Scandtrack Kanutour Schweden MG0178
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Berichte aktuelle
Saison

In 30 Jahren haben unzählige unserer Gäste Ihre Kanureise in spannenden Reiseberichten festgehalten. Schau, was sie in Schweden für spannende Abenteuer mit scandtrack erlebt haben und lass dich inspirieren! 

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In 30 Jahren haben unzählige unserer Gäste Ihre Kanureise in spannenden Reiseberichten festgehalten. Schau, was sie in Schweden für spannende Abenteuer mit scandtrack erlebt haben und lass dich inspirieren! 

Autor: Tobias B., 17. November 2022

Frühstück mit Ameisen in Schweden

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18 Stunden Busfahrt hörte sich für uns unvorstellbar lang an. Doch die Zeit verging schneller als gedacht und plötzlich waren wir schon da - am Outdoorcamp Höglund in Schweden. 

Nach einer Tasse Kaffee am Camp und einer kleinen Runde zum Beine vertreten, waren wir fit, gut gelaunt und voller Aufregung. 

Vier Freunde, die erstmals dieses Abenteuer einer Kanureise eingehen - das kann nur gut werden und wir waren positiv gestimmt.

Wir bekamen alles Notwendige von dem Scandtrack Team vor Ort, wie Werkzeuge, Proviant, Zelte, Rettungswesten, Paddel und schlussendlich das Kanu.

Beim Einräumen unseres Gepäcks in die Kanus kamen erste Zweifel auf - wie die Angst zu kentern oder die Sorge, dass alles viel zu anstrengend wird und unsere Arme schlapp machen.

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(kleiner Spoiler: die Sorgen waren unbegründet, wir sind weder gekentert, noch hatten wir einen Muskelkater in den Armen)

Die ersten Paddelschläge waren noch etwas ungewohnt und wackelig. Aber mit der Zeit wurde es besser und wir lernten durch Ausprobieren die besten Methoden zum Beschleunigen und Lenken, sodass das Ganze echt Spaß machte.

Auf dem Wasser zu sein und die Umgebung zu erkunden war überwältigend und fühlte sich nach Freiheit an.

Der erste Tag war einfach perfekt und das Wetter war traumhaft. An dem Tag hatten wir noch nicht daran gedacht, dass sich das Ganze schon bald ändern wird.

Nach circa 3 Stunden Paddelei kamen wir am ersten Übernachtungsort an, einer wunderschönen Bucht mit Sandstrand. 

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Wir sprangen sofort ins Wasser und sonnten uns, bisher fühlte sich alles an wie ein Sommerurlaub. 

Von der Natur und den Landschaften waren wir echt begeistert. Besonders Anna, die ihre Kamera mitgenommen hatte, konnte nicht aufhören, die ganzen Eindrücke einzufangen und alles zu fotografieren.

Für das erste Abendessen sammelten wir frische Pfifferlinge aus dem Wald und es gab leckeren Reis mit Tofu und Pilzen. Für uns als Pilzliebhaber war es ein absolutes Highlight, so viele davon zu finden, so gab es letztendlich fast jeden Tag Pilze zum Abendgericht dazu. Außerdem sammelten wir jeden Tag Blaubeeren, die es ebenfalls massenhaft in der Natur gab.

Unsere Erkenntnis: Bei einem selbstgekochten Essen in der Natur und in guter Gesellschaft schmeckt einfach alles besser.

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Und so ließen wir den ersten Tag ausklingen, mit gutem Essen, guten Gesprächen und ein paar Runden unseres Quizspiels ‘Smart 10’.

In den nächsten Tagen veränderte sich das Wetter, es war bewölkt und es regnete mal mehr, mal weniger. Es war zwischenzeitlich sehr windig, die Wellen auf dem Wasser wurden höher, das Kanu war sehr am schwanken. 

Auch wenn es Spaß machte und uns an eine Wildwasserbahn im Freizeitpark erinnerte, war ein gewisser Respekt doch noch da. Unser Sommerurlaub veränderte sich also zu einer kleinen Challenge, die wir aber gerne in Kauf nahmen. 

Zwar hat das Wetter unsere Launen etwas runtergezogen, aber wir haben immer das Beste aus der Situation gemacht. Schön war, dass unsere Kaffeetassen sich durch den Regen von alleine wieder aufgefüllt haben. 

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Nicht so schön war, dass alle unsere Klamotten nass waren. Immer wenn wir diese dann zum trocknen aufhingen, hat es erneut angefangen zu regnen. Darum haben wir tagelang unsere nasse Wäsche mit uns rumgetragen.

Durch das Wetter waren wir quasi dazu gezwungen, Unterschlüpfe zu bauen. Auch hier haben wir durch Ausprobieren herausgefunden, wie es am besten klappt. 

Unsere Hütten, die wir aus dem beigelegten Tarp in der Werkzeug Kiste, bauten, wurden von Tag zu Tag besser und stabiler. 

Unser letzter Unterschlupf war so groß und hoch, dass wir 4 sogar problemlos darin stehen konnten und auch unser ganzes Gepäck hat reingepasst, das war unsere sogenannte Villa.

Insgesamt war es schön zu beobachten, wie wir zusammengehalten und einander geholfen haben. So haben wir jede Situation gemeistert und sind über uns hinaus gewachsen.

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An einem Tag wurde durch die Wellen eine kleine, weiße Boje an unseren Platz gespült. Diese war ab sofort unser treuer Begleiter. Sarah taufte die Boje auf den Namen ‘Georgi’ und band sie am Kanu fest. 

Georgi war uns einmal sogar sehr nützlich. 

Zum Unterschlupf bauen, haben wir das Seil an einer Trinkflasche festgebunden und über einen hohen Ast geworfen. Leider ist die Trinkflasche im Baum hängen geblieben und wir waren ziemlich ratlos, da wir fast alles versucht hatten, um die Flasche wieder runter zu bekommen. 

Dann fiel uns ein, dass wir Georgi haben. Wir haben ihn paar mal gegen die Flasche geworfen, bis beides zusammen wieder runter fiel.

Ab der Hälfte der Woche machten wir uns Gedanken darüber, dass wir langsam unser am Camp gekauftes Brennholz vernichten sollten. So kam es, dass wir dann am vierten Tag unserer Reise das erste kleine Lagerfeuer machten.

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Dummerweise hatte ich beim Holz hacken keine Handschuhe an, dadurch bekam ich eine Blase an der Hand, die ich über die ganzen restlichen Tage immer wieder neu verbinden musste. 

Das war definitiv eine Lektion, denn in den nächsten Tagen hackte ich nur noch mit Handschuhen. 

Unser erster Abend mit Lagerfeuer war wunderschön und gemütlich. Wir wurden wieder aufgewärmt, unsere Klamotten trockneten neben dem Feuer endlich mal wieder halbwegs durch. 

Unser Abendessen kochten wir diesmal über dem Feuer, es gab Gemüsesuppe und Stockbrot.

Ich war überrascht, wie einfach der Teig für Stockbrot zubereitet ist und wie lecker das Brot im Nachhinein schmeckt.

Weil uns das Lagerfeuer so gut gefallen hat, haben wir das ab diesem Zeitpunkt für die restlichen drei Tage weiterhin so gemacht. 

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Da wir aber nur ein Sack Brennholz gekauft haben, mussten wir irgendwann selbst Holz suchen gehen. Das war auch eine Herausforderung für sich, denn das meiste Holz war feucht vom Regen und brannte nicht sonderlich gut. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Mit der Kohle, die wir nach dem Feuer hatten, wurden wir dann kreativ. 

Mit etwas Wasser gemischt, erhielten wir eine schwarze Paste, die sich super dafür eignete, kleine Kunstwerke an die Felsen zu malen. Ich malte ein lustiges Gesicht auf einen Stein und wer weiß, vielleicht ist mein Werk ja bis heute noch da.

Sarah und Anna haben sich außerdem noch eine Gesichtsmaske aus Kohle gezaubert, die im Nachhinein ziemlich schwer abzuwaschen war.

Am letzten Tag haben wir eine ganz besonders schöne Übernachtungsstelle gefunden.

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Diesmal keine Bucht, es war eine Felslandschaft mitten auf dem Wasser. Hinter den Felsen ging es dann mit einer grünen Landschaft und Heidekraut weiter, wo wir auch die Zelte aufbauten. 

Die meiste Zeit sind wir während der Reise barfuß unterwegs gewesen. So machten wir auch Bekanntschaften mit den dort beheimateten Ameisen, die haben bei Gelegenheit auch gern mal zugebissen und das hat schon wehgetan. 

Als wir ein paar Steine anhoben, sahen wir ganze Ameisen Kolonien, die dort lebten. Das war auf jeden Fall interessant, aber wir haben immer aufgepasst, damit sie uns nicht aufessen.

Später gegen Abend haben wir festgestellt, dass unser Übernachtungsplatz nicht so gut gewählt war. Es wurde sehr windig und wir hatten keinerlei Windschutz, sondern haben alles abbekommen. 

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Leider wurde es schon dunkel und wir wollten nicht mehr rausfahren, um einen anderen Platz zu suchen. Also haben wir uns alle besonders dick eingepackt und ließen den Wind um unsere Ohren sausen.

Unsere Gefühle waren am letzten Tag sehr gemischt. Die Woche verging unglaublich schnell und keiner von uns wollte schon gehen.

Andererseits hatten wir auch den Wunsch nach einer warmen Dusche und einem bequemen Bett.

Selbst wenn unsere Reise manchmal nicht so lief wie geplant, ist immer alles gut ausgegangen. Not macht eben erfinderisch und wir haben immer die passenden Lösungen gefunden. 

Diese Reise war ein Abenteuer, welches uns zusammengeschweißt hat und welche wir auf keinen Fall wieder vergessen werden. 

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Wir haben zu viert überlegt, uns ein gemeinsames Tattoo stechen zu lassen, welches uns für immer an die Schweden Reise erinnern soll - das Motiv wird wohl eine kleine Ameise sein. Und wenn uns mal jemand auf die Ameise ansprechen sollte, können wir ihm voller Stolz unsere Geschichte erzählen.

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Autor: Tobias B., 17. November 2022