auch am zweiten Tag, dem eigentlichen Abreisetag, keine Besserung versprach, wurden die beiden von dem gut gelaunten schwedischen Campingplatzbesitzer mit einem Motorboot zum windgeschützten Ufer geschleppt und kamen doch noch rechtzeitig am Tipi an.
Das Abenteuer Schweden endete mit einem sonnigen Nachmittag im Camp Grinsby, wo die Beerenvorräte noch einmal aufgefüllt wurden, um Zuhause Marmelade zu kochen. „Sag mal, was hat dir eigentlich am besten gefallen?“ – „Naja unser Inselabenteuer war schon sehr spannend und ich hab das Wandern mit dem Sammeln der Pilze und Beeren sehr genossen! Aber ich würde nicht mehr nach Karlstad fahren…da ist ein Tagesausflug auf dem See viel besser!“ – „Ja, nach Karlstad würde ich auch nicht noch einmal fahren…und das Tipi war zwar sehr nett, jedoch schlafe ich im Zelt besser!“ – „Stimmt, aber die Nähe zum Campingplatz hatte auch seine Vorteile. Die warme Dusche, Kochfelder und der Kiosk waren schon irgendwie praktisch…“ – „Jup, aber beim nächsten Mal würde ich doch lieber nur mit dem Kanu unterwegs sein!“.

P.S.: „Wer erfolgreich angeln am Stora Bör will, sollte unbedingt Schleppfischen mit großen Kunstködern! Unsere Tipi-Nachbarn haben Hechte mit 1,12 m an der Grundkante (Köder auf ca. 4-6m) im See gefangen. Ich hab jedoch kein Glück in den Buchten gehabt.“
geschrieben October 2016, Christopher D.811 mal gelesen
Großstadt-Schildkröte auf Kanutour mit Scandtrack
Zusammenfassung
**********************
Dieser Reisebericht beschreibt die Abenteuer der Schildkröte
Berserker und seiner furchtlosen Begleitern Marc und Vitalis.
So manches Detail mag vielleicht etwas übertrieben worden sein.
Aber wer weiß das schon so genau.

Prolog
**********************

Unsere Geschichte beginnt damit, dass Marc mich anrief und mir erzählte, er hat einen
Flyer an ...› weiterlesen
Zusammenfassung
**********************
Dieser Reisebericht beschreibt die Abenteuer der Schildkröte
Berserker und seiner furchtlosen Begleitern Marc und Vitalis.
So manches Detail mag vielleicht etwas übertrieben worden sein.
Aber wer weiß das schon so genau.

Prolog
**********************

Unsere Geschichte beginnt damit, dass Marc mich anrief und mir erzählte, er hat einen
Flyer an der Uni gesehen über eine Kanutour in Schweden und ob wir das nicht mal machen wollten. Meine Antwort war ``Wo ist meine Axt''. Einige Monate vergingen und der Uni Stress machte sich mal wieder
bemerkbar. Marcs vorhaben die Reise noch dieses Jahr zu machen waren überschatten von meinen Klausurterminen. Jedoch konnte ich mir dann im August zwei Wochen frei schaufeln und als alle Termine feststanden haben wir die Reise organisiert. Wir haben die An- und Abreise selbst organisiert und dementsprechend waren wir einige Tage vor und nach der eigentlichen Tour in Schweden. So konnten wir Schweden erkunden und einige Museen besuchen.

Der Start unserer Reise war der Flughafen Weeze. Das Ziel, der Flughafen Skavsta, in der nähe von Stockholm. Berserker war schon sehr gespannt, denn für ihn war es das erste mal, das er geflogen ist. Der Sicherheitscheck verlief ohne Probleme. Berserker musste durch den Gepäck-Scann durch, aber es sein Grinsen verging nie und bei dem ein oder anderen Mitarbeiter konnte er sogar ein Lächeln gewinnen.

Das Boarding war wie immer etwas chaotisch, alle wollen die Ersten sein und drängten sich dementsprechend am Gate, obwohl es überhaupt noch nicht Los ging. Im Flugzeug war es nicht anders, alle standen und verstauten ihr Gepäck, die Platzzuweisung durch die Flugtickets war chaotisch, da einige auf Plätzen saßen, wo andere eigentlich sitzen sollen. So hat es auch dazu geführt, dass ich nicht auf meinem vorgesehenen Platz saß, sondern am Notausgang. Dies war zur meiner Freude, denn als großer Mensch ist fliegen immer eine Reise in einer Sardinien-Buchse. Aber am Notausgang hat man Beinfreiheit.
Also haben Berserker und ich es uns am Fenster gemütlich gemacht, so konnte er die die Vorgänge auf der Startbahn mit Neugier beobachten.

Jedoch wurde das beobachten durch den Steward unterbrochen. Der Notausgang hat zwar den Vorteil von Beinfreiheit, aber dürfen dort keine sperrigen Gegenstände sein. Im Endeffekt hat er gesagt, dass Berserker fett ist und da nicht sitzen darf und somit verbrachte er den Flug mit meiner Jacke in der Handgepäckablage. So hatte er sich das nicht vorgestellt und ich auch nicht, aber dies war der Preis für die Beinfreiheit.

Den Schock über die Trennung von Berserker überwunden, wollte ich noch die Erlebnisse in meinem Reise-Tagebuch festhalten. Als ich feststellte, dass ich das Notizbuch in der Jacke habe, welche nun mit Berserker in der Handgepäckablage lag, habe ich mein Vorhaben aufgegeben.

Nach mehrmaligen Durchsagen der Crew, dass die Passagiere sich hinsetzen und anschnallen sollten kam dann eine Durchsage der Kapitänin: ``Wenn wir in fünf Minuten nicht startfertig sind, dann bleiben wir hier die nächsten drei Stunden stehen, bis der nächste Starttermin für uns frei gegeben wird''.
Keine zwei Minuten später saßen alle und waren angeschnallt.
Dies beschreibt die beste Lüge der Welt, welche man Kindern erzählt. Wenn du jetzt nicht still bist dann dreht der Busfahren um und fährt zurück.

Der Flug verlief reibungslos und als wir gelandet sind haben zu meinem Erstaunen die Passagiere applaudiert. Nach kurzem zögern fiel auch ich mit sarkastischem Enthusiasmus in den Beifall ein. Hey wir haben den Flug überlebt. Am Gepäckband traf ich wieder auf Marc, der bereits unsere Sachen aufgesammelt hatte. Danach ging es zur Autovermietung und wir haben den Schlüssel für unseren roten Fiat 500cc entgegen genommen. Von nun an hieß das Auto nur noch das Schwedo-Mobil.

Das erste Ziel war Essen, egal was, denn wir hatten alle ziemlichen Hunger und der Hunger-Hulk war schon um die Ecke. Die Wahl unseres Mittagsessens war eher ein Zufall. Ein Werbeschild welches besagte, dass in 500 Metern eine thailändische Imbissbude sei, wies uns den Weg. Der Hunger-Hulk war bezwungen und es ging dann auch direkt weiter zum nächstgelegenen Supermarkt. Für die Tage bevor es mit der Kanutour los ging brauchten wir noch Proviant und einige Kleinigkeiten, wie eine Luftmatratze und ein paar Wasserschuhe für mich, sowie einen Dosenöffner. Ganz oben auf der Proviant-List standen Marshmallows sowie Süßkram für Berserker. Das Schwedo-Mobil platze aus allen nähten nach dem wir den Einkauf verstaut hatten. Über die Autobahn ging es dann in Richtung unseres nächsten Zieles, Göteborg. Berserker genoss die Aussicht, ich navigierte und Marc steuerte das Schwedo-Mobil.

Als wir dann die weitere Abendplanung durch gingen, ist uns etwas Entscheidendes aufgefallen. Im Supermarkt haben wir keine Luftmatratze gefunden und in unserer Euphorie über den Start der Reise, diese vollkommen vergessen. Nach einigen Fehlschlägen haben wir dann doch einen InterSport Laden gefunden und ich konnte mir eine Luftmatratze und Wasserschuhe kaufen. Unseren ersten Nacht in der Wildnis Schwedens stand nun nichts mehr im Wege. Wir waren bestens ausgerüstet, denn wir hatten Zelt, Luftmatratzen, Schlafsäcke und Berserker. Erleichtert, dass ich nicht die erste Nacht auf kaltem Boden schlafen musste, ging es weiter Richtung Göteborg.
Auf halber Strecke entschieden wir uns langsam nach einem Schlafplatz Ausschau zu halten. Unser Plan sah vor irgendwo an einem der unzähligen Seen zu übernachten. Von der Autobahn aus sahen wir einen der für uns in Betracht kam. Jedoch ist es nicht immer einfach den Weg von der Autobahn dann zu dem See zu finden, also haben wir uns verfahren. Der Versuch über die kleinen Seiten Straßen zum See zugegangen ist vollkommen nach hinten gegangen, so dass wir aufgaben und einfach nur noch wieder auf die Autobahn wollten. Die Auffahrt haben wir dann auch zügig gefunden, sie lag 20 km zurück von der Stelle an der wir die Autobahn verlassen hatten als wir zum See wollten. Etwas entgeistert und den Sonnenuntergang vor uns ging es dann weiter. Die Sonne war bereits untergegangen als wir eine Pause an einem der Rastplätze gemacht haben. Der Hunger-Hulk musste nach der Enttäuschung erst einmal bekämpft werden. Der Rastplatz lag an einem See und wir dachten, dass wir vielleicht in den Wald gehen könnten um dort zu übernachten, jedoch bestand keine Möglichkeit aus dem umzäunten Rastplatz in den Wald zu gelange. So nahmen wir unsere Reise wieder auf. Das Ziel Göteborg.

Gegen 24 Uhr entschlossen wir es noch einmal zu probieren einen Schlafplatz zu finden. Diesmal jedoch nicht mehr unter der Voraussetzung dass es in der Nähe eines Sees sein muss. In einem Waldstück sind wir dann fündig geworden. Ein Platz den wir mit dem Auto gut erreichen und wo wir unser Zelt in der Nähe des Schwedo-Mobils aufbauen konnten. Trotz der Dunkelheit ging das Aufbauen des Zeltes sehr schnell, denn wir hatten es Zusammen bereits in Deutschland abgebaut, nachdem Marc dieses auf seine Tauglichkeit getestet hatte. Bevor ich mich Schlafsack fertig gemacht habe, gönnte ich mir noch eine Gute-Nacht-Zigarette und richtete meine Blick zum Himmel. Es war kalt und der Himmel war Wolken frei. Dies erlaubte mir den Nachthimmel mit seinen Sternen in vollen Zügen zu sehen.
Dieses Naturschauspiel löste bei mir eine Freude aus und die Strapazen des Tages waren vergessen.
Es war bereits 1 Uhr Nachts als ich mich endlich erschöpft in den Schlafsack legte. Unsere Nachtruhe war aber nicht von Dauer, bereits um 5 Uhr sind wir wieder wach geworden. Es war so kalt geworden, dass wir von der Kälte aufgewacht sind. Der Blick nach Draußen verriet, dass die Sonne
so langsam in den Tag starten, und dem Frost der Nacht den Kampf ansagen wollte. Wenn ich Frost schreibe, dann meine ich auch Frost. Unser Zelt hatte eine Frostschicht und das Thermometer im Schwedo-Mobil zeigte minus 4 Grad an.

Das Navi einprogrammiert auf die Adresse unseres Zieles, Flugzeug-Museum Göteborg, ging es wieder Weiter. Auf dem nächsten Rastplatz war dann auch Zeit für ein Frühstück. Angekommen am Museum erfuhren wir dann, dass dieses erst um 11 aufmacht und so hatten wir drei Stunden die wir überbrücken mussten. Da uns das Einkaufen so einen Spaß macht, sind wir zu Hornbach gefahren um da noch eine Plane zu organisieren, die wir mal wieder vergessen hatten zu kaufen, als wir am Tag davor unsere Einkaufstour gemacht haben. Auf dem Parkplatz vor dem Museum hatten wir sogar noch eine Stunde zeit um ein Nickerchen zu machen. Marc hat die Gelegenheit genutzt und sich auf einem Campingtisch hingelegt, wobei Berserker und ich es uns im Auto gemütlich gemacht hatten. Der anfangende Regen zwang Marc nach 45 Minuten dann auch in das Schwedo-Mobil.

Nach unserem Besuch im Flugzeug-Museum war das nächste Ziel Lennartsfors. Auf unserem Weg haben wir Rast in Bengtsfors gemacht und dort dann auch unseren letzten Einkauf erledigt, der Dosenöffner fehlte noch.
In einem Abgelegenen Waldstück nicht fern vom Scandtrack-Lager haben wir unser Nachtlager aufgeschlagen.
Ich weiß nicht ob es daran liegt, dass es in Deutschland nicht erlaubt ist wild zu campen, aber wir hatten das
dumpfe Gefühl etwas Verbotenes zu tun, obwohl es in Schweden erlaubt ist überall zu campen, solange man weit genug von Häusern entfernt ist und in einer kleinen Gruppe unterwegs ist.
Zu unserem Glück waren die Temperaturen in der Nacht nicht unter den Gefrierpunkt gesunken.
Das Schwedo-Mobil berichtete uns am nächsten Morgen dass es um 8 Uhr ca. 10 Grad draußen waren.

Tour
**********************
Berserker hat diesmal die Navigation übernommen und so sind wir zunächst an dem anliegenden Campingplatz angekommen. Nach einem kleinem Fußmarsch haben wir auch dann den Parkplatz des Scandtrack-Lagers gefunden. Das Schewdo-Mobil an seinem Platz für die nächste Woche abgestellt suchten wir das Gelände nach Menschen ab.
Es war gegen 9 Uhr morgens und in den Reiseunterlagen hieß es, dass man gegen 10-12 Uhr da sein sollte. Das Team war bereits fleißig am wuseln. Nach einer freundlichen Begrüßung wurde uns erst ein mal ein Kaffee und eine Wurst im Brötchen angeboten. Das Brötchen verputzt und den heißen Kaffee in der Hand ging es zum Lagerfeuerplatz, wo man Rauchen durfte.

Einige Augenblicke später kam ein Mann vorbei und fragte uns ob wir schon zurück seien. Überrascht antworteten wir, dass wir gerade erst angekommen seien. Im Verlauf unseres Gesprächs stellte sich raus, dass er für Scandtrack arbeitet und eigentlich aus Hamburg kommt. Er ist für die Kundenanfragen zuständig. Er erzählte uns auch eine Geschichte wo ein Typ an einem Freitag aus Österreich anrief um beschied zu geben, dass er am Samstag an der Tour teilnehmen wird. Alles in seiner Macht stehende getan, geglückte die Anmeldung des Österreichers noch. Die Unterlagen welche man vorher nach Hause zugeschickt bekommt, hat dieser dann vor Ort bekommen. Des weiteren erzählte er uns ein wenig über die Geschichte von Scandtrack und dass es früher ein Verein war. Aber am meisten begeisterte uns die Geschichte darüber, dass man neuerdings auch ein Hausboot für die Tour mieten konnte. Dieses haben wir auch auf unserer Reise gesehen, aber dazu später mehr.

So langsam kamen auch die ersten Reisebusse an und Marc wollte los, denn der Ansturm an Menschenmassen muss auch abgefertigt werden und wir wollten nicht in irgendeiner Schlange auf unsere Ausrüstung warten.
Als ich mir den zweiten Kaffee holte, überhörte ich einen der Gäste, welcher sich mit einem aus dem Team über den Parkzettel unterhalten hatte. Mir ist aufgefallen, dass wir uns darum überhaupt nicht gekümmert hatten.
Ich ging des Schildkröten-Tempo zum Auto wo Marc schon auf mich wartete. Wir haben unsere sieben Sachen noch mal sortiert und das mitgenommen was wir für unsere Reise brauchte. Als wir uns auf den Weg zur Ausrüstungsausgabe gemacht haben machte ich Marc darauf aufmerksam, dass wir vielleicht noch mal mit einem aus dem Team wegen des Parkens reden sollten. Nach dem wir einen aus dem Team gefunden hatten, hat dieser uns an den zuständigen Mitarbeiter verwiesen und geschwind hatten wir unseren Parkschein für die nächste Woche.

Voll bepackt ging es Richtung Ausgabezelt. Ausrüstung erhalten, haben wir diese noch mal auf Vollständigkeit überprüft. So langsam kamen auch die ersten von ihrer Tour zurück und tummelten sich auch auf der Wiese vor dem Ausgabezelt. Wir hatten uns überlegt die Einweisung fürs Kanu zu überspringen, wir sind Männer und lesen keine Betriebsanleitungen, das kriegen wir schon so hin und wenn alles schief geht haben wir immer noch die weise Schildkröte Berserker. Nachdem wir unsere Ausrüstung auf Vollständigkeit überprüft hatten ging es auch zum anlege platz. Als wir unsere Sachen am Anleger abgelegt haben, warten wir einem Moment um den Ansturm der Rückreisenden abzuwarten. Dabei haben wir einen Vater mit seinen beiden Söhne gesehen die ihre Ausrüstung zum Anleger schleppten. Die Jungs waren so ca. 9 und 15 Jahre alt, ich kann es nicht mehr genau sagen und meine Einschätzung ist sehr ungenau was das alter angeht. Dankend unsere Hilfe abgelehnt, brachten sie ihre Ausrüstung zum Steg und fingen an Ihre beiden Kanus zu beladen. Sie waren zu dritt unterwegs, haben aber Ausrüstung und Proviant für vier bekommen und so brauchten sie 2 Kanus um alles zu transportieren.
Während sie ihr Aussrüstungskanu beladen haben, so haben wir unseres ausgesucht und fingen auch an dieses zu beladen.

Der Mitarbeiter am Steg hat uns noch einige letzte Tipps für unsere Reise gegeben, denn wir wussten nicht ob wir nach Norden oder eher in den Süden los ziehen wollten. Im Norden gab es eine Schleuse, und ich war fest entschlossen mit dieser zu fahren. Also stand unsere Entscheidung fest. Auf in den Norden. Als wir dann die letzten Sachen ins Kanu luden waren der Vater und seine beiden Sohne startklar. Wir haben ihnen angeboten Starthilfe zu geben, dies ist auch dankend angenommen worden. Also haben wir das Tau des zweiten Kanus von Steg gelöst und es in die Richtung der Reisenden geschubst.

Einen Augenblick später ist mir aufgefallen, dass wir vergessen hatten eine Angelkarte zu organisieren. Der freundliche Mitarbeiter aus dem Scandtrack Team erklärte uns, dass es am einfachsten sei einige Stege in den Süden zu paddeln und von dort aus zu Fuß zum Scandtrack-Lager zu gelangen. Dies hatte zwei Vorteile, wir waren nicht mehr am Anleger bzw. Ableger wo sich natürlich einige Menschen tummelten und der weg vom Steg war wesentlich kürzer. Also sind wir los gepaddelt. Zur unserer Überraschung haben wir
an dem neuen Steg den Vater und den Jüngeren der Söhne Angetroffen. Der Vater hatte das Auto an den Steg gefahren und verlud noch die letzten Ausrüstungsgegenstände. Ich machte mich auf den weg zum Scandtrack-Lager um dort noch einen Angelschein zu erwerben. Man wird es kaum glauben, aber in der Schlange vor dem ``Kiosk'' stand der ältere der Söhne. Er wollte noch eine Landkarte vom Torgebiet organisieren. Während der Wartezeit haben wir uns ein wenig unterhalten und erzählten uns was wir machen wenn wir nicht in Schweden paddeln sind. Nachdem die letzten organisatorischen Angelegenheiten erledigt waren, ging es zurück zum Anleger. Zu meiner freudigen Überraschung hatte Marc mir ein Wegbrot gemacht. Wir haben uns noch Kurz mit den dreien unterhalten und der Vater lud uns ein, ihn und seine Söhne zu besuche. Er und die Jungs hatte eine Insel gemietet, wo sie die Woche über geblieben sind, während Berserker, Marc und Ich eine Tour auf eigene Faust unternommen.
Nach einer glückwünschenden Verabschiedung sind Marc und ich dann Richtung Norden gepaddelt, währen die anderen noch letzten organisatorischen Aufgaben, wie das Auto wieder auf den Scandtrack Parkplatz abstellen, ausgeführt haben.

Ich saß vorne im Kanu und spielte die Rolle des Motors, während Marc das Steuern übernahm. Wir hatten die Enge der Bucht verlassen und waren auf einem Offen See. Uns kamen andre Gäste auf ihrer Rückreise entgegen. Ein freundliches Winken, ein Wunsch über eine angenehme Zeit oder ein Zuprosten waren ihre Antwort auf unsere winkende Begrüßung. Ein genaues Ziel hatten wir nicht, der Norden und die weite des Flusses waren unser Ziel, jedoch schlug das Wetter schlagartig um. Es fing an zu Regnen und der Wind wurde stärker und die See unruhig. Wir mitten in den Flusses bzw. der See. Das nächste Ufer Kilometer weit weg entschieden wir uns ans linke Ufer durch zuschlagen.

Das Wasser war so unruhig, dass wir Angst hatten zu kentern. Also haben wir uns Beide auf die Knie gesetzt um so den Schwerpunkt des Kanus noch weiter nach unten zu verlagern. Diese unbequeme Haltung war für mich die Hölle. Nach einiger Zeit sind meine Beine eingeschlafen und als ich der Meinung war ich könnte es versuchen mich normal hinzusetzen, wurde ich des Besseren belehrt. Das Kanu fing an wild hin und her zu schaukeln da ich durch mein Aufstehen das Kanu ins wanken brachte und auch der Wellengang trug dazu bei das Kanu zu schaukeln. Sofort kniete ich mich wieder hin und brachte den letzten Kilometer zum Ufer auf Knien zurück. Am Ufer angekommen, konnte ich nur noch aus dem Kanu kriechen, den meine Beine versagten vollkommen. Eine kurze Erholungspause und der verarbeitete Schock des möglichen Kenterns brachte auch wieder Gesichtsfarbe in unsere durchnässten Gesichter.
Daraufhin haben wir unsere Ausrüstung vom Strand in den Wald gebracht und das Kanu auf den Kopf gedreht.

Als erstes wurde das Lager aufgebaut. Da wir von Scandtrack ein Zelt und das Eine, welches wir mitgebracht haben, konnte jeder in einem eigenem Zelt schlafen. Diese mussten natürlich erst mal aufgebaut werden. Die Plane haben wir zwischen den Bäumen gespannt und hatten auch einen trockenen Platz, wo wir unsere Sachen auf einer Wäscheleine zum trocknen aufhängen konnten. Unseres erstes Abendessen war die Linsensuppe.
Was braucht man für Suppe? Wasser. Also Kanu wieder umgedreht und Marc ist raus gepaddelt um frisches Wasser aus dem Fluss zu holen. Ich hab mich in der zwischen zeit mich um den Kocher gekümmert. Als Marc mit dem Wasser zurück kam, haben wir es in einem Beutel gefüllt, welcher dann durch einen Wasserfilter das Wasser in eine Flasche leite. Berserker übernahm die fachmännische Aufsicht dieses Prozesses. Während ich die Wäscheleine mit den durchnässten Sachen verzierte, ging Marc in den See um sich zu Waschen, nach seiner Rückkehr tat ich es ihm gleich. Als ich mich frisch machte, kam ein Kanu asylsuchend zum Ufer, welches auch dem Unwetter ausgesetzt war. Die Anfrage nach Asyl wurde natürlich gewährt, wir haben es ja auch kaum ohne Kentern überstanden. Erleichtert legten die beiden an und schlugen ihr Lager nicht weit von unserem auf. Nachdem ich mich wieder Wildnis fertig gemacht habe, war unser Wasser auch durch den Filter durchgelaufen und wir konnte unsere Linsensuppe kochen. Ich für meinen Teil war von meiner Ration nicht satt geworden und so machte ich mir noch ein Brot. Erschöpft vom Tag ging es nach dem Abwasch auch gleich ins Zelt. Ich habe noch einige Zeilen in mein Reisetagebuch eintragen und schlief danach tief und fest ein.

Der nächste Tag begann bereits um 7 Uhr. Am Abend zuvor haben wir noch heißes Wasser in unsere Thermokannen eingefüllt. Während Marcs Tee morgens bereits kalt war, konnte ich mich am lau warmen Kaffee erfreuen.
Der Versuch war es Wert. Unsere sieben Sachen gepackt ging es weiter in den Norden. Gegen Mittag haben wir eine Rast eingelegt und die steinige Küste, welche durch die Sonne aufgeheizt wurde, eignete sich hervorragend die noch klammen Klamotten zu trocknen. Berserker ließ es sich natürlich nicht nehmen und hat erst mal ein Sonnenbad genommen.

Auf der Karte überprüften wir unseren Kurs und haben uns einen Insel mit Unterstand als Nachtlager ausgesucht. Den neuen Kurs im Kopf navigierte ich uns in die Richtung der Insel. Als wir näher kamen verlor ich jedoch
die Orientierung, es waren ganz viele kleine Inseln und darunter unsere auszumachen war für mich nicht möglich. Also legten wir an der nächstgelegen Insel an und suchten zunächst nach einem Unterstand. Erfolglos schaltete ich dann das Navi ein um herauszufinden wo wir uns befanden. Jedoch fehlten dem Navi dieses Fleckchen Erde und es zeigte uns an, dass wir uns auf Wasser befinden. Danke. Zumindest konnte ich den Norden dank des Geräts ausfindig machen. Wir drehten dann eine Runde um die Insel und entdeckten dann auch unsere Insel mit dem Unterstand. Erschöpft und vom Hunger-Hulk verfolgt, legten wir an und brachten unsere Ausrüstung zum Camp 22 Zunächst wurde der Kampf dem Hunger-Hulk angesagt. Es gab Bratkartoffeln mit Speck. Bei der Zubereitung
hat sich Marc mehrfach den Kopf am Dach des niedrigen Unterstandst gestoßen. Während ich mich um das Feuer kümmerte und Marc dieses Dach verfluchte hatte ich schon Sorge, dass der Hunger-Hulk uns überrollt. Im letzten Moment konnte wir ihn aber mit den Bratkartoffeln besänftigen.
Auch ich habe mir mehrfach nach dem Essen noch den Kopf an dem Dach abgehauen. Der Aufbau der Zelte war dann schon fast Routine, den wir entspannt angingen. Am Lagerfeuer machten wir uns noch Marshmallows und gingen die Planung für den nächsten Tag durch. Das Ziel, Die Schleuse.

Der nächste Morgen war ziemlich entspannt. Wir haben ausgeschlafen und nach dem ausgiebigem Frühstück ließen wir uns auch Zeit beim Verladen der Ausrüstung. Diesmal haben wir die Schleuse ohne Probleme gefunden. Am Steg angelegt, gingen wir zum Schleusen-Häuschen und bezahlten unsere Überfahrt. Julius der ca. 24 jährige Schleusen-Wart erklärten uns den Ablauf. Wir Paddelten in die Schleuse und haben uns hinten rechts gehalten, so wie Julius es uns erklärt hatte. Die Schleusen Tür schloss hinter uns. Julius kam oben an den Steg und hat jedem von uns ein Seil zu geworfen. Nachdem er sicherstellte, dass wir unsere Seile hatten und wussten was wir damit machen sollten, drückte er den magischen Knopf. Auf der anderen Seite in der Schleusen Tür öffnete sich eine Luke und Wasser floss in die Schleuse. Es hatte etwas von einem Besuch im Phantasialand. Als der Wasserpegel die Luke überragte wurde es auch wieder Still in der Schleuse. Wir hatten noch einige Minuten bis der Wasserpegel den benötigten stand erreichte und so unterhielten wir uns mit Julius. Er erzählte uns, dass dies sein Ferienjob sei und dass er für diese Zeit auch in dem Schleusen-Häuschen wohnte. Aber in 2 Tagen machte er sich auf den Weg nach Deutschland um dort mit seinem Musiker-Freund als Duo in 9 Städten aufzutreten. Nach dem wir durch die Schleuse durch waren. Schwang Julius sich in sein Motorboot und sauste zur zweiten Schleuse.

Die zweite Schleuse befand sich 800 Meter weiter. Dort angekommen, warten bereits ein zweier Kajak und das Hausboot auf Ihre überfahrt. Als Julius das zweite Tor öffnete sind wir und das Kajak vorgefahren und das Hausboot nahm hinter uns den Platz in der Schleuse. Das Hausboot war so breit, dass es Kaum durch das Tor passte. An der Brücke über der Schleuse waren einige Passanten die mit Neugier das Spektakel beobachten. Ich für meinen Teil war neugierig auf das Hausboot. Verstohlen warf ich einen Blick nach hinten um zu erkennen, dass ein älteres Pärchen mit Hund das Boot gemietet haben und dass das Hausboot eine Sonnen-Terrasse auf dem Dach hatte.

Nach dem wir die Schleuse passiert haben, legten wir am Steg an und ließen die Anderen erst ein mal vorbei. Wir hatten wichtigeres zu tun, Essen und auf der Karte unser Nachtlager ausfindig machen. Gesättigt ging es dann zur einer Insel mit Überstand. Zur unserer Überraschung hab es zwei Lagerstätte auf der Insel, eine im finsteren Wald mit einem Überstand und die Andere auf einer Lichtung. Wir entschieden uns die Lichtung, welche mehr Sonnenlicht bot, als Lagerstätte auszuwählen. Der Weg war zwar etwas weiter aber
wir hatten eh überlegt hier zwei Nächte zu bleiben. Auf dem Kocher machten wir uns ein paar Nudel und Würstchen zum Abendessen. Nachdem wir die Zelte aufgeschlagen haben, waren wir so müde und ich entschloss ein kurzes Nickerchen zu machen. Die halbe Stunde Schlaf hat gut getan und der Lärm des Rasenmähers von der Anliegenden Insel wurde dank Ohrstöpsel verdrängt. Nachdem ich aufgestanden war weckte ich Marc und machte mich daran ein paar Baumstämme zu sägen und zu spalten um für den Abend ein Lagerfeuer zu machen. Der Hunger war jedoch immer noch nicht vollkommen besiegt und wir entschieden uns noch was zu Essen zu machen. Marc hatte den perfekten Plan. Stockbrot. Er bereitete den Teig aus Mehl und Backpulver so wie Wasser vor, während ich in mühseliger Arbeit den Speck in kleine Würfel verarbeitet. Marc war bereits fertig als ich gerade mal die Hälfte des Specks zubereitet hatte. Also hat er sich ums Feuer gekümmert. Glorreich überreichte ich Marc die Speck-Würfel und ließ mich neben dem Feuer nieder. Da Marc noch mit dem Teig beschäftigt war, hatte ich Zeit um eine Zigarette zu rauchen. Mit Stöcken rösteten wir den Teig über dem Feuer. Nach einigen Fehlversuchen hatten wir auch dann den Trick raus und nahmen nicht mehr soviel Teig auf den Stock. Als Nachtisch gab es Marshmallows. Ich zog mich nach dem Essen in mein Zelt zurück um noch einige Zeilen in mein Reisebuch einzutragen.

Zum Frühstuck haben wir den Teig aber dann doch in der Pfanne angebraten.
Berserker hat sich auch bereit erklärt mit zu helfen. Er sägte einige der Holzstämme während ich diese gespalten habe. Nach gemachter Hausarbeit ließen wir den Tag ausklingen. An diesem Abend hat mich das erste mal auch die Uni wieder eingeholt. Es mag daran liegen, dass wir
zuvor über unsere Rückreise sprachen, den so langsam mussten wir auch zurück in den Süden, zum Scandtrack-Lager.

Am nächsten Morgen hat Marc am Ufer eine Flaschenpost gefunden und überließ es mir diese zu öffnen. Dort drin ein gezeichnetes Bild, welches vermutlich von einem kleinem Kind stammte. Ich beschloss die Flaschenpost mitzunehmen und an den Sender einen Brief zu schreiben. Leider hab ich es bis zum heutigen Tag immer noch nicht geschafft, die Uni und so...
Marc hat aus Stöcken, Draht, Seilen und einem Müllbeutel ein Rückensegel für unser Kanu gebaut. Auf dem Weg zur Schleuse haben wir dieses auch mehrfach ausprobiert. Wenn der Wind günstig wehte, kamen
wir auch wesentlich schneller voran. Jedoch stellte dieser auch manchmal unser Kanu quer, wenn er aus einem falschen Winkel auf uns prallte.

Als wir an der Schleuse wieder ankamen fanden wir zu unserem erstaunen die beiden Kajak-Fahrer vor, die Ihre Sachen am Steg aus dem Kajak aus luden. Wir erfuhren von ihnen, dass die Schleuse kaputt ist und dass wir das Kanu und dessen Inhalt übertragen mussten. Kaum ist Julius nicht mehr da, dann geht die Schleuse kaputt. Entrüstet fingen auch wir an unsere Sachen aus dem Kanu an das Steg aus zu laden. Zum Glück waren wir nicht alleine in unserer Misere. Gegenseitig haben wir uns geholfen die Bote an den Steg zu heben. Als wir dann an der nächsten Schleuse angekommen sind erfuhren wir, dass diese nicht besetzt ist denn die erste funktioniert nicht, also wieso überhaupt jemanden an die Schleusen setzten.
Diesmal war es aber schlimmer. Wir hatten die Wahl das Kanu eine ewig lange schmale Treppe runter zu tragen oder einen Umweg von einem Kilometer mit dem Ungetüm zu gehen. Zu nächst brachten wir unsere Ausrüstung an
das Schleusen-Häuschen und haben uns gegenseitig geholfen die Bote an den Steg zu hieven. Marc und ich sind den Umweg zunächst ohne Kanu abgegangen um in Erfahrung zubringen ob es sich lohnt. Wir haben uns dann entschieden es mit der Treppe zu versuchen, da uns der Weg einfach zu lang erschien. Ich schlug vor das Kanu die Treppe runter rutschen zu lassen. Also machten wir uns wieder zurück zum Kanu. Dort angekommen waren die Kajak-Fahrer im gleichem Dilemma, Umweg oder Treppe. Zu viert beschlossen wir, dass es über die Treppe mehr Sinn ergibt und
dem entsprechen Schulterten wir zunächst das Kanu und danach das Kajak die schmale Treppe runter. Hunger-Hulk nicht weit um die Ecke schlug ich Marc vor bei Burger-King zum Mittag zu essen. Zunächst ablehnend akzeptierte er dann den Vorschlag doch, nachdem ich den Hunger-Hulk erwähnte. Also machte ich mich auf dem Weg zum Burger-King während Marc das Kanu vorbereitete. 20 Minuten später kam ich mit unserem Essen zurück. Nur von einer Wespe gestört, genossen wir unser Mahl. Das selbst gebastelte Segel überlebte leider den Transport nicht und so mussten wir wieder komplett auf uns allein gestellt das Kanu vorantreiben. Bis heute fragen wir uns, wie das Hausboot es wieder zurück zum Scandtrack-Lager geschafft hat.

Wir steuerten wieder die Insel mit der Steinküste, an der wir einige Tage zuvor unsere Rast eingelegt hatten, an. Die Vorzüge der Insel hatten aber bereits eine größere Gruppe in ihren Bann gezogen. So entschlossen wir uns Weiter zu paddeln, bis wir auf einer der anderen Vielen Insel ein Nachtlager aufschlugen.
Nach dem Strapazen des Tages haben wir beschlossen auch hier zwei Nächte zu bleiben. Auf der Insel haben wir ein Basislager in der Nähe des Ufers eingerichtet und Marc schlug sein Zelt auf dem Plato neben dem Basislager auf. Die Aussicht war für ihn zu verlockend gewesen. Mit einer Thermokanne voll mit Kaffee machte ich es mir am Stand bequem und genoss den Sonnenuntergang während ich das Erlebte des Tages niederschrieb.
Den nächsten Tag ließen wir ruhig angehen. Wir haben eingeplant den Vater mit den beiden Jungs noch zu besuchen. Das vorhaben Bestätigt und die Insel auf der Karte ausfindig gemacht, kümmerten wir uns um den Haushalt. Nach erledigter Arbeit habe ich mir aus einem Stock und der mitgebrachten Angelleine so wie einem Hacken eine Angelrute gebaut. Als Köder verwendete ich etwas Teig den ich mir eigens dafür angerührt hatte. Bewaffnet mit Angel setzte ich mich an die Steinige Küsste des Platos und Wurf meine Angel aus.
Nach einiger Zeit gesellte auch Marc sich zu mir und verfiel nach kurzer Zeit in einen Tiefen Schlaf. Eine halbe Stunde verging und der Hacken war immer noch ohne Fisch. Ich beschloss die Rute noch einmal auszuwerfen. Marc ist durch meine Bewegung aufgewacht und machte sich schlaftrunken wieder Richtung Basislager auf. Beim Auswerfen verfing sich die Angelschnur an der Rute und ich hatte nur noch einen Knoll aus Angelschnur und Hacken an meiner Rute. Da die Fische auch nicht bissen brach ich mein unternehmen ab.

Am nächsten Tag paddelten wir zur Insel an der wir den Vater und seine Söhne vermuteten. Es hat ein wenig gedauert aber dann haben wir sie doch noch gefunden. Der Jüngste war wie immer voller Energie und hat uns erst einmal auf der Insel herumgeführt. Wir suchten ja noch nach einem Nachtlager für uns. Die Insel war groß genug um mehrere Parteien aufzunehmen aber überall waren schon Leute und wir wollten uns nicht aufdrängen. Zurück am Lager angekommen unterhielten wir uns noch ein wenig über die Erlebnisse der Reise. Der Jüngste hat uns dann Stolz seine fünf Messer präsentiert und von da an hieß er auch nur noch Fünf-Messer. Wir machten uns auch wieder auf den Weg um einen Schlafplatz zu finden und versprachen nach Einrichtung des Lagers noch ein mal vorbei zu schauen.

Nicht weit auf einer anderen Insel sind wir auch fündig geworden und schlugen dort unser Lagerfeuer die letzte Nacht auf. Dem Hunger-Hulk trotzend entschieden wir uns erst etwas zu Essen zu kochen. Nach dem Essen und mit dem leeren Kanu ging es auch wieder zurück in das Lager des Vaters. Dort angekommen unterhielten wir uns im Detail über die Erlebnisse der Tour. Wir hatten unsere Schleusen-Erfahrung, während die Anderen unter anderem eine Nachttour mit dem Kanu unternommen hatte und ein altes Schiffswrack besucht haben. Vom Regen überrascht, machten wir fünf es uns am Lagerfeuer, unter der Plane, bequem. Nach dem der Regen aufgehört hatte sind wir auch wieder zurück gepaddelt. Die dunkle Vorahnung, dass das Unwetter unser Lager verwüstet hatte war zum Glück nicht eingetroffen. Während ich mich um das Feuer gekümmert hatte hat Marc noch mal einen Brotteig angerührt. Den Stock, den ich als Angelrute verwendete, haben wir in der Mitte geteilt und angespitzt, um darauf das Brot über dem Feuer zu rösten. Als Nachtisch gab es Marshmallows.

Marc ging diesmal früher schlafen, während ich nicht wirklich müde war.
Ich war total aufgekratzt, da ich meine Tabakration am Morgen zuvor vernichtet habe. Diese Energie nutzte ich und sortierte unsere Ausrüstung und schrubbte die Pfanne und Töpfe des Kochers, welche durch die Benutzung am Lagerfeuer ziemlich mitgenommen aussahen. Der Vollmond und das Lagerfeuer boten mir die perfekte Lichtquelle für mein Vorhaben. Es dauerte eine Weile bis die Töpfe und die Pfanne wieder in ihrem alten Glanz erschienen. Zufrieden legte ich mich in mein Zelt und schlief ein.

Am nächstem Morgen war ich bereits um 6 Uhr wach geworden und fing an unsere Abreise vorzubereiten. Vom Lärm ist Marc aufgewacht und wir haben dann zunächst gemütlich gefrühstückt, bevor wir unser Lager abgebaut haben und unsere Ausrüstung im Kanu verstaut haben.
Die Richtung war klar, aber es sah alles so anders aus. Das Banner des Scandtrack-Lagers war durch die Bäume zunächst nicht zu sehen. Als wir näher kamen erkannten wir, dass wir richtig waren. Am Steg begrüßte uns auch der selbe Mitarbeiter, welcher uns das Kanu ausgehändigt hatte.
Er erkundigte sich nach unserer Reise und wir berichtetem ihm die Erlebnisse an der Schleuse. Das die zweite funktionsfähige Schleuse nicht besetzt war kommentierte er mit ``Das ist so typisch Schwedisch''. Wir entluden das Kanu und schleppten unsere Ausrüstung zum Waldrand. Nach dem wir das Kanu sauber gemacht haben und es auf dem Haufen der anderen Kanus verstaut haben, holte Marc das Auto und ich transportierte unsere Ausrüstung zur Kreuzung wo ich dann nach getaner Arbeit auf Marc gewartet habe.
Unsere eigene Ausrüstung im Auto verladen, fuhr Marc wieder zurück zum Parkplatz und ich fing schon mal an, die Scandtrack-Ausrüstung zum Lager zu bringen. Dort angekommen haben wir das Zelt zum trocknen aufgebaut und
begaben uns dann zur Küche um einen Kaffee abzustauben. An der Lagerfeuerstätte konnte ich mir eine Zigarette von zwei der Reisend schnorren. Dankend und erleichtert über die Befriedigung dieser Sucht, unterhielten wir uns noch über die Erlebnisse auf unseren Reisen.

Nach unserem kurzem Gespräch machten Marc und ich uns wieder zurück. Die Stunde des Männer zum Duschen hatte angeschlagen und so machten wir uns mit unseren Sachen auf zu den Duschen. Die kleine Schlange vor uns war schnell fertig. Während wir gewartet haben, versicherte Marc mir er würde mindestens eine halbe Stunde duschen. So war es dann auch. Als ich aus der Dusche raus kam war die Schlange nicht mehr vorhanden und ich rief den verbleibenden Duschenden zu, dass sich sich ruhig zeit lassen können.
Nachdem ich mir das Fell aus dem Gesicht rasiert hatte kam dann auch Marc aus der Dusche raus. Wir machten uns noch Frisch und dann ging es zur Zeltabnahme und Abgabe der Ausrüstung. Ein Abendessen war um 18 Uhr von Scandtrack organisiert worden. Wir sind aber nicht solange geblieben, denn wir hatten bereits das nächste Ziel vor Augen, Stockholm.

Epilog
***********************
Das Schwedo-Mobil raste unbeirrt Richtung Stockholm. Als wir an einem Schild mit Viking-Center vorbei fuhren
entschlossen wir spontan einen kleinen Abstecher zu machen.
Auf dem Weg zum Viking-Center sind wir an einem Supermark vorbei gefahren. Kurz vor Ladenschluss
schlenderten wir entspannt durch die Gänge des Supermarkts und ergattern noch etwas Schokolade und Zigaretten für mich. Am Viking-Center angekommen, rauchte ich erst mal eine Zigarette und Berserker hüpfte unentwegt auf dem Beifahrersitz. Er wollte unbedingt mit. Im Museum haben wir auch einige Souvenirs gekauft, Marc suchte sich
ein von Hand geschmiedetes Brotmesser aus und ich Kaufte mir einen kleine Thor-Anhänger.

Wir setzten unsere Reise Richtung Stockholm fort. Gegen Abend überlegten wir bei Pizza Hut zu essen. Jedoch fanden wir zunächst keinen und eine große Werbetafel eines anderen Pizza Restaurant versprach All-You-Can-Eat. Also beschlossen wir dieses Restaurant anzufahren. Zur unserer Enttäuschung
gab es an dem Tag leider kein All-You-Can-Eat-Buffet. So bestellte jeder von uns eine große Indoor-Pizza, den die Outdoor-Pizza, welche im Rezepte-Buch von Scandtrack stand, konnten wir nicht mehr ausprobieren, da wir den ganzen Käse schon am zweiten Tag unserer Reise verbrauch hatten.

Die Schlafplatz suche war auch dieses mal abenteuerlich. In der nähe eines Sees in einem kleinen dunklen Waldstück ließen wir uns nieder. Wir bauten unser noch vom Vortag nasses Zelt auf und spannten die Plane darüber, denn das Zelt war nicht mehr wirklich Wasser dicht. Mit der Plane über dem Zelt konnte dieses aber auch nicht wirklich Atmen und so heizte sich das Innere des Zeltes sehr schnell auf und ich hatte das Gefühl in einer Sauna zu sein. Gegen 4 Uhr morgens bin ich bereits aufgewacht, ließ aber Marc weiter schlafen. Er brauchte den Schlaf, den er ist die ganze Zeit gefahren. Ich durfte den Mietwagen nicht fahren, den dieser war nur auf Marc versichert. So um 6 ist auch Marc wach geworden und wir bauten unser Zelt ab. Am nächsten Rastplatz haben wir gemütlich gefrühstückt und den Kurs für das Schwedo-Mobil festgelegt. Unser Ziel Birka, eine Insel auf der einst eine Wikingerstadt stand. Mit einer Fähre gelangt man zur Insel. Am Tag zuvor erkundigten wir uns im Internet welche Fähren diese an fuhren und machten uns auf dem Weg zu der einzigen zu diesem Jahreszeit
betriebenen Fährstätte.

Die Anlegestätte lag so versteckt in einem Park, dass wir mehrfach im Kreisgefahren sind bis wir ein älteres Pärchen nach dem Weg fragten. Zu unserem Glück hatten sie auch vor nach Birka zu fahren. Sie erklärten uns, dass wir erst durch den Park gehen müssten um dahinter die Anlegestelle zu finden. Das Schwedo-Mobil an nächstgelegen unbesetzten Parkplatz abgestellt, ging es zu Fuß durch den Park. An der Anlegestelle wartete bereits das Pärchen und ihre beiden Begleiter. Wir unterhielten uns mit den Vier, während wir auf die Fähre gewartet haben. In unserem Gespräch erfuhren wir, dass wir das diese Anlegestelle nur befahren wird, wenn man sich vorher online angemeldet hat. Zu unserem Glück hatten die Vier dies gemacht. Ohne sie hätten wir es wahrscheinlich nicht nach Birka geschafft. Wir erzählten Ihnen von unserer Reise und dass wir vorhatten noch weiter nach Stockholm zu fahren, im Gegenzug erhielten wir noch wertvolle Tipps über die Sehenswürdigkeiten Stockholms. Ich notierte in meinem Notizbuch Vaasa-Ship und Langholmen(Prison). Das Vasaa-Ship-Museum beherbergt das mächtigste Kriegsschiff was je gebaut wurde. Langholmen ist ein Hostel welches ursprünglich ein Gefängnis war.

Die Fähre legte an und wir stiegen an Board. Einer der Mitarbeiter war als Wikinger verkleidet, er war der Tourguide für das Museum und erzählte uns auf der Überfahrt bereits einige Geschichten. Die erste durchsage des Tourguides war jedoch eine Begrüßung der neu zugestiegenen Gäste und die nicht ernst gemeinte Drohung uns über Board zu werfen, wenn wir kein Ticket haben. Kurzen Augenblick später kamen auch die anderen Mitarbeiter der Fähre und
wir bezahlten unsere Überfahrt und den Eintritt in das Museum. Auf Birka angekommen hatten wir einige Minuten Zeit bevor es mit der Führung los ging und so erkundeten wir schon den Souvenir-Shop.

Es ging los und alle sammelten sich vor dem Souvenir-Shop. Zur unserer Überraschung wurde auch eine zweite Tour parallel angeboten. Diese hatte jedoch den Reiz, dass diese auch was zu Essen bot. Kurzer Hand entschlossen wir uns die Essenstour zu machen. Zu den spannenden Informationen über Birka gab es auch immer wieder eine Kleinigkeit zu kosten. Unser Guide war auch als Wikinger verkleidet und ein langer Gürtel welcher an der Seite
durch die Schnalle verknotet war, gab mir die Inspiration meine auch so zu knoten, den ich hatte in der Zeit etwas an Hüftumfang verloren und somit rutschte meine Hose, obwohl der Gürtel auf dem engsten Loch zu gemacht war. Nach unserer Tour hatten wir noch etwas Zeit um auf eigene Faust das Gelände zu erkunden.

Mit der Fähre ging es wieder zurück aufs Festland und wir machten uns in unserem Schwedo-Mobil auf dem Weg nach Stockholm. Unser erstes Ziel war Ikea, wir brachten was zu Essen und Internet um ein Hostel ausfindig zu machen. Nachdem jeder von uns drei Hotdogs verputzt hatte, machte ich mich an meine Recherchen. Marc organisierte im Supermarkt einige Kleinigkeiten wie zum Beispiel Elchwurst. Es verging eine Weile bis ich für uns ein Hostel gefunden hatte. Im alten Gefängnis wollten wir nicht übernachten und es lag etwas über unserer Preisklasse. Ein Hostel versprach auf der Internetseite ein Zweibettzimmer für 40 Euro die Nacht. Am Hostel angekommen welches unter anderem einen Campingplatz anbot erfuhren wir, dass noch ein Zimmer frei sei, jedoch dieses 80 Euro pro Nacht kosten würde. Grübelnd gingen wir zurück ins Auto. Zum Glück konnte ich das offene Wlan des Hostels benutzen und wir suchten weiter nach Schlafmöglichkeiten. Erfolglos brachen wir die Suche im Internet nach einer halben Stunde ab und überlegten ob wir nicht vielleicht die günstigere Variante nehmen sollten und auf dem Campingplatz die Nacht verbringen wollten. Die Erfahrung der letzten Nacht noch im Kopf, entschieden wir uns gegen das Zelt und so buchten wir zwei Nächte im Hostel. Unser Zimmer hatte sogar einen
Balkon auf dem wir am nächsten Morgen frühstückten. MB25717arc weckte mich unsanft in dem er die Zimmerbeleuchtung einschaltete. Verwundert über seine Laune fragte ich was los sei. Die Elch-Wurst welche ich am Abend zuvor gegessen hatte, lies mich in der Nacht zum Elch werden. So hatte ich wohl in der Nacht geschnarcht und mich und nach Marcs Beschreibung Elchlaute von mir gegeben. Dementsprechend war Marcs Nacht nicht so erholsam gewesen wie erhofft. Nach dem Frühstück ging es in das Zentrum von Stockholm mit der Bahn. Unser Ziel das Vaasa-Museum. Ein All-You-Can-Eat-Buffet in einem chinesischem Restaurant war auch unser Mittagessen nach dem Besuch im Museum.

Am nächsten Morgen ging es über die Autobahn im Schwedo-Mobil zurück zum Flughafen. Den Mietwagen vollgetankt am Parkplatz abgestellt, machten wir uns auf den Weg durch die Sicherheitskontrolle. In Deutschland angekommen, wurden wir von Marcs Onkel abgeholt. Ein riesiges Festmahl erwartete uns als wir bei Marcs Onkel und Tante angekommen sind. Nach dem Gelage machten Marc und ich uns wieder auf den Weg. Ich musste meine restlichen Sachen bei Marc abholen und für mich ging es danach zum Bahnhof wo ich meine Rückreise nach Bonn angetreten bin. Die Verspätung der Züge führte dazu, dass ich erst um 1 Uhr morgens Zuhause ankam. Erschöpft aber glücklich fiel ich in einen tiefen Schlaf um mich an nächsten Tag auf meine Klausur vorzubereiten, die bereits in 2 Tagen gehalten wurde.
geschrieben October 2016, Vitalis W.573 mal gelesen
3 Berliner in Schweden
Alle drei von uns waren schon mal Zelten und auch Kanu fahren, aber noch nie in Kombination und schon gar nicht im Ausland. Aus der Idee eines Outdoor Urlaubs und Interesse an Schweden wurde durch google dann scandtracks und die 9 Tage auf eigene Faust Reise in Darsland Nordmarken. Gebucht haben wir Anfang Mai mit einer Vorfreude die man sich kaum vorstellen konnte. Wie, was und wann war uns aber noch nicht so richtig klar... Als die Reiseunterla ...› weiterlesen
Alle drei von uns waren schon mal Zelten und auch Kanu fahren, aber noch nie in Kombination und schon gar nicht im Ausland. Aus der Idee eines Outdoor Urlaubs und Interesse an Schweden wurde durch google dann scandtracks und die 9 Tage auf eigene Faust Reise in Darsland Nordmarken. Gebucht haben wir Anfang Mai mit einer Vorfreude die man sich kaum vorstellen konnte. Wie, was und wann war uns aber noch nicht so richtig klar... Als die Reiseunterlagen ankamen und wir uns angefangen haben einzulesen, tauchten erste Fragen, wie ist es mit dem Proviant, welche Strecke fahren wir und wie klappt das zu dritt mit zwei Booten?
Eins kann man sagen, diese Sorgen waren unberechtigt und haben der Reise das gewisse etwas verliehen. Wir haben im Vorfeld die Lektüre von scandtrack durchgelesen und waren etwas sprachlos, was man alles beachten und bedenken soll. Doch fährt man mit der Erwartung gut und kann dann selbst entscheiden. Was an wichtiger Ausrüstung fehlte war eigentlich nur die Outdoor Seife, sowie ein Wasserfilter (30€), den wir uns gegönnt haben für ein besseres Gefühl. Andere Campingutensilien hat man eigentlich, wenn man schon mal eine Woche campen war. Unser am meist genutzter Gegenstand, der nicht auf der Liste stand, war ein faltbarer Abwaschbehälter. Es war soweit, nun ging es los ...
Auf der langen Busfahrt in den Norden wird nach der anfänglichen Aufregung, dass es endlich losgeht, viel geschlafen. Das Einführungsvideo im Bus gibt allen lesefaulen die wichtigsten Infos zum Umgang mit der Natur und Campen mit auf den Weg. Unschön ist es, dass man auf der ersten Fähre den Bus verlassen muss, was so gegen 1 Uhr nachts war. Nach 30 min ging es dann aber mit dem Bus weiter. Nach der Grenzkontrolle in Dänemark konnte man entspannt durchschlafen, sofern man denn in einem sich bewegenden Bus gut schlafen kann ;) ... Kissen nicht vergessen mit ins Handgepäck zu nehmen!
Während der Busfahrt haben schon viele über ihre Route gesprochen und überlegt, wo sie was einkaufen können. Wir haben uns die Karte angeschaut, aber nicht überlegt, wo wir eigentlich hinwollen. Uns war wichtig viel zu sehen und möglichst wenig doppelt.
Mit dem Bus angekommen, gibt es einen Hotdog auf die Hand die Info sich noch etwas zu entspannen bevor man sein Gepäck sattelt und in Richtung Basiscamp aufbricht. Tipp an dieser Stelle, das Gepäck sollte man gute 20 Minuten tragen können, es geht über eine Wiese, Waldboden und Stege zum Basiscamp. Im Basiscamp gibt es die Ausrüstung und Verpflegung für die kommenden 7 Tage. Hier gibt es auch einen kleinen Shop, in dem man noch seine Vorräte aufstocken und Angelkarten kaufen kann. Es herrscht ganz schön Trubel im Basiscamp und es bilden sich Schlangen vor den einzelnen Stationen. Wir haben also langsam gemacht und uns mit der Wasserkarte auseinandergesetzt. Als wir unsere Ausrüstung zusammen hatten und unser Gepäck in den Packsäcken verstaut war, begannen wir alles zum Steg zu tragen. Da war einiges los, daher haben wir uns mit einem Guide über unsere Route unterhalten. Er sagte sportliche Strecke, aber wohl die schönste und abwechslungsreichste, die man machen kann (siehe Video für die Stecke).
Wir waren selbst überrascht, wie schnell wir vorangekommen sind, obwohl unser Gemüt gleich nach 20 Minuten Fahrt das erste Mal auf die Probe gestellt wurde. Die Schleuse in Lennartsfors hatte noch nicht geöffnet, hieß also alles per Hand umtragen. Nach der Schleuse haben wir unseren Kanu-Katamaran gebaut. Mit diesem sind wir nicht nur bis zum ersten Dano gefahren – eine Umtragestelle zwang uns zur Demontage. Der richtige Urlaub ging aber erst am dritten Tag los. Wir hatten unsere geplante Route eigentlich schon zu 90% erledigt und haben es etwas gemütlicher angehen lassen, dabei sind wir meist so gegen neun Uhr aufgestanden und waren von 12 bis 19 Uhr auf dem Wasser unterwegs. Während der letzten Tage waren wir dann noch nördlich von Lennartsfors unterwegs. Wir waren überrascht, wie sich die Landschaft gewandelt hatte. Wir haben den Autofriedhof nicht gefunden, laut Fotos lohnt sich jedoch ein Besuch, daher am besten die Guides ansprechen. ;)
Wir hatten einen super abwechslungsreichen Urlaub und wollen erneut aufs schwedische Gewässer... daher die Empfehlung: Reise unbedingt machen, wenn man einem Outdoorurlaub nicht abgeneigt ist!!!
geschrieben October 2016, Jan Felix E.491 mal gelesen

Mit dem Kanu durch die Wildnis reloaded
Nach zwei Jahren Warten war es endlich wieder so weit. Der Sommerurlaub in Schweden, auf den wir so lange gewartet hatten, konnte endlich beginnen. Eine Woche Natur, Abenteuer und Ruhe sollte die perfekte Abwechslung zum Alltag bringen.

Tag 1: Los ging’s wieder freitags in Köln, über Dortmund und Hamburg, dann auf die Fähre, durch Dänemark, wieder auf die Fähre und ab nach Schweden. Durch die Stopps an verschiedenen Zustiegspun ...› weiterlesen
Nach zwei Jahren Warten war es endlich wieder so weit. Der Sommerurlaub in Schweden, auf den wir so lange gewartet hatten, konnte endlich beginnen. Eine Woche Natur, Abenteuer und Ruhe sollte die perfekte Abwechslung zum Alltag bringen.

Tag 1: Los ging’s wieder freitags in Köln, über Dortmund und Hamburg, dann auf die Fähre, durch Dänemark, wieder auf die Fähre und ab nach Schweden. Durch die Stopps an verschiedenen Zustiegspunkten und die zwei Fahrten mit der Fähre geht die doch ziemlich lange Anreise relativ schnell vorbei. Sogar ein bisschen Schlaf ist drin. Gegen neun Uhr am Samstagmorgen war die Busfahrt geschafft.

Tag 2 bis 8: Endlich in Höglund angekommen, gabs erstmal etwas zu essen, dann packten wir schnell unsere Sachen, sortierten unsere Ausrüstung, schleppten alles bis zum Wasser, beluden das Kanu und als wir endlich aufs Wasser konnten, zeigte sich die Sonne. So sollte es (fast) die ganze Woche bleiben. Eine Woche Kanufahren, in der Hängematte liegen, Lagerfeuer machen, angeln und im See baden. Ein Traum. Achja und essen. Das Angeln war leider nicht so erfolgreich, aber zum Glück kann man mit dem Outdoor-Verpflegungspaket, aber auch mit den tausenden von Waldbeeren, die man überall findet, feine Sachen zaubern. So gab’s fast täglich Waldbeerpfannekuchen oder Himmbeerkuchen und andere Leckereien mit Sachen aus dem Verpflegungspaket: z.B. Pizza, die Terence-Hill-Pfanne, Bratkartoffeln, Nudeln mit Käse- oder Tomatensauce, Stockbrot und vieles mehr. Sowieso schmeckt alles, was man in der Wildnis über einem Lagerfeuer direkt doppelt so gut. Dieses Jahr gab es sogar mehrere Tage Tomaten-Gurken-Salat. Bei unserer ersten Reise vor zwei Jahren hat das Gemüse leider den Transport in der Tonne nicht überlebt. So langsam werden wir noch Outdoor-Kochprofis. Auch beim Auf- und Abbauen unserer Lager wurden wir täglich schneller. Meistens steuerten wir dafür Inseln an, jede ein bisschen anders. Von Sandstrand bis zu hohen Felsen ist alles dabei. Aber hin und wieder legten wir auch am Festland an.

Jeden Tag konnten wir uns im See abkühlen, unsere Runden schwimmen und in der Sonne liegen, einfach mal nix tun und nicht auf die Uhr schauen. Das Wasser war fast die ganze Woche spiegelglatt, sodass wir im Laufe der Woche wie wir wollten zickzack auf dem Foxen fahren konnten, ohne auf Wind und Wellen achten zu müssen. So waren wir zum Beispiel in Norwegen, auf der Bärön-Insel, auf dem Stora Le und haben dazwischen noch einige andere Fleckchen erkundet. Es ist einfach traumhaft in Ruhe mitten über den See zu paddeln, einfach mal auf der Stelle zu treiben sowie die Sonne und die Freiheit zu genießen. Auch die Sonnenuntergänge waren jeden Abend wunderschön und einzigartig. Besonders wenn man quer über den See auf einen Sonnenuntergang schaut und sich die Farben des Himmels im Wasser spiegeln. Mein kleines persönliches Highlight waren aber der Sonnenaufgang bei nebelbedecktem See und absoluter Stille und das Übernachten in der Hängematte. Diesmal habe ich es durchgezogen und eine Nacht alleine außerhalb des Zelts verbracht und so gut geschlafen, dass ich den Sonnenaufgang leider verpasst habe. Ein weiteres kleines Highlight war der Autofriedhof bei Båstnäs. Nachdem wir beim letzten Urlaub am Rückreisetag davon erfahren hatten, haben wir dieses Fleckchen dieses mal am vorletzten Tag gefunden. Zur Abwechslung legt man hier ein paar hundert Meter zu Fuß zurück und kann zwischen von der Natur eroberten Autos durch den Wald klettern.

Tag 8: So schnell war die Woche wieder vorbei und wir mussten zurück zum Basiscamp. Bei diesem Traumwetter fiel es mir natürlich besonders schwer. Die richtige Dusche im Basiscamp erleichtert den Abschied natürlich. Samstags abends, frisch gestärkt durch eine warme Mahlzeit, hieß es dann wieder ab in den Bus und zurück nach Deutschland, wo wir auch deutlich früher in Köln ankamen, als geplant war. Perfekt.



Das war eine tolle Woche mit traumhaftem Wetter, langen Abenden am Lagerfeuer und einem spiegelglatten Foxen. Die besten Bedingungen für eine erholsame Woche. Dazu tragen natürlich auch die super geplante Ausrüstung und das nette Team von Scandtrack bei. Besser geht’s nicht. Leider war die Zeit wieder viel zu schnell vorbei und die Schwedensehnsucht ist jetzt schon wieder riesengroß.
Eins steht fest: wir kommen wieder. Dann erkunden wir neue Ecken und wagen uns auch mal an die Umtragestellen, angeln so viele Fische, dass wir davon satt werden, machen noch mehr Waldbeerpfannekuchen und freuen uns auf viele neue kleine Abenteuer. Und dann möchte ich endlich einen Elch sehen, nicht nur während der Busfahrt ☺
geschrieben October 2016, Janine C.439 mal gelesen
12 3 ... 54

Service

Wir beraten Sie gern

Mo. bis Fr.
08.00 bis 18.00 Uhr

03303 / 29 73 111

(Deutsches Festnetz)

info@scandtrack.de

scandtrack touristik GmbH Sperberstrasse 25 16556 Hohen Neuendorf Brandenburg Germany

Reiseberichte

Die neuesten 3 von 268

Ein Abenteuer in

Eine kleine Geschichte über die Schönheit der Natur,... › weiterlesen

Im Haus der Maus

Oder Eine Woche Holztipi für Blauäugige.„Katrin!!!!... › weiterlesen

Zusammenfassung ********************** Dieser... › weiterlesen

Outdoor-Tipp#89

Meer ist bei Gewitter weniger gefährlich als Seen : Das offene Meer ist bei Gewitter im Allgemeinen weniger gefährlich als Seen und Flüsse. Dies liegt daran, dass Meerwasser › weiterlesen...

Kategorie

Reisen

Kataloge

Wichtig