In 30 Jahren haben unzählige unserer Gäste Ihre Kanureise in spannenden Reiseberichten festgehalten. Schau, was sie in Schweden für spannende Abenteuer mit scandtrack erlebt haben und lass dich inspirieren!
In 30 Jahren haben unzählige unserer Gäste Ihre Kanureise in spannenden Reiseberichten festgehalten. Schau, was sie in Schweden für spannende Abenteuer mit scandtrack erlebt haben und lass dich inspirieren!
In 30 Jahren haben unzählige unserer Gäste Ihre Kanureise in spannenden Reiseberichten festgehalten. Schau, was sie in Schweden für spannende Abenteuer mit scandtrack erlebt haben und lass dich inspirieren!
Angereist sind wir auf eigene Faust, mit dem Bus bis nach Årjäng und von dort mit dem Taxi die letzten 25 Minuten hinaus an den See. Richtig losgegangen ist die Tour aber erst an dem Scandtrack-Basecamp.
Dort haben wir verschiedene Stationen durchlaufen. Erst gab es die Ankunft mit Kaffee, Tee und Keksen, danach ging es weiter zum Basecamp, wo die komplette Ausrüstung übergeben wird. Packsäcke, Essenstonne, Zelt und der ganze Rest. Dann ging es ans Umpacken, alles, was nicht mit aufs Wasser sollte, konnten wir dort lassen. Gepäck runter zum See, Einweisung, Kanu beladen, und dann lag das Ufer auch schon hinter uns.
Der Foxen, auch Stora Le-Foxen genannt, gehört zum Dalsland-Nordmarken-Seensystem, einem der schönsten Seengebiete Europas. Fast 10.000 Quadratkilometer mit unzähligen Seen und Wasserläufen, sauberem Wasser und sauberer Luft. Im Gebiet gibt es rund hundert offizielle Campingplätze mit Windschutzhütten. Bekannt ist die Region für ihren Fischreichtum, für Wälder voller Pilze und Beeren und für ihre Tierwelt. Elche sind hier keine Seltenheit, und nachts hört man teilweise den klagenden Ruf des Prachttauchers über den See hallen.
Das Paddeln hat vom ersten Tag an gut funktioniert. Anfangs viel Zickzack, aber wir sind mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 7 km/h ordentlich vorangekommen. Am Abend ist dann noch ein richtig heftiges Gewitter aufgezogen, das ganz knapp an uns vorbeigezogen ist. Geregnet hat es trotzdem, aber dank Tarp ist alles trocken geblieben. Gegessen haben wir an dem Abend etwas Freestyle-mäßiges aus Speck, Zwiebeln und Tortellini, danach gab es noch eine Runde Frisbee und etwas Zitronen-Holunderblüten-Schnaps.
Die Tage danach haben wir bewusst langsam angehen lassen, man ist schließlich im Urlaub und muss sich nicht jeden Tag verausgeben. Gefrühstückt wurde spät und meistens in der Sonne, dafür haben wir Tisch und Stühle nach vorne an die Felsen getragen. Die Temperaturunterschiede sind hier deutlich. Nachts ging es runter auf rund 9°C und sobald man morgens aus dem Zelt kam und nicht in der Sonne saß, hat man auch mit mehreren Jacken gefroren. Tagsüber ging es dann auf etwa 19°C hoch. Windig ist es vor allem morgens und abends.
Gebadet haben wir jeden Tag, das musste einfach sein. Der Foxen hat dabei ganz verschiedene Ufer zu bieten, Sandstrände, Steinstrände und Felsküsten, die steil abfallen. Wir hatten das Glück, dass der Wasserstand ein bis zwei Meter unter dem Normalstand lag, was man gut an den Markierungen auf den Felsen sieht, dadurch kommt man überall bequem ins Wasser. Bei 18°C bis 19°C Wassertemperatur war das perfekt. Vom eher trockenen Sommer haben wir außerdem insofern profitiert, als die Schnakenbelastung kaum vorhanden war, ich hatte in der ganzen Woche zwei Stiche.
An einem Tag sind wir einmal komplett quer über den Foxen von Ost nach West gefahren. Wir haben an einer großen Insel angelegt, sind über sie gelaufen und haben dabei ein Steinhaus gefunden und wilde Heidelbeeren gegessen. Danach ging es weiter durch andere Inseln hindurch. Morgens hat es noch etwas gewindet, später war es dann komplett windstill, totenstill. So leise war es sonst nie. An einem anderen Tag sind wir in einen Seitenarm gekommen, der so eng wurde, dass er stellenweise aussah wie ein Fluss. Dort haben wir eine Pause gemacht und noch einen kurzen Stopp an einem Sandstrand eingelegt.
Wie schnell das Wetter hier umschlagen kann, haben wir auch gemerkt. Am Morgen gab es kaum Wellen, im Lauf des Tages hatten wir richtig Wellengang mit Wellen, die oben schon leicht kräuseln. Das macht Spaß, ist aber auch riskanter, und wir mussten ziemlich strategisch vorgehen. Immer erst ein Stück schräg gegen die Wellen auf den See hinaus, dann wieder schräg mit ihnen Richtung Küste. So haben wir uns Stück für Stück vorgearbeitet und haben es nach einigen Zickzack-Manövern zum Glück ohne zu kentern ans Ufer geschafft.
Ein Morgen ist besonders hängengeblieben. Wir sind aufgewacht, und der ganze See war voller Nebel, richtig mystisch. Ich habe direkt die Drohne rausgeholt, um ein paar Aufnahmen zu machen. Beim Umräumen hat uns an einem anderen Tag eine Erdkröte besucht, die unter unseren Taschen geschlafen hatte, die haben wir wieder am Wasser ausgesetzt. Und fast jeden Abend wurden Sonnenuntergang und Dämmerung von lauthalsigen Fuchsrufen von der anderen Seeseite begleitet. Das klingt teilweise richtig gruselig, fast wie Geschrei von Kindern, bis man weiß, was es ist.
Gekocht haben wir auf einem Trangia, und wir haben uns dabei deutlich mehr Mühe gegeben als nötig gewesen wäre. Das absolute Highlight waren die Langos. Dafür haben wir morgens einen Hefeteig angesetzt, ihn später zu Bällchen verarbeitet und die Fladen dann in Margarine ausgebacken. Innen fluffig und weich, außen knusprig, und aufgegangen sind sie sogar auch richtig. Gegessen haben wir sie als Pizza, mit Nutella bestrichen oder einfach nur mit Zucker bestreut, geschmacklich war das traumhaft. Dazu kamen im Lauf der Woche eine Kartoffelsuppe mit Bockwürsten, die geschmeckt hat wie eine vollwertige, zu Hause gekochte Suppe, Bratkartoffeln mit Zwiebeln und Kidneybohnen, angebratene Baked Beans zum Knäckebrot und einmal Stockbrot über der Glut, gegessen mit Marmelade. Unterwegs auf dem Wasser gab es dagegen auch mal einfach eine Tütenmahlzeit, die man nur mit Wasser aufgießen muss.
Menschen sieht man vom Wasser aus kaum. Wir haben uns die halbe Woche gefragt, wo eigentlich alle hinfahren, und es erst bei einer Wanderung an der Küste entlang verstanden. Zwischen den Bäumen und an den Klippen lagern überall Leute, man sieht sie einfach nicht, wenn man vorbeipaddelt.
Am letzten Tag ging es zurück zum Basecamp und diese Etappe war mit 45 Minuten unsere schnellste der ganzen Woche. Danach Kanu und Ausrüstung putzen, alles abgeben, und mit dem Taxi zurück nach Årjäng. Zum Abschluss haben wir uns dort einen Elchburger mit Pommes und Preiselbeeren gegönnt und noch eine Portion Spareribs geteilt.
Interessant war zum Schluss noch, wie sich die Zeit während der Tour angefühlt hat. Am Anfang hatten wir wirklich das Gefühl, jeden Tag viel Zeit zu haben, und die Woche kam uns recht lang vor. Gegen Ende wurden die Tage immer kürzer, und im Endeffekt war alles sehr schnell rum. Waren auf jeden Fall sehr gute Tage in der Natur, bei denen man auch ausreichend entspannen konnte.
Für weitere Impressionen hier noch drei kurze Drohnenvideos:
https://youtu.be/4qm7g6vm6lg?is=VBZcn1_PednK3ugc
https://youtube.com/shorts/GS31CwMvXgE?is=8welu0RMooWgCZeD
https://youtube.com/shorts/t44oyCjWLQ8?is=dDoenM_jNWuUbcXR