In 30 Jahren haben unzählige unserer Gäste Ihre Kanureise in spannenden Reiseberichten festgehalten. Schau, was sie in Schweden für spannende Abenteuer mit scandtrack erlebt haben und lass dich inspirieren!
In 30 Jahren haben unzählige unserer Gäste Ihre Kanureise in spannenden Reiseberichten festgehalten. Schau, was sie in Schweden für spannende Abenteuer mit scandtrack erlebt haben und lass dich inspirieren!
In 30 Jahren haben unzählige unserer Gäste Ihre Kanureise in spannenden Reiseberichten festgehalten. Schau, was sie in Schweden für spannende Abenteuer mit scandtrack erlebt haben und lass dich inspirieren!
Eine Woche mit dem Kajak durch Dalsland – zwischen Regen, Blaubeeren und spiegelglatten Seen
Eine Woche draussen unterwegs sein, den Alltag hinter sich lassen und einfach schauen, wohin einen das Wasser treibt. Genau das war der Plan für meine Reise mit Scandtrack in Schweden. Mit dem Kajak durch die Seenlandschaft paddeln, freie Danos zum Übernachten finden, die Natur geniessen und ab und zu etwas Neues ausprobieren. Dass dabei nicht immer alles nach Plan laufen würde, war eigentlich klar. Und genau das machte die Woche am Ende auch aus.
Tag 1 – Schlammbach-Tag
Eigentlich war die Reise alleine geplant. Doch dann stiegen wir zu zweit aus demselben Bus und verstanden uns, ohne vorher auch nur ein Wort miteinander gesprochen zu haben, auf Anhieb so gut, dass wir kurzerhand beschlossen, die ersten paar Tage gemeinsam zu bewältigen.
Zuerst hiess es: alles zusammenpacken, das Kajak übernehmen und schauen, dass irgendwie alles Platz hat. Kurz noch einkaufen gehen und ein paar frische Sachen besorgen. Aber was braucht man eigentlich noch? Die Einkaufsliste lag natürlich ganz unten im Kajak. Also improvisieren und weiter, denn Regen war angesagt.
Der Regen kam dann auch. Zwar eine halbe Stunde später als angekündigt, aber trotzdem eine halbe Stunde zu früh, denn wir waren noch nicht einmal beim ersten Dano angekommen. Zum Glück regnete es zunächst nur zögerlich, sodass wir einen Shelter fanden, ohne komplett durchnässt zu sein.
Dort trafen wir einen weiteren Reisenden, der ebenfalls mit Scandtrack unterwegs war, allerdings mit einem anderen Bus etwas früher angekommen war. Gemeinsam warteten wir, bis der Regen etwas nachliess. Dabei mussten wir ganz schön die Füsse einziehen, denn rund um das Dano hatte sich ein kleiner Schlammbach gebildet.
Trotz des Regens wollten wir nicht auf ein Feuer verzichten. Also machten wir uns auf die Suche nach etwas halbwegs trockenem Holz. Es funktionierte tatsächlich! Allerdings kostete uns das angefeuchtete Holz deutlich mehr Mühe, als es Wärme brachte. Ein perfekter erster Tag sieht zwar anders aus, aber immerhin hatten wir etwas Warmes zu essen und unser erstes kleines Abenteuer bereits hinter uns.
Tag 2 – Blaubeeren und Nieselnebel
Nach dem etwas nassen Start in die Reise stand heute erst einmal Ausschlafen auf dem Programm. Muss ja auch mal sein!
Ausserdem probierte ich zum ersten Mal das vorbereitete Müsli mit Milchpulver aus. Zum Glück schmeckte es mir!
Anschliessend machten wir uns zu zweit weiter auf den Weg Richtung Norden. Unser ursprünglich angepeiltes Dano war allerdings bereits besetzt. Also hiess es weitersuchen und auf zum nächsten Shelter.
Und siehe da: Dieser war komplett frei und bot erst noch eine wunderschöne Aussicht. Was will man mehr? Ganz alleine blieben wir allerdings nicht. Spätabends kamen noch ein paar weitere Leute dazu.
Im Laufe des Abends zog Nieselnebel auf, wodurch die Stimmung irgendwie besonders ruhig und gemütlich wurde. Mit der Zeit verzog sich der Nebel wieder. Die Gelegenheit nutzte ich, um die letzten Blaubeeren zu sammeln. So konnte ich am nächsten Morgen die Reste meines selbst gemachten Fladenbrots vom Abend zuvor noch mit frischen Blaubeeren ergänzen. Ein leckeres Frühstück war also schon einmal gesichert!
Tag 3 – Wildwasser-Schleusen-Tag
Heute stand eine Premiere an: Ich hatte noch nie mit dem Kajak eine Schleuse benutzt. Das sollte sich heute ändern. Unser Ziel war Gustafsfors, um anschliessend auf dem Västra Silen etwas mehr Ruhe zu finden. Denn trotz Nebensaison war auf dem See ganz schön viel los.
Die Schleusenfahrt war dann doch etwas wilder als erwartet. Mit dabei waren ein oder zwei Kanus, deren Fahrkünste beziehungsweise Umgang mit der Schleuse zumindest einige Fragen aufwarfen. Aber hey, wir haben es überlebt – wuhu!
Danach ging es durch einen wunderschönen, ruhigen Kanal hinaus auf den See.
Auf der ersten Insel waren gleich drei Danos eingezeichnet. Da dachten wir natürlich, dass bestimmt mindestens eines davon frei sein würde. Falsch gedacht! Alle drei waren belegt, jeweils mit mindestens drei Kanus, also mindestens sechs Personen pro Shelter. Das war uns dann doch etwas zu viel. Ausserdem waren noch weitere Kanus und Kajaks in Sichtweite unterwegs, die vermutlich ebenfalls auf der Suche nach einem Schlafplatz waren. Etwas weiter entfernt war noch ein weiteres Dano eingezeichnet. Wir beschlossen, unser Glück dort zu versuchen. Nach 14 Kilometern an einem halben Tag – ja, durchs Ausschlafen waren wir etwas spät losgekommen – kamen wir endlich an.
Und juhu: Das Dano war frei! Als zusätzliche Belohnung gab es einen wunderschönen Sonnenuntergang und genügend Feuerholz. Nach der etwas turbulenten Schleusenfahrt war das genau das Richtige.
Tag 4 – Spiegelsee
Der Plan war, noch etwas weiter auf den See hinauszufahren. Doch der See war uns schlicht zu voll. Also kehrten wir um und stellten fest, dass es auf dem Lelång deutlich angenehmer war.
Heute war es perfekt windstill. Das Kajakfahren machte trotz der nach drei Tagen langsam schwer werdenden Arme richtig Spass. Bei spiegelglattem Wasser durch die Landschaft zu paddeln, hatte einfach etwas Magisches.
Zurück ging es wieder durch die Schleuse. Diesmal war die Fahrt flussabwärts und deshalb deutlich entspannter.
Danach teilten wir uns auf: Mein Begleiter machte sich direkt auf die Suche nach einem freien Dano, während ich im nahe gelegenen Laden noch kurz unsere Essensvorräte aufstockte.
Das gefundene Dano lag schön versteckt und ganz in der Nähe einer netten Badestelle. Also war Haarewaschen angesagt! Mit der Sonne war es gar nicht mal so kalt. Perfekte Bedingungen, um sich eine kleine Erfrischung zu gönnen.
Tag 5 – Bei Wind und Welle
Heute waren wir beide auch ohne Wecker früh wach und nahmen den Tag in Angriff. Für heute war ziemlich viel Wind angesagt. Und ja, windig war es tatsächlich! Da wir aber langsam etwas näher an Bengtsfors kommen wollten, machten wir uns trotzdem daran, den Wellen zu trotzen.
Trotz des Windes schafften wir es ohne grössere Probleme, den See in gut 20 Minuten zu überqueren. Auf der windgeschützten Uferseite konnten wir unsere Reise anschliessend deutlich entspannter fortsetzen.
Irgendwann wagte ich mich etwas weiter vom Ufer weg, um den Rückenwind und die Wellen für mein Vorankommen zu nutzen. Das Gefühl, auf den Wellen zu surfen, war einfach genial! Meine Stimmung, die am Morgen noch etwas mau gewesen war, wurde mit jeder Welle besser. Die schweren Arme waren plötzlich vergessen und ich flog dem Dano entgegen. Mein Begleiter tat sich etwas schwerer, doch auch er schaffte es. Noch vor dem Mittag erreichten wir unser Ziel – und hatten tatsächlich Glück: Das Dano war noch frei! Der Nachmittag verging wie im Flug. Wäsche waschen, Essen machen und einfach die Zeit geniessen. Nach dem windigen Vormittag war es schön, einmal etwas Zeit zu haben und zur Ruhe zu kommen.
Tag 6 – Perfekter Sonnenaufgang
Heute sollte es weiter Richtung Bengtsfors gehen. Doch zuerst stand ein besonderes Highlight auf dem Programm: extra früh aufstehen, um den Sonnenaufgang zu erleben. Und das, obwohl ich so gar kein Frühaufsteher bin!
Der Sonnenaufgang war wunderschön. Leider zeigte sich die Sonne aufgrund der Hügel etwas später als auf dem Handy angekündigt. Ich als Morgenmuffel war also früher aufgestanden als eigentlich nötig. Aber ganz ehrlich: Für diesen Anblick hat es sich trotzdem gelohnt.
Nach einem kleinen Frühstück machten wir uns Gedanken über die letzten beiden Etappen und Übernachtungen. Da wir unser Zelt noch nie benutzt hatten, wollten wir unbedingt ein freies Dano finden, damit wir das Zelt nicht reinigen mussten. Im Grunde gab es zwei Möglichkeiten. Entweder wir fuhren bereits heute bis zur kleinen Insel vor Bengtsfors. Das würde eine längere Etappe bedeuten, dafür müssten wir am nächsten Tag bei leichtem Regen nur noch ein kurzes Stück bis zum Dano der ersten Nacht paddeln. Oder wir fuhren heute nur eine moderate Strecke und nahmen dafür am letzten Tag etwas mehr Paddelzeit in Kauf. Wir entschieden uns für die zweite Variante: heute eine kürzere Strecke zurücklegen und dafür am letzten Tag trotz Regen etwas länger unterwegs sein. Im Kajak sind wir ja gut geschützt, und etwas Bewegung würde helfen, damit uns nicht allzu kalt wurde.
Also machten wir uns zeitig auf den Weg. Unser Tagesziel lag an einem wunderschönen Plätzchen in einer kleinen Bucht. Da wir bereits gegen Mittag ankamen, hatten wir unglaublich viel Zeit. Zeit zum Baden, zum Entspannen und dazu, ein neues Hobby auszuprobieren: meinen ersten selbst geschnitzten Holzlöffel!
Tag 7 – Tropf, tropf, tropf ...
Als ich aufwachte, war es im Schlafsack angenehm warm. Ich schaute erst einmal gemütlich heraus – und was fühlte ich da? Der Schlafsack war von aussen etwas nass. Bloss weshalb?
Die Ursache war schnell gefunden: Das Dach des Danos war nicht ganz dicht. Zum Glück tropfte es nur an wenigen Stellen. Also hiess es erst einmal, alle Sachen in Sicherheit zu bringen und den Schlafsack so gut wie möglich zu trocknen.
Eigentlich sollte das Wetter am Nachmittag etwas besser werden, sprich: weniger Regen. Da wir aber auf ein möglichst trockenes Plätzchen hofften, machten wir uns wieder recht früh auf den Weg. Wie geplant störte uns der Regen beim Paddeln überhaupt nicht. Durch die Bewegung wurde mir schön warm.
Wegen des Regens war es uns umso wichtiger, ein freies Dano zu finden. Auf einer kleinen Insel vor Bengtsfors wurden wir schliesslich fündig.
Da wir wieder früh dran waren, hatten wir viel Zeit. Diese verging mit Rätseln, Schnitzen und einem Besuch zweier Belgier trotzdem ziemlich schnell. Die beiden warteten auf besseres Wetter und suchten etwas Schutz vor dem Regen. Beim Anblick ihrer nackten Füsse in Badelatschen war ich allerdings etwas entsetzt. Umso mehr freute ich mich über meine warmen, dicken Wanderschuhe, die ich ursprünglich sogar zu Hause lassen wollte. Manchmal ist es eben doch ganz gut, wenn man für alle Fälle gerüstet ist! Leider blieb die Regenwolke etwas länger hängen als angekündigt. Der Regen hörte auch am Nachmittag nicht auf. Die Belgier entschieden sich schliesslich trotzdem, bei leichtem Regen weiterzufahren.
Langsam brach unser letzter Abend an. Trotz des trüben Wetters liess es sich die Sonne nicht nehmen, uns noch einmal einen wunderschönen Sonnenuntergang zu schenken. Da wir noch etwas trockenes Holz hatten, machte ich ein Feuer. Das lockte auch unsere Nachbarn an, und so verbrachten wir einen geselligen letzten Abend mit drei Holländern und einem Schweizer Pärchen. Ein schöner Abschluss für eine tolle Zeit auf dem Wasser!
Tag 8 – Nebelmorgen
Und wieder hiess es früh aufstehen. Heute war es zum ersten Mal richtig neblig. Der See war so warm, dass er dampfte. Es schien, als wäre die Zeit stehen geblieben. Die Stille beim Paddeln war beinahe greifbar.
Am liebsten wäre ich einfach hiergeblieben. Einfach weiterpaddeln, von See zu See, jeden Tag ein neues Plätzchen entdecken und schauen, wohin es einen treibt. Doch leider ruft irgendwann auch der Alltag. Also machten wir uns auf den Weg zurück, möglichst nah am Ufer entlang, damit wir uns im Nebel nicht verirren. Und damit ging eine wunderschöne Woche zu Ende. Eine Woche voller kleiner Abenteuer, spontaner Entscheidungen, schöner Begegnungen, windiger Seen und traumhafter Sonnenuntergänge.
Ich habe gemerkt, wie wenig es eigentlich braucht, um eine richtig gute Zeit zu haben. Ein Kajak, einen trockenen Schlafplatz, etwas Feuerholz und die Freiheit, den Tag einfach auf sich zukommen zu lassen.
Fortsetzung folgt 2027 – dann wahrscheinlich für zwei Wochen, um noch mehr Natur zu entdecken und vielleicht auch etwas weniger Zivilisation zu erleben. Ich freue mich jetzt schon darauf!