Scandtrack Kanutour Schweden MG0178
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Berichte aktuelle
Saison

In 30 Jahren haben unzählige unserer Gäste Ihre Kanureise in spannenden Reiseberichten festgehalten. Schau, was sie in Schweden für spannende Abenteuer mit scandtrack erlebt haben und lass dich inspirieren! 

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In 30 Jahren haben unzählige unserer Gäste Ihre Kanureise in spannenden Reiseberichten festgehalten. Schau, was sie in Schweden für spannende Abenteuer mit scandtrack erlebt haben und lass dich inspirieren! 

Autor: Anna J., 21. Juli 2026

Unser Kanuabenteuer auf dem Stora Le und Foxen

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Wir lieben Schweden. Unendliche Wälder, klare Seen und ganz viel Natur. Unabhängig voneinander waren wir bereits mehrere Male in Schweden, aber noch nie gemeinsam und noch nie auf einer Kanutour. Genau das wollten wir erleben und genau dafür haben wir uns auf dieses Abenteuer eingelassen, bei dem wir selbst sehr gespannt waren, was uns erwartet.

Da ich bei vielen Reiseberichten Inspiration für eine Route vermisst habe, hier schonmal vorab für alle Interessierten unsere Route: DANO 10 - DANO 7 - DANO 6 - DANO 7 - Bryntorpsön - DANO 19 - DANO 13.

Mit gemischten Gefühlen starteten wir unsere Reise: Normalerweise planen wir unsere Reisen komplett selbst. Im Internet fanden wir sehr unterschiedliche Bewertungen: Von „Massentourismus“ bis „unvergessliches Erlebnis“ war alles dabei. Wir wollten uns selbst ein Bild machen. Mit dem Zug ging es nach Köln, anschließend mit dem Reisebus Richtung Norden. Die nächsten Zweifel kamen, als wir auf unsere Mitreisenden trafen. Viele (mal mehr, mal weniger laute) Männergruppen und wenige Pärchen oder Freundespaare (mit denen wir lieber Zeit verbracht hätten), aber überraschenderweise auch ein paar Familien mit Kindern (was wir wiederum sehr schön fanden). Nach zwei Fährfahrten und einer Nacht im Bus erreichten wir schließlich das Land der Seen und Wälder. Noch lagen mehrere Stunden Fahrt vor uns, aber der erste Blick auf die Landschaft machte sofort klar: Die lange Anreise würde sich lohnen.

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Am späten Vormittag erreichten wir Lennartsfors. Im Camp wurden wir freundlich empfangen, bekamen überraschend schnell unsere Ausrüstung und eine Einweisung. Während eine Gruppe zurückkehrte und die nächste bereits startete, herrschte dort ein buntes Treiben wie bei einem Ameisenhaufen. Es dauerte nicht lange und wir saßen endlich alleine in unserem Kanu für die kommende Woche. Unser Abenteuer konnte beginnen.

Unser Plan war, den Stora Le zu erkunden, in der Hoffnung, dass es dort etwas ruhiger ist, und wir hatten Glück: Wir haben meistens in einem DANO oder in dessen Nähe einen Schlafplatz gefunden. In den meisten Fällen haben wir gut bis sehr gut gepflegte DANOs angetroffen. Durch die Naturpflegekarte wird diese Infrastruktur erhalten. Gleichzeitig konnten wir dank des schwedischen Jedermannsrechts auch eigene Plätze entdecken und abseits der DANOs unser Zelt aufschlagen.

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Schon am ersten Tag merkten wir: Wir funktionieren als Team richtig gut. Nach der langen Busfahrt und den fast 30 Grad war die erste Abkühlung im See eine Wohltat. Abends kochten wir unseren vegetarischen Linseneintopf mit Blick aufs Wasser. Wie schön, dass das unser Esszimmer für die nächsten Tage sein würde.

Die folgenden Tage entwickelten schnell ihren eigenen Rhythmus: Aufstehen mit Kaffee und Müsli, Lunch vorbereiten, Lager abbauen und zusammenpacken, 3–4 Stunden paddeln, einen schönen Platz suchen und abends gemeinsam kochen. Dabei waren nicht nur die Landschaft und die Ruhe beeindruckend, sondern auch die Vogelwelt: ein Wasseruferläufer, ein Buchfinkenpärchen, eine Bachstelze, ein Specht, ein Grünschenkel, Eistaucher (?), Möwen und Gänse. Wir haben die Apps BirdNet Live und Nabu Vogelwelt zum Bestimmen genutzt. Nachts haben wir in der Ferne Rehe bellen hören.

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Natürlich lief nicht alles perfekt. Unsere Outdoor-Küche stellte uns regelmäßig vor Herausforderungen. Pizza über dem Feuer ohne Oberhitze? Schwierig. Popcorn-Versuche mit wechselndem Erfolg? Spannend. Bratkartoffeln auf dem Kocher oder Feuer? Eine frustrierende Angelegenheit. Am Ende haben wir aber genau diese kleinen Experimente geliebt und hatten dadurch auch leckere Pancakes zum Frühstück und Stockbrot abends am Feuer. Unsere vegetarische Essenstonne war auf jeden Fall ausreichend und bis auf die zweite Packung Käse hat auch alles die warmen Temperaturen gut überstanden. Das Kochen wurde zu einem festen Bestandteil unserer Abende und hin und wieder gab es auch einen süßen Krümmeltee bei Sonnenuntergang am See.

Auch die Ausrüstung wurde getestet. Meine Isomatte verabschiedete sich mitten im Urlaub mit einem großen Loch. Zum Glück hatte mein Freund ein Reparaturset für seine Isomatte dabei. Auch wenn wir unterschiedliche Matten hatten, konnten wir meine Matte zumindest provisorisch retten. Der Ärger war schnell verflogen. Davon würde ich mir nicht den Urlaub verderben lassen. Und der geliehene Kocher hat uns auch mehrfach an unsere Grenzen gebracht. So oft ist uns etwas angebrannt und wir mussten eigentlich die ganze Zeit rühren. Gleichzeitig haben wir dadurch viel gelernt und wissen nun, was wir für zukünftige Touren wirklich brauchen und worauf wir verzichten können.

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Ein besonderes Highlight war unser „geheimer Spot“ auf der Insel Bryntorpsön. Nachdem uns die angesteuerten DANOs nicht überzeugt hatten (zu voll und nicht so schöne Lage), fanden wir einen wunderschönen Platz. Hier konnten wir mit dem Kanu an einem Kiesstrand einfach anlegen und über einen kurzen, verwurzelten Hang in einen Kiefernwald gelangen. Hier war genügend Platz für unser Zelt. Theoretisch gab es auch Feuerstellen, aber die durften wir aufgrund des sommerlichen Feuerverbots außerhalb der DANOs nicht nutzen. Zwischen den Bäumen bauten wir unser Zelt auf und genossen die Einsamkeit. Das war genau das Gefühl, nach dem wir gesucht hatten.

Die schönsten Momente entstanden aber oft unterwegs: Eine enge Passage zwischen den Inseln, eine Felswand am Ufer und das Gefühl, wie Entdecker durch die schwedische Wildnis zu paddeln. Für einen Moment fühlte sich der Stora Le fast wie der Anduin aus „Der Herr der Ringe“ an – nur ohne Orks am Ufer.

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Unser letzter voller Paddeltag kam viel zu schnell. Wir waren bereits ein bisschen traurig, dass die Zeit in Schweden vorbei war. Für die letzte Nacht fanden wir noch einmal einen schönen Platz am Wasser und konnten ein letztes Mal Feuer machen, Stockbrot genießen und einen traumhaften Sonnenuntergang erleben.

Am nächsten Morgen klingelte der Wecker bereits um 5:30 Uhr. Ein Unwetter war angekündigt, und wir wollten es rechtzeitig zurück ins Camp schaffen. Die Entscheidung war genau richtig: Auf dem letzten Stück über den Foxen wurden die Wellen immer höher und der Wind immer stärker. Wir waren froh, sicher im Camp anzukommen, bevor das Wetter endgültig umschlug und heftiger Regen einsetzte, der über mehrere Stunden anhielt.

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Ohne Unwetter hätten wir uns gerne das Örtchen angeschaut oder noch ein bisschen die Gegend erkundet, doch unter diesen Umständen harrten wir den ganzen Tag unter einem Verandadach mit Windschutz aus. Zum Glück lernten wir doch noch ein sympathisches Pärchen kennen, mit dem wir den ganzen Tag verquatschten und so die lange Wartezeit dann doch ganz kurzweilig war. Am Abend ging es schließlich mit dem Bus zurück nach Deutschland. War das eine schöne Woche!

Unser Fazit: Wir sind mit einigen Zweifeln gestartet. Die Reise war teurer als unsere bisherigen Urlaube und wir waren uns unsicher, ob wir trotz der vielen Gruppen genug Ruhe finden würden. Doch unsere Sorgen waren unbegründet: Die Menschen verteilten sich gut und wir konnten die meiste Zeit genau die Einsamkeit genießen, die wir gesucht hatten. Zudem war auch die Gruppe, die an unserem Abreisetag angereist ist, aufgrund der Sommerferienzeit viel durchgemischter, als unsere Gruppe.

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Das Komplettpaket war für den Einstieg praktisch, weil wir Material testen konnten und uns im Vorfeld um wenig kümmern mussten. Gleichzeitig wissen wir jetzt, was wir bei zukünftigen Touren anders machen würden: leichteres Equipment, besser abgestimmte Ausrüstung und vielleicht eine individuell geplante Anreise.

Trotzdem bereuen wir keinen Cent. Wie viele unserer anderen Wanderungen und Radreisen hat diese Kanutour in Schweden uns wieder einmal gezeigt, wie gerne wir draußen in der Natur sind, es lieben, mit wenig auszukommen und den Alltag für eine Weile zu vergessen. Schweden hat uns definitiv nicht zum letzten Mal gesehen. ❤️

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Autor: Anna J., 21. Juli 2026