Scandtrack Kanutour Schweden MG0178
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Berichte aktuelle
Saison

In 30 Jahren haben unzählige unserer Gäste Ihre Kanureise in spannenden Reiseberichten festgehalten. Schau, was sie in Schweden für spannende Abenteuer mit scandtrack erlebt haben und lass dich inspirieren! 

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In 30 Jahren haben unzählige unserer Gäste Ihre Kanureise in spannenden Reiseberichten festgehalten. Schau, was sie in Schweden für spannende Abenteuer mit scandtrack erlebt haben und lass dich inspirieren! 

Autor: Maja Janina G., 10. Oktober 2024

Pärchenurlaub mal anders

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Es war der 31. August 2024, der uns mit leisen Versprechungen von Abenteuer und großer Vorfreude in den Norden rief. Die Anreise mit dem Bus war zwar etwas beschwerlich, doch mit jeder Meile wuchs die Ungeduld und Vorfreude. Als wir schließlich im Camp ankamen, wurden wir vom Scandtrack Team herzlich empfangen. Die Natur um uns herum wirkte wie ein Gemälde und die klare Luft belebte unsere Sinne. Nach der Begrüßung begannen wir, die Ausrüstung und das Essen entgegenzunehmen. Nach einer kurzen und lehrreichen Kanu-Einweisung beluden wir unser Boot und legten endlich ab. 

Unser Ziel für die erste Nacht war schnell beschlossen: Eine Insel, die uns für diesen Moment allein gehören würde. Die Karte zeigte uns viele mögliche Pfade, doch wir wählten jenen, der uns nicht nur ans Ziel, sondern auch zu ein wenig Zweisamkeit führen würde. Anstatt große Strecken zu überwinden, wollten wir in der Zeit schwelgen, jeden Moment auf der Insel auskosten und nur etwa zwei bis drei Stunden am Tag paddeln. Diese bewusste Entscheidung schenkte uns Ruhe, Nähe und die Freiheit, das Leben im Hier und Jetzt zu genießen.

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Am ersten Tag fuhren wir etwa vier Kilometer und erreichten den Rastplatz 12, eine kleine Oase der Stille. Dort schlugen wir unser Zelt auf, ein Zuhause auf Zeit, mitten im weiten Grün und unter dem weiten Himmelszelt. Voller Neugier erkundeten wir die Insel. Wir entdeckten saftige Blaubeeren, die sofort unseren Speiseplan für den Abend veränderten. 

Während Leon in den Wäldern verschwand, um Feuerholz zu sammeln, streifte ich mit einem Becher in der Hand durch das Blaubeerfeld, die Finger schnell gefärbt von den kleinen, köstlichen Früchten. Das Sammeln wurde zu einer meditativen Tätigkeit, und als ich schließlich zum Rastplatz zurückkehrte, war mein Herz so voller Freude wie mein Becher mit Blaubeeren. Gemeinsam bereiteten wir das Abendessen vor – Gemüsereis mit veganem Hackfleisch – und krönten das Mahl mit einem Dessert, das wie aus einer Märchenwelt stammte: Blaubeer-Stockbrot.

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Als die Nacht hereinbrach, legte sich eine stille Magie über die Insel. Das Schwedenfeuer flackerte vor uns, während der Himmel über uns funkelte, als wäre er mit Diamanten bestickt. Wir saßen eng beieinander, den Blick in die Unendlichkeit gerichtet, und lauschten dem leisen Knistern des Feuers. In diesen Momenten war die Zeit bedeutungslos, nur das Hier und Jetzt zählte – und der unermessliche Sternenhimmel, den wir in dieser Pracht noch nie zuvor gesehen haben. 

Es war der Beginn einer Reise, die uns nicht nur durch die schwedische Wildnis, sondern auch zu uns selbst führte. Ein Abenteuer, das nicht in Kilometern gemessen wird, sondern in Augenblicken des Glücks, der Verbundenheit und der tiefen Stille der Natur.

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Am Morgen des 1. September begrüßte uns die Sonne, und wir frühstückten die Reste des Stockbrots mit Nutella und Marmelade. Gestärkt brachen wir unser Lager ab und paddelten los. Auf halber Strecke entdeckten wir eine kleine Insel mit steinernen Ufern und blühenden Blumen, wo wir eine Badepause einlegten. Das Wasser war kalt, aber wunderschön klar, und nach dem Schwimmen wärmten wir uns auf den sonnengeheizten Steinen.

Am Rastplatz 19 fanden wir einen Sandstrand mit perfektem Blick auf den Sonnenuntergang. Wir stellten das Zelt auf, sammelten Feuerholz und einige Blaubeeren. Nach einem entspannten Nachmittag in der Sonne genossen wir abends Tofu mit Tomaten und grillten Blaubeerbrot als Nachtisch. Der Tag endete friedlich, während die Sonne im Meer versank und die Dunkelheit den Strand umhüllte. Später saßen wir am Lagerfeuer, vertieft in schöne Gespräche. Als es dann kalt und windig wurde kuschelten wir uns ins Zelt. 

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In der Nacht auf den 2. September setzte Regen ein, der uns bis in den Morgen begleitete. Unser erster Gedanke galt trockenem Holz, das wir suchten und dann hackten, um Wasser für Tee aufzusetzen und uns daran zu wärmen. Während Leon aufs Wasser hinausfuhr, um zu angeln, verbrachte ich den Vormittag damit, auf der Insel einen Regenschutz zu bauen – mithilfe von Ästen und einer Plane.

Leider musste Leon bald zurückkehren, da der Regen heftiger wurde und ein Sturm aufzog. Etwas enttäuscht, dass der Fischfang erfolglos blieb, fanden wir dennoch Trost, als uns ein weiterer Scandtrack-Teilnehmer, der ebenfalls auf Insel 19 campierte, zwei große Barsche anbot. Wir nahmen das Angebot dankbar an und konnten kaum glauben, wie großzügig das Schicksal uns doch beschenkte.

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Voller Vorfreude machten wir uns an die Zubereitung: Die Barsche zu schuppen und vorzubereiten nahm Zeit in Anspruch, doch schließlich brutzelten sie mit Bratkartoffeln in der Pfanne. Das Mahl war köstlich, und der Regen schien für eine Weile zu vergessen, dass er noch da war. Unter unserem Regenschutz spielten wir anschließend Karten, bis die Dunkelheit die Insel einhüllte und die Nacht still und friedlich über uns hereinbrach

Am 4. Tag, dem 3. September, gönnten wir uns ein ausgiebiges Ausschlafen und freuten uns, als wir aufwachten und der Regen endlich nachgelassen hatte. Nach einem gemütlichen Frühstück verstauten wir unser Lager und machten uns auf den Weg. Etwa eine Stunde später erreichten wir die Insel Langöärna, wo wir als erstes eine Wäscheleine spannten, um unsere nassen Klamotten in der warmen Sonne zu trocknen. 

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Beim Erkunden der Insel entdeckten wir eine kleine Steinhütte, die uns sofort ansprach. Wir beschlossen, unsere Ausrüstung dort zu deponieren, falls das Wetter erneut umschlagen sollte. Während die Suppe auf dem Feuer köchelte, sammelten wir mittags Holz und gingen auf Entdeckungstour. Die Natur war atemberaubend – jede Insel, obwohl sie aus der Ferne ähnlich erschien, hatte doch ihren ganz eigenen Charme. Mit meiner Filmkamera fing ich einige der schönsten Orte auf Langöärna ein.

Am Abend errichteten wir unser Zelt neben der Steinhütte, verbrachten jedoch den ganzen Abend drinnen. Im warmen Licht des Feuers, das in der Hütte prasselte, spielten wir Spiele und genossen die behagliche Atmosphäre, während draußen die Dunkelheit über die Insel sickerte. 

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Am 4. September begann der Tag mit dem Duft frischer Pfannkuchen, die wir mit Schokolade und knackigen Apfelstückchen füllten. Ein süßer Start in einen Tag, der sich zwischen sanftem Regen und durchbrechenden Sonnenstrahlen abspielte. Die Natur zeigte sich in einem Wechselspiel aus Nässe und goldenem Licht, das den Tag auf eine besondere Weise zum Leuchten brachte.

Leon, inspiriert von der Umgebung, baute mit Steinen und Moos eine kleine Räucherstelle – in der Hoffnung, dass das Anglerglück uns diesmal hold sein würde. Als die Sonne plötzlich durch die Wolken brach, nutzten wir den Moment für eine erfrischende Badepause im kühlen, klaren Wasser. Die Natur schien innezuhalten, während wir uns von der Sonne wärmen ließen.

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Obwohl die Fische an diesem Tag nicht anbeißen wollten, tat das unserer Stimmung keinen Abbruch. Zum Abendessen brutzelten wir Hackbällchen aus dem restlichen veganen Hack, die uns, in der stillen Abenddämmerung, mindestens so gut schmeckten wie ein frischer Fang aus dem See. Der Tag endete ruhig, mit dem Gefühl, dass selbst die kleinen Momente etwas Besonderes waren. 

Am Donnerstag, dem 5. September, standen wir früh auf, um den Sonnenaufgang zu erleben. In der stillen Morgendämmerung, als die ersten goldenen Strahlen den Horizont färbten, verspürten wir eine tiefe Dankbarkeit – für die Reise, für die Momente in der Natur, die uns so reich beschenkten. Der Anblick war überwältigend, und in diesem Moment schien die Welt für uns stillzustehen.

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Nach einem ausgiebigen Frühstück packten wir unsere Sachen zusammen und paddelten zu einer anderen Insel – Rastplatz 17. Das Wetter war herrlich, die Luft klar und warm, sodass wir entschieden, die Nacht in unseren Hängematten unter freiem Himmel zu verbringen. Wir fanden einen idyllischen Platz zwischen den Bäumen, von dem aus man den besten Blick auf den Sonnenuntergang hatte.

Am Abend, während der Himmel in leuchtenden Farben erglühte, warfen wir unsere Angel aus, jedoch erneut ohne Erfolg. Doch das machte nichts, denn wir hatten einen Plan B: Aus dem restlichen Mehl und Trockenhefe bereiteten wir eine Pizza zu. Den Teig legten wir auf das Rost, belegten ihn mit Käse, Kartoffeln und Zwiebeln und bedeckten ihn mit einer großen Pfanne, die wir mit Kohle beschwerten. So backte die Pizza von beiden Seiten und wurde in kürzester Zeit perfekt.

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Als wir schließlich unter den Sternen lagen, umhüllt von der warmen Nachtluft, und das Geräusch des leisen Windes in den Bäumen hörten, fühlte sich alles vollkommen an – ein Tag voller einfacher Freuden und der Magie der Natur.

Am 7. Tag, dem 6. September, ließen wir den Morgen in Ruhe beginnen und schliefen aus, bevor wir zu unserer letzten Insel aufbrachen. Wir wählten eine, die nah genug an unserer morgigen Rückkehr lag, um den Abschiedstag entspannt anzugehen. Nach der Überfahrt paddelten wir etwa 2 Kilometer weiter, um das Festland zu erreichen und dort ein kleines Dorf zu erkunden.

Dieses Dorf war eine Kuriosität für sich – wie eine Ausstellung der Vergangenheit, in der alte Autos im Wald verstreut lagen und verfallene schwedische Häuschen von längst vergangenen Zeiten erzählten. Es war, als hätte die Natur diese Relikte langsam zurückerobert, und der Ort hatte etwas Geisterhaftes, aber zugleich Faszinierendes.

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Am Nachmittag sonnten wir uns in der Stille der Insel, ließen die letzten warmen Strahlen auf uns wirken, bevor der Abend anbrach. Zum Abschluss genossen wir Bratkartoffeln mit Bohnen – ein einfaches, aber köstliches Mahl. Als die Dunkelheit sich über die Insel legte und der sternenklare Himmel auf uns herabsah, verbrachten wir die letzte Nacht in unseren Hängematten, eingehüllt in die Ruhe der Natur. Der Wind trug das Flüstern der Bäume, und unter den Sternen schien die Zeit stillzustehen – ein friedlicher, unvergesslicher letzter Abend.

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Autor: Maja Janina G., 10. Oktober 2024