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Abenteuer Schweden

Am 29.06.2018 war es soweit – unsere neuntägige „Kanutour auf eigene Faust“ in Schweden sollte so richtig beginnen. Aber eigentlich fing alles schon viel eher an. Unsere Reisevorbereitungen starteten schon im März – diese äußerste sich unterschiedlich bei den verschiedenen Teilnehmern - von Panik über Kaufrausch war alles dabei. Sieben Freunde sollten wir sein. Vom absoluten Outdoor-Profi zum Ultimaten-Stadtkind war alles vertreten. Fleißig wurde sich schon im Vorfeld darüber ausgetauscht was man alles brauchen könnte und auch welche Gegenstände man sich teilen könnte, da wir schon vorher davon ausgingen, dass beispielsweise nicht jeder einen Wasserfilter, Arbeitshandschuhe oder eine Angel braucht. Vor allem in den letzten Tagen vor Reisebeginn war der jeweils lokale Outdoorladen unser Lieblingsort.

Ich weiß nun, dass das Packmaß der Ausrüstung ein wichtiger Indikator ist, ich bei Isomatten auf den R-Wert achten muss und ich bei Schlafsäcken idealerweise aufpasse, dass die Komfort- und Grenztemperatur den Temperaturen im Zielland entspricht. Kurz vor Reisebeginn glühten dann die Tasten so richtig, es wurde probegepackt, gewogen und hin und herüberlegt.

Und dann ging es auch schon los. Es kam der anstrengendste Part der Reise: die Bustour. Die Mehrheit von uns startete in Leipzig. Nackenkissen oder jegliche Gegenstände, die das Sitzen oder den Versuch zu Schlafen angenehmer machen sind wirklich wärmstens zu empfehlen. Ich schreibe es gern aus: es sind neunzehn Stunden Busfahrt! Ganz cool war dann zumindest die nächtliche Fahrt auf der Fähre – sich auf dem Deck den Fahrtwind um die Ohren zu blasen zu lassen hat trotz totaler Übermüdung allen von uns Spaß gemacht. Während der Ausblick aus dem Fenster in Deutschland noch nicht so spannend ist, fängt es später an interessant zu werden. Neben dem Sonnenaufgang lassen sich dann beindruckende Wälder und Seen beobachten. Die holprige Schotterpiste ins Camp bildet den krönenden Abschluss einer Fahrt, die ich ohne Reisetabletten und Schlafmaske nur ungern wiederholen wollen würde.

Im Camp ging dann alles Schlag auf Schlag. In Windeseile zerrten die Teilnehmer Ihre einzelnen Gepäckstücke zusammen, man erhielt und prüfte das Ausrüstungs- und Proviantpaket, packte seine persönlichen Gegenstände in den wasserdichten Packsack und dann konnte auch schon alles runter zum See getragen werden. Tee, Kaffe und eine kleine Stärkung gab es zwischendurch auch.

Mit sieben Teilnehmern in der Gruppe hatten wir die Wahl zwischen drei oder vier Kanus. Wir entschieden uns für zwei zweier Kanus und eine dreier Kombi. Dafür erhielten wir einen praktischen Extrasitz, den man einfach in ein Kanu einhäng. Danach konnten wir auch schon anfangen Tetris zu spielen – also unsere Kanu’s zu beladen. Wo belädt man ein Kanu? Im Wasser! Der freundliche Herr, der unsere Einweisung durchführte wiederholte diese Frage und die dazugehörige Antwort so lange und oft, dass ich es auch in ein paar Jahren wahrscheinlich noch wissen werde.

Nur ca. zwei Stunden nach Ankunft waren wir also auch schon im Wasser. Wohin? Das wussten wir noch gar nicht so richtig. Zuvor hatten wir bereits entschieden, dass wir die Reise nicht zu stark vorplanen wollen. Je nach Tagesform und Laune wollten wir entscheiden, wo wir als nächstes hin paddeln.

Auf der Reise gab es ein paar Highlights für mich. An allererster Stelle steht dabei natürlich die unberührte Natur in Schweden. Dieser Moment, wenn man tagsüber im Kanu oder abends auf den Felsen sitzt, die Natur auf sich einwirken lässt und es einfach nur mucksmäuschenstill ist – der ist einfach unbezahlbar.

An nächster Stelle kommen unsere gemeinsamen Aktivitäten in der Gruppe, sei es das abendliche Zubereiten einer warmen Mahlzeit, das mittägliche Vesper während einer Paddelpause, die ereignisreichen Wanderungen und Badestunden, gemeinsame Lockerungsübungen und Yoga auf den Felsen oder auch das Pflücken von Früchten aus denen am Ende mehrere köstliche Kuchen entstanden. Die Kanutour mutierte zum absoluten Elektro-Detox, mit eingängigen und tiefsinnigen Gesprächen und etlichen Abenden die nicht zuletzt wegen der atemberaubenden Kulisse und den schier endlosen Sonnenunter- und Aufgängen in Erinnerung bleiben werden.

An zweiter Stelle kommt der mobile „Späti“ von dem uns schon im Basislager bei Lennartsforts relativ mystisch erzählt worden ist. Es handelte sich um eine Gruppe von Norwegern, welche in der Abenddämmerung die einzelnen Camps abklappern und sich ziemlich als moderner mobiler Spätkauf entpuppten. Von Süßigkeit über Knabberzeug, Milch, O-Saft und alkoholischen Getränken gab es alles an Board. Wir worden zum vermutlich besten Abnehmer von Bier in der Woche – an fünf Abenden kauften wir bequem bei den Jungs ein. Einmal bestellten wir Sie sogar per Telefon zu uns…

Ein absolutes Must-See ist auch der Autofriedhof in der Nähe von Bastnas – während wir anfangs Bedenken hatten, ob wir diesen überhaupt finden würden, stellte es sich als kinderleicht heraus. Reisende pilgern schon fast zu diesem Ort, sodass man ihn eigentlich nicht übersehen konnte. Von DANO 16 fuhren wir hierzu einmal über den gesamten See zum Autofriedhof, welcher sich gegenüber von DANO 19 befindet. Die Fahrt über den offenen See ist hingegen weniger zu empfehlen – die Scandis empfehlen nicht ohne guten Grund sich bei der Fahrt eher in Ufernähe aufzuhalten.

Auch wenn wir zeitweise ans Ende unserer Kräfte kamen - unser Schwedenabenteuer war eine wundervolle Reise, die wohl keiner von uns so schnell vergessen wird.
geschrieben von Katharina R. am 15.10.2018
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